Quarz vs. Mechanik, rein sachlich

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falko

falko

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Wenn eine Sammlernachfrage besteht, werden auch Quarzmodelle gesucht und damit teurer. Gerade die frühen Quarzuhren sind zur Zeit noch günstig zu haben. Generell ist es schwieriger, 30 bis 40 Jahre alte, funktionierende Quarzuhren zu finden, so alt ist diese Technik in Armbanduhren nämlich schon. Mechanik kann man meist reparieren, Elektronik aber nur ersetzen und Ersatzteile gibt es praktisch nicht mehr. Dennoch macht es Spass, sich mit diesen Technikpionieren zu beschäftigen und wenn mehr Sammler auf den Geschmack kommen, steigen auch die Preise.
 
S

santiago

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Hallo!
Wenn ich mir beispielsweise Vinties aus den 20-40ern ansehe.....
Ich habe mir jetzt schnell die Mühe gemacht die Durchschnittslöhne der damaligen Zeit zu ergoogeln.

1936 betrug das Durchschnittseinkommen aller Erwerbstätigen 1076.-$ wobei 1 Drittel aller Erwerbstätigen weniger als 750.-$ verdiente - im Jahr, nicht im Monat!

Eine 175.-$ Uhr kostete dem Mittelstand also ca. 2 Monatsgehälter und selbst billige 40.-$ Uhren werden dem unteren Einkommensdrittel damals fast ein Monatsgehalt gekostet haben.

Auf unsere Löhne umgerechnet reden wir jetzt also über 3000.- bis 6000.- Euro Uhren und die würden IMHO mit jeder Antriebsart in 40, 50 Jahren schöne Sammlerwerte erzielen.

Gruß
santiago
 
J

Jorge22

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...und heute wird man für verrückt erklärt, wenn man einen Nettolohn (oder noch mehr) für eine Uhr ausgibt...
 
del-olmo

del-olmo

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Man darf da aber auch nicht vergessen, dass es damals auch schon billige Uhren gab, z.B. die Dollarwatches von Ingersoll, die 1$-5$ kosteten. Die waren für die Leute gedacht, die geringes Einkommen hatten. Viele dieser Uhren haben die Jahrzehnte nicht überstanden, weil sie einfach billig und damit irreparabel waren. Die Uhren die heute gehandelt werden sind also schon damals mittlere und obere Preisklasse gewesen.

Ich denke, dass über den angesprochenen Zeitraum, 70 Jahre und mehr, die Mechanik eher überleben wird, sie ist einfach leichter zu erhalten, gerade in der Funktion. Vielleicht auch weil es einfach irgendwann keine passenden Batterien mehr gibt, das Material irgendawnn nachgibt, oder, oder, oder...

Ich gehe jetzt aber auch vom Standpunkt des Sammlers mechanischer Uhren aus die zumeist 100 und mehr Jahre auf den Rädchen haben und ob eine Quarzuhr dann noch mithält und auch noch alltagstauglich ist, können meine Kinder und Enkel überprüfen und dann vielleicht die gleiche Diskussion führen. :)

Ich persönlich trage nur mechanische Uhren und nehme auch gerne das tägliche Aufziehen und Stellen der TU in Kauf.

Grüße Bernhard
 
G

Grannis

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nettowochenlohn....Hmmm ich habe einige moderne one dollar watches :-)
 
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mat00teo

Gast
Ich gehe jetzt aber auch vom Standpunkt des Sammlers mechanischer Uhren aus die zumeist 100 und mehr Jahre auf den Rädchen haben und ob eine Quarzuhr dann noch mithält und auch noch alltagstauglich ist, können meine Kinder und Enkel überprüfen und dann vielleicht die gleiche Diskussion führen. :)
Ob man in 100 Jahren noch einen Uhrmacher findet, der Einzelteile für mechanische Uhren anfertigen kann ;-) ...

Aus heutiger Sicht ist das alles richtig, was hier geschrieben steht. Aber wer in die Zukunft schauen und sagen kann, was in Zukunft in und teuer ist, der möge sich melden :D ... natürlich wünsche ich mir, dass mechanische Uhren auch in 100 Jahren noch ticken. Aber wer weiß, die drei verbliebenen 120jährigen Sammler solcher Stücke werden dann im Jahr 2100 vielleicht milde im Altersheim belächelt ;-) ...




... von Pflegerobotern :D
 
twehringer

twehringer

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Ich belächle die Taschenuhren, die ich von meinem U(h)r-Opa geerbt habe keineswegs, sondern bin sehr froh, sie zu haben, trage sie sogar ab und an.
 
Andy42

Andy42

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Irgendwie ist der Threadtitel für meine Person passend, darum klinke ich mich mal mit ein.
Bin auch gerade auf der Suche nach einem Daily Rocker und schwanke zwischen der Omega 2254.50 (mechanisch) und der 2264.50 (Quarzversion). Normalerweise sollte einem der gesunde Verstand zur Batterieuhr raten, da man eine höhere Ganggenauigkeit für einen günstigeren Preis bekommt, die teuren Revisionen wegfallen etc.
Auf der anderen Seite wiederum fehlt natürlich das Gefühl der echten Mechanik am Arm, welche einem wohl auch in Jahren/Jahrzehnten noch begeistern wird. Alles nicht so einfach, das ist mal so ein klassisches Beipiel von wegen: Was tun sprach Zeus...
Obwohl, soviel Zeit kann ich mir wohl dann doch nicht mehr lassen. Die Omega 2254.50 Modelle sind schon recht dünn gesäht auf dem Markt, währenddessen man die Quarzer besser ergattern kann.

Gruß
Andy

P.S. Hat noch jemand zufällig eine Automatik zum Verkauf? :D
 
del-olmo

del-olmo

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@matteo: Das stimmt natürlich, wobei ich denke, dass es immer noch Uhrmacher geben wird die das können, auch wenn sie noch seltener sein werden als heute.

Ich befürchte die drei Sammler werden dann hoffen, dass der Uhrmacher wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird, mit 150 wird er ja schließlich nicht jünger, und wenn nur das Zittern nicht wäre...! :D

Grüße Bernhard
 
twehringer

twehringer

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Ich glaub eigentlich nicht, dass Uhrmacher weniger werden. Wir sind nur grad auf einem relativ niedrigen Stand. Immer noch Nachwehen der "Quarzkrise", die die Hersteller mechanischer Uhren weltweit mitgemacht haben. Mittlerweile werden aber immer mehr bereits totgeglaubte Uhrenhersteller wiederbelebt und mechanische Uhren erleben einen richtigen Boom (zumindest bis zur Finanzkrise, na ja). Nichtsdestotrotz denke ich, dass auf Grund dieses Booms viele junge Leute den Beruf des Uhrmachers wieder lernen werden.
 
omegahunter

omegahunter

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drei seiten antworten für ein thema das eigendlich keines ist!

wieso eigendlich "versus"? es gibt kein versus,-zumindest für mich nicht. wenn mir eine uhr gefällt und von der qualität eine gute figur macht, ist es mir egal ob quarz oder mechanik.

tendenziell habe ich (wie die meisten anderen hier auch) eine schwäche für mechanik, aber es gibt halt auch soooo viele schöne quarzer.

und rein rationell gesehen gibt`s heutzutage eh keinen grund mehr für eine mechanische armbanduhr.

aber wer von uns rein rationell ist, der werfe den ersten stein!;-)
 
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Barclay

Barclay

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drei seiten antworten für ein thema das eigendlich keines ist!

wieso eigendlich "versus"? es gibt kein versus,-zumindest für mich nicht. wenn mir eine uhr gefällt und von der qualität eine gute figur macht, ist es mir egal ob quarz oder mechanik.

tendenziell habe ich (wie die meisten anderen hier auch) eine schwäche für mechanik, aber es gibt halt auch soooo viele schöne quarzer.
erstmal volle zustimmung meinerseits zu dem Post von Omegahunter!

Dann zum zweiten bitte sorry das ich den alten Thread wieder nach oben hole, aber da es zu dem Thema ja schon genug Threads gibt wollte ich nicht einen neuen anfangen sondern habe diesen gewählt weil er zu einer Frage die mich Momentan beschäftigt ganz gut passt.

Ich trage übrigens ausser meiner Omega Seamaster 300m auch gerne Quarzuhren! Ich habe noch eine alte Junghans Elektronik und einen Tissot Chrono aus den 90ern. Bei mir geht das sogar soweit das mir diese zwei Uhren rein vom Sentimentalen Wert wesentlich mehr bedeuten als meine neue Omega. Obwohl es Quarzer sind.

Meine eigentliche Frage zu dem Thema ist aber folgende:

Bzgl. der Robustheit einer mechanischen Uhr vs. einem Quarzer... Ist eine Quarzuhr soviel mehr Robust als eine mechanische?

Ich meine was ist nötig an Erschütterung oder stößen bis eine mechanische Uhr den Geist aufgibt oder wenigstens zeitweise die Arbeit einstellt und wieviel kann man einem Quarzer zumuten bis dieser den Dienst quittiert?

Als Verlgeichsobjekt vllt mal meine Omega Seamaster 300m mit Co-Axial Werk gegen das gleiche Modell aber mit dem Quarzwerk?
 
raidy

raidy

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Ich grabe mal diesen alten Thread wieder aus, weil der Titel doch sehr interessant ist.

Meine Meinung: Jeder soll die Uhr kaufen, tragen oder sammeln, die ihm gefällt. Dabei spielt Seltenheit, Preis oder Uhrwerktyp keine Rolle. Hauptsache sie gefällt ihm.

Ich liebe sehr alte mechanische Uhrwerke. Für mich ist es immer wieder faszinierend, mit welcher Präzision man schon vor 100-200 Jahren Uhren bauen konnte. Ganz ohne CNC und Computerberechnung. Die Kombination "alte Mechanik" und "exzellente Verarbeitung" fasziniert mich immer aufs neue. Da mir Armbanduhren lieber sind als Taschenuhren, sammle ich eben gerne gelungene Mariagen oder lasse auch mal eine Taschenuhr umbauen.
koehn1000.jpg
(Minutenrepetition um 1900. Stundenlang könnte ich dieses Wunderwerk der Mechanik betrachten und staunen)

Dennoch sehe ich darin keine Wertung. Jede Uhr kann schön sein, selbst wenn sie nur ein paar Euro gekostet hat.
 
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Don Jorge

Don Jorge

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Oha, eine Murmeltier-Wiederbelebungs-Aktion. Ein klassisches Sommerloch-Thema, unverwüstlich wie Granit, unvermeidbar wie das Amen im Gebet, unansehlich wie die Rückkehr der Schlaghose.
;-):ok:

PS: Ich mag Uhren.
PPS: Was haltet ihr eigentlich von Uhrenbewegern? :-P
 
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Drehzahl

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Eine mechanische Uhr ist umweltbewusster und nachhaltiger, schon weil sie keine Batterie benötigt.

Gruß Michael
 
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Das versuche ich mir auch immer einzureden, allerdings wäre es schön, wenn es zu jeder Uhr eine Art ökologischen Fingerabdruck gäbe.
 
MROH

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Ich sehe das heute auch nicht mehr so verbissen. Tatsächlich überlege ich mir einen Alltagsquarzer zuzulegen. Bis jetzt bin ich allerdings mit mechanischen Uhren ganz gut zurechtgekommen.
 
Thema:

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