Preliminäre Fragen zur Behandlung einer Revue Thommen

Diskutiere Preliminäre Fragen zur Behandlung einer Revue Thommen im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; DIR glaube ich es schon! Unglaublich finde ich es trotzdem ;-) Gruß MIchael

monozelle

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Unglaublich finde ich, dass der Michael vor knapp drei Monaten mit dem Schrauben angefangen hat, bei dem Tempo, das er vorlegt.
 

gsl

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Demnach glaubst du an etwas Unglaubliches? :hmm:
Ja, die Metaphysik der Horomantie (Zeit/Uhrdeutung) ;-)

Und danke Ingo (@monozelle) für die Blumen und vor allem den Ansporn ;-)
Aber der Wahrheit zu Liebe habe ich nicht vor drei Monaten mit dem Schrauben überhaupt begonnen. Nur es auf Uhren ausgeweitet. Ich habe schon als kleiner Bub zum großen Leid und Gezetere meiner jüngeren Geschwiser, alles was wir an Spielzeug und überhaupt Zeug hatten zerlegt und damals meistens nicht wieder zusammengebracht. Kann die Finger einfach nicht vom Hacken lassen...

Gruß
Michael
 

gsl

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Hier ändert sich der Titel des Threads in "Nachbereitende Fragen zur Regulierung einer Revue Thommen Taschenuhr"

Ich habe die Uhr nach der Reinigung mit der neuen Feder zusammengebaut und sie scheint jetzt seit Stunden robust in allen Lagen zu laufen.

Bevor ich sie mit ZB und Zeigern Fertigmontiere und einschale bitte ich euch, die Zeitwaage anzusehen und mir zu sagen, ob ich noch etwas machen kann oder muss, bzw. ob das Werk so OK ist (von einem Dilettanten für den Eigengebrauch).

1) Laut Zeitwaage ist der Abfallfehler 3-4ms. Das kommt mir etwas zu viel vor.
2) Die Amplitude mit ca. 200-260 Grad (je nach Lage) kommt mir klein vor (falls der Hebungswinkel von 52 für dieses nicht ganz identifizierte Kaliber stimmt).
3) Die Werte sind in jeder Lage ziemlich verschieden (insbesondere Vor/Nachlauf) und, was mich am meisten stört
4) um halbwegs in einen Bereich von +-60Sek. Abweichung zu kommen, muss ich den Rücker 1mm über den Rand des Klobens schieben.

Was meint ihr, muss ich noch was machen, oder kann ich sie einschalen und beobachten?

ZB unten (siehe Stellung des Rückers):

R0012260.JPGR0012261.JPG

Andere Positionen mit dem ZW-Bild im Anschluss lasse ich im Anhang.

Dank und Gruß Michael
 

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gsl

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Und eine Frage habe ich noch:

Ich habe bis jetzt mit einer Ausnahme nur Zylinderhemmungen und Stiftankerhemmungen gemacht. Das ist die erste Ankerhemmung und ich bin nicht sicher, was ich zum Ölen der Hebungssteine nehmen soll. Jendritzki schreibt da Spezialöl für Hebungssteine vor.

Ich habe die Sorte 1-3 gekauft und habe ein Präzisionsöl für Zylindermaschinen von Blasinstrumenten, das synthetisch und völlig säurefrei ist und nicht verharzt. Das hat eine recht hohe Viskosität und isch verwende das nach Rücksprache mit einem Uhrmacher für die Aufzugsfeder, große Lager etc. (wo bei Jendritzky "fetten" steht), die Steine und jeden zweiten Zahn des Zylinderrades öle ich mit 1-3, aber welches der beiden soll ich für die Hebungsflächen und Ankersteine nehmen?

R0012289.JPG

Danke für euren Input und liebe Grüße
Michael
 

monozelle

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"Hebungssteine" (?) - es gibt nur einen "Hebelstein" (oder Ellipse), der sitzt auf dem Plateau/der Hebelscheibe der Unruh und der (soweit die mir gepredigte Religion) bekommt kein Öl.
Ich nehme an, du meinst die Ankerpaletten. Die bekommen etwas Öl. Ich nehme dafür auch Sorte 1-3 und gebe je ein winziges Tröpfchen vorne auf die Paletten. Durch die Ankerbewegung wird das dann auf den Kolbenzähnen des Gangrades verteilt. Ersatzweise kann man auch die Zähne des Gangrades ölen. Manche machen's so, manche so. Aber in der Hemmungspartie das Öl zu vergessen, kann sich negativ auf die Amplitude auswirken.

Cool, du hast eine Weishi? Die fehlt mir auch noch... 🙂
Sieht aus, als stimme der Abfall (Beat Error) nicht. Die beiden Punktlinien sollten idealerweise eine Linie bilden oder zumindest möglichst nah beieinander sein. Hattest du die Spirale von der Unruh getrennt? Weißt du, wie du den Abfall korrigierst?
 

gsl

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"Hebungssteine" (?)

Ja, so sagt Jendritski dazu ...

3480284

Ja, ich habe auch 1-3 genommen.
Und ja, der Abfallfehler ist groß. Die Spirale habe ich nicht von der Unruhe getrennt. Nur die Unruhe vom Kloben. Wie man den Abfall korrigiert? Nur theoretisch. Man muss die Spiralfedermanschette verdrehen. Aber ich wüßte nicht einmal in welche Richtung, und zum Üben geht die Uhr zu gut.

Die Weishi kann ich nur bedingt empfehlen (aus meiner Sicht). Sie kann die Art Uhren, die ich jetzt "mache" nicht. Für Zylinder- und Stiftankerhemmungen ist sie nutzlos. Wenn Du Uhren mit Pedigree hast, wo das Kaliber bekannt ist und der Hebungswinkel (Lift Angle) auch bekannt ist, dann sagt die Amplitudenmessung was aus. Wenn Du noname Kaliber hast, so wie ich, kannst Du gleich einen Punkt auf den Reifen malen und mit dem Augapfel messen.

Schönen Gruß
Michael
 
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monozelle

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Nur theoretisch. Man muss die Spiralfedermanschette verdrehen. Aber ich wüßte nicht einmal in welche Richtung, und zum Üben geht die Uhr zu gut.

Ich denke, mit dem Abfallfehler geht da noch was. Genau, man muss die Manschette (Spiralrolle) drehen.

Spann das Werk ab, nimm Unruh und Anker raus und setz die Unruh ohne den Anker ein. Du brauchst sie nicht festzuschrauben, aber die Zapfen müssen in den Lagern sein. Lass die Unruh auspendeln bzw. setz sie in die Ruhestellung.
Schau in einer Linie vom Ankerlager zur Unruhwelle. Dort siehst du den Hebelstein. Etwas davor, rechts und links die Begrenzungsstifte für den Anker. Der Hebelstein sollte genau in der Mitte zwischen den beiden Stiften sein.

Ich mache es so: Ich nehme zum Einstellen des Abfalls einen kleinen Unruhgalgen. Der Kloben kommt auf einen Dorn, der Reif hängt frei. Mit der Methode kommst du an die Spiralrolle ran, ohne die Unruh jedesmal vom Kloben zu trennen und wieder zu montieren, das spart irre viel Zeit und Nerven.
Du nimmst den Unruhreif vorsichtig zwischen zwei Finger, hebst ihn etwas und kippst ihn so, dass sich die Spirale etwas auffächert, natürlich nicht zu sehr ziehen und Vorsicht mit den Zapfen. Dann siehst du die Spiralrolle, die hat einen Spalt. Du gehst mit einem kleinen Schraubendreher ganz behutsam zwischen die Spiralwindungen, in diesen Spalt, und drehst die Spiralrolle ganz leicht. Angenommen, der Hebelstein war zwischen den Begrenzungsstiften etwas zu weit links, dann musst du die Spiralrolle entsprechend nach rechts (also im Uhrzeigersinn) drehen.

Danach setzt du die Unruh wieder ins Werk und guckst nochmal. Falls es immer noch nicht stimmt oder du zu weit gedreht hast, dann nochmal das Ganze.
Ich glaub, ich hab beim ersten Mal 8 oder 9 Versuche gebraucht. Du kriegst das bestimmt besser hin! 😉

Wenn der Hebelstein dann schön in der Mitte ist, Anker wieder rein, Unruh rein, alles festschrauben und nochmal testen. 👍
 

gsl

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Die Platine hat einen Durchmesser von genau 43cm, /2,558=16,81. Also eher 16 3/4 oder so?
Das Bild und die Beschreibung des Kalibers passt genau zu meiner, nur ist meine eine Linie kleiner.

Also, ich bitte um Entschuldigung für den Blödsinn, den ich da verzapft habe.
43cm/2.2558 = 19,06 Also 19''', aber mein Werk sieht so aus, wie 17,5''', nicht die 19''' bei Ranfft. Nur habe ich keine Breguet Spirale sondern eine blaue ebene.


Was sind eigentlich diese Angaben Dm, Do, Dn in mm bei Ranfft?


Dank und Gruß
Michael
 

gsl

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Klick mal "Erläuterungen zu den Daten"
Das habe ich schon vorher aber jetzt auch länger suchen müssen, aber gefunden hab ich's Dank der bekannten Bezeichnung. danke ;-)

P.S. Die RT läuft seit gestern Nachmittag eingeschalt und zeigt bis jetzt keine analog beobachtbare Abweichung (ich zähle die Sekunden nicht - kann ja nicht beeinflussen, wann die Uhr startet, sondern orientiere mich auf 1/2 Minute am großen Zeiger)

Gruß aus Wien
Michael
 

gsl

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Wenn der Hebelstein dann schön in der Mitte ist, Anker wieder rein, Unruh rein, alles festschrauben und nochmal testen
Danke Ingo!

Doch die Uhr läuft seit 30 Stunden in meiner Tasche an der Kette mit weniger als einer Minute Abweichung (nach vor).

R0012298.JPGR0012299.JPG

Sie jetzt wieder zu zerlegen und mit einer Prozedur anzufangen, die mit großer Wahrscheinlichkeit fatal (für die Uhr) enden wird, bringe ich nicht über's Herz. Sowas möchte ich nur machen, wenn die Uhr sonst unbenutzbar ist, wie bei der "Vera", die jetzt trotz allem schon seit Wochen, mit 3-5 Minuten Abweichung läuft.

R0012327.JPG

Bei ihr habe ich da durch müssen, da die Spirale völlig zerdeppert war (aber im Blindflug, da mir niemand so eine liebe Anleitung für eine Zylinderhemmung geben konnte). Da habe ich die Spirale abnehmen müssen, sie richten und dann den Abfall neu einstellen. Es hat einige Male gebraucht, bis sie halbwegs robust lief, und genauer bekomme ich sie nicht hin, aber auch das Spiel des Minutenrades im Lager ist ein halber mm. Also die alte Vera ist ausgeleiert, und ein neues Minutenradlager ist weit jenseits meiner Möglichkeiten. Das Härchen der Führung des Rückers, das abgebrochen war, habe ich rauflöten können, aber Lager, Wellen und Zapfen ...

P.S. Den Unruhgalgen habe ich im Video gesehen ;-) Und, schneid nicht so viel weg :-)

Liebe Grüße
Michael
 
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