Recht oder Unrecht - Fragen und Diskussion

Diskutiere Recht oder Unrecht - Fragen und Diskussion im Small Talk Forum im Bereich Community; Hallo! Ich würde da keine Problem sehen, solang die Voraussetzungen für Kurzarbeit erfüllt sind und du auch nicht-krank in Kurzarbeit geschickt...
A.l.e.x.

A.l.e.x.

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Hallo!

Ich würde da keine Problem sehen, solang die Voraussetzungen für Kurzarbeit erfüllt sind und du auch nicht-krank in Kurzarbeit geschickt werden könntest (und danach krank wirst, was sich ja auch keiner wirklich aussuchen kann).

Wenn die gesetzliche Regelung so ist, dass der Staat dann einen Teil zahlt (das kann ich nicht beurteilen), dann ist es halt so. Könnte ja auch für den Fall anders geregelt werden.

Aber im Ergebnis - wenn die Voraussetzungen vorliegen - sehe ich überhaupt keine "Strafbarkeit" (wie oben thematisiert).

Gruß,
Alex
 
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Arsene

Arsene

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In Kurzarbeit schicken weil es notwendig ist oder nur deshalb in Kurzarbeit schicken damit der Chef die kosten zu 100% auf den Staat abwälzen kann sehe ich nicht als dasselbe an.
Und ich hoffe auch, dass er damit nicht durchkommen wird.
Mir macht es Gott sei Dank finanziell nichts aus, aber für manche Kollegen die Miete zu zahlen haben und die Frau nicht arbeiten gehen kann, da sie zu Hause auf mehrere Kinder aufpassen muss wird es sicherlich eng werden.
 
A.l.e.x.

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In Kurzarbeit schicken weil es notwendig ist oder nur deshalb in Kurzarbeit schicken damit der Chef die kosten zu 100% auf den Staat abwälzen kann sehe ich nicht als dasselbe an.
Und ich hoffe auch, dass er damit nicht durchkommen wird.
Mir macht es Gott sei Dank finanziell nichts aus, aber für manche Kollegen die Miete zu zahlen haben und die Frau nicht arbeiten gehen kann, da sie zu Hause auf mehrere Kinder aufpassen muss wird es sicherlich eng werden.
Hallo!

Was nun, sind die Voraussetzungen für Kurzarbeit gegeben oder nicht? Ich nehme nicht an, dass sie wegfallen, wenn plötzlich Mitarbeiter krank werden? Als arbeitsrectlicher Laie ("reiner" Strafrechtler) stelle ich mir vor, dass sich die Voraussetzungen für Kurzarbeit in einem Unternehmen bei Krankenständen eher intensivieren werden?

"Durchkommen" ist immer so eine Sache - direkt gefragt, wären dir Kündigungen oder eine Insolvenz lieber?

Gruß,
Alex

PS: und ich verstehe schon, dass eine Einbuße von 40% für den einzelnen nicht fein ist, das muss - bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen - aber nichts "illegal" machen. Moralisch fragwürdig ist keine rechtlich fassbare Kategorie.
 
UFKAH

UFKAH

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Ufkahzien
Du hast Hin-/Rückflug zusammen gebucht? Dann würde ich meinen, dass du Anrecht auf Erstattung beider Flüge hast, denn die Gesamtleistung kann nicht erbracht werden
Hallo Corbit,

ja, deine Vermutung ist richtig. Rechtsanwalt meinte so ziemlich das selbe. Aber es wird vermutlich trotz Anspruch nicht so einfach sein das Geld zurück zu erhalten, denn die Buchungs- und Fluggesellschaften sind erstens teilweise kurz vor der Pleite, zweitens hinsichtlich Stornierungen und Anfragen total überfordert, drittens absolut nicht willens zu zahlen, sondern, wenn überhaupt, nur bereit auf Voucher Basis zu erstatten - trotz eindeutiger Rechtslage, die da heißt: Bei Stornierung des Fluges, Geld zurück.

Das wird also mal wieder länger dauern und der Ausgang ist ungewiss.

Gebucht wurde Iberia über Agentur, drei Hin- und Rückflüge nach Kolumbien.
Das war nicht billig und das Geld in den Kamin geworfen zu haben wäre blöd.
Muss mal @Mapkyc fragen, ob er keine Lust hat mir das zu ersetzen. Der ist ja neuerdings so spendabel. :D :prost:
 
Corbit

Corbit

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Gebucht wurde Iberia über Agentur, drei Hin- und Rückflüge nach Kolumbien.
Lieferketten sichern? :D Ich denke nicht, dass du bei Iberia Angst haben musst, dass das Geld weg ist. Die sind zu groß. Ich habe mir für zwei Flüge von Eurowings einen Voucher geben lassen. Da ist die Gefahr schon größer, wenngleich der Betrag auch sicher geringer als bei dir.
 
R

Renegat

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da wo die Sonne aufgeht
Dass darüber noch nichts hier geschrieben wurde?

Der BGH hat heute (25.05.) in Sachen VW Dieselskandal das erste Urteil gesprochen.
VW wurde zur Rücknahme des Fahrzeuges verurteilt, Zug um Zug gegen Zahlung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die mit dem Wagen gefahrenen Kilometer.

Der BGH bestätigt in seinem Urteil eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung des Käufers durch den VW-Konzern.

Und jetzt wird es spannend:
Der Kläger war imho kein (direkter) VW Kunde, sondern er hat seinen VW Sharan bei einem freien Händler gebraucht gekauft.

Wer hat möglicherweise noch Ansprüche?

Jeder, der an dem Sammelklageverfahren des Zentralverband der Verbraucherzentralen teilgenommen hat und dem dortigen VW-günstigen Vergleich zustimmte, ist raus aus der Sache.

Im September 2015 hat VW offiziell Manipulationen eingeräumt.

Wer seinen VW nach diesem Zeitpunkt gekauft hat, konnte wegen bestehender Kenntnis vom Motorenproblem nicht mehr vorsätzlich sittenwidrig geschädigt werden und dürfte damit raus sein ....

Die "normale", regelmäßige Verjährungsfrist läuft 3 Jahre ab Schluß des Jahres der Anspruchsentstehung und Kenntnis von Schaden und Schädiger - die Frist würde hier also mit Ablauf des 31.12.2015 begonnen haben.
Danach galt bisher überwiegend, wer bis zum 31.12.2018 keine Rechtshängigkeit herbeigeführt hat oder in ernsthaften Vergleichsverhandlungen mit VW stand, der wäre raus.

Allerdings gibt es Gerichte, die auf ein offizielles VW Schreiben aus dem Jahre 2016 abstellen, was dann den Eintritt der Verjährung mit Ablauf des 31.12.2019 bedeuten würde.

Und dann gibt es noch Gerichte, die den Verjährungsbeginn frühesten mit erster höchstinstanzlicher Entscheidung - also der Entscheidung des BGH vom 25.05.2020 - verbunden sehen.
Danach hätte die Verjährungsfrist am 25.05.2020 erst zu laufen begonnen und würde danach am 31.12.2023 enden.

Aber!

VW ist nach bisherigen Pressemitteilungen wegen (strafbarer) vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt worden.

Ansprüche aus unerlaubter Handlung verjähren aber erst nach Ablauf von 10 Jahren (§ 852 BGB)!
D.h. selbst nach der für VW günstigsten Fristenberechnung endet die Verjährung danach frühesten im September 2025 .... oder 2026 oder sogar erst mit Ablauf des 25.05.2030 ....

VW hat unmittelbar nach der Urteilsverkündung noch auf dem Gerichtsflur erklären lassen, VW werde an alle noch betroffenen Kunden mit einem "Angebot" herantreten.
Da VW ganz offenkundig kein Interesse an der Rücknahme von zigtausenden uralten Gebrauchtfahrzeugen hat, ist ein Schelm, wer sich dabei arges denkt ....

Die Veröffentlichung des Urteils wird jedenfalls mit Spannung erwartet.

Am Rande:
Vorige Woche sind die ersten beiden Strafverfahren gegen zwei verantwortliche Konzernlenker gegen Auflage der Zahlung in Höhe von jeweils 4,5 Mio Euro eingestellt worden, so dass es keine strafrechtliche Verurteilung gibt. Die 9 Mio hat VW unmittelbar an die Staatskasse gezahlt.

Mein Respekt an die VW Anwälte!
Seit dem 25.05.2020 wäre eine Verfahrenseinstellung gegen Zahlungsauflagen im Strafverfahren nur noch schwer zu vermitteln gewesen ....
 
Arsene

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Dass darüber noch nichts hier geschrieben wurde?

Der BGH hat heute (25.05.) in Sachen VW Dieselskandal das erste Urteil gesprochen.
VW wurde zur Rücknahme des Fahrzeuges verurteilt, Zug um Zug gegen Zahlung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die mit dem Wagen gefahrenen Kilometer.

Der BGH bestätigt in seinem Urteil eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung des Käufers durch den VW-Konzern.

Und jetzt wird es spannend:
Der Kläger war imho kein (direkter) VW Kunde, sondern er hat seinen VW Sharan bei einem freien Händler gebraucht gekauft.

Wer hat möglicherweise noch Ansprüche?

Jeder, der an dem Sammelklageverfahren des Zentralverband der Verbraucherzentralen teilgenommen hat und dem dortigen VW-günstigen Vergleich zustimmte, ist raus aus der Sache.

Im September 2015 hat VW offiziell Manipulationen eingeräumt.

Wer seinen VW nach diesem Zeitpunkt gekauft hat, konnte wegen bestehender Kenntnis vom Motorenproblem nicht mehr vorsätzlich sittenwidrig geschädigt werden und dürfte damit raus sein ....

Die "normale", regelmäßige Verjährungsfrist läuft 3 Jahre ab Schluß des Jahres der Anspruchsentstehung und Kenntnis von Schaden und Schädiger - die Frist würde hier also mit Ablauf des 31.12.2015 begonnen haben.
Danach galt bisher überwiegend, wer bis zum 31.12.2018 keine Rechtshängigkeit herbeigeführt hat oder in ernsthaften Vergleichsverhandlungen mit VW stand, der wäre raus.

Allerdings gibt es Gerichte, die auf ein offizielles VW Schreiben aus dem Jahre 2016 abstellen, was dann den Eintritt der Verjährung mit Ablauf des 31.12.2019 bedeuten würde.

Und dann gibt es noch Gerichte, die den Verjährungsbeginn frühesten mit erster höchstinstanzlicher Entscheidung - also der Entscheidung des BGH vom 25.05.2020 - verbunden sehen.
Danach hätte die Verjährungsfrist am 25.05.2020 erst zu laufen begonnen und würde danach am 31.12.2023 enden.

Aber!

VW ist nach bisherigen Pressemitteilungen wegen (strafbarer) vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt worden.

Ansprüche aus unerlaubter Handlung verjähren aber erst nach Ablauf von 10 Jahren (§ 852 BGB)!
D.h. selbst nach der für VW günstigsten Fristenberechnung endet die Verjährung danach frühesten im September 2025 .... oder 2026 oder sogar erst mit Ablauf des 25.05.2030 ....

VW hat unmittelbar nach der Urteilsverkündung noch auf dem Gerichtsflur erklären lassen, VW werde an alle noch betroffenen Kunden mit einem "Angebot" herantreten.
Da VW ganz offenkundig kein Interesse an der Rücknahme von zigtausenden uralten Gebrauchtfahrzeugen hat, ist ein Schelm, wer sich dabei arges denkt ....

Die Veröffentlichung des Urteils wird jedenfalls mit Spannung erwartet.

Am Rande:
Vorige Woche sind die ersten beiden Strafverfahren gegen zwei verantwortliche Konzernlenker gegen Auflage der Zahlung in Höhe von jeweils 4,5 Mio Euro eingestellt worden, so dass es keine strafrechtliche Verurteilung gibt. Die 9 Mio hat VW unmittelbar an die Staatskasse gezahlt.

Mein Respekt an die VW Anwälte!
Seit dem 25.05.2020 wäre eine Verfahrenseinstellung gegen Zahlungsauflagen im Strafverfahren nur noch schwer zu vermitteln gewesen ....
Soweit ich weiß müssten auch all diejenigen sein, die Ihre Diesel nachrüsten haben lassen (ich meine damit das sehr effektive Software-Update).
 
VinC

VinC

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In Kurzarbeit schicken weil es notwendig ist oder nur deshalb in Kurzarbeit schicken damit der Chef die kosten zu 100% auf den Staat abwälzen kann sehe ich nicht als dasselbe an.
Und ich hoffe auch, dass er damit nicht durchkommen wird.
Man muss hier ein wenig Differenzieren, es gibt einmal die Außenwirkung "der will doch nur sparen und das auf die Allgemeinheit umlegen" und möglicherweise interne Gründe, die einen dazu zwingen.
Folgendes Beispiel: 1 Geschäftsführer + 9 Arbeitnehmer.
Die Arbeitnehmer erwirtschaften 110% ihrer durchschnittlichen Fixkosten, der Geschäftsführer als solches ist keine produktive Kraft und sein Gehalt wird durch die Mehrleistung der AN generiert. Solange nun alle gesund sind hat der GF ein Einkommen von 90% der durchschnittlichen Fixkosten seiner AN, aber er ist bereit aktuell den Gürtel enger zu schnüren, mehr Personal ist keine Lösung und er hat ja noch einen positiven Mehrwert durch jeden Beschäftigten.

Nun fällt einer aus, das führt dazu das seine Bezüge weiterhin fällig sind, die Fixkosten bleiben stehen: das sagt ja bereits der Name. Somit ist der GF also nun unbezahlt und es fehlen 20% um die Fixkosten zu decken.
Wenn er nun sagt "ich schiebe dich in die Kurzarbeit" ist dies am Ende eine vorübergehende Arbeitslosigkeit mit Wiedereinstellung zu späterem Zeitpunkt (Kurzarbeit hört sich nur besser an.)
Dies bedeutet für den Betrieb jedoch das er nicht mehr eine Fehlstelle von 20% hat und somit rote Zahlen schreibt, was ihn über kurz oder lang in die Zahlungsunfähigkeit treibt. Sondern das der GF noch 80% in der Tasche behält und dennoch alle bezahlt werden können.
Im Grunde wird einer auf Kosten aller Steuerzahler aus dem System genommen um die anderen 8 weiterhin als Steuerzahler zu erhalten. 20% hört sich nach einer nicht so großen Fehlstelle an, wenn jedoch die Kasse leer ist und man auf den nächsten Monat hoffen muss, dann nennt sich dies sehr schnell Insolvenzverschleppung.

Alternativ müsste ansonsten betriebsbedingt gekündigt werden, was darin endet das der Kranke mit 60% seiner Bezüge zu Hause sitzt: ergo, an dessen Position ändert sich nicht viel. Nun sagt jemand sicherlich "während der Krankheit kündigen..." es gibt für alles ein Schutzinstrument des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers. Ohne Tarifvertrag und somit Gewerkschaft, ohne Betriebsrat, bei einem kleinen Betrieb: da bedeutet Recht haben etwas anderes als auch Recht zu bekommen, für letzteres bedarf es dann nämlich meist den Klageweg und Ausdauer.
 
thesplendor

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Zur Erheiterung ein Urteil des Amtsgerichts Düsseldorf von gestern (U.v. 26.5.2020, Az. 119 Cs 661/19 ):

Rechtsanwalt hält mit Blaulicht und Kelle Auto an


Ein Düsseldorfer Rechtsanwalt scheint von leichter geistiger Umnachtung geschlagen zu sein, obwohl er mit 49 Jahren noch nicht zu den typischen Demenz-Opfern gehören dürfte.

In der D-dorfer Innenstadt hat er, bekleidet mit Polizeiweste, Lederholster mit Gaspistole, einen seiner Ansicht nach betrunkenen Autofahrer angehalten. Auf seinem Armaturenbrett hatte er außerdem ein Blaulicht angebracht und auch in Betrieb. Wegen Amtsanmaßung und Nötigung bekam er jetzt eine Geldstrafe aufgebrummt.

Verhielte sich ein rechtlicher Laie so, könnte man ihm eventuell noch Unwissenheit zu Gute halten. Aber ein Rechtsanwalt wird wohl wissen, was er da tut. Jedenfalls befürchte ich, dass es mit der Geldstrafe für den Kollegen noch nicht getan ist. Seine Anwaltszulassung dürfte auf dem Spiel stehen. Entweder, weil man sein Verhalten für dem Ansehen der Rechtspflege abträglich hält. Oder, was ich naheliegender finde, weil der Kollege nicht mehr die notwendige gesundheitliche Stabilität besitzt, um den Anwaltsberuf auszuüben. Gemeint ist die psychische Gesundheit. Oder kann es für ein solches Verhalten noch eine andere Erklärung geben?

Bericht auf LTO:
Rechtsanwalt mit Blaulicht unterwegs: Geldstrafe
 
MROH

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Oder kann es für ein solches Verhalten noch eine andere Erklärung geben?
Ich glaube nicht, dass die geistige Gesundheit Relevanz für den Entzug der Rechtsanwaltszulassung spielen dürfte, wenn sich das nicht auch im Strafurteil als verminderte Schuldfähigkeit widerspiegelt. Und selbst die könnte nur temporär angenommen werden.

Da ich aber kein Jurist bin, gebe ich gerne zu, dass mein Gedanke ein Schuss ins Blaue ist. ;-)
 
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Ich glaube nicht, dass die geistige Gesundheit Relevanz für den Entzug der Rechtsanwaltszulassung spielen dürfte, wenn sich das nicht auch im Strafurteil als verminderte Schuldfähigkeit widerspiegelt.
Genau das ist aber die Gesetzeslage. In den §§ 7, 14, 15 BRAO ist geregelt, dass ein Rechtsanwalt eine zur Ausübung des Berufs hinreichende Gesundheit haben muss. Das betrifft insbesondere auch die geistige Gesundheit. Hat die Rechtsanwaltskammer daran Zweifel, darf sie vom Rechtsanwalt verlangen, sich einer ärztlichen Begutachtung zu unterziehen. Ergibt das Gutachten die Unfähigkeit der Berufsausübung, ist die Zulassung zwingend zu entziehen. Auf irgendwelche Strafurteile kommt es insoweit nicht an, diese können bestenfalls ein Indiz darstellen. Verweigert der Rechtsanwalt die ärztliche Begutachtung, ist auch dies ein Grund zur Entziehung der Zulassung.

Interessant in diesem Zusammenhang eine Entscheidung des Anwaltsgerichtshofs NRW:
Anwaltsgerichtshof NRW, 1 AGH 12/09
 
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Nun gut, dann will ich mich mal zu einer kleinen Unsachlichkeit hinreißen lassen:

Nur ein Vollpfosten stellt sich als Polizist verkleidet an die Straße und hält Autos an. Mein Mitleid hält sich also in engen Grenzen. :prost:
 
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Nur ein Vollpfosten stellt sich als Polizist verkleidet an die Straße und hält Autos an. Mein Mitleid hält sich also in engen Grenzen.
Genau. Deshalb habe ich ja Zweifel an der geistigen Gesundheit des Kollegen geäußert. Und wenn er nicht so schlau ist, der Kammer mitzuteilen, dass es sich um die Einlösung einer verlorenen Wette gehandelt habe, sehe ich auch schwarz für ihn.
 
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Aber da haben einige Deiner Kollegen noch ganz andere Dinge abgezogen, die auch keinen Entzug der Rechtsanwaltszulassung nach sich gezogen haben. ;-)
 
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Mir fällt ein ehem. RAF Anwalt ein, der sich jetzt anderweitig orientiert und ein Abmahnanwalt, der kurz vor Haftantritt seine Rechtsanwaltszulassung biologisch verloren hat.
 
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Mir fällt ein ehem. RAF Anwalt ein, der sich jetzt anderweitig orientiert und ein Abmahnanwalt, der kurz vor Haftantritt seine Rechtsanwaltszulassung biologisch verloren hat.
Das sind aber schon Extremfälle. Und ja auch nicht unverschuldet.

Bedauerlicher sind Fälle, bei denen dem Grunde nach gute Anwälte in Insolvenz geraten, weil einer ihrer Sozien einen groben Fehler begangen hat. Dann ist das Leben in "ungeordneten Vermögensverhältnissen" schon für sich ein Grund, die Zulassung zu verlieren. Ebenso kann eine Krankheit, die zur Erblindung führt, ein Widerrufsgrund sein (heute vielleicht nicht mehr) oder eben Geistesschwäche.
 
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Scherox

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Mal eine Frage an die Juristen hier zu dem Todesfall in Minneapolis. Würde in Deutschland juristisch genauso verfahren würden? Wir haben das in der Familie diskutiert.
 
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Exil-Franke in NRW
Mal eine Frage an die Juristen hier zu dem Todesfall in Minneapolis. Würde in Deutschland juristisch genauso verfahren würden? Wir haben das in der Familie diskutiert.
Die Frage lässt sich derzeit nicht beantworten.

1. Der genaue Sachverhalt ist bis jetzt nicht bekannt, bestenfalls Bruchstücke.
2. Ebenso ist unbekannt, wie die us-amerikanische Justiz den Fall abhandeln wird. Vor Abschluss des dortigen Verfahrens kann mangels eines Vergleichsobjekts auch kein Vergleich angestellt werden.
3. Die deutsche Justiz arbeit völlig anders. Aber hie wie da sind es Einzelfallentscheidungen, die in vielen Punkten nicht verallgemeinerbar sein werden.
 
Thema:

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