Provita Extra mit Kaliber FHF 72-4

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falko

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Heute möchte ich Euch eine Vintage zeigen, die sich schon seit längerer Zeit in meiner Sammlung befindet. Ich weiss auch nicht mehr, wo ich sie her hab. Sie war jedenfalls unvollständig als ich sie bekam: keine Zeiger, keine Aufzugswelle, keine Krone. Ich habe sie damals restauriert und mit neuen Zeigern versehen, von denen ich aber nicht weiss, ob sie so dem originalen Zustand nahe kommen. Mir haben sie jedoch gefallen. Ich trug die Uhr auch ab und zu, bis ich bemerkte, dass die Zeigerreibung zu schwach wurde und die Zeiger beim Datumseingriff nicht mehr mitgenommen wurde. Die Uhr wanderte in die Box, wo sie über Jahre ein tristes Dasein fristete: schön anzusehen, aber unbrauchbar. Stets waren andere Projekte wichtiger und dringlicher und an Uhren zum Tragen mangelte es auch nicht.;-) Als ich am Samstag Nachmittag gerade eine Uhr fertig hatte, fiel mein Blick auf diesen Patienten. Schwupps lag die Provita auf dem Uhrmachertisch. Die notwendige Verengung des Minutenrohres gelang auf Anhieb. Manchmal wird das Rohr zu eng, manchmal ist die Verengung noch nicht stark genug und in besonders übelen aber glücklicherweise seltenen Fällen, platzt es gar und ist ,zerstört. Hier ging jedenfalls alles wie gewünscht und nach dem Zusammenbau hatte ich wieder eine funktionsfähige Uhr, die ich gleich am Sonntag zu einer Geburtstagsfeier trug.:-D
Die Provita hat ein sehr gut laufendes FHF 72-4, das durch einen sehr feinen Schliff fast wie poliert wirkt. Das sehr gut erhaltene Zifferblatt gibt der Uhr ein edeles Gesicht. Man kann einwenden, die Zeiger seien zu kurz, aber sie laufen bis an den Rand des inneren Kreises. Die rote Sekundenzeigerspitze konnte ich mir nicht verkneifen;-), ich finde sie aber durchaus passend zu der Uhr. Nun darf ich wieder in den Uhrenkoffer schauen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ich bin sehr froh, dass ich mir in solchen Fällen selbst helfen kann. Wenn ich das nicht könnte, hätte ich entweder viele kaputte Uhren oder wäre ein armer Mann.;-)
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Aeternitas

Aeternitas

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Die ist mal wieder super schön! Du hast sicher einen Vorrat an Zeigern mit roten Elementen...=)
Manchmal muss man Projekte einfach zurückstellen, dafür ist die Freude beim Fertigstellen um so größer.
Viel Spaß damit.
AL
 
falko

falko

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Danke, Andreas! Als ich das Thema eben einstellte, fiel mir auf, dass ich die Uhr schon einmal vorgestellt hatte und das ist ein knappes Jahr her.:oops:So kann man sich täuschen! Gefühlt hatte ich die Uhr schon mindestens zwei Jahre. Und jetzt las ich auch wieder, dass sie von Dieter war. Man wird halt alt! Immerhin sind in dieser Zeit eine bestimmt dreistellige Zahl von Uhren über meinen Tisch gewandert, was als schwache Entschuldigung gelten mag.
 
Aeternitas

Aeternitas

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...und ich sah aus dem Augenwinkel unten "ähnliche Themen" das Gleiche, habe aber nicht nachgeschaut. Wurscht. Schönheiten kann man immer wieder anschauen und Alzheimer lässt sowieso grüßen!
 
Z

zeityeti

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Hallo Gerd,

ich find's schön, daß Du den alten Faden vergessen hast und so dieses schöne Stück nochmal zeigst. Denn ansonsten wäre mir diese Augenweide wohl entgangen. Was den Urzustand angeht, glaube ich zwar nicht, daß die 50er-Jahre Zeiger ganz zum 60er-Jahre Gehäuse und Zifferblatt passen, aber was macht das schon. Das Ergebnis ist jedenfalls wunderschön geworden.

Darf ich noch kurz fragen, wie Du genau vorgegangen bist, um die Zeigerreibung zu richten? Ich habe nämlich auch noch mindestens einen solchen Patienten auf der Warteliste und habe mich da noch nicht ran getraut.
 
S

Schnupperfuss

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Hallo Gerd
Herzlichen Glückwunsch zur deiner Uhr Fürs Leben.Auch wenn die Zeiger aus einer anderen Epoche stammen ist sie wunderschön geworden.Und das mit der Roten Spitze ist ja dein Markenzeichen.

Gruß Harald
 
falko

falko

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Ich danke Euch!
Beim Verengen des Minutenrohrs stecke ich zunächst eine Reibahle bis zum "Anschlag" ins das Rohr, setze eine Zange an, überprüfe genau, ob der Druck auf die richtige Stelle kommt und drücke gefühlvoll zu. Dann entnehme ich die Ahle, gebe etwas Öl oder noch besser druckfestes synthetisches Fett hinein und setze das Viertelrohr wieder auf. Dabei sollte man keinesfalls Druck auf die Verzahnung ausüben. Entweder mit einer kräftigen Kornzange an der Verengung anfassen und drücken oder eine passende Punze aufsetzen und senkrechten Druck ausüben. Dabei muss die Minutenradwelle auf der Werkseite abgestützt werden, sonst besteht Gefahr, dass man das Steinlager herausdrückt. Zum Schluss wird an der Krone probiert, ob die Zeigerreibung das gewünschte Mass hat. Ist sie zu fest geworden, was sich meistens schon in der Schwierigkeit des Aufdrückens zeigt, muss man das Minutenrohr wieder etwas aufreiben. Keinesfalls sollte an der Krone versucht werden, eine zu starke Zeigerreibung mit Gewalt zu überwinden, die Zähne des Wechselrades bekommen dann schlagartig Zahnausfall.
 
Z

zeityeti

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Bergloses Exil
..., setze eine Zange an, überprüfe genau, ob der Druck auf die richtige Stelle kommt und drücke gefühlvoll zu.
Besten Dank für die detaillierte Beschreibung mit vielen wichtigen Hinweisen. Kannst Du mir noch verraten, wo genau "die richtige Stelle" zu finden ist?
 
J

juergen1950

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Hi Gerd,
jedes mal bewundere ich, was Du aus alten Uhren, bei denen die Hälfte fehlt machst. Herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen Arbeit.:klatsch:
Gruß aus dem mal wieder verschneiten Niederbayern
Jürgen
 
Doerthe

Doerthe

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Hallo Gerd,
ah, da ist sie. Und schön sieht sie aus:klatsch:. Ich finde die Zeiger keinesfalls zu kurz und die rote Spitze des Sekundenzeigers peppt:super:.
Wieder hat sich die Aufarbeitung gelohnt und es war eine erfolgreiche Arbeit:klatsch:.
Wie ich schon in meinem Vorstellungsthread sagte, ich finde, die Provita Uhren haben einfach ein schönes, in der Regel schlichtes klassisches Design, wie auch bei deiner Uhr. Das Werk ist besonder schön anzusehen, herzlichen Glückwunsch zur Wiederbelebung.
 
falko

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Vielen Dank, Jürgen und Dörthe!
@zeityeti:
Die richtige Stelle ist an der Einschnürung des Minutenrohres, die sich auch an der Minutenwelle wiederfindet. Es erschliesst sich bei genauer Betrachtung der Teile. Legt man die Verengung zu tief, lässt sich das Minutenrohr nicht tief genug setzen bzw. springt immer wieder eine kleines Stück heraus.
 
Z

zeityeti

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Danke nochmal für dieses wichtige Detail, ich hoffe, ich kann bald einen Erfolg in dieser Hinsicht vermelden und die entsprechende Uhr hier vorstellen. Übrigens teile ich Deine Begeisterung für rote Zeigerspitzen voll und ganz, habe nur nicht so viele davon.;-)
 
Uhrenfritz

Uhrenfritz

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Eine sehr schöne Vintage und die Zeiger passen nach meiner Meinung auch sehr gut dazu. :super:

Ich setze das Minutenrohr mit einem Stiftenklöbchen auf mit einer langsamen Drehung nachdem ich ein wehnig Fett an die Welle gemacht habe. Auf diese Weise entferne ich es auch, geht ganz einfach. Die Verengung mache ich auch so indem ich einen passenden Stift ins Rohr mache und mit der Zange gefühlvoll nachdrücke wo die Kerben sind. Bis jetzt hatte ich es auch immer gut getroffen.

Gruess hampe...
 
Didi71

Didi71

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Hallo Gerd, als ich die Uhr sah dachte ich mir: "Mensch die kennst du doch" ;-)
Sie ist sehr schön geworden. Wünsche Dir viel Spas beim tragen.

Gruß Dieter
 
uhrzeittier

uhrzeittier

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Hallo Gerd,

ich finde die Zieger sehr passend zu dem Eindruck, den ich von Provita-Uhren bislang gewonnen habe - eben ein wenig verspielt.
Sie ist ja auch gut erhalten und mit einem der´wirklich optisch schönen Werke versehen!
 
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