Problem mit Zeigerreibung bei BF 866

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Badener

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Hallo zusammen,

ich habe ein BF 866 (Baumgartner) auf dem Tisch, ein Stiftankerwerk in Roskopf-Bauweise. Das Besondere dieser Bauweise ist u. a., dass sich das Wechselrad direkt auf dem Federhaus befindet. Dieses treibt sowohl das Minutenrohr als auch das Stundenrad an.

So sieht das dann aus:
bf866_1.jpg

Und von der Zifferblattseite:
bf866_3.jpg

Dummerweise findet bei dieser Konstruktion die Zeigerreibung nicht am Minutenrohr statt (dieses liegt nur lose auf) sondern zwischen Federhaus und Wechselrad.
Das Zeigerstellrad (bei 3 Uhr) bewegt das Wechselrad und dieses bewegt dann direkt das Minutenrohr und das Stundenrohr (über das rot markierte Trieb). Das Stundenrad fehlt auf dem Bild, damit man mehr sieht...

Nun das Problem:
Beim Zeigerstellen bewegt sich das Wechselrad gegen das Federhaus und das Minutenrad dreht sich. Das kleine Trieb für das Stundenrad bewegt sich aber nicht sondern bleibt wie das Federhaus stehen. Damit kann man zwar den Minutenzeiger stellen, aber nicht den Stundenzeiger.

Die Achse ist sauber und gut geölt, das Trieb bleibt also nicht an der Platine hängen sondern tatsächlich am Federhaus.
Ich habe schon versucht, die Bohrung der Achse am Wechselrad von beiden Seiten etwas festzudrücken. Das führt aber nur dazu, dass sich das Wechselrad kaum mehr gegen das Federhaus bewegen läßt. Auch nicht gut für die Zeigerreibung...

Hat jemand von euch eine Idee, wie man das kleine Trieb und das Wechselrad fest aneinander "binden" kann und gleichzeitg genug Spiel gegen das Federhaus läßt, damit die Zeigerreibung nicht zu stark wird?

Vielen Dank schon vorab!

Gruß
Badener
 
Aeternitas

Aeternitas

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Ich könnte lachen...habe heute ein ähnliches Kaliber von einer Newark mit dem gleichen Problem vorliegen gehabt...und bin nicht weiter gekommen.

Sitze gerade dran. Nimm mal den Deckel des Federhauses mit dem Wechselrad und drücke das Ganze vorsichtig zusammen...
 
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Badener

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Hallo,

das mit dem Zusammendrücken hatte ich ja schon vergeblich versucht (s. o.). Das führt nur dazu, dass sich das Wechselrad kaum mehr gegen das Federhaus bewegen läßt. Aber das Trieb dreht immer noch nicht mit...

Hat noch jemand eine Idee oder gar Erfahrung damit?

Gruß
Badener
 
Mic69

Mic69

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Guten Morgen,
Ich kenn jetzt das Werk nicht. Kann man das Wechselrad komplett vom Federhaus abheben? Trieb und Rad sollten nach meinem Verständnis miteinander vernietet sein. Die Ursache für diesen Defekt könnte sein, dass die Verbindung zwischen Trieb und Rad einfach durchgerieben ist. Dann muss Ersatz her.
Viel Eroflg!
 
Badener

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Hallo Micha,

Rad und Trieb sind mit dem Federhaus vernietet, lassen sich also nicht abnehmen. Wo genau die Verbindung zwischen Trieb und Rad ist, konnte ich bisher nicht ausfindig machen. Da könntest aber Recht haben, dass diese durchgerieben ist...

Danke und Gruß
Badener
 
Aeternitas

Aeternitas

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Eventuell könnte ich Dir das Ding mal schicken, da mein Werk einfach nicht will, die Zapfen sind fast alle am Limit. Ich würde Dir dann das Federhaus schicken- die Feder ist nicht orginal, die lasse ich mal weg. Müsste eigentlich passen.
 
Badener

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Hallo Aeternitas,

vielen Dank für das nette Angebot!
Ich komme gerne nochmal auf dich zu, falls mein aktueller Weg nicht zum Ziel führt. Habe mir nämlich beim Spanier in der Bucht ein BF 866 zum Ausschlachten bestellt und warte noch auf die Lieferung. Ich hoffe, dass dort das Wechselrad auf dem Federhaus noch intakt ist. Falls ja, könnte ich dir sogar den Rest des Werkes zur Verfügung stellen, um dein Zapfenproblem zu lösen. Dann hätten wir gleich zwei Schätzchen gerettet ;-).

@Alle:
Unabhängig davon würde es mich interessieren, ob die Uhrmacherprofis noch einen Trick kennen, um dieses Problem zu beheben? Oder ist und war Austausch immer die einzige Möglichkeit? Die Roskopfbauweise war ja früher recht verbreitet, sodass auch dieses Problem wohl häufig anzutreffen war.

Vielen Dank und Gruß
Badener
 
R

RS990

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Hallo,

WEchselrad gehört mit Trieb vernieten, das ganze sitzt widerum am Federhausdeckel ( sollte einen Ansatz haben) mit Reibung.

Wird leider oftmals falsch demontiert oder gespannt deswegen gibt es leider keine Federhausdeckel mehr.

LG RS990

Ps : am besten mit scharfem Zeigerabheberhebeln abziehen
 
Badener

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Hallo RS990,

vielen Dank für den Tipp. Für mich sah es bisher nicht so aus, als könne man das Wechselrad schadenfrei abnehmen, aber ich werde es mal versuchen und dann berichten.

Gruß
Badener

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo,

so, ich bin der Lösung hoffentlich ein Stück näher gekommen. Abnehmen läßt sich das Wechselrad nicht vom Federhausdeckel, da verbiegen sich vorher der Deckel und das Wechselrad. Ich vermute, dass die Lösung nicht darin besteht, das Wechselrad und das oben rot markierte Trieb fester aneinander zu bringen, damit das Trieb mit dem Wechselrad mitdreht. Stattdessen habe ich nun mit einem scharfen Messer direkt unterhalb des Wechselrades versucht, diesem minimal mehr Höhenluft zu verschaffen. Das führt dazu, dass sich das Wechselrad inkl. des Triebs nun leichter dreht, sich also die Zeigerreibung verringert.

Nach dem provisorischen Zusammenbau des Werkes (ohne Räder) funktioniert die Zeigerstellung nun tadellos. Ob die Zeigerreibung aber ausreicht, um im Normalbetrieb die Zeiger sauber zu bewegen, muss sich erst noch herausstellen.
Fortsetzung folgt ;-)

Gruß
Badener
 
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Badener

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Hier kommt die Fortsetzung:
Es hat geklappt. Das Zeigerstellen läuft jetzt butterweich und die Zeiger bewegen sich auch im Normalbetrieb wie sie sollen. Die verringerte Zeigerreibung reicht also völlig aus.

Hier noch das Ergebnis im Bild:

Media_1.jpg

Media_2.jpg

Keine Schönheit, aber eine tickender Ticker und die Werte auf der Zeitwaage sind erstaunlich gut und stabil. Mal sehen, ob ich die abgerockte Lünette noch etwas aufmöbeln kann...

Media ist übrigens eine Handelsmarke der Claro Watch S.A., Biel, CH. Claro existiert auch heute noch.

Gruß
Badener
 
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