Qualitäts"bewertung"

Diskutiere Qualitäts"bewertung" im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Leute, ihr seid schuld :-P, die täglich neu vorgestellten Artikel machen süchtig !!! Und wenn es dann um "aus alt mach neu" geht ist´s...

bghdh

Themenstarter
Dabei seit
17.07.2010
Beiträge
381
Ort
schwäb. Alb
Hallo Leute,

ihr seid schuld :-P,

die täglich neu vorgestellten Artikel machen süchtig !!! Und wenn es dann um "aus alt mach neu" geht ist´s bei mir vorbei ;-) Bin zwar noch technischer Laie, weiss aber schon mehr, als ich hier eingestiegen bin :-D.
Hab mir jetzt aus der Bucht einen Korb voll Vintage-Krabben gezogen ;-). Bin zufrieden, ein paar laufen sogar noch, ein paar nur auf dem Rücken, einmal bleibt die Sekunde am Stundenzeiger hängen und, und.....aber das kennt ihr ja zur genüge.
Um mich an die Teile zu wagen hätte ich eine Frage an die Profis:
Könnte man eine Bewertung hinsichtlich Schwierigkeitsgrades im Aufbau der Werke erstellen ? Ich weiss, jeder sieht es etwas anders, aber so in der Tendenz für einen Anfänger.
Konnte nicht bei allen eine Werksbezeichnung unter der Unruhe oder sonstwo erkennen. Hab mal die gelistet, bei denen ich eine Zuordnung machen konnte.
Also bitte ruhig die Liste umstellen ;die einfachsten nach oben und die komplexeren nach unten. Ich freue mich auch über Hinweise ob Stiftanker oder nicht.
Werd mich wohl als erstes an die Kienzle Alpha aus der Knopfkiste rantasten.

Vielen Dank im Voraus !

Gruß aus dem Schwabenland
Bernd

Timex M104
UMF 24-32
UMF 24-24
AS 1686
EB 8021 N (StiftAnker)
Teutonia 1 Rubis ???
Kasper 1400
Bifora 113
Baumgartner 866
FE 140
ETA 2370
 

Aeternitas

Dabei seit
23.06.2009
Beiträge
9.771
Timex ist schwierig, da eigentlich zum Wegwerfen konstruiert.
UMF ist vom Aufbau einfach, vom Zusammenbau aufgrund der großen Brücke nicht einfach.
Schwieriger finde ich z.B. AS- Kaliber, die nicht konform wie andere aufgebaut sind.
Das Biforakaliber ist auch etwas anders und hat ein offenes Federhaus.

Alle haben zwei Vorteile für Anfänger: Keine Automatik und keine Datumsfunktion.
Achte darauf, dass es bei manchen schwierig wird, die Stoßsicherung wieder einzusetzen, da man Spezialwerkzeug braucht.

Angaben aus dem Gedächtnis, ohne Gewähr.

Viel Spaß
 
Zuletzt bearbeitet:

Badener

Dabei seit
27.07.2010
Beiträge
6.046
Ort
Eurasburg
Hallo Bernd,

ich denke, für den Anfang sollte die Maxime sein: Werk möglichst groß, möglichst wenige Achsen unter der Räderwerkbrücke und möglichst keine Komplikationen (Datum, Automatik etc.).
Ideale Kandiaten sind daher die Seagull-Kaliber 3600 und 3620 als Nachbauten der ETA/Unitas-Kaliber 6497, 6498. Sie sind günstig und man findet auch jede Menge Anleitungen zum Zerlegen und Zusammenbauen.

Timex-Kaliber machen tatsächlich keinen Spaß, da sie nicht dafür konstruiert sind, leicht repariert zu werden. Hatte gerade ein M25 auf dem Tisch. Da muss man sieben Achsen unter die Brücke bringen. Ohne etwas Übung gelangt man da schnell zur Verzweiflung :). Die Brücken der UMF-Kaliber können ähnlich gemein sein, wie Aeternitas schon geschrieben hat.

Das Baumgartner 866 hat eine gemeine Variante der Zeigerreibung (such mal nach einem entsprechenden Thread von mir hier im Forum...).
Das EB 8021N ist etwas unkonventionell (Gesperr auf der Zifferblattseite), aber vermutlich relativ leicht zu zerlegen (kenne selbst nur das EB 8815, das anders aufgebaut ist).
Das FE140 sollte recht unproblematisch sein, wenn es nicht ein FE 140-1 oder -2 mit Datum ist (da fliegen die Feder so schön...).
Auch das ETA 2370 ist vielleicht kein schlechter Kandidat zum Start.

Und nun viel Spaß und Erfolg!

Besten Gruß
Badener
 

uhrenbastler

Dabei seit
07.01.2008
Beiträge
1.226
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, die meisten der Werke, allen voran Timex und UMF, sind nichts für Anfänger.

EB-Werke sind generell recht undankbare Werke; wenn diese nicht von sich aus gut laufen, hilft in der Regel auch eine Revision nicht viel. Das sind halt Stiftankerwerke, die sehr abnutzungsempfindlich sind. Das Baumgartner 866 ist wegen seiner großen Räderwerksbrücke (eher eine Dreiviertelplatine) auch etwas heikel

ETA, AS und France Ebauches, sowie das Bifora 113 und das Kasper 1400 sind noch relativ angenehm zu revidieren. Allerdings wäre es gerade beim Kasper 1400, das relativ selten ist, schade, wenn es Schaden nehmen würde. Das FE 140 hingegen findest Du fast an jeder Straßenecke ;-)

Ciao
Christoph
 

bghdh

Themenstarter
Dabei seit
17.07.2010
Beiträge
381
Ort
schwäb. Alb
@ Aeternitas, @ Badener, @ uhrenbastler:

Danke !!!! Das wollte ich wissen :klatsch::klatsch::klatsch:

hab mich heute über eine Kienzle Selecta-058b15- "hergemacht". Sah nach kapitalem Wasserschaden aus :-(.Das Zifferblatt scheint schockgefrostet zu sein. Der Boden zeigte von den Vorgängern schon massive Nahkampfspuren auf, so als wäre die schon bei Tobruk am Start gewesen.
Hab sie auch mit Öffner nicht aufbekommen :-(, hab dann auf nem Brett mit einem Bohrer (für die Küchenarbeitsplatte um das Loch für die Mischbatterie auszufräsen) ein Loch im Glasdurchmesser gesetzt. Letzt lag die Uhr plan auf dem Gehäuserand. Danach 2 Stahlnägel eingefügt dass sich die Hörnchen arretieren lassen. Nochmals mit dem Öffner und nix! Jetzt- bitte keine körperliche Massregelung- mit einem spitzen Stahlnagel und einem 2000g Hammer an einer Kerbe den Boden bearbeitet. KEINE NEUEN SPUREN HINTERLASSSEN :-):-):-)
Aber erst nach dem 5ten Schlag hat sich der Boden langsam bewegt 8-)und jetzt noch 3 weitere hits und das Teil war beweglich und offen. Die Dichtung war im Gewinde eingearbeitet- kein Wunder.
Inne sah das Werk ganz manierlich aus- ausser viel Dreck und einer angerosteten Kronenwelle. Die Schraube hierfür lies nicht mit sich reden-also schweren Herzens beide Brücken gelöst und alles was lose war ausgeräumt und Fotos gemacht- mann gingen die schwer runter- und jetzt die Schraube nochmals bemüht. 180 grad und gut. die welle lies sich abziehen. Total angerostet!
Scheint alles so "nicht schlecht" zu sein (SCHWABE: Nicht geschimpft ist gelobt genug :-P) , mal schauen, war alles sehr kompakt, beim drehen der Stunde sprang die Sekunde immer mind. um 5 sek. mit, scheint alles sehr eingebacken zu sein.
Hab jetzt alle Einzelteile in einer Schmuckschachtel abgeparkt, die Unruh scheint noch o.k.. Und der Anker !!!! Uiiiiiii, ist der klein !!!!!
Werd jetzt noch das Zifferblatt entfernen müssen um an den Rest ranzukommen. HOffe ich kann nach einer Reinigung die Teile wieder zusammensetzen. Mal schauen was die Räder dann sagen :oops:
Also das resumee: Es gab Schrauben die wollten gar nicht:-( und andere die gingen fast von selbst :-P. Hat mir großen Spaß gemacht das mal zu machen. Die größere Herausforderung ist wieder das Zusammensetzen, wir werden sehen.:|

Dank Euch allen nochmals ! Ist echt schön bei Euch dabei sein zu dürfen . :-P

wir sehn uns ;-)

Hab da noch einige "hochwertige" Uhren die auf eine Rettung warten ;-) und ich bin total bekloppt. Aber der Weg ist das Ziel :-):-P
 

Anhänge

  • VS.jpg
    VS.jpg
    117,4 KB · Aufrufe: 86
  • RS.jpg
    RS.jpg
    106,1 KB · Aufrufe: 96

Uhrenfritz

Dabei seit
19.07.2009
Beiträge
3.175
Ort
Pratteln (Schweiz)
Und der Anker !!!! Uiiiiiii, ist der klein !!!!!

Bei einer Armbanduhr ist alles klein ;-) Nun, wenn Du alles fotographiert hast solltest Du das ganze nach gründlicher Reinigung schon wieder zusammenkriegen. Dann hast Du ja sozusagen eine Anleitung.

Uebrigens, bei den Timex Werken gehe ich folgendermassen vor. Zeiger weg, Zifferblatt abnehmen, dazu die vier Laschen vorsichtig aufbiegen und dann das von mir sogenannte Bierbüchsenwerk einen Tag in Feuerzeugbenzin legen damit sich der Dreck löst. Dann nochmals frisches Benzin nehmen und das Teil gut schwenken und trocknen lassen. Danach ölen mit dem entsprechenden Uhrenöl. Das Lager des Ankers darf nicht geölt werden nur die Stifte die ins Ankerrad greifen. Bei diesen Werken gebe ich auch einen kleinen Tropfen an die Ankergabel wo sie in die Unruhe greift. Meine Erfahrung hat gezeigt dass diese Werke nachher viel besser laufen und ich habe ein paar Timexen.

Gruess hampe...
 
Thema:

Qualitäts"bewertung"

Oben