Qté Boutte Armbanduhr

Diskutiere Qté Boutte Armbanduhr im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo zusammen, diese Qté Boutte Armbanduhr hat diese Woche den Weg zu mir gefunden. Was ich bisher herausfinden konnte, war Qté (franz. für...
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #1
skytraveller

skytraveller

Themenstarter
Dabei seit
21.04.2019
Beiträge
189
Hallo zusammen,

diese Qté Boutte Armbanduhr hat diese Woche den Weg zu mir gefunden.

Was ich bisher herausfinden konnte, war Qté (franz. für Qualité) ein Klassifizierungssystem für Gehäuse-Qualitäten bei Uhren die hauptsächlich nach Russland exportiert wurden. Dieses wurde von unterschiedlichen schweizer Uhrenherstellern wie zum Beispiel Henri Leuba, H. Moser oder auch Dreyfus Freres verwendet. Dabei gab es dann unterschiedliche Qualitäten wie beispielsweise Qté Salter, Qté Tobias und eben auch Qté Boutte.

Ob diese Uhr genau so hergestellt beziehungsweise verkauft wurde damals konnte ich bis jetzt noch nicht herausfinden. Auf den ersten Blick sieht die Uhr nach einem Umbau aus einer Savonette-Taschenuhr aus, jedoch habe ich eine andere Qté Boutte Amrbanduhr mit demselben Gehäusedesign aber einem anderen Werk, Bandstegen und leicht unterschiedlichem Zifferblatt im www gesehen. Vorstellbar ist also auch, dass es sich dabei um den Ursprungszustand handelt, wobei ein Savonette-Gehäuse und Savonette-Werk als Grundlage diente.

Das Gehäuse ist aus 875 Silber und mit entsprechender schweizer Punze (Bär) gestempelt. Die andere Punze kann ich nicht so recht einordnen, ob dies ebenfalls eine schweizer Punze ist.

Bezüglich des Werkes bin ich auch noch nicht so recht weitergekommen, da es viele Werke gibt die ähnlich aussehen. Auch die Klassifizierung zwischen Damen- und Herrenuhr fällt mir hier schwer. Beim Alter der Uhr könnte ich mir eine Zeit zwischen etwa 1900 und 1910 vorstellen.

Die Uhr hat einen Durchmesser von 33,5mm und eine Bandbreite von etwa 11mm. Das Werk misst etwa 28mm im Durchmesser.

Für Anregungen und Informationen wäre ich sehr dankbar.

Nun aber die Bilder der Uhr:
2CAC1FCB-2F63-49DF-96D7-FB697E80DFA6.jpeg

70B5D2E5-FA67-49FB-AECF-82F75118F5C3.jpeg

1114FDFA-3765-4E30-A592-A0F7D2016886.jpeg

AAD59C94-A54D-4855-BDE0-64A7C8644CE4.jpeg

50C80C0F-9F04-4798-9D2F-23F5472854E4.jpeg

15C3BC92-AB2F-4963-94EE-827DE0F1A2C8.jpeg

5009E8D8-B101-4D91-9127-BD1788D0CD8B.jpeg


LG Dominik
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #2
ethan_esrah

ethan_esrah

Dabei seit
08.03.2015
Beiträge
480
Ort
nahe Heidelberg
Ob diese Uhr genau so hergestellt beziehungsweise verkauft wurde damals konnte ich bis jetzt noch nicht herausfinden. Auf den ersten Blick sieht die Uhr nach einem Umbau aus einer Savonette-Taschenuhr aus, jedoch habe ich eine andere Qté Boutte Amrbanduhr mit demselben Gehäusedesign aber einem anderen Werk, Bandstegen und leicht unterschiedlichem Zifferblatt im www gesehen. Vorstellbar ist also auch, dass es sich dabei um den Ursprungszustand handelt, wobei ein Savonette-Gehäuse und Savonette-Werk als Grundlage diente.
Sehr schöne Uhr, auch wenn der optische Zustand außen und innen schon sehr unterschiedlich ist. Da hat der Verkäufer nur das Gehäuse von außen poliert, aber weder von innen noch hat er das Werk revidiert. Na ja, das kann man ja immer noch nachholen.

Für mein Gefühl handelt es sich um einen nachträglichen Umbau einer Savonnette-Taschenuhr. Die angelöteten Stege sehen nicht so aus, als wären sie original in einer Uhrenfabrik angebracht worden.

Wenn ich es richtig sehe, hat der äußere Gehäusedeckel kein Glas sondern nur der innere Reif. Sieht so aus, daß einfach ein Loch in den äußeren Gehäusedeckel gesägt wurde. Sieht optisch durchaus OK aus, man sollte allerdings bedenken, daß Savonnette-Uhrglas deutlich dünner und damit bruchanfälliger ist (weil es normalerweise von einem Deckel geschützt ist) als die offenliegenden Gläser von Lepine-Taschenuhren. Also obacht 😉 .

Auch die Klassifizierung zwischen Damen- und Herrenuhr fällt mir hier schwer. ... Die Uhr hat einen Durchmesser von 33,5mm und eine Bandbreite von etwa 11mm.
Einigen wir uns auf die Mitte: In ihrem ersten Leben war die Uhr sehr wahrscheinlich eine Damen-Taschenuhr (echte Männer hatten eher Taschenuhren mit 45-50mm Durchmesser). Nach dem Umbau zur Armbanduhr mutierte sie wahrscheinlich zur Herrenuhr, denn 33mm waren zu dieser Zeit selbst für Herren-Armbanduhren schon recht groß (die waren oft sogar kleiner als 30mm).
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #3
skytraveller

skytraveller

Themenstarter
Dabei seit
21.04.2019
Beiträge
189
Da hat der Verkäufer nur das Gehäuse von außen poliert, aber weder von innen noch hat er das Werk revidiert. Na ja, das kann man ja immer noch nachholen.
Das war tatsächlich ich. 😅 Hab die Uhr außen einfach ein wenig aufpoliert und gereinigt. Das Werk ist allerdings nicht im besten Zustand. Lässt sich nur Teilweise aufziehen.
Für mein Gefühl handelt es sich um einen nachträglichen Umbau einer Savonnette-Taschenuhr. Die angelöteten Stege sehen nicht so aus, als wären sie original in einer Uhrenfabrik angebracht worden.
Gut möglich, das hatte ich mir auch schon überlegt. Sieht wirklich nicht so sauber verarbeitet aus an diesen Stellen.
Wenn ich es richtig sehe, hat der äußere Gehäusedeckel kein Glas sondern nur der innere Reif. Sieht so aus, daß einfach ein Loch in den äußeren Gehäusedeckel gesägt wurde. Sieht optisch durchaus OK aus, man sollte allerdings bedenken, daß Savonnette-Uhrglas deutlich dünner und damit bruchanfälliger ist (weil es normalerweise von einem Deckel geschützt ist) als die offenliegenden Gläser von Lepine-Taschenuhren. Also obacht 😉 .
Das stimmt auf jeden Fall. Das Glas ist nicht am äußersten Deckel angebracht. Jedoch liegt das Glas im Grunde auf gleicher Höhe wie dieser äußerste Deckel und wirkt auch recht dick. Kann mir vorstellen, dass da dann ein stabileres Glas angebracht wurde.
Hier kann man das ein wenig erkennen:
9E97EAA8-9EFB-4B7C-A358-E5AB05E30F8E.jpeg
Nach dem Umbau zur Armbanduhr mutierte sie wahrscheinlich zur Herrenuhr, denn 33mm waren zu dieser Zeit selbst für Herren-Armbanduhren schon recht groß (die waren oft sogar kleiner als 30mm).
Das war auch meine Vermutung, mich hat aber die geringe Bandbreite bzw. Anstoßbreite zweifeln lassen. Aber je nach zeitlichen Umbau könnte das schon passen denke ich.
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #4
ethan_esrah

ethan_esrah

Dabei seit
08.03.2015
Beiträge
480
Ort
nahe Heidelberg
Das stimmt auf jeden Fall. Das Glas ist nicht am äußersten Deckel angebracht. Jedoch liegt das Glas im Grunde auf gleicher Höhe wie dieser äußerste Deckel und wirkt auch recht dick. Kann mir vorstellen, dass da dann ein stabileres Glas angebracht wurde.
Hier kann man das ein wenig erkennen:
Anhang anzeigen 4853807
🤔 Im Gegensatz zu den nicht wirklich professionell angebrachten Stegen sieht das mit dem durchbrochenen Deckel, dem dort gravierten Muster und dem perfekt fluchtenden Glas doch sehr gut gemacht aus.Vielleicht ist letzteres ja doch nicht nachträglich gemacht worden sondern die Uhr war original nur im "Savonnette-Stil", also mit 90° gedrehtem Zifferblatt, aber ohne massiven Deckel. Da bin ich zu wenig Taschenuhr-Kenner, um sagen zu können, ob es sowas damals gab.

Interessant finde ich an der Uhr auch, daß die Rückseite komplett neuwertig aussieht, nicht nur, was den Glanz betrifft, sondern auch die Abnutzung. Die Uhr kann eigentlich, falls überhaupt, nur selten getragen worden sein (sowohl als Taschen- als auch als Armbanduhr) sonst sähe die Rückseite anders aus.

Ist bis auf die zu schmalen Stege wirklich eine sehr schöne und auch heute noch tragbare Uhr, wenn Du ihr vielleicht noch eine Werksrevision spendierst.
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #5
skytraveller

skytraveller

Themenstarter
Dabei seit
21.04.2019
Beiträge
189
Vielleicht ist letzteres ja doch nicht nachträglich gemacht worden sondern die Uhr war original nur im "Savonnette-Stil", also mit 90° gedrehtem Zifferblatt, aber ohne massiven Deckel. Da bin ich zu wenig Taschenuhr-Kenner, um sagen zu können, ob es sowas damals gab.
Eine interessante Idee. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Aber wäre für mich schlüssig. Kenne mich selbst leider auch zu wenig mit den unterschiedlichsten Varianten von Gehäusen aus um da die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Ist bis auf die zu schmalen Stege wirklich eine sehr schöne und auch heute noch tragbare Uhr, wenn Du ihr vielleicht noch eine Werksrevision spendierst.
Eine Werksrevision wird sie definitiv in naher Zukunft noch bekommen. Zusätzlich müssen wohl auch die Stege neu angelötet werden, beim unteren ist ein Stück der Verbindung ausgebrochen.

Danke dir auf jeden Fall für den Input und deine Einschätzung:super:
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #6
MaJoLa

MaJoLa

Dabei seit
15.12.2010
Beiträge
5.716
Ort
Parkhaus 1 vom Centro
Ich sehe das in weiten Teilen ähnlich.

Wie sich das nun mit dem oberen Deckel verhält, wird sich kaum noch klären lassen. Vielleicht wurde er auch komplett durch den jetzigen ersetzt. Vielleicht stammt er aber auch von einer Lepine TU. Das war sicher einfacher zu machen, als den originalen Deckel so perfekt auszusägen.

Die Bandbreite war übrigens zu dieser Zeit gängig und absolut üblich. 33mm erachte ich auch als für diese Zeit als eher üblich, wenn nicht noch n Stück größer. Wirklich kleine runde Uhren setzten sich dann vermehrt in den 20ern durch, gern auch in Verbindung mit Kissen Gehäusen. Ich denke das Uhren, die kleiner als 30mm waren, von Herren zu dieser Zeit (also vor dem WK I) so gut wie nicht getragen wurden. Und überhaupt einen Herrn mit AU anzutreffen, war schon sehr ungewöhnlich.

Aber sicher mögen auch Ausnahmen hier die Regel bestätigt haben.
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #7
skytraveller

skytraveller

Themenstarter
Dabei seit
21.04.2019
Beiträge
189
Die Bandbreite war übrigens zu dieser Zeit gängig und absolut üblich. 33mm erachte ich auch als für diese Zeit als eher üblich, wenn nicht noch n Stück größer. Wirklich kleine runde Uhren setzten sich dann vermehrt in den 20ern durch, gern auch in Verbindung mit Kissen Gehäusen. Ich denke das Uhren, die kleiner als 30mm waren, von Herren zu dieser Zeit (also vor dem WK I) so gut wie nicht getragen wurden. Und überhaupt einen Herrn mit AU anzutreffen, war schon sehr ungewöhnlich.
Danke für die Einordnung was die Größe betrifft. 😀

Allgemein ist das ein Thema wo ich mich noch ziemlich schwer tue, vor allem bei Uhren aus der Zeit vor 1920 und der Unterscheidung ob Herrenuhr oder Damenuhr. Mag auch daran liegen, dass wie du geschrieben hast Herren wohl eher selten überhaupt eine Armbanduhr in der Zeit vor dem 1. WK getragen haben. Somit findet man auch relativ wenige Fotos. Während des 1.WK waren es ja dann bei Soldaten zumindest überwiegend die typischen Grabenuhren oder auch Taschenuhren in Lederkapselbändern.
 
  • Qté Boutte Armbanduhr Beitrag #8
MaJoLa

MaJoLa

Dabei seit
15.12.2010
Beiträge
5.716
Ort
Parkhaus 1 vom Centro
Ist auch nicht immer so einfach.

Allerdings gab es auch schon im WK I eckige kleine Herrenuhren und die seit mind. 1917.

Eine Tatsache, die mir auch lang nicht bewusst war.

Was runde Modelle anbelangt, dürfte eine Größe von ca. 32mm Standard gewesen sein. Eher größer, als deutlich kleiner.
 
Thema:

Qté Boutte Armbanduhr

Qté Boutte Armbanduhr - Ähnliche Themen

Kurzvorstellung Anonyme Armbanduhr mit verschraubtem Rodi und Wienenberger Gehäuse: Hallo, frisch aus der Bucht angeschwemmt: Anonyme Armbanduhr für Herren? mit interessantem Gehäuse von RW (Rodi und Wienenberger), wohl 40er...
GFJ Taschenuhr mit Rätsel: Moin moin, manchmal ist es echt komisch. Erst monatelange Flaute im Zielfernrohr, sodass man schon fast die Hoffnung aufgibt, und dann tauchen...
[Erledigt] Seiko Marvel 14039 aus 1958, erste High-End Armbanduhr von Seiko: Dies ist ein Privatverkauf unter Ausschluss von Gewährleistung und Rücknahme. Ich biete eine Seiko Marvel 14039 mit Handaufzug aus 1958 an. Die...
Die Perpetuum von ZentRa - Deutschlands erste Armbanduhr mit Automatic-Werk: Zugegeben, die Überschrift ist ein wenig provokativ, denn bei der ZentRa Perpetuum handelt es sich komplett um ein Schweizer Erzeugnis. Allerdings...
Uhrenbestimmung

Taschenuhr silber

Uhrenbestimmung Taschenuhr silber: Hallo zusammen, inzwischen hab ich meine dritte Taschenuhr vom Uhrmacher zurück. Hier war das eingepresste Ritzel vom Sekundenrad abgefallen und...
Oben