Revision Felsa 760 - Vintage mit Gangreserveanzeige

Diskutiere Revision Felsa 760 - Vintage mit Gangreserveanzeige im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Auf Wunsch von Norbert "nobrett" zeige ich hier die Revision einer Brera Vintage Uhr mit Felsa 760 Die Uhr ist in ziemlich abgerocktem Zustand...
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scibird

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Auf Wunsch von Norbert "nobrett" zeige ich hier die Revision einer Brera Vintage Uhr mit Felsa 760
Die Uhr ist in ziemlich abgerocktem Zustand. Der Preis war in Ordnung und ich habe Sie eigentlich auch nur gekauft, weil ich mal praktisch herausfinden wollte wie eine Gangreserveanzeige funktioniert.
Von vorne gab es offensichtlich mal einen Wasserschaden und die Gangreserveanzeige funktioniert auch nicht oder der Zeiger ist falsch gesetzt.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 1.jpg
Das Werk selbst ist ziemlich verdreckt, hat aber noch eine ganz akzeptable Amplitude.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 2.jpg
Da ich aufgrund des zunächst nicht vorhandenen Feedbacks meines letzten Berichtes eigentlich keinen Revisionsbericht geplant hatte, hab ich zunächst nur "Erinnerungsfotos" mit dem Handy gemacht.
Die Zerlegung lief nach "Standard". Auf besonderheiten gehe ich beim Zusammenbau ein. Ich zeige trotzdem mal die Fotos als Hilfe für jemanden, der mit wenig Routine mal ein Felsa 760 zum Basteln vor sich hat.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 3.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 4.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 5.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 7.jpg
Hier kam für mich die erste Überraschung... Im Federhaus steckt eine normale Handaufzugszugfeder obwohl wir hier ein Automatikwerk haben??? Erst habe ich gedacht da hat jeder improvisiert bzw. gepfuscht. Komisch war nur, dass im Federhaus für diese Feder eine Nase zum Einhaken vorhanden ist. Nunja erst einmal weiter zerlegen.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 6.jpg
Hier geht es weiter mit der schon teilzerlegten Datumsseite. Oben rechts gibt es schon einmal den ersten Blick auf den Mechanismus der Gangreserveanzeige
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 8.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 10.jpg
Hier ein Blick auf die Einzelteile. Das Federhaus wird noch zerlegt und gereinigt. Die Feder wird nur abgewischt und leicht gefettet.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 11.jpg
Alle anderen Teile gehen durchs Ultraschallbad. Zum Verfahren bzgl. Unruhe und Stoßsicherungen verfahre ich wie in meinen anderen Revisionsberichten.

Viele Teile müssen aufgrund der starken Verschmutzung nochmal mit dem Pinsel gesondert gesäubert werden und gehen ein zweites mal durchs Ultraschallbad.
Dann geht der Zusammenbau wieder los. Zunächst werden Federhaus und Räderwerk wieder eingesetzt. Hier sieht man auch wieder das bereits bei der Longines 340 bechriebene doppelte Kleinbodenrad
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 14.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 13.jpg
Allerdings handelt es sich diesmal um die vernietete Variante, die ich per Tauchschmierung öle. Bei dem Longines Bericht habe ich den Kraftfluss eingezeichnet und den Sinn der Konstruktion erklärt.
Wer mag kann ja mal den Kraftfluss hier selbst nachvollziehen, es ist ein kleiner Unterschied vorhanden ;)
Nach Aufsetzten der Räderwerksbrücke sieht das dann so aus.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 12.jpg
Beim Zusammensetzen des Automatikgetriebes kommen die nächsten Überraschungen...

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hier sind die Zahnräder wieder eingesetzt.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 15.jpg
Spannend ist das letzte Zahnrad in der Reihe, dass die Kraft auf das Federhaus überträgt.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 16.jpg
Das Zahnrad ist zweigeteilt. Die beiden Hälften sind über eine Rutschkupplung verbunden. Das ist das einzige Automatikwerk dass ich kenne, bei dem das Automatikgetriebe nicht durch eine Schleppfeder im Federhaus geschtzt wird, sondern durch eine Rutschkupplung in einem der Getriebezahnräder. Wer weitere Kaliber mit solch einem Mechanismus kennt ist herzlich eingeladen, dass hier mal mit Fotos zu dokumentieren. Der Aufzug durch den Rotor ist hier auch sehr simpel gelöst, ein beweglicher Arm, auf dem ein kleines Zahnrad montiert ist.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 17.jpg
Schließlich kommt die dünne Abdeckplatte wieder drauf. Vorher darf nicht die Feder für die Sperrklinke vergessen werden (erkennbar auf den Demontagebildern)
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 18.jpg

Für heute reicht es erst einmal. Als nächstes kommt der spannend gemachte Gangreservemechanismus.
 
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pearl.harbour

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Vielen Dank für´s zeigen und auch für das Retten scheinbarer Ruinen!

Viele Grüße

Markus
 
falko

falko

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Schöner und aufschlussreicher Bericht, Danke fürs Zeigen!
Vor einiger Zeit hatte ich eine Otero 48 auf dem Tisch. Diese hat auch eine patentierte Rutschkupplung (Oterotest) und einen festen Zaum im Federhaus. Leider habe ich es versäumt, Fotos zu machen. Ich erinnere mich noch an die Schwierigkeiten mit dieser Kupplung. Ich hatte beim Zusammenbau das betreffende Rad ganz leicht geölt und musste dann feststellen, dass der automatische Aufzug nicht funktionierte. Ich habe das Rad daraufhin nochmal in Benzin gereinigt, dann war alles OK.
 
Labrador

Labrador

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Schön, dass du dich nicht hast entmutigen lassen und weiter deine gut bebilderten und spannenden Revisonsberichte hier zeigst.

Ein Felsa mit Gangreserve habe ich auch noch nicht gesehen. Schade, dass das Gehäuse schon so abgeschliffen ist. Was machst damit?

Weiter viel Erfolg und besten Dank,

Jörn
 
nobrett

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Danke. :-D

Meine Uhr sieht auch nicht besser aus - nur dass eben noch Teile fehlen. :-(

Gruß
Norbert
 
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scibird

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@Markus: Gerne, das schöne an den Ruinen ist ja dass man meistens ein großes Erfolgserlebnis hat. Wenn ich eine neue Speedmaster revisioniere sieht sie danach wahrscheinlich eher schlechter aus als vorher ;), jedenfalls nicht besser
@Gerd: Das ist schön, dass man hier im Austausch so viel spannende Werkstechnologien kennenlernt.. Bei Ranfft hab ich gelesen, dass das Otero 48 erst ne Schleppfeder hatte und dann auf die Rutschkupplung "geupgradet" wurde. Hast Du eine Idee was der Vorteil dieser Konstruktion sein könnte?
@Labrador: Das Gehäuse kam einmal in den Ultraschall um Schmodder und Grünspan zu lösen. Ich habe schon öfters mal mit dem Gedanke gespielt in die Galvanisierung einzusteigen, vornehmlich weil ich gelbgewaschene Omega 550-564er wieder auf Rotgold bringen wollte. Bis jetzt hab ich aber zu viel Respekt vor dem "Gepansche" mit den Chemikalien gehabt. Was würdest Du mit dem Gehäuse machen?
@All: Ich mach hier nachher weiter mit der Beschreibung des Gangreserveanzeigemechanismus. Vielleicht habt ihr noch Bilder von alternativen Funktionsweisen... oder funktionieren die alle gleich?
 
JungHans

JungHans

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Danke fürs zeigen.:super:
Hochinteressante Einblicke die Du uns da gibst.
 
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scibird

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so hier kommt die Gangreserveanzeige (GA). So sieht das ganze zusammengesetzt aus:
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 20.jpg
und hier im Detail
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 20-2.jpg
Ganz rechts befindet sich ein 2 stöckiges Zahnrad,
Wenn wir die obere Ebene abnehmen, sehen wir, dass die untere Ebene mit einem kleinen Zahnrad gekoppelt ist, dass fest mit dem Federhaus verbunden ist (das ragt unter der Platine hervor)
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 21.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 21-2.jpg
Die Welle, auf der das Sperrad auf dem Federhaus sitzt kommt auf der ZB seite heraus (normalerweise ist die hier abgeschnitten und nur gelagert) und endet in einem Vierkant.
Auf dem Vierkant sitzt ein kleines Zahnrad. Hier ein Bild mit der aufgesetzten 2. Ebene und dem Zahnrad:
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 23.jpg
Bis hier sehen wir schon einmal: Wenn man die Feder aufzieht, verdreht sich das Sperrad relativ zum Federhaus. Dieses wird ja durch die Werkshemmung fest gehalten. Über die Sperradswelle und den Vierkant dreht sich ebenfalls das Mini-Zahnrad und überträgt die Drehung auf die obere Ebene des Zahnrads. Läuft nun das Werk ab, ist das Sperrrad durch die Klinke gesperrt (also fix) aber das Federhaus verdreht sich langsam relativ zum Sperrrad. Diese Drehung wird dann auf die untere ebene des doppelstöckigen Zahnrads übertragen. Dem Aufmerksamen Beobachter ist sicher schon aufgefallen, dass es auf dem unteren Zahnrad so eine Art Innenverzahnung gibt. Diese greift in drei kleine Zahnräder, die auf der unteren Seite des oberen Zahnrads vernietet sind:
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 22.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Das mittelgroße innenliegende Zahnrad des obigen Bildes ist wiederum "lose". mit dem Gesamtrad verbunden. Zusammenfassend ergibt sich, das je nachdem ob das Sperrad in Aufzugsrichtung gedreht wird, oder das Federhaus diese Relativverdrehung wieder "einholt" / diesem hinterherläuft, sich das kleine innere Zahnrad welches in das in der Gesamtansicht 2. Rad greift, sich in die eine oder andere Richtung dreht (Rechtsherum bei Aufzug, linksherum beim Ablauf) Diese Bewegung überträgt sich über eine Zwischenübersetzung auf den Trieb auf dem der Ganganzeige-Zeiger sitzt und fertig ist die Darstellung des Aufzugsstatus.
2015-02-14_10h51_23.png

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Das Ganganzeigerad ist nicht durchgehend verzahnt. Auf dem Bild ist das Rad in der 0-Position = Werk vollständig abgelaufen. Durch die Konstruktion kann der Zeiger (wenn z.B. die Kupplung etwas später greift) nicht aus der Skala herauslaufen. Setzt man das Rad vor dem Zusammenbau falsch (in Position Vollaufzug obwohl die Feder entspannt ist), funktioniert die Anzeige nicht.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Vor dem Zusammenbau muss darauf geachtet werden, dass wenn (wie bei mir) die Stoßsicherung zur Reinigung entnommen wurde, diese wieder eingesetzt werden muss. Wer sich wundert wass für ein Zahnrad auf dem Stundenrad sitzt?? Das ist Teil der simpelsten/günstigst gefertigten Datumskomplikation, die ich bis jetzt gesehen habe...
Also Deckplatte wieder drauf (ACHTUNG! zuerst muss der Trieb der GA durch ein Mini-Loch eingefädelt weden.
Dann kommt ein Datumswechselzahnrad rein, in welches ein Loch eingestanzt und das Material als Nase nach oben gebogen wurde. Damit das Datum nicht hin und her wackelt, wird ein Metallscheibchen per Feder in die Zacken auf dem Datumsring gedrückt. Man hat den Eindruck, dass der Ingenieur das Geld für die GA hier wieder einsparen musste.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 24.jpg
Der Mechanismus funktioniert einwandrei. Einziger Nachteil: Mann muss wirklich 24 Std vor oder zurückkurbeln um das Datum zu verstellen und das Datum braucht mehrere Stunden zum Umschalten

So die Unruhspirale sieht top aus:
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 25.jpg
Die Unruh wird eingesetzt und die zweite Stoßsicherung eingebaut.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 26.jpg
Der Rotor wird wieder eingeklinkt und frisch gereinigt und geölt erstrahlt das Werk in neuem Glanz:
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 27.jpg

Was nun folgt, darüber kann man sich streiten. Die Patina des Wasserschadens ist für mich ein Schaden und kein "Charakter" oder Zeugnis eines bewegten Lebens (eher einer feuchten Schublade oder Kellerlagerung).
Was ich jetzt beschreibe geschieht auf eigene Gefahr: Bei ZBs in diesem Zustand, wo also nicht mehr so unendlich viel zu verlieren ist und man mit Rodico nicht mehr weiterkommt (also nicht bei einer Omega Constellation, oder nur etwas Staub) verfahre ich wie folgt:
Ich nehme die Ammoniak-Seife-Reinigungslösung im Ultraschall und schalte das Gerät an. Das ZB stecke ich auf einen Zahnstocher. Nun tauche ich das ZB auf dem Zahnstocher in das Gerät und drehe den Zahnstocher zwischen meinen Fingern. Dies mache ich 5 sek und "schrecke" dann das Blatt in klarem Wasser ab. Das ZB puste ich dann mit einem Ausbläser wieder trocken. In den meisten Fällen wird daduch nur der Schmodder angelöst, nicht aber die gelbliche Lackpatina und schon gar nicht die Schrift. Aber das Risiko einer Anlösung der Lackpatina besteht natürlich immer. Schrift habe ich in diesem Verfahren noch keine ruiniert. Das Verfahren wird so lange wiederholt und das Ergebnis kontrolliert bis der Dreck weg ist oder die Angst der Lackanlösung zu groß. Durch das zwischentrocknen nach jedem Gang versuche ich zu vermeiden, dass der Lack langsam aufgeweicht wird. Nach Bedarf wird noch mit Rodico nachgearbeitet (mindestens die Indices poliert). Die Leuchtpunkte nachsetzen hab ich mir erst einmal gespart, da es schon spät war. Also wurde der Gang des Werkes geprüft (alles bestens) das Werk wieder komplett entspannt (Achtung zwei Klinken 1 x für Automatik, 1x für Sperrrad), Jetzt werden ZB befestigt und alle Zeiger gesetzt. Der GA Zeiger muss jetzt auf Null stehen. Dann wird das Werk aufgezogen und der GA Zeiger bewegt sich so wie es sein soll bis auf Max und bleibt dann dort stehen.
Das Werk wird eingesetzt.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 28.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 30.jpg
Der Gang reguliert (sieht immer noch alles gut aus):
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 32.jpg
und hier nochmal das Ergebnis der ZB Behandlung.
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 29.jpg
2015 Brera Felsa 760 - Komplettrevision - 31.jpg
Der "Dreck", der noch zu sehen ist ist kein Dreck. Hier war die Korrosion bereits durch die silberweiße ZB Beschichtung hindurchgefressen.
Das Gehäuse habe ich nur gereinigt und mit CapeCod handpoliert. Auf Vorschläge hierzu (ist nur sehr dünn goldbeschichtet) bin ich gespannt.

So das war es mit dieser Uhr. Die Mechanik war wiedermal was neues für mich. Falls Ihr meinen Erläuterungen zur GA nicht folgen konntet, versuche ich gerne verbliebene Fragen zu beantworten.

Viele Grüße,

Andreas
 
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Labrador

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Moin Andreas,

toller Bericht mit perfekten Fotos ( und die sogar beschriftet ) - ich weiß wieviel Arbeit da drin steckt. Ein ganz großes DANKE! Dieser Einblick war für mich auch neu.

Eigentlich kann man mit Gehäusen in diesem Zustand sie nur reinigen und eventuell etwas konservieren. Neuvergolden -gibt immer eine viel dünnere Schicht- macht nur Sinn, wenn alle Golddoublereste abgeschliffen wurden, da es sonst keine glatte Oberfläche gibt. Das ist eine Schweinearbeit und meist verändert es auch die Gehäuseform, da einige Stellen tief eingefressen sind.

Beste Grüße

Jörn
 
Baumeister

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Super Bericht, tolle Fotos, einleuchtende Erklärungen.
Ganz vielen Dank für diese Einblicke in eine ganz besondere Mechanik.
 
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dresswatchfan

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Ich bin tief beeindruckt. Schöne Erläuterung mit gelungener Bebilderung!
 
malikka

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Oh , Ich habe jetzt 2x gelesen . Ein tolles Werk zeigst du hier und auch dein prima Bericht dazu , sehr gelungen und super verständlich geschrieben , ein großes Lob von mir . :super:
Danke vielmals . Hat Spaß gemacht zu lesen .
Es scheint vom Prinzip wohl ähnlich gelagert zu sein mit dieser Gangreserveanzeige bei mechanischen Werken
----------------------------------------------------------------------------------------------------.
@All: Ich mach hier nachher weiter mit der Beschreibung des Gangreserveanzeigemechanismus. Vielleicht habt ihr noch Bilder von alternativen Funktionsweisen... oder funktionieren die alle gleich?

---------------------------------------------------------------------------------------------------Machen wir mal einen kleinen Zeitsprung .

Mein letzter Fall war ein modifiziertes Etawerk 7750 aus einer Sinn Klassik mit Gangreserveanzeige . Nur hier schein alles etwas kleiner zu sein .
Den Anfang macht das kleine Trieb auf dem Federhaus , welches auf diesem speziell verlängerten Federkern aufgepreßt wird . Das Rechte Federhaus ist ein normales von einem Eta 7750 ohne GR. Leider ist es hier so , das man das Federhaus nicht ausgebaut bekommt ,ohne das kleine nur 0,25 mm große Trieb abzuziehen . Und das ging verdammt schwer bis wiederwillig .
IMG_2997.jpgIMG_3113.jpg
dann kommen sämtliche Übersetzungen und Brückendurchgänge , ähnlich wie bei deinem Felsawerk . Wobei hier nur.... ein .....kleines Rad frei drehbar auf dem Doppelrad aufgesetzt ist .
IMG_2952.JPGIMG_3119.jpg
Zum Schluß bestimmt die Größe der Anzeige dieser Halbmond der unterm Ziffernblatt sitzt und die Federspannung auf das Anzeigerad überträgt . Zur Begenzung haben wir hier auch nur einen bestimmten Bereich der Verzahnung . Diese kleine Viertelanzeigezähnescheibe kann nach dem Aufsetzen der Datumshalteplatte eingefädelt und angeschraubt werden.
Diese beidenZahnplättchen sind fest vernietet und können nicht entfernt werden . Diese Stellung ist die Nullstellung .
IMG_2947.JPGIMG_2948.JPG

Also ein eigenes kleines Getriebe für die GR . Nur, das bei dem Etawerk die Anzeige nicht so groß dargestellt wird . Etwas mehr ,als ein Viertel vom 360 °Kreis . Schätze so 120 ° Anzeige
Grüße Malikka
 

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scibird

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Hallo Malikka,

vielen Dank für Dein super bebildertes, 2. Beispiel für eine Gangreserveanzeige (GR). Ich muß gestehen so 100% durchgestiegen bin ich noch nicht aber das ist eben immer einfacher wenn man die Rädchen vor sich hat und sie drehen und wenden und damit spielen kann. Wenn Du Deine Kiste abgearbeitet hast, kannst Du mir ja noch mal ein paar Tipps geben. Derweil habe ich Deine Bilder mal etwas beschriftet um den Mitknobelnden die Diskussion zu erleichtern...

So auf diesem Bild (anklicken für größer!) sehen wir der Anfang ist gleich. 1 verdreht sich mit dem Sperrrad, 1' (man sieht nur zwei Messingzähne) verdreht sich mit dem Federhaus. Zur besseren Vergleichbarkeit habe ich auf allen Bildern 3 Uhr und den GR Zeiger markiert.
2015-02-15_12h28_21.png
1 dreht direkt das große Stahlrad 3, 1' dreht als Zwischenrad 2',

>>>Wo greift nun 2' ein??

Über 2, 2' und 3 wird jedenfalls 5 bei Aufzug rechtsherum und bei Ablauf linksherum gedreht. Der Mechanismus insbesondere aufgrund von dem unbekannten Partner von 2' ist mir nicht ganz klar. Offensichtlich wird 1 über 2'' und den Keil, der aussieht wie die Herzen bei einer Chrono-Schaltung gegen eine Feder gekontert? Ich nehme an, das gehört zum Gesamtmechanismus. Bei dem Felsa wird ja nur der Grad der Verdrehung zwischen Sperrrad und Federhaus gemessen. Eine Drehmomentmessung wäre ja wahrscheinlich sinnlos, da es sich ja nur am Ende und am Anfang des Aufzugs ändert. Aber irgendwie wird man es wohl brauchen?

2015-02-15_12h54_34.png
Ab 5 wird es wie gesagt einfach. Mir war nur aufgrund des verdrehten Bild 1 nicht klar wo denn jetzt der GR Zeiger sitzt. Die einzige Frage hier: Wozu ist der Steg an der großen Zahnradscheibe. Sieht wieder aus wie ein Federmechanismus aber wogegen federt der?
2015-02-15_13h09_31.png

Also wie gesagt: Vielen Dank für Deinen spannenden Beitrag, wenn es die Zeit erlaubt würde ich mich über weitere Erläuterungen freuen!

Viele Grüße,

Andreas
 
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