Quarzchrono Seiko SSC769P1 "Macchina Sportiva"

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Heute will ich euch mal einen Neuzugang vorstellen: einen Solar-Chronographen aus dem Hause Seiko.
In die Welt der Chronographen bin ich zunächst durch eine Speedy-Hommage eingetaucht. Diese ereilte jedoch mit der Zeit das Schicksal aller Hommagen, die ich bisher besaß: Auch wenn das Design ohne Zweifel gelungen ist, stört mich der Hommagenstatus oft nach einiger Zeit, auch wenn qualitativ, in Anbetracht der Preise, nichts einzuwenden ist. Nun sollte ein neuer, etwas eigenständigerer Chrono her. Nachdem diverse Modelle in Augenschein wurden war, schnell klar: Es wird definitv ein Quarzer. Das sanfte Nullen der Totalisatoren, das Aufholen der Zeiger bei Zwischenzeitmessungen ist jedes mal schön zu beobachten - da kommt ein Mechanik-Chrono für mich nicht heran, zumal im anvisierten Preisbereich außer dem ST19xx oder ältere revisionsbedürftige 7750 nichts angeboten wird.
An dem hier vorgestellten Modell bin ich, aufgrund des recht markanten Zifferblatts, immer wieder hängen geblieben, geriet jedoch zeitweilig wieder in Vergessenheit. Ursprünglich war ich an der Moonswatch interessiert und im entsprechenden Diskussions-Faden zeigte jemand wieder genau dieses Modell. Also etwas recherhiert und festgestellt, dass die Uhr wenig besprochen wird. Einige waren hier im MP, 2-3 Webvideos ansonsten eher wenig Resonanz im Vergleich zur höher angesiedelten Speedtimer SSC813, die neben einer ähnlich aussenden Orient (Neo 70s) ebenfalls auf der Liste stand. Sowohl bei der Speedtimer als auch der Orient stören mich deren 24-Stunden-Anzeigen zu sehr, obgleich sie in Sachen Design einiges besser als die 769 machen.
Lange Rede kurzer Sinn: Zugeschlagen, Lieferung am nächsten Tag. Ausgepackt und....leichte Enttäuschung.
Auf den Produktfotos wirken die sechseckigen Felder, die diese Uhr für mich deutlich aus der Masse herausheben, matt-weißlich, was mir prinzipiell gut gefallen hätte. Am Arm schlägt es jedoch, je nach Lichteinfall, eher in einen silber-weißen Ton um. Auch auf dem nachstehenden Wristshot wirkt die Uhr eher wie auf den Produktfotos. Das ZB ist recht dynamisch - das lässt sich auf Fotos wohl zu schlecht einfangen.
Wrist.JPEG

Nach einiger Zeit gefiel mir das Zifferbatt bzw. die Uhr an sich immer besser und nun bekomme ich sie gar nicht mehr vom Arm. Die einzelnen Felder weisen jeweils eine sehr feine linienförmige Struktur auf, deren Ausrichtung sich von Feld zu Feld um jeweils 90° Grad dreht. Je nach dem, wie die Uhr zum Licht steht, wirken sie mal heller oder dunkler, dies jedoch immer abwechselnd. Die Hexagone finden als Designelement weitere Verwendung beim Zeiger des Minuten- und 1/20-Sekundenzählers, sowie dem Ausschnitt der kleinen Sekunde, die ich in der Gestaltung ebenfalls sehr ansprechend finde, wobei man hier leider ein anderes Zeigerdesign verwendet hat. Die aufgesetzten Indizes, wirken recht filigran und sind zweifarbig. Mit Leuchtmasse wurde leider nur der 12-Uhr-Marker versehen, obwohl ausreichend Platz bei den anderen gewesen wäre. Dessen ungeachtet ist die Nachtablesbarkeit völlig ok. Die Zeiger sind mit Lumi-Brite versehen und halten die Nacht durch. Das Datum liegt Solar-typisch recht tief, ist aber gut lesbar. Seiko hätte dem Fenster aber noch einen kleinen Rahmen spendieren können. Etwas unglücklich ist in meinen Augen die Anordnung der Schriftzüge - das Markenlogo ist immerhin aufgesetzt. "Chronograph" und "10Bar" hätte ich getauscht, um das Datumsfenster einzurahmen - schreibt gerne mal wie ihr das seht. So wirkt es für mich etwas unharmonisch, nicht zuletzt, da so der Schriftzug häufig teilweise von den Zeigern überdeckt wird. Die versenkten Hilfszifferblätter sind gleichzeitig die Solarzellen der Uhr, die mit weißer Farbe bei guter Schärfe bedruckt sind. Der Aufdruck spiegelt sich wiederum in den Zellen, was nocheinmal zusätzlich Tiefe erzeugt. Der Stoppsekundenzeiger wird oft bemängelt: Er ist hauchfein und überdies schwarz. In 0-Position ist er quasi unsichtbar und tarnt sich vor dem Hilfs-ZB. Empfinde ich persönlich ganz gut, da er bei Nichtbenutzung die Ablesbarkeit nicht beeinträchtigt. Wenn er sich bewegt (1 Hz-Schritte) ist er ganz gut sichtbar. Er trifft die Indizes und schwingt nicht nach - so soll es sein. Hinsichtlich Ablesbarkeit ist der Minutenzähler nicht immer ganz einfach - da sind 30-Minuten-Zähler komfortabler.
SSC7691.jpg

Das Gehäuse ist für die Preisklasse sehr liebevoll verarbeitet: Gebürstete Flächen und polierte Kanten. Da habe ich deutlich weniger erwartet. Das Armband, dass sich mit beigelegtem Werkzeug selbst kürzen lässt ist völlig in Ordnung, auch wenn die Schließe aus Blech ist. Alles gut entgratet und sehr angenehm zu tragen - da gibt es wesentlich schlechteres.
Die polierten Drücker waren für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig leicht, aber lassen sich nach einiger Übung auch auf Sekundenbruchteile präzise betätigen. Den Druckpunkt findet man nach etwas Eingewöhnungszeit ganz gut.

Technische Daten:

Bezeichnung: SSC-769P1
Werk: V176
Gangreserve: 6 Monate bei voller Ladung
Gang: +/- 15 Sekunden im Monat
Durchmesser: 41,4mm (Wristshot oben bei 16,5cm HGU)
Höhe: 12,1 mm
Funktionen: Datum, Stoppuhr 1/20 sec - 60 min inklusive Zwischenzeitmessung
Bandanstoß: 20mm
Wadi: 10 Bar
Glas: Saphir
Seitenansicht.jpg


Fazit: Obwohl ich bei der ZB-Gestaltung einige wenige Dinge anders gemacht hätte, etwas mehr Leuchtmasse schön gewesen wäre, hat Seiko hier einen sehr schönen Quarzchrono mit hohem Gebrauchs- und Wiedererkennungwert entworfen. Meinen Geschmack haben sie damit voll getroffen und ich würde mich über eine Fortsetzung des Hexagon-Designs freuen. Vielleicht kann sich ja auch jemand hier im UFO dafür so wie ich begeistern. Vielen Dank fürs Lesen :-)
 
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LeoHaPunkt

LeoHaPunkt

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Tolle Vorstellung. Bin lange um die Uhr herum geschlichen, konnte mich aber nicht mit den Waben anfreunden.
 
  • Quarzchrono Seiko SSC769P1 "Macchina Sportiva" Beitrag #3
AE_Conrady

AE_Conrady

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Ich dagegen finde die Waben gut, aber der Ausschnitt des Sekundenzeigers dürfte gerne kreisrund sein. Und ja echt, noch ein paar Leuchtpunkte dazu, dann das wäre perfekt. Trotzdem, schöner Chronograph, schöne Vorstellung. Und bitte noch mehr Fotos...
 
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