Preiswerte Hommage an Blancpain aus Portugal: Prometheus Sailfish (schwarz) [PMTSFBLACK]

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#1
katzora

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Hallo Uhrforum -

Ich möchte Euch heute noch schnell zum Ende der Feiertage meinen Diver „Prometheus Sailfish“ (Version mit schwarzem Ziffernblatt und schwarzer Lünette) aus Portugal vorstellen – ich bin auf die Uhr durch viele positive Berichte im Internet aufmerksam geworden und hatte Glück, dass meine Wunschvariante im letzten Sommer auch erhältlich war, denn wie bei so vielen Indie-Anbietern ist die Uhr i.d.R. nicht sofort lieferbar.

PHD_Front.jpg

Die Prometheus Watch Company (PWC) ist potenziell nicht allen Uhrforisten bekannt, deshalb ganz kurz ein paar Details zu den Portugiesen: PWC existiert seit 2008 und hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, bezahlbare, robuste mechanische Uhren anzubieten. Designeinflüsse stammen zum Großteil aus den 1960er und 1970er Jahren – laut PWC „das goldene Zeitalter der mechanischen Uhrenentwicklung“. Die Prometheus-Zeitmesser haben allesamt einen eindeutigen Retro-Charme, weisen aber auch genügend eigene Gestaltungselemente auf, um nicht als simple „Vintage-Homage“-Uhren durchzufallen. PWC will mit ihrem Angebot sowohl Freunde von Tauch- („min. 300 m“), Dress- („zeitlos“) und Piloten-Uhren („gut ablesbar“) ansprechen. Nachdem Prometheus-Uhren in den Anfangstagen noch von Schweizer Einstiegs-Kalibern angetrieben wurden, kommen aktuell zumeist japanische Werke zum Einsatz – weitere Lieferanten kommen aus dem heimischen Portugal sowie aus Deutschland und China. Der internationale Teile-Einkauf ermöglicht es PWC „zuverlässige und präzise gefertigte Uhren zu einem besonderen Preis-/Leistungs-Verhältnis“ anbieten zu können. Dem kann zumindest ich nicht widersprechen: Die „Sailfish“ kostet je nach (Farb-)Ausführung lediglich ca. €300 – also definitiv kein „Luxuswecker“.

Prometheus selbst geht mit dem Hauptdesigneinfluss für die „Sailfish“ offen um und benennt Blancpains „Fifty Fathoms“ sogar auf der eigenen Webseite – tatsächlich verweist aber vor allem die ikonische Saphirglaslünette (gut drehbar, nix wackelt, angenehmer Sound) auf den Tauchklassiker, der Rest der Uhr geht eigene Wege. Trotzdem: ich war nicht unglücklich, dass ich dank PWC zumindest einem meiner „Uhren-Grale“ ein ganz klein wenig näher gekommen bin.

PHD_vsBPFF.jpg

Im Gegensatz zu BPFFs hochglänzendem Gehäuse, setzt Prometheus auf gebürstetes 316L-Stahl – damit wirkt die Sailfish dann auch gleich deutlich „werkzeugiger“ als das große Vorbild. Persönlich hätte ich durchaus Freude am Hochglanz gehabt, aber die Portugiesen wollten sicherlich verhindern, dass man ihnen eine zu große Nähe zum Vorbild unterstellen könnte. Größentechnisch hat man wiederum nicht experimentiert – 42 mm Durchmesser (43 mm mit Lünette) entsprechen dem 1953er Original, die aktuelle Fassung der BPFF ist dagegen 2 bzw. 3 mm ausladender. In der Seitenansicht macht das Gehäuse durchaus eine schlanke Figur, dank der schmalen Flanken, die für kleinere Handgelenke aber gern noch etwas „gebogener“ sein könnten. Immerhin sind sie passend zum Retroanspruch durchgebohrt – das Band wird dann auch mit Schrauben gehalten - dazu gleich mehr. Auf der soliden Rückseite thront der namensgebende „Sailfish“ (Schwertfisch) als simple Silhouette – schade, dass sich PWC nicht zu einer aufwändigeren Variante á la Omega Seamaster entschieden hat. „300 m / 1000 ft“ soll das Gehäuse wasserdicht sein – die verschraubte Rückseite und Krone lassen daran auch potenziell keinen Zweifel. Die Krone selbst ist griffig und mit einem sauberen Prometheus-Symbol schmuck verziert.

PHD_Back.jpg

Jetzt zum Band: Die Uhr kommt standardmäßig mit einem massiven Stahlband (22 mm, ~3 mm hoch) aus Portugal, das sogar über eine (recht kurze) stufenlose Taucherverlängerung verfügt – das kennt man ansonsten eher von Luxusdivern. Wie man an den Fotos sieht, hab ich allerdings wenig Spaß an diesem vollverschraubten Stahlmonstrum gehabt. Es ist schwer, unbequem, wuchtig und (wenn man das Vorbild betrachtet) auch noch ziemlich unpassend – deshalb trage ich die „Sailfish“ aktuell an schwarzem Leder mit grauen Nähten, habe aber auch schon ein „Brady“-Segeltuch-Band parat liegen. Laut PWC ist das Stahlband übrigens mittels Loctite gesichert, bei mir konnte ich allerdings keinen Kleber feststellen. Doof bloß, dass die Schrauben am Gehäuse nicht festsitzen und am Lederband gerne auch mal aus dem Gehäuse hervorstehen. Keine Katastrophe, aber auch nicht schön.

Das Ziffernblatt wird von einem sehr klaren Saphir geschützt – leider ist dieser nicht wie bei der aktuellen BPFF gewölbt, dafür funktioniert die AR-Beschichtung auf der Unterseite sehr gut, die nur einen gaaanz dezenten Blaustich aufweist. Das Blatt selbst hat mit dem Vorbild faktisch nichts mehr zu tun. Auf der matten Oberfläche dominieren grünliche (C3 Superluminova) arabische Stundenzahlen – das winzige (sehr sauber gedruckte) Prometheus-Logo und „Automatic | 300 m / 1000 ft“ (in gebrochenem Weiß) fallen da kaum ins Gewicht. Das Datumsfenster (auf 3) mit Chromrahmen ist da deutlich sichtbarer – leider sitzen die Zahlen (schwarz auf weiß) nicht immer ganz mittig. Umrahmt wird das Blatt von einer taucheruntypischen Eisenbahnminuterie. Zur selbiger passen immerhin die Stunden- und Minutenzeiger im Pilotenstil – der rotspitzige Sekundenzeiger dagegen kommt recht modern daher und erinnert wiederum deutlich an das Vorbild. Wer sich die Zeiger genauer betrachtet, wird feststellen, dass diese zwar glänzen, aber trotzdem gebürstet sind – ein schönes, seltenes Detail.) Trotzdem: Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Prometheus mit Gewalt einen „anderen“ Look kreieren wollte, der dennoch „typisch retro“ ist. Nicht wirklich „hässlich“, aber im Ergebnis auch leider nicht ganz überzeugend.

PHD_Macro.jpg

Star der Front ist neben dem tollen „Fifty-Fathoms“-inspirierten Saphirglaslünettenring die Lume (zumindest bei entsprechenden Lichtverhältnissen): Auf drei Ebenen (Lünette, Zeiger, Ziffernblatt) glüht die C3 Superluminova beeindruckend hell (und durch die gesamte Nacht) – definitiv „fackelhaft“!

Das Herz der „Sailfish“ ist ein Seiko SII NH36 „Automatikgetriebe“ (24 Steine), das mit 21,600 Schlägen tickt – trotzdem erscheint mir der Sekundenzeiger völlig subjektiv „smoother“ als bei manch anderem Low-Beat-Werk. Immerhin: das NH36 kommt mit Handaufzug *und* Sekundenstopp daher – beides nach meiner Erfahrung keine typischen Features vieler japanischer Basis-Kaliber. Den Rotor hört man zudem auch kaum. Ich wechsele meine Uhren so häufig, dass ich zur Ganggenauigkeit leider wenig sagen kann – die Gangreserve ist mir ebenfalls zumindest nicht negativ aufgefallen.

Lange Rede, kurzer Sinn: PWC haben ihr Versprechen gehalten – so viel (Taucher-)Uhr für so wenig Geld hab ich ganz selten gesehen. Wer auf Vintageoptik und unabhängige Minischmiedenzeitmesser steht, macht mit der „Prometheus Sailfish“ (fast) alles richtig. Deutlich preiswerter als das Vorbild von Blancpain ist die Uhr in jedem Fall – aber so ein Vergleich führt ja bekanntlich nirgendwo hin …

Wer es farbiger mag, bekommt die „Sailfish“ (mit Glück) übrigens in diversen Varianten – u.a. im trendigen Blau-Blau (Lünette und Ziffernblatt). Die Uhr kommt übrigens per Kurier aus Portugal in einem praktischen Kunstleder-Travel-Case mit Platz für ein Wechselband - auch keine Selbstverständlichkeit. Nur schade, dass man sich als Kunde nicht gleich gegen das Stahlband und bspw. für ein Segeltuch-/Nylon-Band entscheiden kann.

(Und jetzt noch ein paar schnelle Schnappschüsse – verzeiht bitte das ein oder andere Staubkorn. Und ja, die Uhr ist an meinem Mädchenärmchen [17.5 cm] recht groß – mir macht das aber nix aus.)

PHD_FrontTillt.jpg

PHD_Side2.jpg

PHD_FrontWet.jpg

PHD_Zoom.jpg

PHD_Wrist.jpg

PHD_WristTop.jpg


Gehäuse: 316L Edelstahl (43 mm, 50 mm Gesamtlänge, 14.5 mm Höhe), verschraubte(r) Krone und Stahlboden (30 ATM WD)
Ziffernblatt: Mattschwarz mit arabischen Ziffern (C3 Superluminova), Zentralsekunde, Datumsfenster
Glas: Flacher Saphir (mit AR), Kuppel-Saphirlünette mit C3 Superluminova (120 Klicks)
Kaliber: Seiko SII NH 36 Automatikwerk (24 Steine) mit Sekundenstopp, Handaufzug
Band: Edelstahl (22 mm) mit Taucherverlängerung, verschraubte Glieder, Prometheus-Logo
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
62kurt

62kurt

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Schöne Bilder , netter Vergleich , prima Vorstellung .
Glückwunsch zur Prometheus Sailfish .
 
#3
H

Horologist

Guest
Eine super, super Uhr und eine schöne, inhaltsreiche Vorstellung mit tollen Bildern.

Die Prometheus hatte ich auch schon einmal auf meinem internen Uhrenradar.

Sie ist m.E. noch schöner als ihr großes Vorbild, aber das ist natürlich Gschmaxsach (und Uhren-Blasphemie)

Die Zeiger und das mattierte Gehäuse jedenfalls gefallen mir besser als das Original und das einzige, winzige "Manko" gegenüber den fünfzig Trugbildern ist das nicht gewölbte Uhrenglas.

Vielen Dank fürs Zeigen!
 
#4
thesplendor

thesplendor

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Schöne Vorstellung einer gelungenen Uhr. Aber ich würde die länglichen dreieckigen Indizes der Fifty Fathoms vermissen. Und den pseudo-Mercedeszeiger würde ich auch gegen das Original tauschen. Wenn man aber nicht die Ffty Fathoms vor dem geistigen Auge hat, ist die uhr prima. Und das Kaliber scheint ja auch recht gut zu sein.

Viel Freude damit!
 
#5
Mastersea

Mastersea

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Sehr schöne Vorstellung mit grandiosen Bildern. Insbesondere die ausgefallene Lünette kommt gut zur Geltung. Ich wünsche dir viel Spaß mit der Uhr!
Magst du mal schauen welche Breite das Stahlbandes an der Schließe hat? Ich bin gerade auf der Suche nach einer Schließe mit stufenloser Feinverstellung in 20 mm.
 
#6
Carper

Carper

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Sehr schöne Vorstellung mit Super Bildern :super:

Eine Prometheus muss auch noch her, im Auge hab ich da die Piranha in schwarz.

Danke fürs Zeigen und viel Spaß mit Deiner!


Gruß

Carper
 
#10
der_koelner

der_koelner

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Tolle Vorstellung, danke dafür und viel Freude mit der Prometheus :super:
Schöner Vergleich auch mit dem Vorbild und mit den Detais, die man so auf den Seiten des Herstellers nicht findet. Prima :klatsch:
 
#13
katzora

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Freut mich, dass die Sailfish hier so viele Freunde hat. :super:

@diveros - Die Schraube ist tatsächlich fest, aber am Lederband ist sie leider nicht fixiert ... Wie beschrieben: das ist nicht ganz perfekt, hat mich aber bis jetzt noch nicht so stark geärgert, dass ich mich handwerklich engagieren wollte. Aber ich sollte potenziell mal danach sehen ...
 
#14
katzora

katzora

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PHD_Canvas.jpg

... so - jetzt am Textil-Band (aus dem Hause "bros Italy"), das erwähnte "Brady"-Segeltuch-Band war nicht kompatibel mit den Schrauben. Gefällt mir jetzt persönlich sehr gut - passt zu der Uhr besser als Leder, oder?
 
#15
tbickle

tbickle

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Wo der Pfeffer wächst...
Kaum hole ich mir die Piranha, kommt schon der nächste mit der Sailfish um die Ecke. ;-)

Ich finde die Uhr sehr gelungen und das letzte, gezeigte Band bringt ihren Charakter hervorragend zum Ausdruck.

Gruß
 
Thema:

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