Revision Longines 9LT

Diskutiere Revision Longines 9LT im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Forumskollegen, da ich zu dieser Uhr im Internet noch keinen bebilderten Revisionsbericht finden konnte, habe ich mich entschlossen das...
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scibird

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Liebe Forumskollegen,

da ich zu dieser Uhr im Internet noch keinen bebilderten Revisionsbericht finden konnte, habe ich mich entschlossen das in unserem Forum mal zu korrigieren. Ich bin selbst kein Profi sondern eher ambitionierter Hobbyschrauber und das im Bereich der Uhren noch nicht so lange. Also sind alle herzlich eingeladen mich in meinen Ausführungen zu korrigieren oder auch gerne zu bestätigen.

Da es hier mehr um die Revision des Werkes als um die Uhr selbst geht, habe ich noch keine vernünftigen Bilder (so à la Uhrvorstellung) gemacht, hole dies aber vielleicht noch nach.

2015 Longines 9LT - Revision - 1.jpg

Zur Uhr: Die Uhr selbst ist eine rechteckige, 10K vergoldete Longines. Wenn man sich zu dem Modell im Internet etwas umsieht wurde sie wahrscheinlich ursprünglich in den USA verkauft. Baujahr des Werkes sollte ca. 1951 sein. Bei EBay werden diese Uhren häufig mit 40er Jahre beworben, was aber gemäß der Seriennummern der Werke zu 90% quatsch ist (sofern die hier im Forum veröffentlichte Tabelle stimmt)

2015 Longines 9LT - Revision - 2.jpg

Ich habe die Uhr selbst einmal als ich noch nicht schraubte (siehe mein letzter Post) für 70 € erworben. Habe dann bei Öffnen festgestellt, dass die Uhr wohl mal einen Wasserschaden hatte. Bei der absolut nicht vorhandenen Abdichtung des Werkes ist das bei dem Modell wohl auch keine Seltenheit. Ich hatte sie dann seinerzeit bei einem Uhrmacher für 80 € in der Revision, hab sie aber nie getragen, weil der Gang recht instabil war (+/- 2 Minuten pro Tag, blieb auch gerne mal stehen) Letztens hab ich sie dann mal auf meine mittlerweile vorhandene Zeitwaage gelegt. Die Amplitude war ganz OK (260 liegend) Aber die Gangwerte variierten je nach Lage zwischen +120 s oder -90 s. Vorgesternwollt ich sie mir mal wieder angucken aber beim Aufziehen funktionierte die Sperrklinke nicht mehr. Das heisst die Krone schnellte immer wieder zurück.

Daher: Zeit für den Schraubenzieher
2015 Longines 9LT - Revision - 3-2.jpg

Bei den Zahnrädern des Aufzugs sieht man die (teilweise entfernten) Rostspuren schon recht deutlich. Ansonsten ist sie äußerlich nach der letzten Revision (ca 10 Jahre her) noch recht sauber. Da ich sie vielleicht 5 mal getragen habe aber auch kein Wunder.

Zuerst hebe ich mit einem Presto-Zeigerabheber (und einem stück Frischhaltefolie als ZB Schutz) Stunden und Minutenzeiger ab. Der Sekundenzeiger ist aufgrund der Größe kaum zu packen/abzuhebeln. Er sitzt wirklich sehr knapp auf dem ZB und sieht auch schon mitgenommen aus. Also lass ich ihn erstmal in Ruhe.

Dann werden die 2 Schrauben an den beiden langen Seiten des Werkes gelockert und das ZB vorsichtig ohne es zu kippen nach oben gleichmäßig abgehoben. Dabei kommt der Sekundenzeiger automatisch ab. Achtung: Unvorsichtiges abheben kippen führt denke ich direkt zu einem verbogenen Zeiger.

Auf der Vorderseite des Werkes sieht man, dass der letzte Schrauber hier sehr großzügig beim Schmieren des Gesperrs war (oben rechts im Bild, ich hoffe das heisst so) Dort erkennt man das reichlich vorhandene, golden glänzende Fett.
2015 Longines 9LT - Revision - 4.jpg

Auf der Seite werden zunächst Stundenrad, und Minutenrohr demontiert. Letzteres hebe ich ebenfalls mit einem Zeigerabheber ab. Ein Spezialwerkzeug dafür habe ich nicht, für eine Pinzette ist es meist zu fest und mit dem Zeigerabheber kann man es nicht zerdrücken.

Die Sperrklinke liess sich ohne WIederstand drehen und beim abheben der entsprechenden Abdeckung des Federhauses, kam auch gleich der Grund zum Vorschein. Die Sperrklinke wird hier nicht über eine der berüchtigten eingeklemmten Federn gekontert, sondern über eine festgeschraubte Platte mit einer langen Nase. Nun ja die Nase durch den starken Rost geschwächt, ist dann wohl einfach abgebrochen. Die Krümmel hab ich noch aus dem Werk schütteln können. Aber erstmal geht das zerlegen weiter.

2015 Longines 9LT - Revision - 5.jpg
2015 Longines 9LT - Revision - 6.jpg

Zwischen der Grundplatine und den Abdeckungen findet sich wieder reichlich grünlich schimmernder Siff (Fett/Öl?) und weitere Rostspuren. Die Zahnräder sehen aber noch ganz gut aus.
2015 Longines 9LT - Revision - 6a.jpg

Ich nehme alle zugänglichen Zahnräder (Zeigerspiel?) heraus und sortiere sie in meine Aufbewahrunsgschale.

Das Federhaus fällt ins Auge, da es mit einem schönen Spiralschliff ausgestattet ist. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass man sich so viel Arbeit gemacht hat obwohl man diesen Schliff wirklich nur beim Auseinandernehmen bewundern kann. Das Zahnrad obendrauf hat dagegen einen recht profanen geraden Schliff.
2015 Longines 9LT - Revision - 7.jpg

Beim Federhaus ist (außer dass es etwas dreckig ist) ist mir aufgefallen, dass im Gegensatz zu meinen anderen Uhrwerken hier im entspannten Zustand nicht viel Platz des Federhauses durch die Feder eingenommen wird. Habe letztens ein Tissot 2481 gemacht, da war nur noch ein kleiner Spalt zwischen der zentralen Achse un dem Federpaket übrig.
2015 Longines 9LT - Revision - 8.jpg

Die Feder winde ich mit den Händen (Fingerlinge wegen korrosivem Schweiß) aus dem Federhaus. Das Federhaus + zentrale Achse kommt in den Reiniger. Die Feder wische ich nur mit einem Mikrofasertuch ab.


Hier noch der Spiralschliff im Detail. Da sieht man glaube ich ganz gut, wie er hergestellt wird.
2015 Longines 9LT - Revision - 9.jpg


Der Stand der Platine ist jetzt der folgende:
2015 Longines 9LT - Revision - 12.jpg

Weiter zerlege ich das Werk erstmal nicht sondern packe es so wie es ist in das Ultraschallbad (Einfaches Modell zur Brillen und Schmuckreinigung) Zum reinigen Verwende ich Sambol Platina. Spüle dann mit klarem Wasser nach und bewege die Teile anschließend durch 3 Näpfchen mit Platina WF2 Spüllösung. Anschließend halte ich die Teile mit einer Pinzette fest und puste mit dem Blasebalg die Spüllösung aus allen Ritzen. Achtung: Bei der Unruh Spirale puste ich nicht bzw. nur von großer Distanz. Das Gesperr lasse ich bei diesem Stand noch zusammengebaut.

So - kleine Pause für's Abendessen. Gleich geht's weiter mit dem Bericht...
 
falko

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Ganz wichtig: immer zuerst Unruh und Anker ausbauen, das sind die empfindlichsten Teile eines Werkes. Die Zugfeder sieht für mich gebrochen aus. Hast Du sie schon aus dem Federhaus entfernt?
 
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scibird

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Fortsetzung: (doch noch kein Abendessen)

Beim Inspirieren der Zahnräder auf eingelaufene Zapfen (kann ich zwar Mangels Werkzeug nicht reparieren, ist aber trotzdem interessant für die Fehlersuche) ist mir eine Sache aufgefallen. Das Ankerrad ist gut in Schuss, allerdings gibt es einen Zahn (im Bild links) der nicht poliert ist sondern Aussieht, als wäre er schräg abgrschliffen. Also nicht die Kontaktfläche zu den Ankerpaletten, sondern die Oberseite...

Hat vielleicht jemand für mich einen Tipp, ob das Absicht mit Funktion ist oder ein Verschleißmangel?
2015 Longines 9LT - Revision - 12b.jpg

Bei der Inspektion der getrockneten Unruhspirale sowohl vor als auch nach der Reinigung ist mir aufgefallen, dass diese recht ungesund aussieht. Die Äußeren 2 Windungen sind verklebt. Dadurch ist die Spirale auch nicht mehr um die Unruhachse zentriert. Das Unruhlager war vor dem Bad trocken und ziemlich verdreckt, jetzt ist es Nass, der Dreck aber (logischerweise) dringeblieben. Das Reinigen im Eingebauten Zustand hätte eigentlich die verklebte Spirale trennen und vorreinigen sollen aber das war wohl nix...
2015 Longines 9LT - Revision - 13.jpg

Ich baue die Unruh mit Kloben aus und versuche die Spirale mit einem sauberen Ölgeber auseinanderzuziehen. Kein wirklicher Erfolg.
2015 Longines 9LT - Revision - 14.jpg

Zur Reinigung des Unruhlagers muss die Spirale ohnehin vom Kloben demontiert werden. Also packe ich die ausgebaute Unruh wieder ins Werk. Auf dem letzten Bild konnte man schon sehen, dass bei dem 9LT der Spiralschlüssel keine Aufnahme für einen Schraubenzieher hat. Dafür hat er ein Loch, in das ein abgebrochener Ölgeber wunderbar hineinpasst. Hiermit öffne ich den Spiralschlüssel

2015 Longines 9LT - Revision - 15.jpg

Ausserdem löse ich die Schraube, die das Sprialklötzchen im Kloben arretiert. Das geht im eingebauten Zustand am besten. Das Arbeiten an der Unruh gibt mir immer einen gewissen Adrenalinstoß. Seitdem ich mir ein Stereomikroskop angeschafft habe kriege ich aber wenigstens keinen krummen Rücken und Augenklemmmuskel-Krampf (vom Lupehalten) mehr.

Danach lege ich ein Einschalungskissen auf das Werk, drehe den ganzen Spass auf den RÜcken und hebe das Werk vorsichtig ab. Unruh + Kloben bleiben dann auf dem Kissen liegen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Spirale erst noch am Kloben hängt oder sich irgendwie im halboffenen Spiralschlüssel verhakt und wir wollen sie ja nicht kaputt machen. Wenn man sich die Erste Windung der Spirale so anguckt (ab Klötzchen) hat diese Spirale ohnehin schon ein paar korrigierte Unfälle hinter sich.
2015 Longines 9LT - Revision - 16.jpg

Ich hebe nun die Spiralwindung mit dem abgebrochenen Ölgeber aus dem Schlüssel und mit einer feinen Pinzette das Klötzchen aus dem Kloben.
2015 Longines 9LT - Revision - 17.jpg

Die verklebte Spirale wird nun zunächst entmagnetisiert (China-Entmagnetisierer aus Ebay für 15 €), denn das ist eine Möglichkeit für eine verklebte Spirale. Dann die ganze Unruh vorsichtig in der Spüllösung geschwenkt. Nach vorsichtigem absaugen der Spüllösung mit Löschpapier sieht die Spirale zumindes wieder konzentrisch aus...
2015 Longines 9LT - Revision - 18.jpg
2015 Longines 9LT - Revision - 19.jpg

Nun reinige ich den Kloben im Ultraschall und Spüllösung. Dann wir der trocken gepustet und geföhnt. (Ansonsten bleiben flüssige Reste der Spüllösung im Lagerstein. Der Stein ist jetzt von partikeln befreit. Wenn er es nicht ist, wiederhole ich das ganze bis er sauber ist oder ich keine Lust mehr habe. Lagersteine ohne Stoßssicherung demontieren ist mir zu heikel. Wenn der Stein trocken ist wird er mit einem Ölgeber geölt (nur ganz wenig) und dann mit meinem Lieblingswerkzeug (der abgebrochene Ölgeber) das Öltröpfchen durchstoßen. Man sieht dann unter dem Mikroskop wunderbar wie das Tröpchen sauber ins Loch der Steinlagers läuft und in der Senke fasst nichts mehr zu sehen ist.
2015 Longines 9LT - Revision - 20.jpg

Anschließend montiere ich die Unruh wieder am Kloben. Erst das Klötzchen ins Loch, ganz leicht festschrauben, die SPirale in den Schlüssel heben und dann wieder zudrehen.
2015 Longines 9LT - Revision - 21.jpg

Nach dem Essen geht es weiter mit dem Ankerkloben auf der Platine...
2015 Longines 9LT - Revision - 22.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo Gerd,

vielen Dank für Deinen Tipp mit dem Federhaus. Das ist ja wie Live-Support. ;) Noch ist die Feder drin. Wenn Sie gebrochen ist, komm ich ohne Ersatzteil nicht mehr weiter? Dann lass ich sie vielleicht erstmal drin?

Andreas
 
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Hallo Andreas,
super Dokumentation, tolle Bilder.
Allerdings ist Deine Reihenfolge doch sehr unkonventionell.
Wie Falko schon schrieb nimmt man zuerst immer die Kraft aus dem Werk (Feder entspannen, war bei Dir dank defektem Gesperr nicht nötig)
und dann aber als ersten Demontageschritt die Unruhe und den Anker raus.

Damit sind dann die empfindlichsten Teile schon mal gut verräumt. Zusätzlich kann man sich dann schon mal schön die Arbeit des (ungereinigten) Räderwerkes begutachten und auf eventuelle Fehler schauen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Grüße,
Philipp

PS: eine gebrochene Feder ist kein Beinbruch. Ersatz sollte gut zu beschaffen sein, z.B. bei cousinsuk.com

PPS: ist das unter dem Ankerkloben ein Trieb für die indirekt angetriebene Sekunde? Spannende Konstruktion!
 
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Zwiebel

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Hallo Andreas,

vielen Dank erst einmal für diese Doku!
Ich hätte noch eine bescheidene Ergänzung und einen Tip:
Die Unruhspirale sieht immer noch nicht astrein aus, wenn ich das richtig sehe, genau im Bereich des Rückerzeigers.
Könnte dann Probleme beim Regulieren geben.

Hier ein super Video, wie man das wieder sauber hinbekommt:

https://www.youtube.com/watch?v=idO5elKgFMA

Viel Spaß und Erfolg noch!!!
 
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scibird

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Vielen Dank schon einmal für die vielen hilfreichen Anmerkungen.
@Philipp: Bei Cousins gab es für das Werk nur ne Aufzugswelle. Die ist Ausnahmsweise in Ordnung aber ich schau mal weiter. Unter dem Ankerkloben ist ein Mini-Indirekter-Sekundentrieb. Fotos kommen gleich

@Zwiebel: Sensationelles Video. Leider hab ich keine Triebnietmaschine (oder wie das Ding heisst) um die Spriale wieder zu befestigen. Ich hatte mal ne gerockte Dugena bei EBay geschossen. Da hat sich die Spirale von alleine von der Unruh gelöst und ich hab sie nicht wieder fest bekommen. Also Vertage ich die Operation erst einmal. Aber vielleicht kram ich mal in meinem Fundus ob ich ne verbogene Unruhspirale von einer Uhr finde, die ich ohnehin aufgegeben hatte. Das ist dann enfach Lehrmaterial
 
guenmn

guenmn

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Bis jetzt sehr gut dokumentiert für einen Hobbyschrauber hast du aber viel Talent....
 
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scibird

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So die Fortsetzung nach dem Essen...
Nach dem lösen der zwei Schrauben am Ankerkloben wird dieser vorsichtig stück für stück wechselseitig abgehebelt. Darunter befinden sich der Anker und ein Trieb für die Sekunde. Interessanterweise hat die Uhr zwar eine separate Sekunde (keine Zentralsekunde) aber aufgrund des Platzes und der Gehäuseform hätte die Sekunde nicht mittig auf dem Zifferblatt ausgeführt werden können ohne einen weiteren Trieb.
2015 Longines 9LT - Revision - 23.jpg


Daher wird dieser unter dem Ankerkloben in zwei Steinlagern gelagert angetrieben. Eine indirekte separate Sekunde hatte ich sonst noch bei keinem Werk. Bei den Omega 5xx oder dem Longines 43x hatte ich das zentral aber man lernt nie aus.

Hier noch einmal die drei Teile nebeneinander
2015 Longines 9LT - Revision - 24.jpg

Ein weiteres Highlight ist für mich der Anker. Von oben ist er komplett auf hochglanz poliert und angliert. Besonders schön sieht das in Kombination mit den assymterischen Palettenarmen aus. Die Steine sind von oben ohne überschüssiges Shellack verklebt. Habe so eine Anglierung mal in einer Rolexrevi hier im Forum gesehn aber bei einer 1951 Mittelklasse Longines... Da ging man scheinbar mit sehr viel Liebe zum Detail in den Uhrenbau
2015 Longines 9LT - Revision - 25.jpg

Von unten geht es dann etwas konventioneller zu...
2015 Longines 9LT - Revision - 26.jpg

Hier noch ein schönes Detail. So viele Steine so nah bei einander in einem symmetrischen Dreieck sieht man auch nicht alle Tage
2015 Longines 9LT - Revision - 27.jpg

Die Rostspuren auf den Platinen werden noch mit Rostumwandler eingepinselt (Phosphorsäure) und gehen nach 5 Minuten nochmal ins Ultraschallbad. Das hilft ganz gut.

Zwischenzeitlich sind auch alle Zahnräder, Kloben und das Werk nochmal durchs Bad gegangen und der Zusammenbau geht wieder los. Die Triebe/ Zapfen der Teile sahen alle gut aus. Also keine Arbeit für die nicht vorhandene Rolliermaschine ;)
Als erstes ist besagter Sekundentrieb dran. Ich lockere die Schraube der Friktionsfeder auf der anderen Seite (scheint oben durch den Rubin durch), drehe das Werk und fädele den Trieb wieder ein.

2015 Longines 9LT - Revision - 28.jpg

Danach kommen der Anker...
2015 Longines 9LT - Revision - 29.jpg
und der Kloben
2015 Longines 9LT - Revision - 30.jpg

Der Lagerstein des Sekundentriebs muss wohl irgendwann mal hochgestanden haben (Schraube nicht festgezogen) Jedenfalls ist der Rubin ziemlich angeschliffen. Vielleicht an den Unruh-Speichen?
2015 Longines 9LT - Revision - 31.jpg

Sodann geht es wieder an den Zusammenbau. Das Federhaus wird einfach unverrichteter Dinge wieder zugemacht. Hier sieht man auch den erfolgreichen Einsatz des Rostumwandlers (aus meiner Autoschrauberkiste) auf den Platinen. Der grüne Ölschmodder ist auch weg.

2015 Longines 9LT - Revision - 32.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Bevor ich die Platine aufsetze werden die Triebe der Zahnräder möglichst genau ausgerichtet.
2015 Longines 9LT - Revision - 33.jpg
Dann flutschen die Zapfen in die Löcher. Auch hier ist das Mikroskop wiedermal Gold wert.
2015 Longines 9LT - Revision - 34.jpg
Auf der anderen Seite demontiere ich das Gesperr, soweit wie ich es zum fetten benötige. Aufzugsrad, Wechselrad, Vorgelegerad werden auch demontiert in der Spüllösung geschwenkt, trocken gepustet, die Achsen gefettet und das ganze wieder remontiert. Warum so kompliziert. Ich hatte 3 Fälle (2 davon richtig schöne Werke) wo diese Teile (Winkelhebelfeder und Konsorten) beim Demontieren auseinandergebröselt sind. Die Teile waren allesamt vorgeschädigt aber da ich größtenteils an gerocktem EBaymaterial schraube und ich noch nicht rausgefunden habe wo ich bezahlbare Teile herbekomme demontiere ich das Zeug häufig lieber nur teilweise und fette es im eingebauten Zustand. Hab mal nach drei Monaten so eine "Pfusch-Revison" von mir wieder aufgemacht und keine Beschädigungen durch Korrosion (Reinigungsmittelreste) feststellen können. Für den Gang sind die Teile nicht relevant und die Mechanismen (Aufzug, Datumsschnellverstellung etc.) arbeiten normalerweise ohne Probleme. Allerdings weiß ich:

Fachgerecht müsste ich das Zeug komplett demontieren, reinigen und remontieren...

Hier noch ein Bild vom gefetteten Aufzugstrieb im Vergleich zu der Schmierstrategie meines Vorgängers an dem Werk (siehe Anfang des Berichtes)
2015 Longines 9LT - Revision - 35.jpg

Bevor ich die Unruh einbaue werden noch das versteckte Lager des Sekundentriebs und die Ankerpaletten geölt. Epilamisierung spare ich mir bei einem 18000 Werk (Halbschwingungen pro Stunde). Das mache ich erst ab 21600 oder eher noch höher.

Geölt wird übrigens mehr oder weniger nach ETA 2824 Schmierplan. Also Öl-Sortiment von Möbius. Ich verwende ein Fett, ein schwergängiges Öl (rosa=, für dicke Zapfen, was leichtgängiges (grün) für Dünne Zapfen und die Unruh und was gelbes für die Ankerpaletten. In meinem Ölnapf hab ich leider gerade keine Beschriftung. Kann das aber gerne nochmal nachschauen. Graphitfett fürs Federhaus etc. nehm ich nicht. a) hab ich keins b) sieht man dann immer nicht ob die Teile verschmoddert oder nur schwarz gefettet sind.

Vor dem Einbau kommt noch die kleinste Schraube die ich je gesehen habe. Den Deckstein des unteren Steinlagers habe ich vor dem Rostumwandler Reinigungsgang demontiert und nun wird er nach Aufbringens eines Tropfen Öls wieder remontiert.

Vorteil: Der Deckstein in der Metallfassung klebt nicht durch irgendwelche Kapillarkräfte am Ölgeber wenn man Pech hat (Gewicht)

Nachteil: Das Einschrauben ist fummeliger als ne Incabloc Feder.

Sagte ich schon dass ich Kleinteile hasse, die in zittrig geführten Pinzetten durch die Gegend fliegen (insbesondere wenn Sie ohne Mikroskop aussehen wie Dreck?

Naja also Plättchen aufgelegt, Schraube eingelegt und nun ins Gewinde bringen. Solche Schrauben mit dem Schraubenzieher einfach einzuschrauben habe ich aufgegeben. Sobald ich Gewicht draufsetzte besteht eine 30% Chance das sie verkanten und wegspringen = Game Over
Also versuche ich sie mit der Pinzettenspitze leicht anzudrehen bis sie einen Gewindegang greifen. Dann erst kommt der Schraubenzieher. Leider war die hier auch noch magnetisch. Das machte es nicht einfacher. (Solche Teile packe ich auch ungern in Tüten zum Entmagnetisieren) Ich bin froh wenn ich sie aus dem Werk ins Schälchen und wieder zurück bekomme ;)

2015 Longines 9LT - Revision - 37.jpg
Naja es hat jedenfalls geklappt und da ich einen passenden Schraubenzieher besitze, hab ich auch keine weiteren Schleifspuren hinzugefügt. Die Friktionsfeder rechts habe ich auch gleich ein bischen nachgebogen, minimal geölt und wieder mit minimalem Druck auf den Trieb verschraubt.

Minuterohr wird noch gesetzt. Zeigerverreibung war vor Revision schon super also ist hier nicht viel zu tun. Die Winkehebelfeder etc. im Gesperr sind übrigens alle perfekt poliert. Leider sieht das bei meiner Kamera- und Beleuchtungstechnik von oben dann immer Schwarz aus. Aber auch das findet man bei meinen Uhren selten. Das gibt es z.B bei dem asonsten sehr schön Omega 561 nicht...
2015 Longines 9LT - Revision - 40.jpg

So Unruh wird eingebaut und das Werk aufgezogen. Die Sperrklinkenfeder simuliere ich dabei mit meinem Fingernagel als Gegenhalter.
2015 Longines 9LT - Revision - 36.jpg

Jetzt Öle ich alle übrigen Lager (außer Anker natürlich) Das Lager unter dem Wechselrad war auch schon vorher dran. Interessant ist hier noch einmal hervorzuheben, dass die Uhr zwar 17 Jewels hat aber , das Minutenrad komplet in Metall gelagert ist. Die zwei gewonnenen Jewels werden ja für den zusätzlichen Sekundentrieb verbraten. Ich nehme an, dass es wieder einmal Besteuerungsgründe (USA) hatte, warum man nicht einfach auf 19 Jewels gegangen ist.

Hier noch einmal eine Nahaufnahme vom Unruhsteinlager. Was man hier sehr schön sieht ist der dunkle Ölkreis und das es trotz beim Reinigen nicht zerlegten Lagers schön sauber geworden ist.
2015 Longines 9LT - Revision - 39.jpg

Da es hier keine Datumsscheibe oder so etwas gibt ist es damit so gut wie geschafft. Die erste Justage auf der Zeitwaage bringt eine große Überraschung:
2015 Longines 9LT - Revision - 41.jpg

Das Werk hat ohne eine Korrekturmögichkeit für den Abfallfehler in ZB unten einen Abfallfehler von 0 ms!!
Die Amplitude ist ganz ok. Allerdings habe ich im Netzt nichts zum Hebewinkel dieses Werkes gesagt. Nachdem ich letztens am eigenen Beispiel gelernt habe, dass ein Omega 2500B Coax einen Hebewinkel von 30° hat (aus 330° werden dann 260°) bin ich mit der Euphorie etwas zurückhaltender geworden. Auch hier wäre ich für eine Info zum Hebewinkel des 9LT dankbar!

Ansonsten sieht die Kurve für ein Werk mit Wasserschaden und ramponierten Komponenten sehr gut aus. Der abgeschliffene Ankeradzahn zeigt sich auch nicht. Die leicht schwankende Kurve deuten vielleicht auf Spiel oder abgenutzte Zahneingriffe im Räderwerk hin. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden.
 

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scibird

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Das Sperrad hab ich übrigens auch nochmal nachgeschliffen vor der Montage.Kratzer und Rost gingen zum Teil weg. Allerdings habe ich obwohl ich mich an den Strich gehalten habe den schliff auf meinem weichen Schleifpapier (Micromesh) nicht ganz erhalten können. Auf dem Foto ist es ganz ok, die Lichtreflexe sehen aber etwas speziell aus, da es am Rand stärker angeschliffen wurde als in der Mitte :(

Auf der ZB seite werden noch schnell Stundenrad + Friktionsfeder (oder wie dieses Goldblättchen heisst) eingelegt und dann das ZB wieder verschraubt. Noch ein Tipp: Vor dem Ultraschallbad diese ZB Schrauben unbedingt wieder festschrauben sonst rütteln die sich lose und man muss sie wieder einfädeln. Nervt...

Nach dem reinigen von ZB (nur Rodico) und der Zeiger (Ultraschall) werden diese wieder gesetzt. Anbei ein paar Nachaufnahmen. Da hilft weder reinigen noch Polieren :(
2015 Longines 9LT - Revision - 42.jpg
2015 Longines 9LT - Revision - 43.jpg
2015 Longines 9LT - Revision - 44.jpg

So sieht die Uhr dann wieder zusammengebaut aus. Das Gold Gehäuse ist extrem mitgenommen. Habe ein wenig polier, befürchte aber dass die Kanten zu schnell rauskommen. Hat da jemand Erfahrung wie sich das bei diesen Uhren verhält? Die haben soweit ich weiß eine Walzgoldauflage. Keine elektrolytische Beschichtung. Vielleicht kann man da doch noch was rausholen?

2015 Longines 9LT - Revision - 45.jpg

Die Spirale habe ich im eingebauten Zustand noch etwas nachgebogen, so dass in der jusierten (Zeitwaage) Position im Stillstand die Spirale mittig im Schlüssel steht. Vorher lag sie einseitig an, was glaube ich zu ziemlich großen Isochronismus-Fehlern führt.

Aktuell macht die Uhr zusammengebaut in allen Lagen nach Justage +/- 15 bei Vollaufzug. Das ist meiner Meinung führ den Spiralenzustand unglaubwürdig gut. Aber mir soll es recht sein. Das mit dem Spirale lösen und nachbiegen werden ich also definitiv an einem anderen Opfer ausprobieren ;) Am Arm kann ich sie nur Testen wenn ich das Werk ausbaue um die Sperrklinke beim Aufziehen mit dem Fingernagel zu kontern. Vielleicht probier ich das mal nen Tag. Alles im Bereich +/- 30 Sekunden am Arm Werte ich persönlich als Erfolg.

2015 Longines 9LT - Revision - 46.jpg


Ich habe gerade nochmal in der Buch gestöbert. Aus USA gibt es ganze Werke zum Ausschlachten aber dann bin ich mit Versand und Zoll so um die 80 € los. Bei Cousins habe ich nichts gefunden. Daher:

Hat jemand eine günstige Quelle für eine Sperrklinkenfeder + Schraube für ein Longines 9L / 9LT rumliegen (für unter 80 € ;) Eine Ersatz-Aufzugsfeder nehme ich auch gerne.

Ansonsten bin ich wie gesagt recht zufrieden mit dem vorläufigen Ergebnis und hoffe das Verfolgen hat Spaß gemacht. Auch wenn das Vorgehen vielleicht unkonventionell war,gibt es wenigstens ein paar schöne Bilder von einem zumindest von mir stark unterschätzten Werk.
 
nobrett

nobrett

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Eine recht ungewöhnliche Herangehensweise, die mich an meine eigene Anfangszeit erinnert. :-D
Aber letztendlich ist es ja gut gegangen und der Erfolg zählt.

Die Sperrklinkenfeder kannst Du auch selbst anzufertigen versuchen. Ein Stück passend gebogener Federdraht, der von der Schraube gehalten wird und sich and der Kante abstützt würde auch funktionieren. Nicht ganz original, aber viel besser als der Fingernagel.

Gruß
Norbert
 
uhrenbastler

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Ein toller Revisionsbericht, vor allem die Detailfotos sind sensationell gut! Vielen Dank!

Ciao
Christoph
 
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scibird

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@Norbert: Danke für den Tipp. Ich befürchte allerdings dass die Schraube komplett auseinanderbröselt beim lösen. Aber Versuch macht klug... Wo kriegt man passenden Federraht her. Ich habe nur welchen bis 0,5mm Durchmesser gefunden. Ich nehme aber an das ist zu dick?

@ Christoph: Freut mich wenn es Dir gefällt. Vielleicht konnte ich damit ja mal was an das Forum zurückgeben...

gleich geht es weiter...

--- Nachträglich hinzugefügt ---

So nach dem das mit dem Werk doch recht positive Ergebnisse hervorgebracht hat, werde ich die Uhr heute mal am Arm ausführen um Reserve und tatsächlichen Gang zu ermitteln.
Aber so sieht sie ja noch zu abgerockt aus...

Ich geh das Risiko mal ein sie zu polieren. An einer Kante befindet sich schon ein Riss. Sieht aber eher nach Produktionsfehler aus. Das Gehäuse wurde wie so oft auch schon diverse male mit dem Schraubenzieher geöffnet.. also kann es nur besser werden.

1. Versuch: Polieren mit Nassschleifpapier (Micromesh 12000)
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 1.jpg

Besser als nix aber die kleinen Pünktchen (Sand eingedrückt?) gehen so nicht weg, die großen Kratzer ohnehin nicht.
Um das Gold nicht komplett runterzuschleifen fasse ich folgenden Plan:
Ich schleife alles mit Micromesh 2400 vor und arbeite dann so lange mit feinen schleifpapierkörnungen weiter bis die Schleifspuren weg sind. Habe auch eine improvisierte Poliermaschine (Dorn auf Schleifmaschine) aber damit bin ich zu schnell durchs Gold befürchte ich...

Also hier Version in einmal in gold matt... Das Glas konnte man sanft mit den Fingern herausdrücken.
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 2.jpg

Ich schleife erstmal Kantenschonend weiter von Hand (4000, 8000, 12000) Dann geht es ganz vorsichtig ud mit wenig druck und Polierpaste an die Maschine. Danach sieht es schon ganz passabel aus. Das Glas war auch schon mit Acrylgaspolitur (Handarbeit) dran...
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 3.jpg

Dann inspiziere ich mal unter dem Mikroskop... Der Schriftzug ist sehr schön erhalten geblieben
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 4.jpg

Hier sieht man die Kante. Ich habe aber das Gefühl unter dem Riss ist auch noch Gold. Vielleicht wurden hier die Walzgoldplatten nicht gut aneinander gefügt. Weiß jemand wie man Walzgoldauflagen aufgebracht hat damals??
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 5.jpg

Hier sieht man am Rand ganz gut die Dicke des Walzgoldes (also kein Vergleich mit 20 Mikron galvanisch aufgebrachtem Gold...)
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 6.jpg

und hier noch einmal das Werk eines Schraubenzieher oder etwas ähnlichem... Den tiefen Kratzer werde ich drin lassen. Das schöne Zebramuster sind meine Fingerabdrücke ;)
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 7.jpg

Ich poliere so lange weiter die Stellen mit der Maschine, die unter dem Mikroskop noch Schleifkratzer haben. Die Macken, die dann noch übrig sind lass ich drin.
Abschließend wird das Glas eingesetzt (wieder Finger) und das Werk eingeschalt. Final zieh ich Latexhandschuh an und polier die zusammengebaute Uhr mit CapeCod Poliertüchern. (die rosanen)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

und hier die Fotos des finalen Ergebnisses (vorbehaltlich Sperrklinkenfeder + Schraube und evtl. Aufzugsfeder)

Das Werk schlägt kräftig (heute morgen bei Vollaufzug 265-315°, in 5 Lagen - 11 bis +12)
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 8.jpg
Die übrigen Bilder sprechen für sich (eine Originalkrone wär vielleicht noch was...)
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 9.jpg
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 10.jpg
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 11.jpg
2015 Longines 9LT - Gehaeuseaufarb - 12.jpg
 
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Dsigner

Gast
Ein wirklich schöner Bericht mit tollen Mikroskopfotos. Dann hoffe ich, dass Du die fehlenden Teile noch irgendwie an Land ziehen kannst und sie dann wieder, ohne jedesmal geöffnet zu werden, aufgezogen werden kann.

Danke dafür :super:
 
S

scibird

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Da ich immer noch nach Ersatz-Sperrklinkenfeder + Befestigungsschraube sowie Ersatz-Aufzugsfeder suche:
Habe gerade herausgefunden, dass das Werk nicht nur unter der Bezeichnung 9LT läuft, sondern auch unter der Bezeichnung 25.17 ABC. Ich könnte mir auch vorstellen, das das Kaliber 9L / 25.17 in vielen Teilen identisch ist. Bei Cousins gibt es aber nur Aufzugswellen und Unruhwellen. Vielleicht findet ja jemand ein Tütchen...

Ansonsten ist die Uhr nach 24 Std am Arm / auf dem Nachttisch bei 3,2 Sek/Tag Abweichung. Die Uhr ging erst deutlich vor (14 Sek) Das hat sich dann aber mit nachlassendem Aufzug wieder kompensiert. Wie stabil der Wert bei identischem Trageverhalten ist werde ich erst rausfinden, wenn ich die Ersatzteile habe. Jetzt nach 29 Std tickt sie immer noch fröhlich, die Amplitude ist aber 55° runtergegangen. Ursprnglich sollte die Uhr 42 Std Gangreserve haben, 30 Std reichen mir aber auch. Das heisst vordringlich ist für mich das Auffinden der Sperrklinkenfeder. Um auf Norberts Vorschlag zurückzukommen. Hat jemand einen Tipp für mich wo ich geigneten Federstahldraht zum selber herstellen herkriege?

Beim Suchen mit 25.17ABC anstelle 9LT habe ich auch den korrekten Hebungswinkel ermitteln können. Dieser liegt bei 47°. Dadurch reduzieren sich alle Amplitudenangaben in dem Thread um 10%.
 
S

scibird

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Die Klinkenfeder hab ich noch nicht bekommen. Ich spekuliere da eher auf ein Ersatzwerk zum Teile klauen aus der amerikanischen Bucht. Zwischenzeitlich habe ich aber von cousinsuk eine Ersatzfeder besorgt. Danke nochmal für den Tipp Philipp.

Der Vollständigkeit halber - falls das nochmal irgendwann jemand liest und ein ähnliches Bild am Federhaus vorfindet:

Die Feder war NICHT gebrochen. Ähnlich einem Automatikwerk aber hier mit einer anderen Funktion ist noch ein zweites Federstück angenietet. Dieses dient zum Einhaken in die Federhauswand beim Aufziehen. Habe trotzdem die neue Feder eingebaut. Hier die Fotos von der alten. Diesmal nur mit dem Handy ;) IMG_3178.jpgIMG_3176.jpgIMG_3174.jpg

Ich habe auch versucht die alte Klinkenfeder auszubauen. Mit dem Rost keine Chance. Da ich mittelfristig wie gesagt eine Ersatzplatte inkl. Klinkenfeder brauche, versuch ich mir vielleicht mal eine Klinkenfeder selber zu basteln und einzukleben. Ich werde berichten...
 
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