Revision Revision, TISSOT T12, Ref. 44594, Kaliber 784-2

Diskutiere Revision, TISSOT T12, Ref. 44594, Kaliber 784-2 im Anleitungen & Revisionen Forum im Bereich Anleitungen & Revisionen; Liebe Uhrenliebaber und Uhrenliebhaberinnen, gerade habe ich wieder eine selten gewordene TISSOT T12 auf den Tisch bekommen. Im Inneren...
#1
alte Uhr

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Liebe Uhrenliebaber und Uhrenliebhaberinnen,

gerade habe ich wieder eine selten gewordene TISSOT T12
auf den Tisch bekommen. Im Inneren werkelt ein "altes" 784-2
mit 18000 Schwingungen pro Stunde und es zeigt einen deutlichen
Nachgang von 8-12sec/day je nach Lage der Uhr.

Hier ist sie :super:

7.jpg

Sie besitzt eine innenliegende drehbare Lünette und einen schönen blauen
Sekundenzeiger. Die blaue Farbe findet sich außen in Form eines Ringes auf
dem Ziffernblatt wieder und macht so das Design perfekt.

Ein schöer alter Diver finde ich......

Die Gute hat normale Gebrauchspuren wie leichte Kratzer im Glas
mit zwei kleinen Einschlägen, leichte Kollisionspuren am Gehäuse,
und beim Ziehen und drücken der Krone schiebt sich das Werk
hin und her.


Na, jetzt erst mal hereinschauen

8.jpg

Der schöne Gehäuseboden mit dem Schiffchen

9.jpg


Nun ist das Werk ausgeschalt. Aber der Dichtring ist bretthart.....

11.jpg

Der Werkring ist an mehreren Stellen gebrochen. Das lässt vielleich auf
mehrere harte Schläge durch Sturz schließen, oder verkanntet bei Montage...

Na, ja so ein Uhrenleben ist lange und manchmal auch hart......

10.jpg

Hier ist die schöne Krone mit dem "T" zu sehen, beide Kronen sind noch
gut erhalten.

Im Rahmen dieser Revision werde ich einen neuen Werkring anfertigen, oder
einen vorhandenen umarbeiten und zum Abschluß die Wasserdichtigkeit
wieder herstellen.

Hierbei müssen auf jeden Fall die vorhandenen Kronen erhalten bleiben.


12.jpg

Zuerst wird der Rotor der Automatik entfernt. Hierfür muss nur der kleine
Riegel entnommen werden

13.jpg


Hier ist der demontierte Rotor mit den Wechselrädern zu sehen


14.jpg

Hier die Automatikeinheit schon abgenommen


15.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hier ist der automatische Aufzug zu sehen "Unterseite"

16.jpg

dort die Ansicht von "Oben"


17.jpg

Jetzt werden die Zeiger entfernt. Hierfür habe ich mir ein Plättchen aus
Kunststoff selbst angefertigt. Natürlich bieten alle Firmen die Uhrmacherwerkzeug
vertreiben diese auch an............ aber mit wenigen Handgriffen und einer Schere
kann jeder einen solchen Zifferblattschutz selbst "bauen".
In fast jedem Haushalt sind Verpackungsmaterialien zu finden die hierfür bestens
geeignet sind. Zum beispiel Verpackung von Tomaten aus den Supermarkt
- kostet nichts, und Ersatz ist auch immer da :D
Dieses Top- Werkzeug verwende ich schon lange auch für die alleredelsten
Arbeiten. Hiermit kann man spurlos direkt auf den ZB arbeiten.


18.jpg

Schutz drüber und dann ganz zart mit zwei Schraubendrehern.......

und wenn man mit der Steinlupe im Auge ganz nah zuschaut können
die Zeiger auch nicht weit fliegen.........

19.jpg

ja so wie der Stundenzeiger aussieht gab es hier wohl doch mal
Feuchtigkeit

20.jpg

Nachdem das ZB abgenommen worden ist, geht es an die Zerlegung der
Datumskomplikation

21.jpg


Hierfür wird zu allererst der Distanzring entfernt. Diese Arbeit wird
mit einem Scharfen Messer durchgefürt. Aber ganz vorsichtig "abhebeln"
damit sich der Ring nicht verformt. Er muss bei Wiedermontage immer
noch schön stramm passen.

22.jpg


Danach wird die Abdeckung der Datumsraste samt Feder abgenommen

23.jpg


Hier die Abdeckung samt Feder - aber immer vorsichtig abnehmen und
umdehen diese kleine Feder ist extrerm flugtauglich....

24.jpg


Hier die Datumsraste. In die dreieckige Aussparung auf dem Bild in Richtung
oben wir die Feder eingefädelt

25.jpg

Morgen geht's weiter
Bis dahin....

Regulierte Grüße
Helmuth
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
I

Ilja

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...ach du liebe alte Uhr! das ist ja cool...aber immerhin ist diese schöne T 12 nicht so runtergerockt, wie die von dir wieder auf vordermann gebrachte Rolex....;-)...wahnsinn, ihr filigrankünstler (ich meine alle Uhrmacher)! bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was noch für überraschungen kommen werden...lg, ilja
 
#3
Badener

Badener

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Hallo Helmuth,

vielen Dank für diese interessanten Einblicke in ein schönes Kaliber. Ich mag die Tissot 78x-Werke sehr gerne. U. a., weil dort alles auf Anhieb passt und sie sich meist sehr leicht regulieren lassen.
Wohin hat sich denn die zweite Schraube des Kronrades verkrümelt (siehe Bild oben)?

Gruß
Badener
 
#4
falko

falko

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Danke für die Einblicke!
@Badener: die zweite Schraube des Kronrades befestigt gleichzeitig die Automatikbrücke. Sie ist lang und dünn. Neulich ist mir eine solche abgerissen. Da hab ich ganz schön geflucht, aber schliesslich eine bessere, weil vom Kopf her stabilere Schraube gefunden.:-D
 
#5
Badener

Badener

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Ah, wieder etwas gelernt, danke! Hatte bisher nur die Handaufzugsvariante auf dem Tisch. Effizient, aber dennoch eine etwas merkwürdige Konstruktion...

Gruß
Badener
 
#6
Baumwolle

Baumwolle

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Ein toller Beitrag! Vielen Dank dafür! Ich bin zwar noch absoluter Neuling auf dem Gebiet aber deine Beiträge zu lesen gibt mir Motivation!

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! :-)

Grüße,

Toni
 
#7
alte Uhr

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@ilja:Ja, die T12 ist schon eine tolle Uhr. Zum Glück sind ihr
größere Gehäusebeschädigungen erspart geblieben :-D
Viele Grüße
Helmuth

@Badener: Falko hat natürlich Recht. Die fehlende Schraube ist für die
Befestigung des AT-Aufbaus zuständig. Eigentlich ist dieses
Kaliber vom Grundbau ein Handaufzugswerk. Zur Aufnahme der
Automatik sind nur Änderunegn an der Brücke für das Räderwerk
notwendig - Baukastenprinzip - so erspart man sich Entwicklungs-
und Fertigungskosten. Dies wird auch Heute in der Automobil-
industrie angewand.

Hier ein Bild des Werks : An der Brücke sind die Bohrungen und Gewinde,
und zwei zusätzliche Lochsteine zu sehen um die Räder aufzunehmen

29.jpg

Hier habe ich nochmal die AT-Einheit etwas verdreht aufgelegt.
so kannst Du die Bohrungen vergleichen

30.jpg


@Falko: zum Glück sind mir abgebrochene Schrauben weitgehend erspart geblieben
Danke für Deine Erklärungen 8-)

@Toni: Mach' ich doch gerne - Morgen geht's weiter :-D

Regulierte Grüße
Helmuth
 
#8
alte Uhr

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So, nun geht's weiter....

jetzt möchte ich das schrittweise zerlegen dieses
schönen Vintage-Kalibers zeigen

Zunächt die Datumsferder herausnehmen
mit Hilfe eines Zahnstochers lässt sich die Kraft der Feder durch Halten
an ihrer Rundung fast völlig abfangen - so kann man mit der zweiten
Hand und einer Kornzange sie völlig gefahrlos herausheben...

40.jpg


41.jpg


42.jpg

jetzt Datumsrad und Datumsstern
hier die Markierung für Linksgewinde beachten - drei "Rillen"


45.jpg

leider Bildreihenfolge verbummelt..........aber nicht so schlimm...

44.jpg

nun wird die Winkelhebelfeder entnommen


46.jpg

hier ist die Wippe mit der Wippenfeder zu sehen
auch diese wird mit hilfe eines Zahnstochers abgefangen ( an der Rundung)

47.jpg

hier sind schon mal alle Teile des Stell - und Aufzutreibs zu sehen

48.jpg

Hier das verbummelte Bild von der Verschraubung des Datumsrades

43.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

nun geht es an die Räderwerkseite

49.jpg

Sperrad entnehmen
hier ist die Sperrfeder zu sehen - hier auch wieder mit zahnstocher.....;-)

50.jpg

und Federhausbrücke entnehmen

51.jpg

danach wird die Unruhe mit Kloben entfernt

52.JPG

jetzt die Ankerbrücke

53.JPG

hier Ankerbrücke und Anker entnommen

54.JPG

Räderwerkbrücke abgebaut

55.JPG


56.JPG

Minutenradkloben entfernt

57.JPG
 

Anhänge

#9
alte Uhr

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Nachdem das Minutenrohr abgezogen ist lässt sich das Minutenrad
entnehmen - das Minutenrohr kann man Vorsichtig mit einer gebogenen
Kornzange "abzeihen" - das Zeige ich dann noch beim Zusammenbau

59.JPG

Die Welle des Minutenrads hat in der Mitte einen kleinen Einstich.
Hier greift die Kerbe des Minutenrohrs ein - so wird die Zeigerreibung
erzeugt. Da die Kerbe beim Abziehen immer ein bissl' abflacht, sollte
man vor dem erneuten Verbau das Minutenrohr immer etwas nachkerben.
Denn sonst besteht die Gefahr, daß die Zeigerreibung zu gering ist -
und eine zu geringe Reibung bedeutet: Werk nochmals zerlegen,
Minutenrohr abziehen, aufdrücken...........:-(

60.JPG

Hier das Minutenrohr. Zwischen den beiden Pollierten "Ringen" befindet
sich die besagte Kerbe.

61.JPG

Hier die Teile des Räderwerks.

62.JPG

Hier ist der Lagerstein des Minutenrads zu sehen - viele Kaliber verfügen
an dieser Stelle nur über eine "Bohrung"
Dieser synthetisch erzeugte Rubin unterstreicht die Quallität eines Werks.

63.JPG

Hier habe ich schon die Lyra der Stoßsicherung geöffnet.

64.JPG

Hier das Unruhlager mit Deckstein


65.JPG

Federhaus

66.JPG

Durch leichten Druck auf die Federwelle lässt sich der Federhausdeckel abdrücken


67.JPG

Dann wird erst der Federkern aus dem Ferderherz entnommen
und anschließend kann man die Feder aus dem Haus auswurschteln.....

68.JPG


Soweit so gut........ ich geh' jetzt Teile holen.....


Bis dahin

Regulierte Grüße
Helmuth
 
#10
Philipp

Philipp

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... und anschließend kann man die Feder aus dem Haus auswurschteln.....
...
Regulierte Grüße
Helmuth
Moin Helmuth,

schön ausgedrückt ;-) kenne ich.
Anders als beim Einwinden habe ich beim Herausnehmen der Feder ab einem bestimmen Zeitpunkt oft nicht mehr die Kontrolle über das "Geschehen" :lol:
Gibt es da einen Trick...

Sonst Danke ich wie immer für den guten Bericht :super: - dieses Werk hatte ich noch nicht auf dem Tisch.
 
#11
Baumwolle

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Danke für die Fortsetzung Helmuth!

Du schreibst, dass du die Zeiger mit zwei Schraubendrehern "abziehst". Verwendest du generell kein Zeigerabheberwerkzeug bzw. geht es mit den Schraubendrehern einfacher?

Ich freue mich auf die Fortsetzung! :-)

Viele Grüße,

Toni
 
#12
alte Uhr

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Servus Philipp,

da gibt es bestimmt einen Trick, aber viellecht beherrschen den nur ganz ganz wenige.
:-D
Bei mir ist es genauso: Zuerst bin ich ganz vorsichtig bis auf ein mal.....sprringg
dann sieht das am Ende so etwa aus:


feder.jpg


Viele Grüße
Helmuth


Hallo Toni,

das mit den Zeigern hab' ich noch nie anders gemacht :D

Geht gleich weiter

Viele Grüße
Helmuth

--- Nachträglich hinzugefügt ---

So, während dem ich Teile holen bin, :-D

möchte ich mal die Zeiger auf Vordermann bringen

Hier sind einige wichtige Werkzeuge zu sehen

DSCF2029.jpg

Die Zeiger

DSCF2030.jpg

Hier ist die alte Leuchtmasse entfernt. Danach werden die Beiden mit
Spiritus gereinigt.

DSCF2031.jpg

Da die Oberfläche der Zeiger etwas angegriffen aussieht, lege ich sie auf
ein Nietbänkchen und polliere die Beiden mit Unipol etwas auf.

DSCF2032.jpg

Dannach nochmalige Reinigung. Die guten Stücke müssen völlig Fettfrei sein.

DSCF2033.jpg

Als Halter benutze ich zwei Zahnstocher.

DSCF2035.jpg

Dann wird eine Mischung aus Bastellack und Flureszierenden Pulver angemischt.
Verhältniss ca. 1:1 ( hier existiert auch ein sehr schöner Zeigerbelegungs -Threat im
UFo )
Mit Hilfe eines weiteren Zahnstochers wird ein Tropfen von der Unterseite der Zeiger
über die Öffnung gezogen. So wird das Zeigerfenster mit leuchtmasse ausgefüllt.
Hier gut zu sehen

DSCF2036.jpg


Regulierte Grüße
Helmuth
 
#13
Philipp

Philipp

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Hallo Helmuth !
:-D ...bin gespannt, ob jemand einen Tipp/Trick preisgibt.

Ja, genau so sieht es im schlimmsten Fall aus. :shock:
Wenn eh eine neue Feder reinkommt - kein Problem...

Servus Philipp,

da gibt es bestimmt einen Trick, aber vielleicht beherrschen den nur ganz ganz wenige.
:-D
Bei mir ist es genauso: Zuerst bin ich ganz vorsichtig bis auf ein mal.....sprringg
dann sieht das am Ende so etwa aus:

Anhang anzeigen 607958

Viele Grüße
Helmuth
 
#14
alte Uhr

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@Philipp:
Wenn die Feder i.O. ist und vorsichtig wieder enwurschtelt wird ist sie
doch noch verwendbar. 8-)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

So weiter geht's

Da nirgends ein Werkring für ein 11 1/2 Linien - Werk lieferbar ist,
habe ich mir aus unserem besten Baustoffhandel eine Muffe aus dem
Sanitärbereich besorgt - natürlich aus Kunststoff, lässt sich leicht
bearbeiten und hält ewig

70.jpg

zuerst beide Enden plandrehen

71.jpg

Innen auf Maß drehen

72.jpg

eine kleine Nut zur Aufnahme der Grundplatine

73.jpg

passt richtig "satt"

74.jpg


75.jpg

dann den Außendurchmesser verringern auf Innenmaß des Gehäuses
- hier ist auch schon die Bohrung zur Durchführung der Aufzugswelle zu sehen -

76.jpg

nochmalige Prüfung......

77.jpg

gereinigt und entgratet sieht er doch schon brauchbar aus

78.jpg

nachdem die grundplatine wieder gereinigt ist geht es wieder
an das Uhrwerk - Reinigen, Komplettieren.....usw.

Bis dahin

Regulierte Grüße
Helmuth
 
#15
hiltibrant

hiltibrant

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Boah ey - sagt man im "Pott", wenn man sein ungläubiges Staunen, aber auch seine gefühlte Hochachtung ausdrücken will. Ich fass es nicht - und das alles um DIE Uhrzeit.

Chapeau für diese Handwerkskunst - und Glückwunsch zu solchen Werkzeugmaschinen :klatsch:
 
#16
I

Ilja

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...krass, absolut super, sich selbst den ring zu drehen...perfekt...wann baust du deine erste uhr?! lg ilja
 
#17
N

Newsman

Guest
.. und dann hat sich Helmuth eben mal aus einem Baumarktrohr einen passgenauen und offensichtlich sehr stabilen Werkhaltering geschmiedet :shock: In der Zeit haben andere noch nicht mal ihre Suchmeldung fürs Forum geschrieben :D

Absolut super, der Faden ... weiter so :super:
 
#19
alte Uhr

alte Uhr

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Jetzt kann es weiter gehen


vorsichtshalber habe ich zwei Nuten für die Briden in den Ring gefeilt

80.jpg


81.jpg

Platine und Räderwerkbrücke werden gereinigt

82.jpg

nun folgt der Einbau des Minutenrades

83.jpg

Es empfiiehlt sich immer das Minutenrohr etwas nachzukerben, denn
bei Aus-U. Einbau wird die Kerbung stark belastet und anschließend
kann die Zeigerreibung zu gering sein.

Diese Arbeit lääst sich leicht mit einem ausgenudelten Seitenschneider ausführen.
Dabei geht man mit seinen Schneiden in die vorhandene Kerbe und drückt
etwas nach - aber mit ganz viel Gefühl.....


84.jpg

Das Minutenrad ist hier schon in der Platine.....

85.jpg

Danach wie immer erst den Lagerstein des MR leicht ölen
und anschließend wird das Minutenrohr auf der Triebnietmaschine
aufgedrückt

86.jpg

Das Minutenrohr rastet mit einem leichten "Klack" ein, dann sollte allerdings
immer noch ein geringes Spiel des Rades in der Platine erhalten bleiben....

87.jpg

Wie versprochen wollte ich nochmal die Demontage des Minutenrohrs
zeigen. Hier einfach mit einer gebogenen Kornzange in die Nut einhaken
und vorsichtig abhebeln.
Diese Arbeit kann aber auch mit einem Zeigerabheber ausgeführt werden.

88.jpg

Hier die Montage des Kloben für Minutenrad - hier den Lagerstein vor der
Montage ölen da er Tassenförmig ausgeführt ist (Axialspiel der Welle)

89.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Jetzt wird das Räderwerk komplettiert. Hier ist die Welle des Sekundenrades zu sehen
an ihrem oberen Ende befindet sich das "Lager" in der Minutenradwelle.

Vor dem Einbau immer ganz leicht ölen

90.jpg

Kleinbodenrad, Sekundenrad und Ankerrad schon an ihrem Einsatzort...

91.jpg

Räderwerkbrücke schon montiert

92.jpg

Im nächten Schritt wird die neue Triebfeder "implantiert"

93.jpg
 
#20
alte Uhr

alte Uhr

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Neue Triebfeder schon im Federhaus

200.jpg

Hier ist das Federhaus wieder am Einsatzort

201.jpg

Hier sind die Einzelteile des Gesperrs zu sehen.
Sperrkegel und Sperrfeder Die Schraube ist mit einem Bund versehen,
sie dient gleichzeitig der Befestigung der Federhausbrücke.

202.jpg

Nachdem der Sperrkegel montiert ist wird die Sperrfeder eingebaut.
Damit das flugfreudige Teil unter Kontrolle gehalten wird "dämpfe ich ihre
Kraft etwas mit einem uns allen bekanntem Haushaltsgerät.
So kann man sie gefahrlos Vorspannen und in den Sperrkegel einhaken.

Natürlich bekommt der Kegel auch vor der Montage etwas Öl.

203.jpg



204.jpg

Dann werden Kronrad und Sperrad montiert. Zuvor aber brauchen die Auf-
lageflächen des Kronrades etwas Öl.

Das zum Sperrad weisende Gewinde muss aber frei bleiben - hier greift später
eine Schraube zur Befestigung des Automatikaufbaus ein. ;-)


205.jpg

Hier sind die gereinigten Teile des Aufzug- und Stelltiebes zu sehen.

206.jpg


207.jpg

Gleich beim Zusammenbau müssen die Teile an ihren Gleitflächen etwas geölt
werden - sie danken es mit smarter Funktion und lange Lebensdauer

208.jpg


Die gefährliche Wippenfeder ist schon gespannt



209.jpg

So, Morgen geht es weiter.

Bis dahin

Regulierte Grüße
Helmuth

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Jetzt kann's wieder weitergehen :-)

Nun wird das Ganze mit der Winkelhebelfeder abgedeckt


210.jpg

Hier ist ein schmaler Ring zu sehen. Dieser dient der Verringerung der
Reibung des Wechselrades. Dort wird vor dem Eisetzen des Rades etwas Öl
aufgetragen - nur auf den Ring - also nicht einfach eine Tropfen drauffallen lassen....

Diese "Ringe" befinden sich auch unter dem Datumsstern und dem Datumsrad

211.jpg

Jetzt wird das obere Unruhlager zur Montage vorbereitet. Erst waschen, dann wird
der Deckstein über ein Stück Seidenpapier gezogen um alle Verunreinigungen
völlig zu entfernen. Danach bekommt der Deckstein etwas Öl vorzugsweise
in der Mitte ca 1/3 Überdeckung.
Anschließend kann er mit dem Unruhlager aufgenommen werden.
(das Öl führt dazu das er einfach am Lagerstein "Festklebt")

So kann er gefahrlos in die Stoßsicherung eingesetzt werden.

212.jpg


213.jpg


214.jpg

Danach wird die Lyra der Stoßsicherung geschlossen

215.jpg

die Datumsklinke ist hier schon platziert

216.jpg

nun wird die Datumsfeder eingesetzt

217.jpg

die Datumsplatte wird mit der eingesetzten Datumsfeder etwas gegen den Uhrzeigersinn
verdreht aufgesetzt. Dabei sollte der Führungsbolzen in die zugehörige Bohrung
eingeführt sein. Anschließend kann die Abdeckung in ihre Possition gedreht werden.
Dabei ist darauf zu achten, daß die Datumsfeder in die vorgesehene Aussparung im Datumshebel einhakt.

218.jpg

während diese Pozedur muss die Abdeckung nätürlich mit einem Finger leicht
aufgedrückt werden.
Ist die Abdeckung in ihrer Possition angekommen muss gleich die Schraube eingesetzt
und festgezogen werden, damit ein Herausrutschen der Feder verhindert werden
kann.8-)

Dann kann auch die Abdeckung für das Stellwerk aufgeschraubt werden

219.jpg
 
Thema:

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