Rolex-Datejust 41 in Stahl/Gold Referenz 126333

Diskutiere Rolex-Datejust 41 in Stahl/Gold Referenz 126333 im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhrenvorstellungen; Liebe Uhrenfreunde, der Kauf einer teuren Uhr ist fast immer mit Emotionen verbunden; kein Uhrenliebhaber würde eine Uhr aus rein sachlichen...
#1
B

baltus

Themenstarter
Dabei seit
24.05.2014
Beiträge
34
Liebe Uhrenfreunde,
der Kauf einer teuren Uhr ist fast immer mit Emotionen verbunden; kein Uhrenliebhaber würde eine Uhr aus rein sachlichen Erwägungen kaufen. Eine Uhr muss gefallen. Bei der von mir vor längerer Zeit vorgestellten Yachtmaster war es unter anderem die Kombination von blauem Zifferblatt und goldener Lünette, die mir sofort ins Auge stach. Bei der nun vorgestellten Datejust 41 ergänzen sich das Jubilé-Armband und die geriffelte Lünette in idealer Weise zu einem für Rolex typischen Klassiker, welcher mich seit längerer Zeit fesselte. Vielleicht ist diese Vorstellung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, ja eine Entscheidungshilfe für die Unentschlossenen - bevor ich aber auf die Einzelheiten der Neuauflage dieses Rolex-Klassikers, der „Oyster Perpetual Datejust 41“ eingehe, hier die „Technischen Daten“:

Gehäuse: Oyster, 41 mm, Edelstahl Oystersteel und Gelbgold, Monoblock-Mittelteil, verschraubter Gehäuseboden und verschraubbare Aufzugskrone, Durchmesser 41 mm
Material: Rolesor gelb (Kombination aus Edelstahl Oystersteel und 18 Karat Gelbgold)
Lünette: Geriffelt
Aufzugskrone: Verschraubbare Twinlock-Aufzugskrone mit doppeltem Dichtungssystem
Uhrglas: Kratzfestes Saphirglas, Zykloplupe zur Vergrößerung des Datums
Wasserdichtheit: Bis 100 Meter Tiefe wasserdicht
Uhrwerk: Mechanisches Perpetual-Uhrwerk, Selbstaufzugsmechanismus, Kaliber 3235, Rolex Manufakturwerk, Ganggenauigkeit -2/+2 Sekunden pro Tag, gemessen nach dem Einschalen des Uhrwerks
Funktionen: Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger im Zentrum. Automatischer Datumswechsel mit Schnellkorrektur. Sekundenstopp für genaues Einstellen der Zeit
Oszillator: Paramagnetische blaue Parachrom-Spirale, hochleistungsfähiges Paraflex-Antischocksystem
Aufzug: Selbstaufzugsmechanismus, in beide Richtungen aufziehend, Perpetual-Rotor Gangreserve: Circa 70 Stunden
Armband: Jubilé, fünfreihig, Material Rolesor gelb (Kombination aus Edelstahl Oystersteel und 18 Karat Gelbgold)
Schließe: Oysterclasp-Faltschließe mit komfortabler 5-mm-Easylink-Verlängerung
Zifferblatt: Silber, sehr gut ablesbare Chromalight-Indizes und -Zeiger mit langanhaltendem blauem Leuchtvermögen
Zertifizierung: Chronometer der Superlative (COSC + Rolex Zertifizierung nach dem Einschalen)

Soweit die Fakten, wie sie Rolex für die Datejust 41 angibt.
Fangen wir nun beim Gehäuse an. Es ist hochglanzpoliert und so flach, dass es problemlos unter jede Hemdmanschette passt. Es besitzt natürlich einen verschraubten Stahlboden. Neumodischen Kram wie einen Glasboden gibt’s bei Rolex nicht, erst recht nicht bei einem Klassiker wie der Datejust, dem „Inbegriff der klassischen Armbanduhr“, wie Rolex diese Uhr bewirbt. Der Blick auf den Nachfolger des bewährten Kalibers 3135 auf das in der Datejust 41 verbaute Kaliber 3235 mit erhöhter Gangreserve von 70 Stunden bleibt somit leider nach wie vor dem Servicetechniker vorbehalten. Rolex macht also auch weiterhin keine Anstalten, seine diesbezüglich konservative Haltung aufzugeben, selbst nicht bei einem neuentwickelten Uhrwerk, dem „vollständig von Rolex entwickelten und hergestellten Kaliber 3235, Garant für Leistungen der Superlative“ (laut Werbebroschüre) welches sicherlich interessant unter einem Glasboden zu betrachten wäre.
In ähnlicher Weise bleibt man sich bei dem Saphirglas treu, plan und nicht entspiegelt aber selbstverständlich mit der typischen Zykloplupe auf 3 Uhr.
Das Zifferblatt ist silbern, besitzt einen Sonnenschliff und wirkt mit den geschmackvollen, genau richtig dimensionierten goldeingefassten Stabindizes sehr edel. Die Goldumrandungen der Stabindizes fassen die Leuchtmasse aus sogenanntem Chromalight ein. Hierbei handelt es sich um die gleiche Leuchtmasse, welche auch bei der Rolex Explorer II verwendet wird. Es ist eine Augenweide, aus dem Sonnenlicht in gedämpftes Licht zu treten und das herrliche bläuliche Schimmern der Indizes zu betrachten, welches farblich perfekt zum Zifferblatt passt. Zur Leuchtanregung ist keine pralle Sonne erforderlich; selbst bei gedämpftem Tageslicht werden die Indizes ausreichend aufgeladen und schimmern dann ganz leicht bläulich, so dass bei Dämmerlicht das Ablesen der Zeit somit sofort wirkungsvoll unterstützt wird. Bei kurzer, aber intensiver Sonnenbestrahlung leuchten sie umso kräftiger türkisfarben.

Umrahmt wird das Zifferblatt von der seit vielen Jahren bekannten Rolex typischen geriffelten Lünette. Diese Lünette besteht „aus Gold“, genauer gesagt aus einer Goldlegierung, die Rolex „Rolesor“ nennt und seit 1930 einsetzt. Ich habe mich bewusst für die geriffelte Lünette und nicht für die glatte Lünette, die auch bei der Datejust angeboten wird, entschlossen. Warum? Weil ich ein „Kratzer-Hasser“ bin…weil ich schon andere Uhren mit glatten oder gebürsteten Metall-Lünetten besitze und daher weiß, dass auf diesen Oberflächen Kratzer „optimal“ zur Geltung kommen. Es tut mir leid – was andere Leute als normal und unvermeidlich empfinden (und sicherlich auch ist) ist mir ein Graus. Natürlich werden auch tiefe Kratzer, echte „Schmarren“ eine geriffelte Lünette versauen, aber feinere Kratzer werden darauf sicherlich nicht so auffallen wie auf hochglanzpoliertem oder gebürstetem Metall, egal ob Edelstahl oder Rolesor. Aber noch etwas Anderes hat mir an dieser Lünette gefallen: es ist die Art der Lichtreflektion, die Art des Lichtspiels. Von manchen Leuten vielleicht als „Bling-Bling“ verächtlich abgetan, kann ich darauf nur erwidern: über Geschmack lässt sich streiten, mir hat diese Lünette gefallen, also musste sie her.

In das Gehäuse ist die Krone, ebenfalls aus Rolesor, eingesetzt. Die Krone ist verschraubt, aber die Flanken sind nicht geschützt, so wie man das bei einer Dressuhr nicht anders erwartet. Den wenigsten Betrachtern wird auf Anhieb auffallen, dass unter dem Kronenemblem der Krone zwei kleine Punkte zu sehen sind. Diese beiden Punkte stehen für „Twinlock“ und bedeuten, dass bei der Datejust 41 zur Abdichtung der Uhr eine zweifache Kronendichtung eingesetzt wird. Technische Einzelheiten möchte ich mir hier sparen. Bei den Divern setzt Rolex die dreifache Kronendichtung „Triplock“ genannt, ein. Die Datejust 41 ist ein Dresser – wozu also Flankenschutz? – und keine Taucheruhr – wozu also Triplock? Die Twinlock-Krone lässt sich wie erwartet mit leichterem Gegendruck verschrauben als die Triplock bei z.B. einer Submariner, bei der man schon ein wenig mehr auf die Krone drücken muss, um sie sicher zu verschrauben. Allgemein ist die Wasserdichtigkeit einer Uhr nur so gut wie die schwächste Stelle im Dichtungsmaterial. Ich verlasse mich NIE darauf, mögen die Hersteller noch so viel werben wie sie wollen. Die Vorstellung, dass eine Uhr mit fünfstelligem Listenpreis von eindringendem Salzwasser im Urlaub irreversibel versaut wird, ist für mich ein kleines Horrorszenario…
Die Uhr lässt sich leicht stellen: Krone nur losschrauben – manuell aufziehen, Krone einmal herausziehen – Datum einstellen, Krone nochmal herausziehen – Uhr stellen. Also alles wie gehabt. Das Zeigerspiel ist so bemessen, dass man Sekunden- und Minutenzeiger sehr exakt beim Stellen positionieren kann und dieses Verhältnis auch erhalten bleibt. Damit meine ich, dass beim Erreichen des Sekundenzeigers auf „12“ auch der Minutenzeiger sauber zentriert auf eine Markierung zeigt und nicht zwischen zwei Markierungen.

Kommen wir nun zum Jubilé-Armband. Insgesamt können dem Band bei Bedarf 9 Glieder nach Lösen der Schrauben entnommen werden, was auch von Laien mit dem richtigen Werkzeug erledigt werden kann. Das Band misst an den Hörnern 21mm und an der Schließe 16mm, es ist fünfreihig, und es passt meiner Meinung nach perfekt zur Lünette. Die erste Datejust, der „Klassiker“ von 1945, wurde bereits in dieser Kombination gefertigt. Beim Jubilé-Armband sind die äußeren Stahlglieder matt gebürstet und die inneren Goldglieder in glänzendem Finish ausgeführt. Die Schließe ist ähnlich gefertigt. Im Übrigen gilt analog, was auch für die Lünette gesagt wurde: das Band ist durch seine „zerklüftete“ Oberflächenstruktur weniger anfällig für die visuelle Wahrnehmbarkeit von Kratzern als z.B. das Oysterband oder andere Bänder mit glatten, flächigen Oberflächen, welche Kratzer geradezu magisch anziehen. Das Jubilé-Band besitzt ein Maximum an Flexibilität, schmiegt sich dem Handgelenk perfekt an und trägt sich sehr angenehm. Zusammengehalten wird es von einer Oysterclasp-Faltschließe mit Easylink-Verlängerung. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, die Länge des Bandes je nach Bedarf um 5mm zu verkürzen oder zu verlängern. Das ist kein unnötiger Schnickschnack, sondern sinnvoll und praktisch an z. B. warmen Tagen, an denen die Handgelenke einen etwas größeren Umfang haben als an den kalten. Mit wenigen Griffen und ohne viel Gefummel kann auch der Ungeübte die Länge des Bandes je nach Bedarf blitzschnell verändern.
Die Schließe mit Kronensymbol schnappt mit einem deutlichen Klacken verlässlich ein. Man hat schnell raus, dass man beim Schließen am besten direkt auf das Kronenemblem (und nicht links davon, auf das Ende der Schließe!) drücken sollte. Ebenso so leicht wird die Schließe geöffnet durch Hochklappen des kleineren Schließenelementes. Ich erwähne das deshalb, weil es auch Schließen gibt, bei denen man sich fast den Fingernagel abreißt, um sie zu öffnen.
Also alles sehr gut durchdacht und solide gearbeitet, wie man das bei einer Uhr für mehr als 11000 Euro auch erwarten kann. Wären da nicht die Federstege…es liegt mir fern, jetzt das Meckern anzufangen, und doch – da schleppt man eine sündhaft teure Uhr an einem winzigen Stahlstiftlein, genannt Federsteg, herum. In dem Stahlstiftlein ist ein winziges Federchen, wenn das einmal korrodiert oder sonstwie gebrochen sein sollte, ist die Spannung des Steges weg und die Uhr fällt einfach ab…die Schließen werden häufig noch mit einem Sicherheitsbügel, also redundant ausgeführt, aber über die Qualität/Sicherheit von Federstegen wird nie ein Wort verloren – kein Thema? – Hoffen wir, dass Rolex nicht beim Cent spart und Federstege verwendet, die besser und verlässlicher sind als der Dreck, der mitunter im Internet angeboten wird.

Ein paar Bemerkungen zum Uhrwerk der Datejust 41. Es ist das relativ neue Kaliber 3235, der Nachfolger des 3135, welches viele Jahre lang als eines der besten Kaliber auf dem Markt galt. Das neue Kaliber 3235 hat gegenüber dem älteren Kaliber u.a. den Vorteil, dass es eine wesentliche längere Gangreserve von ca. 70 Stunden hat. Auf weitere technische Feinheiten oder gar einen Vergleich der beiden Kaliber kann und will ich hier als Laie nicht eingehen.
Ich habe die Datejust voll aufgezogen und festgestellt, dass die Gangreserve gut eingehalten wird. Der Gang bleibt trotz abfallender Amplitude von 270° (Raumtemperatur, Zifferblatt oben, nach Vollaufzug) auf ca. 160° (Zifferblatt oben, ca. 2 Stunden vor Stillstand) sehr gut erhalten. Praktisch bedeutet dies, dass die Uhr auch dann noch „genau“ geht, wenn ich sie zwei Tage nicht getragen habe und die Federspannung erheblich nachgelassen hat. Nach Vollaufzug ergab sich bei meinem Exemplar ein Gang von +2Sek./ 24 Stunden Vorlauf, gemessen bei Raumtemperatur, Zifferblatt zeigt nach oben. In den anderen Lagen ergeben sich nur geringfügige Abweichungen, so wie man das von einem sehr guten Uhrwerk erwarten kann. Beim Tragen wird die Uhr geringfügig langsamer, bleibt aber voll innerhalb der Rolex eigenen Spezifikation. Gestellt zu werden braucht die Uhr so gut wie nie: die geringfügige Abweichung von der Funkuhr kann man durch geeignete Ablage über Nacht ausgleichen und hat somit fast immer sekundengenaue Zeit. Der Datumswechsel vollzieht sich zwischen 5 und 10 Minuten nach Mitternacht durch ein sehr leises Klicken sprunghaft.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Datejust für eine sehr gelungene, wertvolle Uhr halte. Es gibt sie in mehreren Ausführungen und Größen, für den alltäglichen Gebrauch eher zurückhaltend, für noblere Anlässe als feine Dressuhr und wer will, sogar mit Brillantenbesatz.

Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse!
 

Anhänge

#2
MM76

MM76

Dabei seit
26.09.2007
Beiträge
1.118
Ort
Eilenburg
Sehr ausführliche und interessante Vorstellung :super:

Die Uhr steht Dir ausgezeichnet und sieht mit dem Gold richtig edel aus. Viel Freude mit dem Schmuckstück!
 
#3
Nuit89

Nuit89

Dabei seit
24.02.2015
Beiträge
1.017
Ort
Hamburg
Moin,

Glückwunsch zur Datejust und danke für die Vorstellung.

Gruß
Henrik
 
#4
carter

carter

Dabei seit
04.08.2014
Beiträge
1.471
Sehr coole Variante!!! Gefällt mir. Muss man sich aber trauen so eine Uhr zu tragen.


Den Datumswechsel 5-10 Minuten nach Mitternacht finde ich aber katastrophal. Selbst bei meinen 40 Jahre alten Uhren (Date, Datejust) macht es um 00:00 Uhr Klick. Alles andere halte ich bei einer nicht GMT für falsch. Würde ich überprüfen lassen. Gibt ja eigentlich keinen Grund weshalb das nicht sekundengenau passieren sollte.
 
#6
Sig p210

Sig p210

Dabei seit
02.06.2013
Beiträge
43
Wunderschöne Uhr,sehr schöne Vorstellung, meine Glückwünsche:super:
 
#8
bUHRsche

bUHRsche

Dabei seit
27.02.2017
Beiträge
433
Wenn in Bicolor, dann genau in der Kombination! :klatsch:

Viel Freude mit der neuen DJ, sie steht Dir hervorragend! :super:

Gruß
Christoph
 
#9
a_denial

a_denial

Dabei seit
18.01.2017
Beiträge
349
Ort
Frankfurt/M.
Geniale, geradezu traumschöne Variante! Danke für diese reichhaltige und ausführliche Vorstellung!
 
#11
feldmann1070

feldmann1070

Dabei seit
03.08.2010
Beiträge
668
Ort
Lünen
Liebe Uhrenfreunde,
der Kauf einer teuren Uhr ist fast immer mit Emotionen verbunden; kein Uhrenliebhaber würde eine Uhr aus rein sachlichen Erwägungen kaufen. Eine Uhr muss gefallen. Bei der von mir vor längerer Zeit vorgestellten Yachtmaster war es unter anderem die Kombination von blauem Zifferblatt und goldener Lünette, die mir sofort ins Auge stach. Bei der nun vorgestellten Datejust 41 ergänzen sich das Jubilé-Armband und die geriffelte Lünette in idealer Weise zu einem für Rolex typischen Klassiker, welcher mich seit längerer Zeit fesselte. Vielleicht ist diese Vorstellung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, ja eine Entscheidungshilfe für die Unentschlossenen - bevor ich aber auf die Einzelheiten der Neuauflage dieses Rolex-Klassikers, der „Oyster Perpetual Datejust 41“ eingehe, hier die „Technischen Daten“:

Gehäuse: Oyster, 41 mm, Edelstahl Oystersteel und Gelbgold, Monoblock-Mittelteil, verschraubter Gehäuseboden und verschraubbare Aufzugskrone, Durchmesser 41 mm
Material: Rolesor gelb (Kombination aus Edelstahl Oystersteel und 18 Karat Gelbgold)
Lünette: Geriffelt
Aufzugskrone: Verschraubbare Twinlock-Aufzugskrone mit doppeltem Dichtungssystem
Uhrglas: Kratzfestes Saphirglas, Zykloplupe zur Vergrößerung des Datums
Wasserdichtheit: Bis 100 Meter Tiefe wasserdicht
Uhrwerk: Mechanisches Perpetual-Uhrwerk, Selbstaufzugsmechanismus, Kaliber 3235, Rolex Manufakturwerk, Ganggenauigkeit -2/+2 Sekunden pro Tag, gemessen nach dem Einschalen des Uhrwerks
Funktionen: Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger im Zentrum. Automatischer Datumswechsel mit Schnellkorrektur. Sekundenstopp für genaues Einstellen der Zeit
Oszillator: Paramagnetische blaue Parachrom-Spirale, hochleistungsfähiges Paraflex-Antischocksystem
Aufzug: Selbstaufzugsmechanismus, in beide Richtungen aufziehend, Perpetual-Rotor Gangreserve: Circa 70 Stunden
Armband: Jubilé, fünfreihig, Material Rolesor gelb (Kombination aus Edelstahl Oystersteel und 18 Karat Gelbgold)
Schließe: Oysterclasp-Faltschließe mit komfortabler 5-mm-Easylink-Verlängerung
Zifferblatt: Silber, sehr gut ablesbare Chromalight-Indizes und -Zeiger mit langanhaltendem blauem Leuchtvermögen
Zertifizierung: Chronometer der Superlative (COSC + Rolex Zertifizierung nach dem Einschalen)

Soweit die Fakten, wie sie Rolex für die Datejust 41 angibt.
Fangen wir nun beim Gehäuse an. Es ist hochglanzpoliert und so flach, dass es problemlos unter jede Hemdmanschette passt. Es besitzt natürlich einen verschraubten Stahlboden. Neumodischen Kram wie einen Glasboden gibt’s bei Rolex nicht, erst recht nicht bei einem Klassiker wie der Datejust, dem „Inbegriff der klassischen Armbanduhr“, wie Rolex diese Uhr bewirbt. Der Blick auf den Nachfolger des bewährten Kalibers 3135 auf das in der Datejust 41 verbaute Kaliber 3235 mit erhöhter Gangreserve von 70 Stunden bleibt somit leider nach wie vor dem Servicetechniker vorbehalten. Rolex macht also auch weiterhin keine Anstalten, seine diesbezüglich konservative Haltung aufzugeben, selbst nicht bei einem neuentwickelten Uhrwerk, dem „vollständig von Rolex entwickelten und hergestellten Kaliber 3235, Garant für Leistungen der Superlative“ (laut Werbebroschüre) welches sicherlich interessant unter einem Glasboden zu betrachten wäre.
In ähnlicher Weise bleibt man sich bei dem Saphirglas treu, plan und nicht entspiegelt aber selbstverständlich mit der typischen Zykloplupe auf 3 Uhr.
Das Zifferblatt ist silbern, besitzt einen Sonnenschliff und wirkt mit den geschmackvollen, genau richtig dimensionierten goldeingefassten Stabindizes sehr edel. Die Goldumrandungen der Stabindizes fassen die Leuchtmasse aus sogenanntem Chromalight ein. Hierbei handelt es sich um die gleiche Leuchtmasse, welche auch bei der Rolex Explorer II verwendet wird. Es ist eine Augenweide, aus dem Sonnenlicht in gedämpftes Licht zu treten und das herrliche bläuliche Schimmern der Indizes zu betrachten, welches farblich perfekt zum Zifferblatt passt. Zur Leuchtanregung ist keine pralle Sonne erforderlich; selbst bei gedämpftem Tageslicht werden die Indizes ausreichend aufgeladen und schimmern dann ganz leicht bläulich, so dass bei Dämmerlicht das Ablesen der Zeit somit sofort wirkungsvoll unterstützt wird. Bei kurzer, aber intensiver Sonnenbestrahlung leuchten sie umso kräftiger türkisfarben.

Umrahmt wird das Zifferblatt von der seit vielen Jahren bekannten Rolex typischen geriffelten Lünette. Diese Lünette besteht „aus Gold“, genauer gesagt aus einer Goldlegierung, die Rolex „Rolesor“ nennt und seit 1930 einsetzt. Ich habe mich bewusst für die geriffelte Lünette und nicht für die glatte Lünette, die auch bei der Datejust angeboten wird, entschlossen. Warum? Weil ich ein „Kratzer-Hasser“ bin…weil ich schon andere Uhren mit glatten oder gebürsteten Metall-Lünetten besitze und daher weiß, dass auf diesen Oberflächen Kratzer „optimal“ zur Geltung kommen. Es tut mir leid – was andere Leute als normal und unvermeidlich empfinden (und sicherlich auch ist) ist mir ein Graus. Natürlich werden auch tiefe Kratzer, echte „Schmarren“ eine geriffelte Lünette versauen, aber feinere Kratzer werden darauf sicherlich nicht so auffallen wie auf hochglanzpoliertem oder gebürstetem Metall, egal ob Edelstahl oder Rolesor. Aber noch etwas Anderes hat mir an dieser Lünette gefallen: es ist die Art der Lichtreflektion, die Art des Lichtspiels. Von manchen Leuten vielleicht als „Bling-Bling“ verächtlich abgetan, kann ich darauf nur erwidern: über Geschmack lässt sich streiten, mir hat diese Lünette gefallen, also musste sie her.

In das Gehäuse ist die Krone, ebenfalls aus Rolesor, eingesetzt. Die Krone ist verschraubt, aber die Flanken sind nicht geschützt, so wie man das bei einer Dressuhr nicht anders erwartet. Den wenigsten Betrachtern wird auf Anhieb auffallen, dass unter dem Kronenemblem der Krone zwei kleine Punkte zu sehen sind. Diese beiden Punkte stehen für „Twinlock“ und bedeuten, dass bei der Datejust 41 zur Abdichtung der Uhr eine zweifache Kronendichtung eingesetzt wird. Technische Einzelheiten möchte ich mir hier sparen. Bei den Divern setzt Rolex die dreifache Kronendichtung „Triplock“ genannt, ein. Die Datejust 41 ist ein Dresser – wozu also Flankenschutz? – und keine Taucheruhr – wozu also Triplock? Die Twinlock-Krone lässt sich wie erwartet mit leichterem Gegendruck verschrauben als die Triplock bei z.B. einer Submariner, bei der man schon ein wenig mehr auf die Krone drücken muss, um sie sicher zu verschrauben. Allgemein ist die Wasserdichtigkeit einer Uhr nur so gut wie die schwächste Stelle im Dichtungsmaterial. Ich verlasse mich NIE darauf, mögen die Hersteller noch so viel werben wie sie wollen. Die Vorstellung, dass eine Uhr mit fünfstelligem Listenpreis von eindringendem Salzwasser im Urlaub irreversibel versaut wird, ist für mich ein kleines Horrorszenario…
Die Uhr lässt sich leicht stellen: Krone nur losschrauben – manuell aufziehen, Krone einmal herausziehen – Datum einstellen, Krone nochmal herausziehen – Uhr stellen. Also alles wie gehabt. Das Zeigerspiel ist so bemessen, dass man Sekunden- und Minutenzeiger sehr exakt beim Stellen positionieren kann und dieses Verhältnis auch erhalten bleibt. Damit meine ich, dass beim Erreichen des Sekundenzeigers auf „12“ auch der Minutenzeiger sauber zentriert auf eine Markierung zeigt und nicht zwischen zwei Markierungen.

Kommen wir nun zum Jubilé-Armband. Insgesamt können dem Band bei Bedarf 9 Glieder nach Lösen der Schrauben entnommen werden, was auch von Laien mit dem richtigen Werkzeug erledigt werden kann. Das Band misst an den Hörnern 21mm und an der Schließe 16mm, es ist fünfreihig, und es passt meiner Meinung nach perfekt zur Lünette. Die erste Datejust, der „Klassiker“ von 1945, wurde bereits in dieser Kombination gefertigt. Beim Jubilé-Armband sind die äußeren Stahlglieder matt gebürstet und die inneren Goldglieder in glänzendem Finish ausgeführt. Die Schließe ist ähnlich gefertigt. Im Übrigen gilt analog, was auch für die Lünette gesagt wurde: das Band ist durch seine „zerklüftete“ Oberflächenstruktur weniger anfällig für die visuelle Wahrnehmbarkeit von Kratzern als z.B. das Oysterband oder andere Bänder mit glatten, flächigen Oberflächen, welche Kratzer geradezu magisch anziehen. Das Jubilé-Band besitzt ein Maximum an Flexibilität, schmiegt sich dem Handgelenk perfekt an und trägt sich sehr angenehm. Zusammengehalten wird es von einer Oysterclasp-Faltschließe mit Easylink-Verlängerung. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, die Länge des Bandes je nach Bedarf um 5mm zu verkürzen oder zu verlängern. Das ist kein unnötiger Schnickschnack, sondern sinnvoll und praktisch an z. B. warmen Tagen, an denen die Handgelenke einen etwas größeren Umfang haben als an den kalten. Mit wenigen Griffen und ohne viel Gefummel kann auch der Ungeübte die Länge des Bandes je nach Bedarf blitzschnell verändern.
Die Schließe mit Kronensymbol schnappt mit einem deutlichen Klacken verlässlich ein. Man hat schnell raus, dass man beim Schließen am besten direkt auf das Kronenemblem (und nicht links davon, auf das Ende der Schließe!) drücken sollte. Ebenso so leicht wird die Schließe geöffnet durch Hochklappen des kleineren Schließenelementes. Ich erwähne das deshalb, weil es auch Schließen gibt, bei denen man sich fast den Fingernagel abreißt, um sie zu öffnen.
Also alles sehr gut durchdacht und solide gearbeitet, wie man das bei einer Uhr für mehr als 11000 Euro auch erwarten kann. Wären da nicht die Federstege…es liegt mir fern, jetzt das Meckern anzufangen, und doch – da schleppt man eine sündhaft teure Uhr an einem winzigen Stahlstiftlein, genannt Federsteg, herum. In dem Stahlstiftlein ist ein winziges Federchen, wenn das einmal korrodiert oder sonstwie gebrochen sein sollte, ist die Spannung des Steges weg und die Uhr fällt einfach ab…die Schließen werden häufig noch mit einem Sicherheitsbügel, also redundant ausgeführt, aber über die Qualität/Sicherheit von Federstegen wird nie ein Wort verloren – kein Thema? – Hoffen wir, dass Rolex nicht beim Cent spart und Federstege verwendet, die besser und verlässlicher sind als der Dreck, der mitunter im Internet angeboten wird.

Ein paar Bemerkungen zum Uhrwerk der Datejust 41. Es ist das relativ neue Kaliber 3235, der Nachfolger des 3135, welches viele Jahre lang als eines der besten Kaliber auf dem Markt galt. Das neue Kaliber 3235 hat gegenüber dem älteren Kaliber u.a. den Vorteil, dass es eine wesentliche längere Gangreserve von ca. 70 Stunden hat. Auf weitere technische Feinheiten oder gar einen Vergleich der beiden Kaliber kann und will ich hier als Laie nicht eingehen.
Ich habe die Datejust voll aufgezogen und festgestellt, dass die Gangreserve gut eingehalten wird. Der Gang bleibt trotz abfallender Amplitude von 270° (Raumtemperatur, Zifferblatt oben, nach Vollaufzug) auf ca. 160° (Zifferblatt oben, ca. 2 Stunden vor Stillstand) sehr gut erhalten. Praktisch bedeutet dies, dass die Uhr auch dann noch „genau“ geht, wenn ich sie zwei Tage nicht getragen habe und die Federspannung erheblich nachgelassen hat. Nach Vollaufzug ergab sich bei meinem Exemplar ein Gang von +2Sek./ 24 Stunden Vorlauf, gemessen bei Raumtemperatur, Zifferblatt zeigt nach oben. In den anderen Lagen ergeben sich nur geringfügige Abweichungen, so wie man das von einem sehr guten Uhrwerk erwarten kann. Beim Tragen wird die Uhr geringfügig langsamer, bleibt aber voll innerhalb der Rolex eigenen Spezifikation. Gestellt zu werden braucht die Uhr so gut wie nie: die geringfügige Abweichung von der Funkuhr kann man durch geeignete Ablage über Nacht ausgleichen und hat somit fast immer sekundengenaue Zeit. Der Datumswechsel vollzieht sich zwischen 5 und 10 Minuten nach Mitternacht durch ein sehr leises Klicken sprunghaft.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Datejust für eine sehr gelungene, wertvolle Uhr halte. Es gibt sie in mehreren Ausführungen und Größen, für den alltäglichen Gebrauch eher zurückhaltend, für noblere Anlässe als feine Dressuhr und wer will, sogar mit Brillantenbesatz.

Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse!
Die Art Rolex ist die einzige, die ich von Rolex mag. Auch als nur Edelstahl.
 
#12
ROLTUD

ROLTUD

Dabei seit
20.05.2019
Beiträge
51
Bleib entspannt: die Federstege sind qualtativ herausragend - sind ja von ROLEX.
 
#13
pressluftjunky

pressluftjunky

Dabei seit
13.05.2012
Beiträge
2.137
Ort
Potsdam
Glückwunsch :klatsch: finde die Kombination sehr G....
Auf dem letzten Foto schaut die Uhr fast etwas zu groß aus.
Ich würde die 36er Version bevorzugen die hat dann auch die elegantere kleine Schließe die besser zum Jubileeband passt.;-)
 
#15
carter

carter

Dabei seit
04.08.2014
Beiträge
1.471
@Luckytiger mit meiner Ostblockbräune würde ich weder privat noch beruflich mit Gelbgold am Arm rumlaufen können ohne Sprüche und Blicke abzubekommen. Bin im Büro schon wegen Bronze ausgelacht worden. Wäre also für mich nur was für spezielle Anlässe. Wobei ich die oben gezeigte vom Blatt her am schönsten und unauffälligsten empfinde.
 
#16
Luckytiger

Luckytiger

Dabei seit
03.04.2015
Beiträge
37
Ort
Im Ländle
@carter,
wenn ich jetzt noch etwas mit „Ostblockbräune“ anfangen könnte. :shock:

Sicher ist es auch eine Frage was man beruflich macht. Ich trage fast immer Anzug oder Sakko mit Oberhemd und Krawatte. dazu passt die Uhr m.E. hervorragend.
Je dunkler der Hauttyp desto besser- klar, aber das geht besser als ich dachte, auch wenn man nicht der ganz dunkele Typ ist.

Ich finde tatsächlich die Variante Bi-Color / Jubilé Band, mit dem silbernen Ziffernblatt, die Eleganteste, aber das ist natürlich Geschmacksache.
 
#17
guwipa

guwipa

Dabei seit
11.08.2014
Beiträge
865
Ort
Südheide
Sensationell schöne Uhr (die DJ ist die einzige Rlx, die ich als Omegajünger überhaupt in Erwägung ziehen würde) und eine sehr lesenswerte Vorstellung.

Gratulation zu beidem!!! :super:

VGWinny
 
#18
anmita

anmita

Dabei seit
28.12.2010
Beiträge
1.915
Glückwunsch, sehr schöne Zusammenstellung
Das silberne Blatt reizt mich mittlerweile auch ungemein.

Viel Freude an dem schmucken Stück :klatsch:
 
#19
W

Waldix

Dabei seit
12.12.2018
Beiträge
17
Danke für die ausführliche und schön bebilderte Vorstellung. Ich wünsche viel Freude an der Uhr.

Aus eigener Erfahrung weiß ich die Datejust 41 sehr zu schätzen. Die Proportionen Höhe zu Durchmesser sind hier perfekt, wohingegen die 36-er Modelle etwas "moppelig" daher kommen.

Zum Thema sich trauen, eine solche Uhr zu tragen: Ich kann dazu nur ermutigen. Kopf hoch und zu dem stehen was man sich erarbeitet hat. Das hat nichts mit Protzerei zu tun, sondern mit einem gesunden Selbstverständnis. Protzerei definiert sich anders und nicht darin, eine schöne Uhr passend zu Kleidung und Persönlichkeit zu tragen.

Wie gesagt, viel Freude an dieser schönen Uhr

Waldix
 
#20
big_crown

big_crown

Dabei seit
02.10.2013
Beiträge
248
Ort
Baden-Württemberg
Danke Dir für diese sehr informative und gut zu lesende Vorstellung! Ich muss zugeben dass die Uhr toll aussieht. Was mich sehr wundert denn ich bin kein Freund von bicolor und auch nicht von allzu schmuckigen Herrenuhren. Aber die sieht wirklich klasse aus. Zu deinem Teint perfekt! Mein Glückwunsch!
 
Thema:

Rolex-Datejust 41 in Stahl/Gold Referenz 126333

Rolex-Datejust 41 in Stahl/Gold Referenz 126333 - Ähnliche Themen

  • Kaufberatung Kaufberatung . Rolex Datejust 16233 Stahl/Gold mit Brilliantziffernblatt.

    Kaufberatung Kaufberatung . Rolex Datejust 16233 Stahl/Gold mit Brilliantziffernblatt.: Guten Tag Liebe Uhrenfreunde . Ich heiße Sebastian und bin 27 Jahre alt . Habe mir vor 3 Jahren meine erste Rolex zugelegt . Eine Submariner...
  • [Erledigt] Rolex Datejust 36mm, Ref. 116231, Stahl-Roségold, blaues Zifferblatt, Jubilee mit President Schliesse

    [Erledigt] Rolex Datejust 36mm, Ref. 116231, Stahl-Roségold, blaues Zifferblatt, Jubilee mit President Schliesse: Verkaufe die Uhr meiner Frau. Es ist eine Rolex Datejust in 36mm, Ref. 116231. Sie kommt in Stahl/Roségold mit der massiven President Schließe...
  • Welche soll es werden ? : Rolex Datejust II Stahl/Weißgold 116334 Rohdium Diamant oder doch Sub Rolesor

    Welche soll es werden ? : Rolex Datejust II Stahl/Weißgold 116334 Rohdium Diamant oder doch Sub Rolesor: Ich schleiche eigentlich schon seid Jahren um dieses Model herum,nun bin ich am überlegen ob ich eine neue mit Originalpapieren oder eine...
  • [Verkauf] 2 x Damen Rolex Schließe Stahl oder St/G Datejust

    [Verkauf] 2 x Damen Rolex Schließe Stahl oder St/G Datejust: 2 gebrauchte Schließen für die Damen Datejust, 11mm breit, ideal für Umbau auf Lederband mit Faltschließe No. 62523 100 Euro + Wunschversand für...
  • [Erledigt] Rolex Datejust 1601/3 Stahl/Gold 36mm

    [Erledigt] Rolex Datejust 1601/3 Stahl/Gold 36mm: Sehr geehrte Mit- Foristen, ich biete hiermit meine Rolex Datejust 1601/3 in Stahl & Gelbgold feil. Die Seriennummer beginnt mit "350XXXX"...
  • Ähnliche Themen

    Oben