Probleme mit VERIS aus den 60ern

Diskutiere Probleme mit VERIS aus den 60ern im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Guten Tag zusammen. Ich habe eine VERIS Automatikuhr, ein Erbstück von etwa 1960. Die Uhr ging ständig unberechenbar falsch und war darum zum...

Fana-ticker

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Guten Tag zusammen.

Ich habe eine VERIS Automatikuhr, ein Erbstück von etwa 1960.

Die Uhr ging ständig unberechenbar falsch und war darum zum Einregulieren beim Uhrmacher.
Das wurde auch erledigt, jedoch habe ich danach gemerkt, dass es wohl überhaupt nicht daran lag. Der Stundenzeiger war sehr locker gesetzt, und bei hastigen Bewegungen ist er um mehrere Minuten verrutscht.
Ich also nochmal zurück zum Uhrmacher -> Zeiger neu gesetzt. Umsonst. Jetzt ist alles stramm, sie lässt sich sogar im Vollaufzug "hacken".

Ich weiß nicht welches Werk drin ist:

2017-10-13 06.43.07.jpg

Gestern habe ich sie zurückbekommen und mit der Hand voll aufgezogen. Sie lief spontan in 5 Stunden 5 Minuten vor.
Ich habe die Uhr abgelegt und heute früh festgestellt, dass in den 14 Stunden in denen die Uhr abgelegt war nur noch 1 Minute Vorgang dazukam.

Probeweise habe ich die Uhr wieder angelegt, sie am Tag mit moderater Abweichung getragen. Ein wenig im Plus. War OK.

Testweise habe ich sie nun wieder händisch aufgezogen - und schon macht sie wieder eine Minute pro Stunde gut.


Meine Fragen:
Kann es sein, dass die Uhr nur im Vollaufzug zu schnell läuft?
Kann es weiter sein, dass bei dem alten Stück der Vollaufzug beim normalen Tragen nicht erreicht wird und sie deshalb auf "mittleren Aufzug" reguliert ist? Da scheint sie ja zu laufen.

Kurz:
Ist das unbedenklich, oder sollte die Uhr nochmal zum Doktor?

Sie war mit dem Auftrag "Durchsicht bei Gangabweichung" beim Uhrmachermeister, ich unterstelle jetzt einfach mal sie war auf der Zeitwaage und wenn eine Revi nötig erschienen wäre hätte man mich sicher informiert.

Woran kann das also liegen?

Ich besitze nur zwei jeweils geerbte Vintages, ich habe keine Ahnung inwiefern das normal ist.
Aber hier würde ich halt aus sentimentalen Gründen eher nochmal Geld reinstecken als sie kaputt zu tragen.

Danke Euch

Grüße

Christian
 

transponder

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Das Uhrwerk ist ein Bernhard Förster 192 oder 194 oder 196, das kann man so nicht sehen. Normalerweise kann man die Uhr aufziehen, bis der Gleitzaum im Federgehäuse beginnt zu rutschen, das ist quasi Vollaufzug bzw. volle Gangreserve. In diesem Zustand sollte die Uhr "normal" laufen, d.h. mit einer Abweichung von max. +/- 2 min/d, nicht pro Stunde!
Wenn die Gangabweichung bei Vollaufzug so groß ist und bei mittlerem Aufzug normal, dann passt die Federspannung nicht. Das deutet daraufhin, dass die Feder erlahmt ist und das macht sich nur im mittleren Aufzugbereich bemerkbar. Wenn man dann in diesem Bereich die Uhr korrekt einreguliert, dann kann es sein, dass sie bei Vollaufzug zunächst viel zu schnell läuft, wobei die angegebenen Werte schon extrem sind.
Ich würde es mit dem Austausch der Aufzugfeder versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Gruß

Hubert
 

falko

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Das ursprüngliche Problem lag offenbar an fehlender Zeigerreibung und nicht an einem zu locker gesetzten Zeiger. Das hat der Uhrmacher wohl behoben. Der Vorgang bei Vollaufzug hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache im Federhaus. Wenn der Gleitzaum mangels Schmierung nicht mehr an der Federhauswand entlang rutscht, wird ein zu hohes Drehmoment an das Werk übertragen. Das kann dann zum Prellen und damit zu starkem Vorgang führen. Entspannt sich die Feder, ist alles wieder normal. Man muss also die Feder aus dem Federhaus nehmen, alles reinigen und neu fetten.
 

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Danke euch beiden.
Unter'm Strich lese ich "ab zur Revision"?

Grüße

Christian
 
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