Probleme mit Schlagwerk - Pedeluhr/Kaminuhr VEB Feinmechanik Sonneberg

Diskutiere Probleme mit Schlagwerk - Pedeluhr/Kaminuhr VEB Feinmechanik Sonneberg im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, ich habe zwei Kaminuhren geschenkt bekommen. Beide sind von VEB Feinmechanik Sonneberg (Nr. 186340 u. 181634). Bei beiden komme ich...
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diiga

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Hallo,

ich habe zwei Kaminuhren geschenkt bekommen.
Beide sind von VEB Feinmechanik Sonneberg (Nr. 186340 u. 181634).

Bei beiden komme ich mit dem Schlagwerk nicht klar. Sie sind aus einem Nachlass,
so dass ich niemand fragen kann. Sie sollen aber bis zuletzt einwandfrei gelaufen sein.

Das Problem genau zu beschreiben fällt mir etwas schwer, weil es nicht genau reproduzierbar ist.

Ich habe das Schlagwerk also vorzichtig aufgezogen (m.M.n. Feder ok) und dann langsam
den Minutenzeiter gedreht. Bevor man auf "halb" oder "voll" ist, hört man ein Klicken, dann aber
wenn sie schlagen sollte, passierte erst mal gar nichts. Ich habe dann geschaut, ob ggf. irgendwo
ein Absteller, aber nur den innen liegenden Hebel (s. roter Pfeil im Foto) betätigt. Daraufhin
fängt die Uhr an zu schlagen ... (im dem Laufe des langen Ausprobierens) ... entweder mit
einer unzähligen Zahl von Schlägen, manchmal mit einer "normalen" Schlaganzahl (aber nicht
mit der angezeigten Zeit übereinstimmend), manchmal hört sie nach dem Schlagen für kurze Zeit
(10 sec) auf und fängt dann erneut an. Drehe ich dann den Minutenzeiger weiter, nachdem das Schlagen
aufgehört hat, kann es sein, dass sie beim nächsten "halb" oder "voll" ebenso willkürlich schlägt - oder aber
auch wieder gar nicht.

Beide Uhren haben diese Problem.


Bei einer von ihnen gibt es noch ein anderes Problem:

Sie bleibt stehen, sobald ich das Pendel dranhänge.
Ohne Pendel tickert sie mühlos.

Danke für Hilfe!

Dieter
 

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seiko

seiko

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Hallo diiga,

wenn Du es Dir zutraust, und das solltest Du denn sonst hätte auch ein Repararaturversuch keinen Sinn, Zeiger ab, Werk raus und die Sache von der Zifferblattseite anschauen.

Das stehen bleiben nach einhängen des Pendel könnte ein verstellter Abfall sein, muss es aber nicht sein.
Pendel einhängen, Pendel anstossen und Werk (Uhr)kippen bis Werk gleichmäßig tickt. Wenn das hilft Pendelgabel auf der Ankerwelle in die richtige Richtung verdrehen.

Benutze mal die Suchfunktion, war schon öffters Thema hier.


Ansonsten rate ich immer zum Uhrmacher.

Gruss, seiko
 
lennox

lennox

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Normalerweise ist der Hebel dazu das Schlagwerk der Uhzeit anzupassen. Ich habe so lange an den Hebel gezogen biss die richtige Schlagzahl betätigt wurde. zB um 5min nach 9 Uhr hab ich solange betätigt bis sie 9mal geschlagen hatt, um halb 10 hatt sie dann alein 2mal geschlagen und um 10 dann 10 mal.
Gruß
lennox
 
Der Stromer

Der Stromer

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:-) SEIKO hat Recht.
Ein Blick hinter das Ziffernblatt klärt, was dort los ist. Alles Andere ist die berühmte Kristallkugel :oops:
Und auch das mit dem Tick ist genau der Tipp zum Prüfen, ob der gang in ordnung ist, oder was anderes fehlt. Hier ist der Uhrmacher gefragt.

@Lennox, ich nehme sehr stark an, dass auch in der damaligen Volkseigenen Wirtschaft der DDR KEINE Schloss- oder Schlussscheiben-Schlagwerke mehr verbaut wurden. Also ein Rechenschlagwerk hier seinen Dienst nicht tut.

Bei den Schlussscheibenwerken dient dieser Hebel, wie Du schon sagtest, zum Angleichen des Schlagwerkes an die Uhrzeit. Eine Eigenart dieser Schlagwerke:shock:. Wenn die Feder abgelaufen war, kommen diese Schlagwerke vollkommen aus dem Tritt:shock:.

Beim Rechenwerk wird IMMER die richtige Stunde (nach der Staffelscheibe) geschlagen, zwangsweise. Hier bleibt dann nur ein Defekt oder verdrehte Zeiger (Minuten- und Stundenzeiger mal zusammen verdreht). Der Hebel mit dem Pfeil ist bei Rechenschlagwerken der Hebel zum Stillsetzen des Schlagwerkes und nicht zu Angleichen. Hebel nach unten und mit einer Schnur befestigen und schon ist Ruhe eingekehrt.

@ diiga,
Du hast Dich ein wenig ungenau ausgedrückt:shock:. Wenn Du den Minutenzeiger auf Voll stellst, was schlägt dann das Werk? Zum Verständnis: Die Schlagwerke (alle) haben einen sog. Freilauf, der ca. 5 - 2 Minuten VOR dem eigentlichen Auslösen des Schlages aktiviert wird. Das hört man am Laufen der Zahnräder, die dann aber wieder still stehen. Erst genau (oder so) um Voll oder Halb wird dann der eigentliche Stundenschlag ausgeführt. Also - was schlägt die Stunde, wenn Du den Zeiger (nur Minute, niemals den Stundenzeiger) noch ein Stückchen weiter drehst?

Ein Antwort wäre schön, dann können wir auch ggf. weiter helfen.
 
seiko

seiko

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Hallo,

@ lennox
diese Aussage trifft aber nur für ein Werk mit Schloßscheibenschlagwerk zu.

Gruss, seiko
 
seiko

seiko

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Nee nee, ich bezog mich auf lennox. Als ich mit dem Schreiben begann war Dein Beitrag noch nicht da.

Gruss, seiko
 
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diiga

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@ diiga,
Du hast Dich ein wenig ungenau ausgedrückt:shock:. Wenn Du den Minutenzeiger auf Voll stellst, was schlägt dann das Werk? Zum Verständnis: Die Schlagwerke (alle) haben einen sog. Freilauf, der ca. 5 - 2 Minuten VOR dem eigentlichen Auslösen des Schlages aktiviert wird. Das hört man am Laufen der Zahnräder, die dann aber wieder still stehen. Erst genau (oder so) um Voll oder Halb wird dann der eigentliche Stundenschlag ausgeführt. Also - was schlägt die Stunde, wenn Du den Zeiger (nur Minute, niemals den Stundenzeiger) noch ein Stückchen weiter drehst?

Ein Antwort wäre schön, dann können wir auch ggf. weiter helfen.
Danke schon mal für Deine Antwort (und natürlich auch aller anderen).
Ich werde aber wohl erst wieder nächstes Wochende Zeit und Ruhe finden, mich um die Uhren zu kümmern.
Wenn es mir schwer fällt, das Problem zu beschreiben: Bitte Nachsicht. Ich bin Laie und hier ganz neu im Forum.
Ich versuche mich auch weiter reinzulesen.


Danke!

Dieter
 
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diiga

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Hallo,

hat etwas länger gedauert, bis ich mich wieder zurückmelde, aber hier sind
nun weitere Infos und Bilder zu der Uhr.

Habe also das Uhrwerk vorsichtig ausgebaut und von allen Seiten
Fotos gemacht (liegen auf dem Imageserver photobucket.com):

Uhr_VEB pictures by dgaffre - Photobucket

Dazu einen, in der der Qualität nicht so ganz so prallen Film mit meiner Digitalkamera gemacht,
wobei ich den Minutenzeiger gedreht habe, um das Schlagwerk in Gang zu setzen.

(Das Uhrwerk ist mit einer kleinen Wasserwaage ausgelotet. Im Film sieht es so
aus, als stehe es schief - weil die Kamera schief stand.)

- Oft läuft das Schlagwerk nicht von alleine an; ich muss dazu
erst mal das "Flügelchen" (habe noch keine Zeit gehabt, mich tiefer reinzulesen
und Fachbegriffe zu lernen) anstoßen. Wenn die Uhr übrigens nach hinten
geneigt ist, läuft das Schlagwerk immer an.

Bitte das Filmchen ganz ansehen, das erklärt mehr, als ich es in Worten vermag.
- Wie oft die Uhr schlägt, das scheint sie selber bestimmen zu wollen.


Ich hoffe der Experte, wird damit was anfangen können.


Für mich wäre interessant: Da mit dieser Uhr keinerlei persönliche Nostalgie verbunden ist,
ich sie auch nicht für besonders wertvoll halte, würde ich sie - egal was ist - nicht zum
Uhrmacher bringen. Wenn da etwas sein sollte, was ich (als versierter Laienbastler, allerdings
bisher noch nicht an Uhren) selber machen kann, würde ich es einfach mal versuchen.

Liebe Grüße
Dieter
 
Der Stromer

Der Stromer

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:-) So, danke für die Bilder und das Video.
Nun ist einiges klarer:shock:

Der Freilauf funktioniert nicht. Der hat die Aufgabe, 5 - 2 Minuten VOR Auslösung des eigentlichen Schlages die Räder, Triebe und Hebel in eine Position zu bringen, die ein leichtes Anlaufen des Schlagwerkes ermöglichen.

Dazu ist es erforderlich, dass einige Räder und Triebe des SW in einer bestimmten Position zueinander stehen. Auch ist es sehr wichtig, dass das Rad, das die Hämmer anhebt (Hebenägelrad), mit seinen Zacken oder Stiften in dieser Position KEINE der Hammerhebeflächen berühren darf.

Auch scheint es, dass am Schöpfer (Herzscheibe) ein Stift zumindest verbogen ist. Der Rechen fällt immerwieder zurück und geht nicht in seine 0-Position, wenn die Anzahl der Schläge (nach der Staffelscheibe) erfolgt ist. Dadurch wird dann auch das Schlagwerk nicht stillgesetzt.

Hier aus WIKIPEDIA - Rechenschlagwerk Rechenschlagwerk

Und hier auch eine Animation dazu: Uhrentechnik:  Rechenschlagwerk

Es ist schwierig, das so zu beurteilen. Aber in der Regel wirst Du nicht umhin kommen, zur Justage des Schlagwerkes das Uhrwerk komplett zu zerlegen. Die Positionen der Räder und Triebe lassen sich leider (bei den meisten Werken) nicht im eingebauten Zustand verändern.
 
D

diiga

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Es ist schwierig, das so zu beurteilen. Aber in der Regel wirst Du nicht umhin kommen, zur Justage des Schlagwerkes das Uhrwerk komplett zu zerlegen. Die Positionen der Räder und Triebe lassen sich leider (bei den meisten Werken) nicht im eingebauten Zustand verändern.
DANKE, Rolf-Dieter,

insbesondere auch für die Links zum Rechenwerk und die sehr anschauliche animierte Grafik.

Tja, ich denke, das ist eine Nummer zu groß für mich, das Uhrwerk zu zerlegen.
Ich werde dann wohl wieder alles, so wie es ist, einbauen und bei Ebay an Bastler verkaufen.

Was mich dennoch interessiert: Wie kann das Werk "von alleine" so durcheinander kommen.
Da muss dann doch etwas kaputt gegangen sein (?)

Liebe Grüße
Dieter
 
Algol

Algol

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Hallo diiga..

Versuche es doch einfach mal, das Uhrwerk zu zerlegen.Wenigstens bei einer von beiden.
Bei einen Verkauf kannst Du für diese Uhren sowieso nicht viel erwarten.Wenn man den auseinander und zusammenbau geschafft hat,lässt es einen nicht mehr los.
Diese haben noch den vorteil,das sich die Federhäuser schon vorm abnehmen der Platine ausbauen lassen.Das macht es etwas leichter auch beim zusammensetzen.
Also..schön Fotos vom Werk machen,auch beim auseinandernehmen und die Federn vorher entspannen!

Fragen kann man ja hier immer,wie es denn weitergehen soll.

Gruss
 
Der Stromer

Der Stromer

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DANKE, Rolf-Dieter,

insbesondere auch für die Links zum Rechenwerk und die sehr anschauliche animierte Grafik.

Tja, ich denke, das ist eine Nummer zu groß für mich, das Uhrwerk zu zerlegen.
Ich werde dann wohl wieder alles, so wie es ist, einbauen und bei Ebay an Bastler verkaufen.

Was mich dennoch interessiert: Wie kann das Werk "von alleine" so durcheinander kommen.
Da muss dann doch etwas kaputt gegangen sein (?)

Liebe Grüße
Dieter
Kaputt gemacht worden trifft es besser.
 
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diiga

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Versuche es doch einfach mal, das Uhrwerk zu zerlegen.Wenigstens bei einer von beiden.
Bei einen Verkauf kannst Du für diese Uhren sowieso nicht viel erwarten.Wenn man den auseinander und zusammenbau geschafft hat,lässt es einen nicht mehr los.
Diese haben noch den vorteil,das sich die Federhäuser schon vorm abnehmen der Platine ausbauen lassen.Das macht es etwas leichter auch beim zusammensetzen.
Also..schön Fotos vom Werk machen,auch beim auseinandernehmen und die Federn vorher entspannen!

Fragen kann man ja hier immer,wie es denn weitergehen soll.

Gruss
Danke für die Ermutigung!

Ich werd' es mir überlegen, doch jetzt werden die Uhren erst mal weggeräumt,
denn für mich beginnt die Frühlings-Gartenarbeit (mein eigentliches Hobby - etwa ein Hektar Land,
diesmal fast zwei Dutzend Paprika-/Chili-Sorten im Saatbeet vorgezogen)
und damit ist für den Sommer und Herbst die Zeit ausgebucht.
Im nächsten Winter kann ich dann die Uhren ja wieder hervorholen. :-)

LG
Dieter
 
Thema:

Probleme mit Schlagwerk - Pedeluhr/Kaminuhr VEB Feinmechanik Sonneberg

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