Uhrenbestimmung Savonette Système Glashütte, 585er Gold, 24 Stunden Anzeige, Altersbestimmung

Diskutiere Savonette Système Glashütte, 585er Gold, 24 Stunden Anzeige, Altersbestimmung im Taschenuhren Forum im Bereich Taschenuhren; Was habe ich mir denn da angelacht… Hin und wieder verlaufe ich mich in den unendlichen Weiten der Welt der Taschenuhren. Wirklich Ahnung habe...
#1
apple1984

apple1984

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Was habe ich mir denn da angelacht… Hin und wieder verlaufe ich mich in den unendlichen Weiten der
Welt der Taschenuhren. Wirklich Ahnung habe ich davon nicht, wie z.B. diese Kurzvorstellung beweist:
https://uhrforum.de/3-fundstuecke-taschenuhren-bulla-systeme-hahn-noname-t143514

Auf dem Werktisch gelandet ist diese Savonette, natürlich mit Springdeckel in edlem Vollgold. Nicht ganz:
Gehäuserahmen und der Werkdeckel sind aus Metall denke ich mal. Schön in Schreibschrift
sind dort die Seriennummer und die Steinzahl vermerkt; aber auch in der Uhrenwelt bekannte Begriffe
wie „Glashütte”, „Kompensation” und „Breguet” sollen wohl auf die Wertigkeit des Innenlebens vorbereiten.

Der Deckel springt bei leichtem Druck auf den Auslöser in der Krone sofort auf und gibt den Blick frei
auf ein ziemlich verwittertes Zifferblatt mit roter 24 Stunden Anzeige auf beigem Grund. Dazu eine sehr
barocke Zeigerkombi und eine schlichte kleine Sekunde mit Eisenbahnminuterie in Zehnerschritten.
Der Minutenzeiger ewig lang, zeigt auf kleine goldene Indexpunkte in unterschiedlicher Größe.
Große arabische Zahlen lassen keine Ungewissheit über den Stand der Zeit.
Leider angeschnitten: die 5 und die 7.

Das zehnsteinige Werk sieht, so finde ich, schon ziemlich modern aus. Die nicht stoßgesicherte Unruh zumindest mit
Ausgleichsgewichten. Der Rücker steht ziemlich im Minus (R wie retard, A wie avant?), trotzdem geht dieses
Schätzchen seit zwei Tagen sehr genau. Eine Reinigung sollte ins Auge gefasst werden, aber warum eigentlich?
Warum sollte man diese alte Taschenuhr nicht eine solche bleiben lassen und sich an den verwitterten
Oberflächen erfreuen, zumal das goldene Ambiente Entschädigung ist… Ja ich weiß… Die Versuchung war groß
und ich habe ihr nachgegeben. Konnte mir deshalb eine kleine Polierorgie nicht verkneifen. ;-)

Meine Frage wäre eigentlich nur: Von wann ungefähr könnte dieses Schätzchen sein?
 

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#2
Kater Mohrle

Kater Mohrle

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Sehr schöne Uhr.
Komplett aus Gold bis auf den Werkdeckel.
Schweizer Uhrwerk, Hersteller kann ich nicht sagen.
Eventl. Teutonia??????????
Baujahr ca. 1910 bis 1920 schätze ich mal.
Zifferblatt unbedingt von dem hässlichen 25Std.-Aufkleber befreien.

Gruß
Frank
 
#3
apple1984

apple1984

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Hallo Frank und Danke für die Einschätzung.

Nee, jetzt wirklich? Das ist nur ein Aufkleber? Glaube ich nicht. ;-)

Mit der Jahresdatierung gehe ich konform; früher kann es nach der
Werksbauweise eigentlich nicht sein. Schade irgendwie: Bei vielen Modellen
am Anfang des letzten Jahrhunderts hat man sich nicht mal die Mühe gemacht,
einen Namen auf dem ZB zu hinterlassen. Bei vielen Militäruhren der Zeit
übrigens auch nicht…

https://uhrforum.de/eterna-fliegeruhr-mit-roter-12-auf-taschenuhr-basis-t88366
 
#5
Ruebennase

Ruebennase

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Ich stimme bedingungslos zu , dass ich bei dieser Uhr das Zifferblatt mal baden lassen würde. Es gibt welche, da lasse ich es bzw,. rate inzwischen davon ab, aber Diese wird mit Sicherheit deutlich an Schönheit gewinnen.
Ich wiederspreche entschieden, dass man sich "nicht einmal die Mühe" gemacht hat, seinen Namen auf dem Zifferblatt zu hinterlassen. Das hat wohl eher etwas mit der Werteverschiebung und Image/Marken/Qualitätsverknüpfung in unseren Hirnen zu tun. Irgendwelche Schweizer Hersteller die in ihren Bergen Uhren hergestellt haben, kannte man schlichtweg nicht. Es gab nur wenige Ausnahmen, da auch das Marketing nicht jeden kleinen Haushalt in Hintertupfingen erreichte. An Sammler hat man kaum gedacht, da die Uhr verkauft werden sollte. Häufig findet man deshalb auch den Namen des örtlichen und bekannen Juweliers auf dem Blatt. Ich kann an dieser schöne Uhr wirklich nichts entdecken, dass auf Nachlässigkeit hin deutet.
Ich denke heutzutage würde ein in ein top qualitativem Stahlgehäuse mit hochfeinem Blatt eingeschaltes hochwertiges ETA ohne Markenname quasie nur verramschbar sein. Wenn ich aus dem Speckgürtel einer deutschen Großstadt aus dem Kindesmund eines Grundschülers höre: LOGG (In house Marke von H&M) trage ich nicht, denn das heißt: "Leider ohne Geld geboren", dann wünsche ich mir solche ungelabelten hochfeinen Waren zurück. Da müssen wir Sammler halt durch und ein bissel knobeln und beachten so die Details genauer.

Liebe Grüße
 
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#6
apple1984

apple1984

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@ Kater Mohrle: Danke Frank. Erst dachte ich…
Aber jetzt gibt es die zweite Meinung; das muss ich wohl so hinnehmen.

@Ruebennase: Es geht mir eigentlich weniger um den besonders in Deutschland beliebten „Markenfetischismus", sondern
eigentlich nur um eine Zuordnung, Klassifizierung oder Jahresbestimmung. Ob da nun "Rolex" oder "Swatch" stehen würde,
ist mir relativ egal. Selbst bei der oben gelinkten "roten 12" war zumindest ein Vermerk im Deckel zu finden.

Tja, man kann nicht alles herausfinden. Danke.
 
#7
pretium intus

pretium intus

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Hallole,
ja, bei alten TU kann man allerhand erleben:
So hat eine (im Werkaufbau) sehr ähnliche Uhr bei mir eine Herstellerbezeichnung (Hahn/Landeron) unter der Hauptplatine!:shock:
Normalerweise kann man die Kaliber mit abgenommenen ZB zuordnen. FLUME, Badener;-) etc.
Grüßle aus dem Wasgau
Hans

PS. Bist du sicher, daß nur 10 Steine? Ich glaube mindestens 16! Überprüfe ´mal dahingehend nochmal die Inschrift.
 
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#8
Ruebennase

Ruebennase

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@Premium intus
Es sind definitiv 16 :-) und da das Blatt baden geht um sich vom Abziehbild zu befreien, werden wir sicherlich noch ein Foto von der Zifferblattseite sehen. Vielleicht findet sich dort auch noch eine Herstellerpunze oder Patentnummer.

@Hans
Ich habe nur Pickel von dem Ausdruck "nicht einmal die Mühe gemacht" = nachlässig bekommen :-) bei der schönen Uhr.

Liebe Grüße
 
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#9
Badener

Badener

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Hallo,

beim Baujahr würde ich ganz grob auf ca. 1915 +- 5 Jahre tippen, kann mich aber durchaus irren.

Das Schweizer Werk taucht immer mal wieder auf, auch hier im Forum (z. B.: https://uhrforum.de/geerbte-taschenuhr-was-habe-ich-denn-da-nur-t76191). Leider ist es meines Wissens bisher niemand gelungen, den Hersteller eindeutig zu identifizieren. U. a. wurde z. B. Teutonia ins Spiel gebracht, wobei unklar ist, ab Teutonia nicht lediglich Werke anderer Hersteller, etwa FHF, umgestaltet hat. Ein FHF als Basiswerk ist durchaus plausibel, da FHF damals einfach eine sehr große Menge und Vielfalt an Werken produziert hat.

Gruß
Badener
 
#10
Ruebennase

Ruebennase

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Wie immer hat der Badener wohl recht :-). Ich würde sogar noch ca. 5 Jahre +- 5 abziehen wollen, aber kann mich da genauso irren. FHF hat tatsächlich einen irrsinnig großen Marktanteil gehabt aber es waren gute bis sehr gute Werke verglechbar mit der ETA heutzutage. Nun es ist allerdings nur ein wahrscheinlicher Kandidat. Warten wir auf die ZB Seite

Libe Grüße
 
#11
apple1984

apple1984

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Schön, das ihr euch einbringt. Danke an alle. Definitiv sind es 16 Steine, steht ja auch auf dem vergoldeten Metalldeckel.
Hatte in der Eile die 6 zur 0 gemacht. Wie immer: Augen auf. Danke für den Hinweis.

Nun bringt ihr mich aber in die Klemme. Erst will ich wissen, was hier vorliegt, jetzt muss ich wohl liefern.
ZB und Zeiger haben eh eine Säuberung verdient (die kleine Sekunde schleppt seit Tagen schon ein Staubkneuel mit) und
wenn wir schon mal dabei sind, könnte ich auch ein Blick unters Zifferblatt werfen.

Das Entfernen des Aufkleber hatte ich nie wirklich in Betracht gezogen. Hat 100 Jahre überstanden und dann komme
ich und bastel am Zifferblatt herum? Bestimmt nicht...
 
#12
Ruebennase

Ruebennase

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Das mit dem Abziebild solltst Du so handhaben, wie Du möchtest. Es ist allerdings im Laufe des "Uhrenlebens" aus modischen Gründen hinzu gekommen und stammt nicht vom Hersteller. Bei dem Alter der Uhr ist es durchaus wahrscheinlich, dass es vom verkaufenden Juwellier stammt. Diese Aufkleber waren mal durchsichtig und sind im Laufe der Zeit vergilbt.

Liebe Grüße
 
#13
F

FritzP

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Hallo,
Unbedingt darauf achten, das nicht bei allen ZB die Ziffern etc. so widerstandsfähig sind, das sie problemlos ein Bad überstehen.

Gruß Fritz
 
#14
Ruebennase

Ruebennase

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Huiii Fritz hast Du aus der Zeit schon Zifferblätter gehabt die gegen Spüli empfindlch sind ?? Das würde mich jetzt echt schocken. Nach meinem 1+9 Drama bin ich ja schon ziemlich ängstlich geworden hatte aber bisher bei ein wenig Meister Propper, Pril, Fit etc. keinerlei Bedenken

Liebe Grüße
 
#15
H

holli

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Oly 1972
apple1984,
"Das Entfernen des Aufkleber hatte ich nie wirklich in Betracht gezogen. Hat 100 Jahre überstanden und dann komme
ich und bastel am Zifferblatt herum? Bestimmt nicht... "
wenn das nachträglich aufgebrachte "Abziehbild" der roten 24 Stundenanzeige nicht so stümperhaft :shock: aufgebracht wäre würde ich Deine Ansicht ja teilen,aber in diesem Fall ist es für mich ein "no go"
 
#16
A

andi2

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Da kann ich nur meinen Vorrednern zustimmen! Das Blättchen würde ich sofort abmachen. Dass das rissige vergilbte Papierchen, das einstmals lieblos auf das schöne Emaille-Zifferblatt geklatscht wurde, irgendeinen uhrenhistorischen Wert hat, ist kaum anzunehmen- und ohne sieht das Blatt wohl wieder aus wie neu. So etwas rückstandsfrei zu entfernen, ist kein Problem. Das war damals eine Modeerscheinung, man sieht diese Blättchen tausenfach und immer sieht es sch...... aus. Wahrscheinlich gabs die Aufrüstung für fünf Pfennig. Als das Papierchen neu war, war es wohl weiss wie das Blatt, da fiel der elegante und sorgfältig passgenaue Einschnitt unten beim Sekundenzifferblatt noch nicht so auf.
Von dem Papierchen abgesehen, ist es eine sehr sehenswerte, schöne Uhr!
Gruss Andi
Gruss Andi
 
Thema:

Savonette Système Glashütte, 585er Gold, 24 Stunden Anzeige, Altersbestimmung

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