Revision, nach welcher Zeit macht es Sinn??

Diskutiere Revision, nach welcher Zeit macht es Sinn?? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo liebe Gemeinde, ich habe eine kurze Frage bezüglich eines Revisionsintervall. Ich habe ein Montblanc Sportchronograph aus dem Jahr 2011 und...

hudl

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Hallo liebe Gemeinde, ich habe eine kurze Frage bezüglich eines Revisionsintervall. Ich habe ein Montblanc Sportchronograph aus dem Jahr 2011 und eine Tag Heuer Aquaracer Calbre 5 aus dem Jahr 2014. Ich wollte beide Uhren jetzt zur Revision abgeben. Macht das schon Sinn oder wie seht ihr die Notwendigkeit? Wollte beide zum jeweiligen Hersteller geben. Danke für eure Antworten.
 

Pronto

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Eine Revision macht dann Sinn, wenn Gangabweichungen auftreten. Einfach mal so, nur weil jemand meint nach x Jahren macht man das halt, ist nicht wirklich sinnvoll.
 

neset530d

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Na, wenn die MB noch immer nach 7 Jahren keine Gangreserve schaft, solltes Du mal den Uhrmacher fragen:lol:
 

Gemeinagent

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Sind die Gangwerte okay? Wurden sie viel getragen?

Ich würde die Uhren beim Uhrmacher auf die Zeitwaage legen lassen und anhand der Messung entscheiden, ob sie zum Service müssen.

7 Jahre - kann man bei einem Chrono sicher mal machen.

4 Jahre? Für ein ETA 2824-2 oder Sellita SW200 (kann AFAiK beides hinter dem Calibre 5 stecken) Dreizeiger? Das fände ich schon schwach von den Schweizern. Wenn es die Zeit nicht mehr hält, dann ab zum Service, aber wenn sie noch einwandfrei läuft, würde ich das lassen...
 

Spitfire73

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Die Wann-es-Sinn-macht-Frage kann man pauschal nicht beantworten. Wurde die Uhr dauernd getragen oder im Wechsel? Zeigen sich Veränderungen im Gangverhalten? Letztlich gibt es zwei Denkschulen: die einen geben die Uhr erst dann zur Revision, wenn Schäden bzw. starker Verschleiß eingetreten sind und sich zeigen. Die anderen schon vorher. Ein "Richtig" oder "Falsch" gibt es da nicht. Die einen sagen, wenn man zu lange wartet kostet es mehr. Die anderen sagen, wenn ich zu früh revidieren lasse, zahle ich öfters und in Summe das Gleiche oder mehr. Eine Durchsicht wegen ggfs. verflüchtigtem Öl empfiehlt sich generell nach etwa 7 Jahren. Manche sagen auch 8 bis 10. Manche schon 5. Ich würde bei intensiver Nutzung früher, bei seltenerer Nutzung später dazu raten.

Gruß
Helmut
 
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Mueller27

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Na erst macht mal mal beim Uhrmacher für 50€ den "Kleinen Service" also Einregulieren, Reinschauen, Wadi-Test.

Dann wird Dir der Uhrmacher schon sagen, ob darüber hinaus eine Werksrevision nötig ist.

Nach deiner Beschreibung eher nicht, vor allem wenn die Uhren nicht täglich getragen wurden.

Carsten
 

Rainer Nienaber

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O W L
Solange die Uhr gut und zuverlässig läuft, ist eine Revi nicht unbedingt erforderlich.
Wenn Ganggenauigkeit und Gangreserve "Schwächen" zeigen, ist Handlungsbedarf.
Nicht zu verwechseln mit einer "Durchsicht" spätesten alle 2 Jahre. Dichtungen kontrollieren und ggf. fetten oder ersetzen. Gehäuse mal sauber machen und die neuralgischen Punkte der Werke nachsehen.
Jaaaa, jedes Werk hat so seine Stellen, die man im Auge behalten sollte.
Es hängt natürlich auch davon ab, wie oft die Uhr getragen wurde und wie stark sie beansprucht wurde.
 

thesplendor

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Mein Uhrmachermeister sagt immer: Solange eine Uhr gut läuft, braucht an ihr nichts gemacht zu werden. Zu gut Neudeutsch: Never touch a running system. Reinigen, ölen und Dichtungen erneuern oder fetten mal außer Acht gelassen. Nach seiner Erfahrung laufen manche Werke auch schon mal 15 oder 20 Jahre ohne Service. Das betrifft natürlich eher die einfacheren und robusteren Werke wie alte Seiko- oder Citizenwerke ohne Sekundenstopp und Handaufzug, oder das Taschenuhrwerk 6497-1.
 

Sette

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Ist die Amplitude auf der Zeitwaage ein (aussagekräftiges) Kriterium? Bzw. die Änderung der Amplitude gegenüber der Neuuhr?
 

hermannH

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Hallo

Abgesehen davon das man Sinn nicht "machen" kann, sind Service Intervalle bei mechanischen Uhren so nach 8-10 Jahren sinnvoll. ;-)
Wenn man mehrere Uhren hat und diese auch beständig wechselt, kann man auch schon mal länger Zeit verstreichen lassen.

Man muss sich halt bewusst sein, das ein regelmäßiges Tragen über den Intervall hinaus, die Abnutzungskurve exponentiell steigen lässt.

Gruß hermann
 

Vegas Lover59

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Hudl,
es ist ja eigentlich alles gesagt worden. Denke auch so alle 7-10 Jahre, bei Problemen vorher. Ich persönlich gebe meine Automatik erst immer zur Revi bei masivem Vor- oder Nachlauf. Meine Automatik zuletzt 2001 bei Wempe gehabt. Blieb 1. Weihnachtstag stehen. Am 03.01.2018 zu Wempe. Also 17 Jahre ohne Revision und lief bis zum Schluß super. Naja, bei nun ca. 650 Euro für Revision überlegt man es sich schon.
Fazit: Falsch machen kann man nach meiner Meinung nicht viel.
Gruß aus Bremen.
 

hudl

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Hey, danke für eure Tipps und Antworten. Es hat mir sehr geholfen bei meiner Überlegung. Ganz ehrlich muss ich sagen das meine ältere MB besser läuft als die TH. Die TH bleibt relativ schnell wieder stehen, auch bei längeren Tragen. 24 Std schafft sie meiner Meinung nicht. Vllt da mal nach schauen lassen?! War mir halt überhaupt nicht sicher wie oft man solche Uhren warten lassen sollte.
 

Der Motor

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Hallo hudl, die Gangreserve sollte nach Vollaufzug eher zwischen 35 und 40 Stunden liegen. Allerdings kann es sein, dass Dein Bewegungsprofil nicht für den Vollaufzug reicht. Zieh die Uhr deshalb mal zusätzlich auf und gucke dann, wie lange sie läuft. Wenn´s wirklich nur noch 24 Stunden sind, dann auf jeden Fall ab zum Uhrmacher damit. Meine Etas haben bisher immer zwischen 5 und 8 Jahre gehalten, bis das Gangverhalten spürbar schlechter wurde. So nach etwa 3-4 Jahren war jeweils ein Nachregulieren nötig.

Und ja, Revision beim Hersteller ist teuer.
 

emdi

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Eigentlich oben schon alles gesagt. Kenne persönlich noch einige PTM die mit Kratzern nach all den Jahres Tragen der Uhr nicht leben können und daher auch eine Voll Revision machen lassen. Ich hingegen erfreue mich an dem Alterungsprozess meiner Uhren :D
 

watchhans

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......Und ja, Revision beim Hersteller ist teuer.

Das stimmt. Aber dafür braucht der Hersteller nur mal eben die Schublade aufmachen und hat ein Ersatzteil gleich zur Hand. Außerdem kennt er auch evtl. notorische Schwachstellen sehr gut und ersetzt schon mal das Teil, welches bei einer selbständigen Werkstatt u.U. weiter verwendet wird.
Allerdings macht eine Revi extra beim Hersteller meiner Meinung nach kaum einen Sinn bei landläufigen ETA-Kalibern ohne spezifische Umbauten, wie z.B. bei einigen IWC-Werken.
 

Eяasmus

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Ich lese hier immer wieder von empfohlenen fixen Zeitabständen/ Intervallen, innerhalb derer man seine Uhr revidieren lassen sollte.
Was ich nie lese, ist das Trageverhalten und subjektive Gesichtspunkte.

Viele Forenmember nennen eine Vielzahl von Zeiteisen ihr eigen und es gibt sicherlich einige, deren Uhren kommen pro Monat vielleicht eins, zwei mal einen Tag lang ans Handgelenk. Ansonsten fristen sie ihr Dasein in einem mehr oder weniger sicheren Aufbewahrungsbehältnis. Bei anderen ist es so, dass sie eine Uhr 24/7 und 365 Tage p.a. tragen.
Hier kommt eine weitere Komponente hinzu: die einen verwahren ihre Uhren bspw. in der Uhrenbox, die anderen im Uhrenbeweger.

Man sollte also zw. Uhren unterscheiden, die so gut wie nicht gelaufen sind und solchen, die permanent ihren Dienst verrichten.
Sonstigen Parameter wie bspw. UV-Einstrahlung, Feuchtigkeit, Erschütterungen, eine permanent vorgespannte Feder usw. treffen ebenfalls primär die Uhren, die tatsächlich getragen werden.

Da ich selbst mehr oder weniger versiert mit Mechanik (primär Oldies/ Motoren) bin wage ich zu behaupten, dass Mechanik, die nicht beansprucht wird, auch keine Abnutzung (Verschleiß) erfährt. Sicherlich können, je nach Material, Dichtungen u. Dichtringe (bspw. an der Krone) mehr oder weniger schnell aushärten. Auch können andere Kunststoffe wie bspw. Werkhalteringe aushärten und spröde werden.

Was ich aber zu bezweifeln wage ist, dass man die gleichen Revisionsintervalle undifferenziert auf Wenigläufer und Vielläufer anwenden kann.

Daher meine konkreten Fragen an Kundige:

  1. Woran erkennt man konkret, dass eine Uhr einer Revision bedarf? Erkennt man dies am Vorlauf, Nachgang, der Amplitude und falls ja, wie hoch weichen diese Parameter dann regelmäßig von der Norm ab?
  2. Gibt es überhaupt eine andere Möglichkeit Fehler festzustellen, als eine Revision (komplettes Disassembling)?
  3. In welcher Lage lagert man Uhren am besten, wenn man sie in der Box lagert (in Hinblick auf die Öle)?
  4. Wie verhalten sich die Schmierstoffe (vorrangig Öle) in Hinblick darauf, dass sie sich von den Stellen entfernen, an denen sie Reibung verhindern sollen?

Ich hoffe auf fundierte Antworten und Danke im Voraus!
 

hermannH

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Hallo

Die Dicht- und Schmierstoffe altern und verlieren somit ihre optimalen Eigenschaften, egal ob eine Maschine läuft oder nicht.
Natürlich im Betrieb schneller als im Nichtbetrieb.

Im Prinzip ist es ganz einfach:

  • - man hält sich an die empfohlenen Wartungsintervalle und hat eine gewisse Garantie der Zuverlässigkeit
  • - man betreibt die Maschine über diese Intervalle und nimmt das Risiko der erhöhten Abnutzung bis hin zum Versagen der Maschine in Kauf
Bei einer Uhr vielleicht mit finanziellen Konsequenzen, bei einem Flugzeug mit weit drastischen Konsequenzen.

Gruß hermann
 

Eяasmus

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Reales Beispiel:
eine meiner Chronos, ETA 7750, Bj. 2012, perfektes Gangverhalten (-3 Sek./ Tag) sollte, den Revisionsempfehlungen folgend, nun komplett demontiert, überprüft und neu geschmiert werden?

Ich kann es bei Uhren laienhaft nachvollziehen, da man anders wahrscheinlich den Zustand der Bauteile nicht begutachten kann. Aber muss man das? Nach 7 Jahren und wenig Tragezeit?
Ich zerlege ja auch keinen Motor nach 30.000km komplett...

Oder liegt es daran, dass ich den "Ölwechsel" nicht anders realisieren kann. Wahrscheinlich, das bitte ich zu entschuldigen, hinkt der Vergleich zum Motor.
 

citsei

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Ich habe ein Montblanc Sportchronograph aus dem Jahr 2011 und eine Tag Heuer Aquaracer Calbre 5 aus dem Jahr 2014. Ich wollte beide Uhren jetzt zur Revision abgeben. Macht das schon Sinn [...]?

Moin, um mal den flachen Sparwitz zu reißen, wäre mir nicht bekannt, dass Sinn neuerdings Revisionen für Montblanc oder Tag Heuer macht, höhöhö :rolleyes:

Ernsthaft: Ich würde an den Uhren so lange nichts machen, so lange sie gut und gleichmäßig laufen. Mal zur Durchsicht(!) geben ist aber bestimmt nicht verkehrt. Wenn Du wegen der Revi beruhigt sein willst, lass die Uhren beim Uhrmacher auf die Zeitwaage legen. Am Gangbild kann man viel erkennen.
 

citsei

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Ich zerlege ja auch keinen Motor nach 30.000km komplett...

Naja, bei Supercars/Supersportwagen (gemeint ist die Klasse Ferrari F40, Porsche 959, Koenigsegg etc.) kann das schon mal vorkommen und ist vom Hersteller auch so vorgesehen. Die Japaner verfolgen auch da eine andere Strategie (z.B. Nissan GT-R Nismo).
 
Thema:

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