Revision Revisionsbericht, Atmos, Jaeger-Le-Coultre, Kaliber# 526, Werk# 366130

Diskutiere Revisionsbericht, Atmos, Jaeger-Le-Coultre, Kaliber# 526, Werk# 366130 im Anleitungen & Revisionen Forum im Bereich Anleitungen & Revisionen; Hallo Freunde der Uhrmacherei, vor einigen Wochen hat sich eine sehr interessante Pendule zur Überhloung in meiner Werkstatt eingefunden...
#1
alte Uhr

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Hallo Freunde der Uhrmacherei,

vor einigen Wochen hat sich eine sehr interessante Pendule zur Überhloung in
meiner Werkstatt eingefunden: Atmos von Jaeger-Le-Coultre die immerwährende
Pendule. (zieht sich selbst automatisch auf)


DIGI0740.JPG

DIGI0742.JPG

DIGI0743.JPG

Da ich natürlich nicht sofort mit der Reparatur beginnen konnte, habe ich sie noch ein paar
Tage in der Werkstatt laufen lassen. Allerdings wies diese Präzisionspendule einen Nachgang von ca. 20 Minuten innerhalb 3-4 Stunden auf und die Zeiger bewegten sich nur ganz träge
beim Umspringen in die nächste Stellung. Hier kann man wohl nur von einem
Perpetuum Mobile sprechen - bewegt sich immer aber ohne jeglichen Nutzen -
Jetzt möchte ich Euch gerne auf den Weg, das Gerät wieder in ein Instrument der Zeitmesstechnik zu verwandeln mitnehmen.
Zusätzlich "hinkt" die Uhr, ungleichmäßiger Ausschlag von ca. 15-20° in der Schwingung.

Zuerst wird sämtlicher Zierrat wie Deckel, Gäser und Pfeiler entfernt.
Wie man anhand der obigen Bilder sehen kann ist hier einiges an Ablagerungen wie
Nikotin und andere Dämpfe aus dem Wohnraum auch in's Innere eingetreten.

DIGI0821.JPG

DIGI0826.JPG

Als erster Schritt wird (die ich sage mal "Barometerdose") der Motor dieser Uhr auf eimwandfreie Funktion überprüft. Hierfür wird der Motor abgeschraubt anschliessend erwärme ich ihn mit einem Haarföhn und beobachte wie sich die innere Membran nach vorne bewegt.
dannach lege ich ihn für ca. 15 min in den Kühlschrank. Danach lässt sich ein Hub von 22mm
von "Warm" nach "kalt" messen. Der Motor ist also i.o. (siehe Zeichnung)

DIGI0893.JPG

Nun erfolgt die weitere Zerlegung des Werks

DIGI0828.JPG

DIGI0832.JPG

Hier habe ich die Rückplatine mit der Pendelaufhängung wieder auf die Grundplatte geschraubt
um das Pendel instand zu setzten.
Alle Werkteile werden mit Spiritus peinlichst sauber gereinigt. Dann kontrolliere ich sämtliche Wellenzapfen, Steinlager, Anker, auf verschleiss. Alle sind aber völlig i.o.- wie neu-
Federhaus geöffnet, Triebfeder ausbauen, kontrollieren und reinigen - einsetzen und ganz leicht ölen - Die Triebfeder weist keinerlei Spuren des Verschleisses auf, auch keine Verformungen. Aus diesem, und auch Später beschriebenen Gründen ersetze ich sie nicht.

DIGI0833.JPG

DIGI0834.JPG
 
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#2
alte Uhr

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DIGI0894.JPG

Bei der Kontrolle der Unruhe ist mir aufgefallen, daß die Regulierhülse nicht im Zentrum der Scheibe "läuft". Also ist die Unruhwelle verbogen und muss gerichtet werden.
Da ich nicht das erforderliche Spezialwerkzeug besitze wirde die Welle "Handgerichtet"
ohne Spuren von Hand eben. Glücklicherweise existieren hiervon keine Bilder.
Aber nun 100% im Zentrum......

DIGI0860.JPG


Das "Pendel" Hängt zu tief -Abstand zwischen Anschlaghülse des Unruhstops und
der Unteren Brücke beträgt 2,5 mm. Hier im Bild sieht man Anschlaghülse und Brücke
bei betätigtem Unruhstopp.

DIGI0854.JPG

DIGI0858.JPG



Nun Pendel hochhängen : Klemmschraube lösen, konischen Stift ziehen, Pendelfeder
mit der Hand auf Zug halten, Stift einsetzten, ein leichter Schlag mit Hämmerchen,
Klemmschraube vorsichtig anziehen. Durch diesen Schlag mit dem Hammer wird die
Pendelfeder ca. 0,2-0,3 mm "mitgenommen" somit ist der Optimale Abstand zur Brücke
eingestellt und die wirkende Pendelfeder nun auch in der richtigen Länge.
Um den exakt den gleichmaßigen Ausschlag der Unruhe beim Lauf der Uhr kontrollieren zu können drehe ich die Regulierhülse durch lösen der Klemmschraube in der Regulierzange etwas(Im obigen Bild von oben zu sehen) damit eine Schraube der Regulagegewichte genau auf der Libelle steht.(das soll man zwar nicht aber...)

DIGI0846.JPG

Ebenso wird die Scheibenrolle in gleicher Achse eingestellt.

Dann Werk zusammenbauen. Nur das Zwischenrad und der Federkern dürfen leicht geölt werden.
hier benutze ich Dr. Tillwitch # 3-5. Die Bestandteile des Hemmungswerk und Räderwerks
werden Trocken zusammengebaut - KEIN ÖL, gar NICHTS einfach nicht ölen !!

DIGI0829.JPG

DIGI0842.JPG

DIGI0861.JPG

Hier sieht man auch das feine Gesperr - angetrieben durch die an der Rückseite
befindliche Feder die bei Temperaturänderung durch den Hub der Inneren Membran
gedrückt bzw freigegeben wird. Hier genügt ein Temperaturunterschied von 2°C
im Wohnraum um hier den Regelmäßigen Aufzug zu gewährleisten -Hat man ja
immer Tag/Nacht oder Lüften -
 

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#3
mini

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Ich habe zwar mit Grossuhren wenig zu tun, aber wenn es irgendwann mal eine wird, dann die Atmos.

Ganz herzlichen Dank für Deinen (aus meiner Sicht) Über-den-Tellerrand-Thread.
Ich kann mir vorstellen, dass man als Uhrmacher im Berufsleben nur eine Handvoll dieser Uhren auf den Tisch bekommt; woher nimmst Du die Detailkenntnis, die Du hier eindrucksvoll zeigst?


Gruss
Mathias
 
#4
alte Uhr

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DIGI0850.JPG

Vor dem Anbau des Motors wird die Triebfeder durch mehrmaliges Drücken und
Loslassen der hinten befindlichen Feder 5 Windungen aufgezogen. Dafür
auch die rote Markierung von Jaeger auf dem Sperrad. Jetzt befindet sich die Triebfeder
ungefähr im "Mittleren Aufzug" - jetzt sind die Kräfte der Spiralfeder und Triebfeder
im Gleichgewicht, sodass sie beim Ablauf der Triebfeder und Freigabe durch die Membran
wieder 1-oder 2 Rasten des Sperrads über die kleine Kette aufziehen kann.
Desshalb habe ich hier auch die Triebfeder nicht erneuert.
(zieht man wie gewohnt die Feder ganz auf,so verwandelt sich die Unruhe in einen
Brummkreisel beschreibt fast 360° Drehung und droht die empfindliche Ankergabel zu zerstören) Im Mittleren Aufzug ist die Kraftübertragung genauso dass die Unruhe ca. 250° Dehwinkel beschreibt.
Die Unruhe benötigt 2 Halbschingungen pro Minute also schön l a n g s a m.

So Unruhe durch Lösen des Unruhstops antreiben und warten.....

Nach 3-4 Stunden ist hier ein Nachgang von ca. 2 min zu erkennen....


Kommen wir zur Regulage:

DIGI0864.JPG

An der Unterseite der Unruhe sind die Gewichte angeschraubt.
Bei Abweichungen von mehr als einer sek pro 15 min müssen die Gewichte verändert
werden. Also zuerst die kleinen Gewichte entnehmen.( im Bild oben rechts unten)
Kontrolle nach ca. 24 Stunden ? Da mein leben auch zeitlich begrenzt ist muss ich
mich hier auf das Feeling verlassen - 3 Stunden müssen genügen.......
Jetzt Vorgang 2 min. Also zu leicht. Als Ersatz verwende ich 2 Messingbeilagescheiben 6mm
Durchmesser......Kontrolle nach 4 Stunden - Super war ein Glücksgriff fast sekundengenau

zum Vergleich habe ich eine billige Quarzuhr nebendran liegen kontrolle jede volle Stunde-

Die Feinregulage wird am Rücker durchgeführt. Hier ein Teilstrich +-10sek/Tag

DIGI0858.JPG

Dann Gehäuse wieder zusammenbauen und 1 Woche Laufenlassen zwischendurch
noch klein bissl reguliert. Geht sekundengenau :super:

DIGI0865.JPG

In der Innenseite der "Blech"-Zeiger befinden sich Gegengewichte mit Bohrungen-
diese sind 100% ausgewogen um in diesem Kraftempfindlichen Werk keinen ungleich-
mäßigen Lauf zu verursachen. (wollte ich hier noch anbringen)

DIGI0871.JPG

Viele Grüße
Helmuth
 
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#5
hass67

hass67

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Ganz großes Kino. Die Atmos ist für mich die größte technische Leistung im Uhrenbau. Ich finde den ganzen Mechanismus einfach grandios. Näher kann man einem Perpetuum-Mobile nicht kommen.

Hast Du das schon öfter gemacht ? Eine Atmos zu revisionieren ist ja sicherlich nichts alltägliches und ja auch mit einigen Besonderheiten versehen, wie Du schön beschrieben hast. Musstest Du Dich da auch schlau machen oder war Dir das alles bekannt ?
 
#6
alte Uhr

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Hallo Hass67,
ich muss zugeben ich hatte eine Rep.-Anleitung zur Hilfe.
Aber dort war nur der Hinweis mit dem Ölen hilfreich.
Doch vieles ergibt sich wenn man sich bei der Arbeit
in diese besondere Mechanik hineindenkt.
Oder Erfahrungen von vergangenen Jahresuhren.
Hat Spaß gemacht.

VG
Helmuth
 
#7
blaubär

blaubär

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Schöner Revisionsbericht, danke dafür.

Das entspricht auch Ihrer Frequenz 120hz/H
schön l a n g s a m.
Darf ich dich da korrigieren? Das hz gehört da nicht hin, was du meinst sind Halbschwingungen. hz (Hertz) ist definiert als 1/s, eine Atmos mit 120 Halbschwingungen/h schwingt also mit einer Frequenz von 0,01666 (usw) Hz.

(zieht man wie gewohnt die Feder ganz auf,so verwandelt sich die Unruhe in einen Brummkreisel beschreibt fast 360° Drehung und droht die empfindliche Ankergabel zu zerstören) Im Mittleren Aufzug ist die Kraftübertragung genauso dass die Unruhe ca. 180° Dehwinkel beschreibt.
Das verwirrt mich jetzt etwas. Sollte die Amplitude nicht (weitestgehend) unabhängig von der Federspannung sein? Mit Drehwinkel meinst du die Amplitude? Dann sind 180° viel zu wenig, die Amplitude einer frisch gewarteten Atmos sollte nach JLC zwischen 260 und 300° betragen.
 
#8
alte Uhr

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Hallo Blaubär,
vielen Dank für die technischen Infos`
Du hast natürlich völlig Recht das Habe ich falsch gesehen,
beschrieben. werde das gleich im Bericht ändern.
Die Unruhe dreht sich natürlich über die Libelle hinaus
aber ich würde schätzen ca. 240-250° . Passender
ist die Beschreibung sie macht pro Minute 2 Halbschwingungen.
Ist meine erste Atmos.:-D

Viele Grüße
Helmuth
 
#9
blaubär

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ich würde schätzen ca. 240-250° .
Die mußt du nicht schätzen, die kannst du "abzählen". Die Unruhe hat ja diese senkrechten Ausfräsungen, immer drei nebeneinander. Insgesamt gibt es davon 12 Stück, macht 30° von einer Dreiergruppe zur nächsten. Jetzt zählt man einfach mit, wieviele davon einen festen Punkt (z.B. die Libelle) zwischen den beiden Todpunkten passieren. Das Ergebnis nimmt du mal 30 und teilst es durch 2, das ist deine Amplitude. :idea:
 
#10
alte Uhr

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Danke Blaubär,
aber dazu habe ich keine Gelegenheit mehr,
denn die Uhr ist wieder zu Hause bei meinem
Kunden. Diesen habe ich letzte Woche getroffen
und er erzählte mir ,daß er mit der Stoppuhr neben
seiner Atmos saß um die Uhr zu prüfen. Er wahr
wohl überaus zufrieden. Und sagte sie wäre
sekundengenau. Na vielleicht repariere ich ja
wieder mal eine.

Viele Grüße
Helmuth
 
#12
alte Uhr

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Hallo Philippp,
vielen Dank war auch das erste mal "Atmos"
Die Pendule beim Kolegen aus Watchtime scheint ja noch älter zu sein.
Auch ein schönes Stück.

Viele Grüße
Helmuth
 
#13
Labrador

Labrador

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Hallo Helmuth,

da gehst du ja gleich in die Vollen - erst einfache Großuhrwerke und dann die Königin der Tischuhren. Klasse Bericht mit vielen wissenswerten Details - hab vielen Dank dafür!

Qualitativ liegen Welten zwischen den üblichen Jahresuhren und der Atmos. Ich finde es toll, dass du dich an so eine Uhr herantraust und es freut mich sehr, dass du dir passende Unterlagen besorgt hast, um Fehler zu vermeiden. Diese Uhren sind recht speziell. Aus meiner Ausbildungszeit kenne ich diese Uhren auch noch - ich hätte mir aber auch erst einmal Werkstattunterlagen besorgen müssen um mein Wissen aufzufrischen. Hast du die Anleitung aus dem Netz laden können?

Nochmals vielen Dank und höchste Anerkennung!

Viele Grüße

Jörn
 
#14
RiGa

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Hallo, Helmuth!

Auch ich möchte mich für diesen beeindruckenden Bericht bedanken!

So wie Jörn schon angeführt hat: Die Atmos stellt auch für mich die absolute Königsklasse dar.
Schon alleine der Umstand, daß hier der Mensch selbst für Gangabweichungen verantwortlich zeichnet, indem er sich der Uhr nähert und/oder wieder entfernt, daß hier ein Prinzip umgesetzt wurde, das fast schon an unglaubliche Magie denken läßt - das alles und viel mehr macht den Zauber der Atmos aus.
Ich denke auch, daß dieses Verzaubern keine andere Uhr der Welt so beeindruckend umzusetzen imstande ist.

Die Ausgangsdaten stimmten ja wahrlich nicht optimistisch ...
Allerdings wies diese Präzisionspendule einen Nachgang von ca. 20 Minuten innerhalb 3-4 Stunden auf und die Zeiger bewegten sich nur ganz träge ...
Jedoch die unschlagbare Meriten des Uhrenmeisters angewandt ...

... zwischendurch noch klein bissl reguliert.
Geht sekundengenau :super:
Diesen :super: hast Du vollkommen zu recht gesetzt - ich möchte an dieser Stelle noch damit ergänzen: :klatsch:

Beeindruckten Gruß,
Richard
 
#15
alte Uhr

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Vielen Dank an ALLE :-D

Gerne Wieder

(kaum anzunehmen,daß ich in diesem Leben nochmal eine Atmos auf den Tisch kriege)
 
#16
Knorek

Knorek

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Mann, spannend!
Vielen Dank für die Dokumentation.

Beste Grüße,
Christian
 
#17
mahlekolben

mahlekolben

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Hallo Helmuth!

Ein spannender Bericht mit schönen Detailfotos - Vielen Dank fürs Mitnehmen durch die Atmos!

Einige Anmerkungen hast Du freundlicherweise ja schon beantwortet. Vielleicht magst Du ja auch meine Neugierde befriedigen:

Um den exakt gleichmaßigen Ausschlag der Unruhe beim Lauf der Uhr kontrollieren zu können drehe ich die Regulierhülse durch lösen der Klemmschraube in der Regulierzange etwas (im obigen Bild von oben zu sehen) damit eine Schraube der Regulagegewichte genau auf der Libelle steht.(das soll man zwar nicht aber...)
WARUM soll man das nicht tun?

Was ändert das (außer der Optik)? Ist das Gewicht nicht ausgewuchtet? Hätte ein anderer Anhaltspunkt genau so funktionieren können? Ist die "Pendelstange" etwa krumm (vielleicht sogar immer und grundsätzlich - nur gaaanz minimal...)?

Bin gespannt...
 
#18
el_relojero

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Eine Wahnsinns Uhr! Das Funktionsprinzip, dessen Umsetzung durch JLC und der tolle Revisionsbericht. Vielen Dank, alte Uhr!

Wie auch in dieser Atmos Vorstellung von heute: https://uhrforum.de/jlc-atmos-classique-transparente-phases-de-lune-t88694#post1145784
drängt sich mir folgende Frage auf:

Die Atmos ist faszinierend, weil sie ihre Energie aus der Umgebung bezieht und damit extrem sparsam umgeht. Sie kommt einem Perpetuum mobile verdächtig nahe.

Ebenso bemerkenswert scheint mir aber, dass eine Quarzuhr mit Solarzelle genau diese Eigenschaften in ebenbürtiger Perfektion aufweist:
Die Solar-Quarz ist faszinierend, weil sie ihre Energie aus der Umgebung bezieht und damit extrem sparsam umgeht. Sie kommt einem Perpetuum mobile verdächtig nahe.

Der Unterschied: Bei der Atmos handelt es sich um eine mechanische Konstruktion, bei der Solar-Quarz um eine elektronische.
(Natürlich gibt es noch andere Unterschiede, z.B. kann man sich die Solar-Quarz an's Handgelenk schnallen. Aber der wesentliche Unterschied scheint mir doch: Mechanik versus Elektronik!)

Die Frage lautet: Warum fasziniert eine Atmos ungleich mehr als eine Solar-Quarzuhr?

Meine Vermutung: 1928, zu Zeiten von Jean-León Reutter, wäre es wahrscheinlich anders gewesen?
 
#19
alte Uhr

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Hallo Mahlekloben,
normalerweise soll die Regulierhülse spannungsfrei
mit der Klemmschraube der Regulierzange festgeklemmt werden.
Die Regulierhülse hat am unteren Ende eine Rechteckige Öffnung
durch die die Pendelfeder verläuft. Oben auf der Rückerhülse ist
diese mit einem Stiftchen festgesteckt.

DIGI0852.JPG

DIGI0858.JPG

Leider ist das Bild nicht gerade von Guter Quallität. Deßhalb kann
man die Pendelfeder, die auf dem Bild neben dem Stiftchen ca. 1,5cm
herauschaut, nicht erkennen. Unten habe ich die Klemmschraube gelöst
und mit einer Kornzange die Regulierhülse um ca. 8-10° verdrehen müssen.
hierdurch verspannt sich die Pendelfeder im Bereich zwischen der Hülse
und Rückerhülse (oben). Aber etwas Torsion muss so eine Pendelfeder
wohl abkönnen. Schließlich ist es ihre Hauptaufgabe.
Ich hoffe ich konnte das einigermaßen gut vermitteln.

Viele Grüße
Helmuth
 
Thema:

Revisionsbericht, Atmos, Jaeger-Le-Coultre, Kaliber# 526, Werk# 366130

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