Projekt: Selbstbau-Wasserdichtigkeitsprüfgerät

Diskutiere Projekt: Selbstbau-Wasserdichtigkeitsprüfgerät im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Mitstreiter, wie ihr vielleicht an meinen Beiträgen gesehen habt, bin ich durch das Forum im letzten Jahr zum begeisterten Uhrenschrauber...
Baumeister

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Liebe Mitstreiter,

wie ihr vielleicht an meinen Beiträgen gesehen habt, bin ich durch das Forum im letzten Jahr zum begeisterten Uhrenschrauber mutiert. Die Werkstatt ist zum basteln inzwischen ganz gut ausgestattet, auch wenn vieles weit weg von einer echten Profiausrüstung ist.
Ich denke da nur an meine selbst geschnitzte Alu-Vorrichtung zum einlacken von Palettensteinen... Aber das ist eine andere Geschichte.

Was mir allerdings in letzter Zeit wirklich fehlt ist ein Gerät zur Wasserdichtigkeitsprüfung. Meine instandgesetzten Uhren haben zwar oft neue Gläser, neue Kronen und Bodendichtungen bekommen, aber die Unsicherheit bleibt. Ist sie dicht oder nicht?
Auch bei den Promasters, die ich für Freunde wieder hergerichtet habe war das natürlich immer eine Frage. „Darf ich damit schwimmen gehen?“

Die aufgerufenen Preise für „richtige“ Wasserdichtigkeitsprüfgeräte sind ganz weit über meinem Budget. Für vielleicht 10x im Jahr über tausend Euro hinzulegen kann ich mir nicht vorstellen.
Auch die nass-Testgeräte aus China auf ebay für ca. 200 Euro sind mir nicht sympathisch, da ich eine alte Uhr wirklich nicht ins Wasser hängen will.

Was bleibt also übrig? Selber basteln! :klatsch:

Ziel: ein Wasserdichtigkeitsprüfgerät, dass sicher, ohne Einsatz von Wasser die Dichtigkeit einer Uhr bis 5 bar (50 m) prüfen kann.
Zunächst unwichtig: Bedienkomfort, Aussehen

Ich möchte euch zum einen an dem Projekt teilhaben lassen, euch aber auch ganz ausdrücklich dazu ermutigen eigene Ideen einzubringen und evtl. sogar selber tätig zu werden und etwas ähnliches zu bauen. Viellicht wird daraus ja der Standard Uhrforum-WD-Prüfer.

Mir schwebt folgendes vor:
Ein Druckbehälter, der die 5 bar Druck aushält.
Ein Kompressor, der den Behälter mit Druckluft füllt.
Im Behälter die zu prüfende Uhr und eine Messuhr, die die Gehäuseverformung messen kann.
Wenn die Uhr dicht ist, wird sie durch den Überdruck zusammengedrückt und bleibt so lange zusammengedrückt, wie der Druck im Behälter anliegt.
Ist die Uhr undicht wird das Gehäuse der Uhr nicht verformt (innen und außen gleicher Druck) bzw. die Verformung geht langsam zurück.

Nach diesem Messprinzip arbeiten alle gängigen WD-Prüfgeräte.

So ungefähr sollte das dann aussehen.

WD_1.jpg

Um das ganze möglichst einfach zu halten, möchte ich einen durchsichtigen Druckbehälter und eine mechanische Messuhr verwenden.
Der Druckbehälter ist auch das einzige Teil, das ich bereits habe. Im Baumarkt habe ich bei der Sanitärtechnik einen Wasserfilter zum Anschluss an die Wasserleitung gefunden, der sich dafür ganz gut eignen sollte. Innen 25 cm hoch, Innendurchmesser ca. 7 cm. Betriebsdruck 5,5 bar. Die Filterkartusche kann man einfach herausnehmen und der Platz im Inneren scheint erst mal ausreichend.

WD_2.jpg

Bleibt jetzt „nur“ noch die Pumpe, die Halterung, Messuhr und Ventile... überlegen, beschaffen montieren.

Stay tuned!

Philipp
 
derTeichfloh

derTeichfloh

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Hallo,

- als Pumpe kannst du eine LuftPumpe für Autoreifen nehmen. Die gibt es elektrisch oder mechanisch. Ich empfehle, bei der seltenen Nutzung, die mechanische Variante als Fußpumpe. Der Druck reicht völlig, das Volumen (deiner Kammer) ist gering genug.
- die Meßuhr muß was hochwertiges sein, da der Weg sehr gering ist

Gruß,
derTeichfloh
 
10-nach-10

10-nach-10

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Verrückt. Mach weiter, bisher kann ich folgen (bin kein Techniker und beim Basteln eher der Probierer, nicht der Planer). Ansonsten - immer wieder gern gesehen - vielleicht als Inspiration (10:30 = the moment of truth) ;-):

 
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omega511

omega511

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PjK>MUC>W>OL>?
Super Idee !
Was haltet ihr von einem Autoventilanschluss, sodass man mit einem Reifendruckmessgerät am Kompressor Füllen und entleeren kann ?

Fragt sich Omega511, der mal ein Profigerät hatte, es aber eben selten nutzte...
 
P

Pommes

Gast
Mein lieber "Baumeister",
mit Deinem Beitrag hast Du mir jetzt aber ein ganz schlechtes Gewissen gemacht.
Solche Teile liegen seit fast einem Jahr bei mir ´rum:
Wasserdicht.jpg
Jetzt darfst Du einmal raten, wofür ich diese Teile konzipiert habe, und welches Projekt ich seit einem Jahr vor mir herschiebe.
Aber Dein Beitrag ist heute für mich ein Grund, mit der Herstellung der Mechanik zu beginnen.
Gruß, C.
 
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chrisom

chrisom

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Hallo Phillipp,

ich liebe solche Ideen & deren Umsetzung - klasse!
Ich habe von meinem alten Arbeitgeber noch eine alte Messuhr / Messtaster, die nicht mehr kalibriert wurde. Ich schau mal zu Hause, evtl. kannst du sie ja verwenden - ich melde mich hierzu heute Abend nochmals.

Viel Erfolg, tolle Sache!

edit: auch an Pommes ;-)
 
Baumeister

Baumeister

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Wow, so viel feedback!

@alle, danke für gute Anregungen.
Auto-Luftpumpe ist gesetzt. Auto- oder Fahrradventil als Rückschlagventil ist auch meine bevorzugte Lösung.
Die Messuhr muss vermutlich 0,001 mm Auflösung haben, die Verformungen sind wohl wirklich gering.

@pommes: super, genau die gleichen Teile, die mir vorschweben. Wir können ja ne WD-Challenge machen? :-)
 
ducjb

ducjb

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Hallo Baumeister, interessante Sache, das!

Als Ventil sollte ein Schraderventil (Auto) funktionieren, ein Dunlopventil (Fahrrad) nicht. Die Messuhren sind gebraucht auch sehr günstig zu bekommen. Ich bin gespannt!

Viele Grüße
Jörg
 
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Quickly

Quickly

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Servus Philipp,
hier findest du Angaben zu meinem Gerät, allerdings wird hier die Uhr ins Wasser gehängt. Bei mir ist noch nie Wasser in die Uhr eingedrungen.

Vielleicht hilft dir die Anleitung auch für deine Konstruktion. Wenn du Originalbilder benötigst, kann ich dir gerne weiterhelfen.

Anhang anzeigen MB145.pdf

Wünsche dir viel Erfolg
Willi
 

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F

Feuerschiff

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Da du ja nur eine qualitative Aussage brauchst, könntest du vielleicht auch statt der Meßuhr einen Laserpointer verwenden und die Reflexion am Uhrglas messen.

LG Lutz
 
P

Pommes

Gast
Laser(pointer) nutzt hier nur, wenn Du eine Winkelbewegung hättest. (langer Zeiger)
Bei einer Parallelverschiebung ist die Wirkung zu gering.
Außerdem muß hier die Differenz zwischen vorne und hinten gemessen werden, da ist die ober gezeigte Anordnung schon richtig. Messuhren für 1/1000 mm sind auch nicht besonders teuer.
Und 1/1000 mm braucht es hier schon, wobei die DeepSea damit wohl nicht zu messen wäre.
 
F

Feuerschiff

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@ Pommes
Ich hätte gedacht, daß sich das Glas durchbiegt. Oder wenn es sich nicht entsprechend verformt, nur wie ein Kolben gegen die Dichtung gepreßt wird. Es dürfte aber einen mit 45 Grad einfallenden Strahl ablenken.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@Pommes, du hast Recht, eine parallele Verschiebung läßt sich nicht auflösen und die Durchbiegung wird im Verhältnis zu gering sein...
 
P

Pommes

Gast
5 bar reichen schon aus, zumal der Druckbehälter nur für 6,5 bar ausgelegt ist.
Eine Uhr, die bis 5 bar wasserdicht ist, ist es auch bei 10 bar. Je höher der Druck, desto dichter die Dichtung (im Allgemeinen). Danach kommt Glasbersten.
 
KaZuO

KaZuO

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Hi,
meine Fahrrad-Standpumpe nennt sich "Sks-Rennkompressor" und kann bis 16 Bar pumpen - zumindest geht soweit der Bereich auf der Messuhr.
Ventile sind Auto und Schrader, Dunlop...
Mein Rennrad ist mit 8 Bar befüllt.
Der Druck in Fahrreifen hängt von der Standfläche ab, je dünner der Reifen desto höher muss der Druck sein.
VG KaZuO
 
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