Revision Longines Admiral - 340 "Zahnkranzautomatik"

Diskutiere Revision Longines Admiral - 340 "Zahnkranzautomatik" im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, nach meinem Einstand mit der 9LT nun mein zweiter bebilderter Revisionsbericht. Zunächst der Hintergrund wie die Uhr auf meinen Tisch...

scibird

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Hallo,

nach meinem Einstand mit der 9LT nun mein zweiter bebilderter Revisionsbericht. Zunächst der Hintergrund wie die Uhr auf meinen Tisch kam...

Mein Schwager hat seit Jahren eine wie ich finde wunderschöne goldene Longines "Flagship". Wegen "komischen Klacker-Geräuschen" war diese dann vor einiger Zeit beim Uhrendoktor. Der Preis war ganz ordentlich da irgend ein Teil nachgefertigt werden musste (kein Ersatz zu kriegen) und trotzdem ging die Uhr in letzter Zeit immer schlechter. Da ich ja mittlerweile selber schraube hab ich sie mir zu Weihnachten einmal angeschaut (190° Amplitude bei Vollaufzug oh je) und hab sie dann mal mit Erlaubnis aufgemacht. So dreckig wie es darin aussah wurde zwar der Schaden (tippe auf Rotor locker) repariert aber keine Revi gemacht. Aber das wirklich außergewöhnlich schöne Werk hatte ich noch nie gesehen (341) und dachte mir DAS würde ich gerne mal zerlegen. Da ich prinzipiell keine wertvollen Fremduhren zerlege, schon gar nicht wenn ich das Werk nicht kenne hab ich Sie wieder zugemacht und ihm die Adresse eines mir von einem Forenmitglied empfohlenen Uhrmachers gegeben. Mein Ziel war aber klar: So ein Werk besorgen und auseinandernehmen!

Irgendwie hab ich dann Admiral mit Flagship verwechselt (hat ja auch beides mit Schiffen zu tun) und mir ein günstiges Objekt der begierde in der Bucht geschossen. Da es kein Foto vom Werk gab (Monocoque) war es natürlich ein Risiko aber ein Abgleich mit Bildern aus dem Netzt legte nahe: Da sollte ein 340 drin sein.

Nun kam das Paket nach langem warten, gleich aufgerissen. Uhr aufgezogen und ab auf die Zeitwaage. 210° Amplitude bei Vollaufzug liegend. Also einen guter Grund den Schatz zu öffnen:

2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 1.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 2.jpg

Auf der Rückseite ist zwar sogar eingraviert, dass man sich einen Admiral Spezialschlüssel besorgen soll, es tut aber auch ein ganz normaler Krallen-Glasabheber. Vorher wird noch mit einer Plastikpinzette die (Ab-)reißkrone gelöst. Hierfür ziehe ich die Krone, stecke die Pinzettenarme zwischen Gehäuse und Krone und hebele die Krone vorsichtig herunter. Vorsicht: Wenn die Krone sich löst fliegt sie weg. Also am besten mit einer Hand hinter der Krone die Flugbahn absichern.

Dann kan man die Lünette (also einen Ring der um das Glas herumliegt) mit einem feinen Schraubenzieher (es gibt eine votgefomte Kerbe dafür) abhebeln und schließlich mit der Kralle das Glas abheben. Das Werk ist nicht weiter im Gehäuse befestigt und lässt sich leicht entnehmen.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 3.jpg
Das Ziffernblatt sieht ohne Glas leider auch nicht viel weniger verschmoddert aus.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 4.jpg


Aber juchu! es ist wie erhofft ein 340 Werk verbaut. Kurz erschreckt, die Gravur sagt eher 840, als 340 aber da hat wohl nur jemand geschlampt...
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 5.jpg
Zunächst bin ich etwas irritiert - der Rotor ist komplett unbeschriftet. Entweder ein Austauschteil, oder die Schrift schon runterpoliert oder aber die gab es auch so nackt? Wer es weiß, darf es mir gerne verraten...

Das Uhrwerk selbst ist (so las ich) das letzte (1960) vollständig bei Longines in-House entwickelte Automatikwerk. Alle nachfolgenden wurden in Kooperation mit anderen Werksherstellern entwickelt (so z.B. das 431 mit AS)
Eine besonderheit ist der Rotor. Dieser überträgt seine Kraft nicht durch ein Zahnrad auf der Drehachse sondern über einen gezahnten Reif auf ein außenliegendes Zahnrad. Das der Drehpunkt nicht im Werkszentrum liegt hat - so vermute ich - nur den Hintergrund, dass da mit Minutenrad und Sekundentrieb kein Platz mehr übrig war und man die Bauhöhe (4,55mm) gerng halten wollte. Ansonsten hat das Werk einen sehr großen Durchmesser von 27mm und schlägt mit 19800 Halbschwingungen pro Sekunde noch verhältnismäßig gemächlich. Das Werksdesign ermöglichte aber unter hohem konstruktivem Aufwand den Einbau einer sehr großen Unruhe. Diese sollte durch ihre Größe trotz normaler Frequenz unempfindlicher gegen Außeneinwirkungen sein und so eine hohe Ganggenauigkeit ermöglichen. Die hat meins nicht mehr also geht es weiter mit der Demontage...

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Als erste kommen die Zeiger ab. Dann wird der Werkhaltering demontiert (2 von oben zugängliche Schrauben), der hier unter anderem auch eine Schutzfunktion wahrnimmt. ACHTUNG: Das Ankerrad liegt seitlich ungeschützt am Werksrand. Wenn man also beim Einspannen in den Werkshalter oder beim Anfassen nicht aufpasst, hat man es sehr schnell demoliert und Ersatzteile sind SELTEN! Dann werden die Schrauben für die ZB Füßchen zugänglich und das ZB kommt ab.

Aufgrund der vielen Anmerkungen beim letzten Bericht kommt jetzt erst einmal Werk entspannen und Unruh demontieren an die Reihe. Leichter gesagt als getan: Bei den meisten Automatikwerken (oder ich weiß es nicht besser) bekommt man die Zugfeder nicht entspannt, ohne das Automatikmodul abzunehmen oder zu entkoppeln. Das Sperrad wird auch wen man die Sperrklinke entriegelt immer noch vom Automatikmechanismus gehalten. Also kommt ersteinmal der Rotor runter. Dieser ist mit einer Deckplatte auf dem Werk verschraubt. Entriegeln kann man ihn nur von unter dieser Deckplatte.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 6.jpg
Von hieran sieht es unter jeder Platte aus als hätte jemand das Werk mit einem Topfschwamm gereinigt.. aber egal hauptsache es läuft noch.
Die Sperrklinke findet sich auf der ZB-Seite. Entriegeln bringt aber nichts. Also muß ich das Automatikmodul trennen. Leider ist es nicht als aufgesetzte EInheit ausgeführt sondern IN die Platine integriert. Ich versuche den Kraftfluß nachzuvollziehen und überlege mir, welche Brücken ich lösen kann, ohne dass mir die Zahnräder um die Ohren fliegen.

Ich entscheide mich für die ZB-Seite
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 7.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 8.jpg
Zum Glück springt mir ichts entgegen und ich räume das sich öffnende Fach vorsichtig leer. Die spannenden Teile gibt es nachher in sauber nochmal von nahem....
Das massive Stahlzahnradrad, welches zurückbleibt ist übrigens de Verbindung zum Zahnreif des Rotors.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 9.jpg

Danach hab ich den Rest der Automatik entkoppelt und kann die Sperrklinke entriegeln. Das Federhaus bremse ich durch aufdrücken eines Fingernagels, damit die Feder durch abruptes entspannen keinen Schaden nimmt. Normalerweise mache ich das über die Krone aber die ist ja schon abgerissen und hält ohne Führung durch den Kronentubus nicht. Somit ist das Räderwerk kraftfrei und ich kann vorsichtig Unruh und Anker ausbauen und zur Seite legen...

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was man auf der ZB Seite auch sehr schön sieht ist der Mechanismus am unteren Bildrand zum Wechseln zwischen Feder Aufziehen und Zeit stellen. Diese Wippe ist wohl bei vielen Taschenuhren üblich (ich hab noch keine zerlegt...) Bei Armbanduhren ist das normalerweise etwas simpler ausgeführt.

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Ich setze die Arbeit auf der anderen Seite fort und räume das Räderwerk vor der Hemmung aus. Hierbei fällt die Konstruktion mit Sekundentrieb und geteiltem Kleinbodenrad ins Auge. Das nehm ich beim Zusammenbau nochmal unter die Lupe. Das Kleinbodenrad ist nicht vernietet sondern lässt sich (gut zum Reinigen) in zwei Zahnräder zerlegen. Das 9LT aus meinem letzten Bericht hatte zur Elimination des zappelnden Sekundenzeigers eine Friktionsfeder. Hier haben wir die elegantere Lösung mit doppeltem Kleinbodenrad. Beim 431 (dem berühmten Ultrachron-Schnellschwinger) hat man wider die Friktionsfeder gewählt. Details des Funktionsprinzips folgen später. Für alle Neugierigen: Das Kleinbodenrad ist geteilt um den Sekunden(zeiger)trieb, der normalerweise nicht im Kraftfluss liegt in den Kraftfluss zu integrieren. Ansonste besteht die Gefahr, dass der Sekundenzeiger vor und zurück ruckelt.

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2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 11.jpg
Dan kommt der Rest des automatischen Aufzugs raus
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 10.jpg
und das vernietete Minutenrad wird entfernt.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 12.jpg
Erst dann kommt man an das Federhaus. Dieses ist "sealed". Erfahrungsgemäß kann man es trotzdem öffnen aber das spare ich mir erst einmal.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 13.jpg
Ich räume noch den Wippenmechanismus und was mir sonst noch so entgegenkommt ab (Stundenrad, Minutenrohr, Wechselrad...)

2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 14.jpg
und ziehe die Teile alle manuell durchs Ultraschallbad

Danach geht es mit dem Zusammenbau los. Hier nochmal ein Bild von der gereinigten Basisplatine. Was auffällt. Augrund der geringen Materialstärken und der vielen "Löcher" ist die für ihre größe ungewohnt leicht... Was weiterhin auffällt: Das Werk hat zwar "nur" 17 Rubine ABER dafür sind alle übrigen Lager mit Bronzelagern ausgeführt. Das Werk ist ansonsten dermaßen ungewöhnlich aufwendig desined, dass mir nicht ganz einleuchtet, dass man hier viel sparen konnte. Insbesondere da einige der Bronzelager schon deutlichen Verschleiß aufweisen.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 15.jpg
 

Labrador

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Hallo Scibird,

sehr interessantes und auch komplexes Werk - da hat Longines nicht an Einzelteilen gespart. Schön, dass du uns mit hineinblicken lässt und ich wünsche dir viel Erfolg beim Zusammensetzen. So allgemein sieht die Uhr und das Werk schon etwas verlebt aus - da sind die Revisionen manchmal nicht einfach, zumal die Ersatzteilsituation für solche Exoten immer schwieriger wird. Ich wünsche dir gutes Gelingen und freue mich auf eine Fortsetzung.

@all: Was mich nun aber wirklich wundert ist, dass hier ein interessanter und auch mit viel Mühe erstellter Bericht nach drei Tagen kommentarlos auf die zweite Seite des Werkstattbereichs abwandert, während einige sich in banalen Threads sich gegenseitig die Augen auskratzen, weil jemand einfach eine Frage gestellt hat.

Beste Grüße

Jörn
 

falko

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Ein wirklich interessanter Bericht, den ich wohl übersehen habe. Diesem Werk bin ich noch nicht begegnet. Ungwöhnlich finde ich den Wippenaufzug, den man sonst eher in billigen Werken findet.
 

scibird

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@Jörn, Falko: Vielen Dank für das positive Feedback. Nachdem der Anfang des Artikels auf keinerlei Resonanz gestoßen ist, hab ich mir das Weiterschreiben erst einmal gespart. Denn wenn es keinen interessiert, ist es dann doch zu viel Arbeit. Also wohlan der Rest...

Zunächst nochmal ein Blick auf die gereinigte Unruh. Hier vielleicht nochmal mein Vorgehen für alle interessierten Hobbyschrauber: Ich zerlege das Werk zunächst soweit dass ich alle Lager "Triebfrei" habe, also quasi komplett. Dann baue ich aber die Unruh wieder ein. Gerade in meinem Ultraschallbad geht sonst zu schnell etwas kaputt. Bevor ich Werk+ Unruh ins Bad gebe, baue ich aber noch die Stoßsicherungen - soweit vorhanden - aus. Damit ist sichergestellt, dass sowohl Loch und Deckstein als auch die Unruhzapfen restlos sauber werden. Wenn die Werksplatine aus der Reinigung kommt, baue ich die Unruh (immer noch am Kloben) wieder aus und lege sie nochmal separat in absolut saubere Spüllösung (Platina) ein. Danach schaue ich mir das Ergebnis unter dem Mikroskop an, ob die Spirale schön konzentrisch daliegt. Wenn nicht: -> entmagnetisieren, nochmal in die Spüllösung. Wenn das nicht hilft ist sie mechanisch verbogen und nicht nur verklebt. Dann wird es kompliziert...

Hier ist das zum Glück nicht der Fall: Der schön gebläuten Spirale geht es gut. Was auf den Bildern auffallen sollte:
- Die Unruh ist sehr groß, was die ganze Sache unempfindlicher gegen äußere Störungen machen soll. ( Das war eines der Ziele des komplizierten Werksdesigns. )

- Das Wuchten hat hier scheinbar etwas länger gedauert (viel Einfräsungen). Häufig sieht man ja auch nur eine oder zwei.

- Ich hatte noch nie einen Unruhkloben, der gleichzeitig die Abdeckplatte für die Aufzugswelle ist

2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 18.jpg


- Außerdem für mich erstaunlich: Der Spiralschlüssel ist sehr simpel durch zwei Drähte ausgeführt. Glücklicherweise hebe ich wenn möglich die Unruh nicht am Kloben aus dem Werk sondern greife mit der Pinzette von der Seite Kloben und Unruh gleichzeitig am Rand (vorsicht Spirale) Ansonten wäre hier die Spirale einfach rausgerutscht und vielleicht auch an der Verstiftung verbogen worden. Ich habe kein Bild gemacht aber der Spiralschlüssel ist zwar sehr eng klemmt aber die Feder nicht ein (springt sauber beim atmen zwischen den Stiften hin und her)

2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 19.jpg

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Ansonsten sehen Unruh und Spirale gut aus und es geht weiter mit dem Zusammenbau...
Da ich dieses Werk zum ersten Mal vor mir habe gehe ich die Demontageschritte exakt rückwärts. Später ist mir aufgefallen, dass man sich leichter getan hätte, wenn man die Platte, die ich zum Ausräumen der Automatikräder geöffnet habe, als erstes wieder eingesetzt hätte. Man läuft bei so einer "Planänderung" aber bei komplizierten Werken Gefahr, dass man 70% zusammengebaut hat und dann nicht mehr weiterkommt.

Bei diesem Werk muss beispielsweise das Federhaus vor allen Zahnrädern wieder eingebaut werden. Sonst funktioniert es nicht. (sieht man denke ich an den Bildern) Dann kommen das mit einem Kloben vernietete Minutenrad und ein Rad dass die Kraft des Automatikaufzugs final auf das Federhaus überträgt. (Name weiß ich nicht)

2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 17.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 20.jpg
Dieses wird mit einem eigenen Kloben befestigt.

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Nun kommen wir zum Räderwerk mit dem für mich wunderschön ausgeführten doppelten Kleinbodenrad. 2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 21.jpg
Häufig sind die doppelten Kleinbodenräder unzerlegbar vernietet, was für mich das Schmieren immer etwas schwierig macht (Öl reinfummeln oder Tauschmierung) Dieses hier ist zerlegbar ausgeführt.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 22.jpg
An der Spitze ist sogar noch ein eigenes Bronzelager für den Trieb des oberen Zahnrades eingepresst.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 23.jpg

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Der Trieb der Zentralsekunde ist leider an der Spitze verbogen. Bei dem sonstigen Zustand des Werkes leider keine Seltenheit. Ich frage mich immer wie so etwas passiert? Werk auf harter Unterlage auf dem ZB abgelegt???

Ich Spanne die Spitze in eine Stiftenklöbchen ein, habe aber mit sanfter Gewalt nur sehr geringen Erfolg. Bevor ich was abbreche und dann ohne Ersatzteil dastehe lasse ich die Spitze verbogen. Man muß hier nur später darauf achten, dass man den Sekundenzeiger so aufsetzt, dass er seitlich gekippt ist und nicht etwa nach oben oder nach unten ragt. Dann ist das ganze kein Problem...
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 24.jpg
Ich Öle die Spitze der Reibungsfläche (nicht den Zapfe für den Zeiger) sowie die untere Reibungsfläche vor dem Zahnrad bevor ich ihn einbaue.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 25.jpg

Hier noch eine weitere unschöne Besonderheit. Wie man sieht steht das Ankerrad seitlich aus dem Werk bzw. schließt gerade so mit ihm ab. Wenn man das nicht weiß und das Werk in den Werkhalter genau an dieser Stelle klemmt (oder nach dem Ölen oder Epilamisieren) hier mit seinen Fingern draufpackt...2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 26.jpg

Aber nun zu der im ersten Teil bereits angekündigten Darstellung: Wozu überhaupt ein doppeltes Kleinbodenrad. Hier einmal die Seitenansicht des Räderwerkes:
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 27.jpg
Schön zu sehen ist hier die außergewöhnliche Unterbringung des Ankerrades unterhalb der "Auflagefläche" (liegt ja nicht auf ich weiß) der Rotorschwungmasse. Ich kannte bisher nur Werke, bei denen die Triebe der Zahnräder alle ungefähr die gleiche Höhe hatten...
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 28.jpg

Das Problem ist: Wenn der Sekundenzeigertrieb (da wo der Sekundenzeiger drauf ist) nicht der Trieb des Sekundenrades (hier liegt auch die Sekundenkonforme übersetzung vor der Hemmung an) ist, steht er normalerweise nicht im Kraftfluss. Dadurch würde eher im Rahmen des Spiels des Zahnradeingriffs zwischen Kleinbodenrad und Sekundentrieb hin und her zappeln. Die einfache Lösung: Durch eine Friktionsfeder wird der Sekundenzeigertrieb gebremst. Er zappelt also nicht weil er "eingeklemmt" wird und das Kleinbodenrad etwas Kraft aufwenden muss um ihn in im Uhrzeigersinn vorwärts zu bewegen. Ein Bild hierzu (aus einem Longines 9LT siehe auch mein letzer Revi-Bericht)
2015 Longines 9LT - Revision - 37.jpg
Logines hat das Verfahren auch wieder bei seinem berühmten Ultra-Chron Schnellschwinger (431) und Omega z.B. bei seiner legendären 550-564 Serie verwendet. Auf der Jagd nach Amplitude und Reibungsminimierung ist das natürlich eine unschöne Lösung. Die andere Lösung ist das doppelte Kleinbodenrad.
Hier wird der Sekundentrieb in den Kraftfluss eingebaut und kann so nicht zappeln, ohne das man eine bremsende Friktionsfeder braucht. Ich habe dazu mal ein Bild gemalt, dass den Kraftfluss verdeutlicht:
2015-01-28_17h59_09_V2.png
Die Kraft kommt vom Federhaus aufs Minutenrad. Dieses überträgt sie auf den Kleinbodenradtrieb, der mit dem unteren Zahnrad verbunden ist. Das Sekundenrad hat auf der Höhe eine Einfräsung, wird also nicht mitgenommen. Stattdessen wird der Sekundenzeigertrieb mitgenommen. Dessen Zahnrad ist so hoch ausgeführt, dass er den oberen Teil des Kleinbodenrades mitnimmt, der dann die Kraft auf das Sekundenrad übertragen kann. Dieses wird dann wie gewohnt von der Hemmung in den richtigen Takt gebracht...

Hier nochmal Sekundenzeigertrieb,Kleinbodenrad,Sekundenrad (von links nach rechts) von oben
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 29.jpg


so jetzt reicht es erst einmal für heute. Ob ich die Uhr wieder zusammenbekommen habe erfahrt Ihr im nächsten Teil...

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@Gerd: Dieser Wippenmechanismus ist finde ich sehr schön gemacht. Was der Vorteil zur Klassichen Armbanduhrwerkslösung ist weiss ich allerdings nicht. Die Wippe wird durch Ziehen der Krone umgeschaltet. Dadurch kann man zwischen Stellen der Uhrzeit: Kronrad geht auf Wechselrad und Aufziehen wechseln. Longines hat auch noch eine andere Wippe im Programm: Habe ein bisschen gekramt, denn ich hatte von ner 431-Revision noch ne Wippe in Erinnerung. Diese entkoppelt aber "nur" das Sperrad vom Kronrad wenn man beim Aufziehen die Krone zurück bewegt:IMG_3365.jpg
 

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zapferl

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Von solchen Berichten lebt das Uhrforum, VIELEN DANK! Bin schon auf das finale Ergebnis gespannt.

Gruß
Danny
 

Wristwatch

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Ich wiederhole mich ständig, sowohl hier in der Uhrenwerkstatt als auch im Thread "Vorher.., Nachher...":

Diese Beiträge sind das Salz in der Suppe des Uhrforums! Vielen Dank an scibird für den super interessanten Beitrag.

Das manchmal mangelnde Interesse hat wohl auch damit zu tun, dass viele hier mittlerweile weniger an den Uhren selbst sondern mehr an deren Wert, Status, Image etc. Interesse haben.

Grüßle

Ralf
 

Mister Chance

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Ehre wem Ehre gebührt - ich bin "nur" interessierter Laie, finde aber Werkstattberichte immer hochinteressant und enorm Respekt einflößend.

Vielen Dank für die Mühe des Aufbereitens/Präsentieren der Arbeitschritte.
Das macht garantiert doppelte und dreifache Arbeit im Verhältnis zu einer normalen Revision.
Das ist Liebe zum Detail, die dem Leser nahegebracht wird.

Es ist wirklich sehr Schade, dass diese aufwändigen Berichte nicht immer die Beachtung finden die sie verdienen - um mit Jörn/Labrador zu sprechen.

Trotzdem: bitte weitermachen!

Viele Grüße,
Michael
 

ing-liebl

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Hallo scibird,

auch von mir herzlichen Dank für diesen erstklassigen Bericht.

Verrätst Du mir/uns, mit welchen Mikroskop Du arbeitest?

Gruß Markus
 

scibird

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Vielen Dank für die aufmunternden / motivierenden Kommentare. Da geht das Schreiben und fotografieren viel leichter von der Hand...
@Bernd: Ich mag Werk und Uhr auch sehr gerne, leider sind die relativ rar oder überteuert. Aktuell suche ich nach einer Flagship mit 340/341 in Edelstahl. Aber kommt Zeit, kommt Uhr ;)

@Markus: Ich verwende dieses hier Auflicht-Stereomikroskop Researcher ICD/LED Bresser Optik 5803100 im Conrad Online Shop | 824025 Allerdings hab ich mir aus der Bucht noch so einen LED Ring geschossen, den ich um das Objektiv des Mikroskops schraube. DIe Standardvariante ist sehr lichtschwach. Hab mir das Modell gekauft, weil die VErgrößerung auch für Mineralien und Blättergucken mit meiner Tochter ganz gut ist. Fürs Uhren schrauben wäre im Nachinein dieses hier besser: Lupen Handel - Bresser Biorit ICD-CS, 10x
Der Arbeitsabstand ist bei meinem etwas sehr knapp...

@ Philipp: Die vernietete Variante gibt es öfters mal. Hab gerade ein Felsa 760 gemacht. Da gab es die auch. und bei manchen ETAs sind die auch sehr verbreitet. Wie schmierst Du als Experte diese vernieteten Räder?

@All: Wenn ich mit dem Bericht hier fertig bin, könnte ich was ausführliches zu dem Felsa 760 mit spannender Gangreserveanzeige und unkonventioneller Automatikrutschkupplung zeigen...
oder nen Kurzbericht zu einer Poljot 3133 - Revision. Das gab es hier glaube ich auch noch nicht als Revi-Bericht und das haben ziemlich viele am Arm... Also ich bin für Vorschläge offen ;)
 

nobrett

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Felsa 760 würde mich interessieren. Ich habe hier seit vielen Jahren ein leider nicht komplettes liegen. Die Teile für die Gangreserveanzeige fehlen und meine bisherigen sporadischen Anläufe, welche gebraucht zu finden waren erfolglos.

Wäre schön zu sehen was mir fehlt. ;)

Gruß
Norbert
 
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scibird

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so weiter geht's:
Bevor die Brücke für Kleinbodenrad et al drauf kommt, muss noch das massive Rad für den Schwungmassenzahnkranz eingelegt werden, das kriegt man von der ZB Seite nicht rein.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 32.jpg
Außerdem werden natürlich die Lager, an die man von außen nicht mehr herankommt geölt. Nun drehe ich das Werk um und baue das "Automatikgetriebe" wieder ein.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 31.jpg

Beim Inspizieren der Lager auf Sauberkeit habe ich ein schönes Beispiel gefunden, warum ein Bronzelager einem Steinlager leider nicht ebenbürtig ist.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 30.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 30-2.jpg

Das es im Rahmen des automatischen Aufzugs auf perfekten konstanten Lauf nicht so sehr ankommt ist das aber wohl nicht weiter tragisch...
Die Elemente, die wieder in die auf den Bildern sichtbare "Schlucht reinkommen" beeindrucken mich durch ihre komplizierte und schöne Ausführung:
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 35.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 34.jpg
Das goldene Teil ist aus dem vollen gefräst und mit einem schmalen Trieb vernietet. Ich nehme an das mittlere dient zur Sicherstellung eines beidseitigen Aufzugs.. also so eine Art Wechselrad.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 33.jpg
Ein Zahnrad ist etwas verbogen, da es sich im Test vor dem Auseinanderbau nicht störend verhalten habe, lasse ich das auch erst einmal so...

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Das Wechselrad wird tauchgeschmiert und die Teile kommen nun alle wieder ins Werk.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 36.jpg
Dann wird die Aufzugswippe geschmiert (das zentrale Rad kann man abmachen, der Rest ist vernietet)
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 38.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 37.jpg
Die Funktion der Wippe wird nach Einbau mit der Welle getestet und das Ablaufen der Räder mit etwas Aufzug beobachtet.
Auch ungeschmiert läuft das Werk sauber ab und es geht weiter mit dem Anker...
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 39.jpg
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 40.jpg
Hier ist die Ankerbrücke schon drauf.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 41.jpg
Nun öle ich die Ausgangspalette. Das Epilamisieren spare ich mir bei 19800 HS.
Ich bringe eine minimale Menge Öl auf die Stirnseite der Palette auf, lasse ein paar Räder durchlaufen und wiederhole das.
Die Menge kann man an der oberen Palette sehen. Es ist darauf zu achten, dass man kein Öl auf die anderen Flächen der Palette bringt. Sonst läuft das Öl schneller von der vorgesehenen Stelle weg. Hat man das ganze epilasmisiert und dann "freigekratzt" ist das Ölauftragen nicht ganz so kritisch. Mit ein bischen Übung geht es aber ganz gut. Ich nehme den feinsten Ölgeber, streiche nach dem Näpfchen schon mal etwas öl ab und berühre mit der flachen Seite die Palette gerade so nicht. Die Kapilarkräfte ziehen dann direkt etwas Öl hinüber.
An der unteren Palette kann man übrigens ganz gut sehen, wie sich die Schmierung zwischen Ankerrad und Palette verteilt. Den Fussel auf dem Anker habe ich natürlich noch entfernt.

2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 41-2.jpg

Hier nochmal das Bild in voller Auflösung. Da sieht man das Öl besser ;)
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 41.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Nun kommt die Unruh wieder ins Werk (wieder vorsicht wegen des offenen Spiralschlüssels!)
und wir widmen uns der Stoßsicherung. Da hat sich Longines was besonderes einfallen lassen. Die Decksteine sind durchsichtig. Was in der Vergrößerung noch ganz entspannt aussieht wird in einem nassen Drahtkörbchen zum Suchspiel. Die Lochsteinfassung hat nen Riss aber ich denke das hat keinerlei Auswirkungen.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 42.jpg

Ohne Mikroskop wird deutlich warum die Farblosigkeit ohne Lupe schon etwas herausfordernd ist...
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 43.jpg

Nach Ölung werden die Steine eingesetzt. Hier lief es dann besser als erwartet. Als ich das Werk zum erstenmal sah dachte ich: Oh shi... wiedermal fliegende Stoßsicherungsfedern, aber die Ähnlichkeit zu einem ähnlichen "losen" System ist rein zufällig. Hier ist das "Kleeblatt" auf einer Seite auf einem Ring geführt. Es muss auch durch verdrehen entsichert werden, fliegt dann aber nicht durch die Gegend.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 44.jpg
DSC07930.jpg
Nach diesem Schritt wird die Uhr aufgezogen und schon einmal auf die Zeitwaage gelegt.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 45.jpg
269° (bei 50° Hebewinkel) klingen gut. Leider ist der Verlauf ganz leicht wellig. Seitdem ich meine damals neue Speedmaster mal auf die Waage gelegt habe bin ich da aber relativ entspannt. Vielleicht hat eines der Zahnräder einen minimalen Verzug. Spannend ist wiedermal: Die Uhr hat keine Möglichkeit zur Korrektur des Abfallfehlers ohne Arbeit an der Rolle aber der "feste" Abfallfehler liegt zwischen 0 und 0,1 ms. Also keinerlei Bedarf zur Korrektur
 
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scibird

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Hier nochmal zwei plastische Ansichten des - so finde ich - sehr schönen Werkes ohne Rotor.
IMG_3137.jpg
Trotz der deutlich sichtbaren Schleifspuren auf dem Werk, schleift der Rotor nach Remontage NICHT. Vielleicht wurde da in dem Bewegten Leben der Uhr schon mal was getauscht. Vielleicht kommt daher auch der leider unmarkierte Rotor
IMG_3125.jpg

Das tut der Schönheit aber eigentlich keinen Abbruch.
2015 Longines 340 Admiral - Komplettrevision - 46.jpg

Alle noch übrigen Lager werden geölt, wo nötig wird gefettet und die verbliebenen Teile (z.B. Stundenrad) werden wieder montiert. Da das 340 kein Datum hat ist die ZB Seite ja recht harmlos.

Danach wurden noch das arg verkratzte Glas poliert und das ZB mit Rodico gesäubert. Vor allem die Facetten der Indizes lassen sich mit Rodico unter dem Mikroskop sehr gut "polieren" und so erscheinen beim bewegen im Licht wieder schöne, leuchtende Sterne. Nach Montage des ZB und setzen der Zeiger (achtung schiefer Sekundentriebzapfen) wird das Werk in allen Lagen gemessen und auf einen vernünftigen Mittelwert gestellt. Die Lagenamplituden variieren zwischen 269 und 230, also bestens. Der Gang variiert zwischen -6 und +13. Keine Sensation aber mehr als ich angesichts des abgerockten Werkszustands erwartet hätte. Das einzige was bleibt sind die leichten Wellen im Gangbild. Das Gehäuse wird leicht poliert und alles wieder zusammengebaut. Die Uhr geht am Arm aktuell zwischen -2 und +8 pro Tag (nach jeweils 24 Std gemessen). Also für mich top! Der automatische Aufzug tut tadellos seinen Dienst, macht ein schönes Geräusch beim bewegen und schleift auch nicht an der Platine.

Am Wochenende ergänze ich vielleicht noch ein paar Fotos der fertigen Uhr. Bei Kunstlicht in der Werkstatt sieht das meistens nicht so spannend aus :)
 
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pearl.harbour

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Bavaria
Was für ein toller und informativer Thread! Deine Beschreibung und Bilder sind einfach weltklasse! Ich würde mich sehr freuen, wieder von dir zu hören!

Viele Grüße

Markus
 

WD-ED17

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21.02.2013
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Auch bei mir steht dieses Kaliber ziemlich weit oben auf der Wunschliste, vielen Dank für diesen tollen Bericht!
Wie hast Du denn die Rotorlagerung geschmiert?
Ich habe im vergangenen Jahr zwei FHF65 auf meinem Hobbytisch gehabt und wusste nicht genau, wie ich die Kugellager schmieren sollte. Die Kugeln haben dort einen Durchmesser von 0,6 mm und ich verbrachte mehr Zeit mit der Suche nach diesen Dingern, als mit dem Rest des Werkes....

Viele Grüße voller Respekt,

Stefan
 

scibird

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@Stefan: Bei dem 340/41 ist das mit dem Kugellager kein Problem... Die Kugeln bleiben bei der Reinigung drin. Wenn es dann gespült und trocken ist, wird jede Kugel einzeln mit einer geringen!! Menge dünnflüssigen Öls (kein Fett), z.B. Moebius 9010 geölt. Bei alten Werken schau ich immer nach vergleichbaren Mechanismen in neuen Werken bzgl. des Schmierplans und genau dieses Öl gibt ETA für die 2824-2 Rotorlager vor. Das FHF65 kannte ich noch nicht. Das sieht sehr spannend aus. Ein Revisionsbericht dazu würde mich auch mal interessieren. Vielleicht begegnet mir bei EBay ja irgendwann ein gerocktes aber vollständiges Exemplar zum guten Kurs. Dann stell ich einen Bericht rein. Oder vielleicht Du?
 
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bilewaz

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Hallo "scibird",

Zwar bin ich ein Uhrenfan aber uhrentechnisch ein ziemlicher Laie. Deine äusserst interessanten Vorstellungen und Erklärungen, lassen mich die "Geheimnisse" eines Uhrwerkes, doch ein klein wenig verständlicher erscheinen!
Obwohl ich bei den fachlichen Details, immer wieder erneut, im Regen stehe.

Jedenfalls: Ganz herzlichen Dank für Deine grosse Mühe und allerbeste Grüsse,
Gerd
 

Philipp

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@ Philipp: ...
Wie schmierst Du als Experte diese vernieteten Räder?

... auch bei alten Citizen Cal. 52xx ist sowas verbaut. Das Buren Werk fiel mir einfach als Erstes ein.
Schmierung je nach "Bedarf" ;-) - bei den Buren 1000ern habe ich nur eine winzigen Menge 9010 beiseitig verwendet.
Kompromiss zwischen "ohne Schmierung" und der von dir erwähnten schwierigen Reinigung beim nächsten Service.
Bei den geringen Kräften bzw. Reibung ist Öl an dieser Stelle wahrscheinlich gar nicht nötig.

Aber wie so oft beim Thema Öle und Schmierung im Uhrwerk macht es jeder etwas anders, was ja auch O.K. ist. :-P
 
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