Preislagen von "Kienzle"-Uhren

Diskutiere Preislagen von "Kienzle"-Uhren im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde! Mecaline hat es ja schon geschrieben - hier eine kleine Ergänzung meinerseits: Ich habe eine Anfrage bezüglich eines...
RiGa

RiGa

Dabei seit
31.08.2007
Beiträge
14.726
Ort
Wien Floridsdorf
Liebe Freunde!

Mecaline hat es ja schon geschrieben - hier eine kleine Ergänzung meinerseits:

Ich habe eine Anfrage bezüglich eines aussagekräftigen (damit meine ich nicht ein "Wischi-Waschi-Prospekt", sondern schon mit detaillierten Angaben zum Werk u.dgl.) Prospekt abgesandt - kurz darauf schrieb mir ein Herr vom Vertriebsinnendienst:

Sehr geehrter Herr RiGa,

vielen Dank für Ihre Anfrage und das damit verbundene Interesse an unserer Uhrenmarke.
Im Anhang übersende ich Ihnen unsere aktuellen Kollektionsbroschüren.

Gerne können Sie auch einen Termin mit einem unserer Aussendienstler vereinbaren um die Kollektion "Live" sehen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
xxx
Vertriebsinnendienst / After Sales
KIENZLE AG
web-shop: http://www.kienzle-ag.de


Der Anhang bestand aus zwei PDFs (einmal 52 Seiten, einmal 60 Seiten), die leider in sehr schlechter Qualität (niedrigauflösend, RGB) erstellt wurden - und mir auch nach einem Halbwegs-Versuch der Qualitätssteigerung (CMYK, weil eben ein solcher Drucker zur Verfügung steht) keine auch nur annähernd schöne Ausdrucke ermöglichte (und das mir, der sich "Setzer" schimpft).

Schade eigentlich - denn die Originalprospekte sind sicherlich (wie auch Mecaline bestätigt) ganz nett gemacht.

Mein Eindruck: Der erste Prospekt (Kienzle Klassik) zeigte wohl gefällige, billige, aber meines Erachtens nach nicht weiter erwähnenswerte Uhren - und auch die Angaben waren eigentlich keine (außer Automatikwerk, Quartzwerk) - na ja.

Der zweite "Jacob Kienzle + Kienzle 1822" war da schon wesentlich informativer: genauere Werkangaben (ETA xxxx, WADI, Glasart), demnach auch schon ambitioniertere Preise - eigentlich sehr schöne und durchaus überlegenswerte Uhren sämtlicher Kategorien (inkl. Taschenuhren).

Schade halt nur, daß es denen die Mühe nicht wert war, ein Originalprospekt zuzusenden - ja nicht einmal nachfragten, ob ein solches gewünscht gewesen wäre und - von mir aus - halt ein Unkostenbeitrag in Höhe von "wasweißich" zu entrichten sei.

Gruß, Richard
 
B

Benutzer

Dabei seit
19.11.2007
Beiträge
1.052
Heute kam sie dann, die zweite-Chance-Kienzle-Uhr, eine Kienzle Sport aus den 70ger (schätzungsweise), geschossen in der Bucht.

Mal abgesehen davon, dass sie nicht funktioniert - weshalb ich rückabwickeln werde - verfügt sie über ein selten billiges No (0) Jewels Werk und ein ultra schlecht gearbeitetes ZB, welches aussieht, als sei es - richtig, aus Pappe! Bilder konnte ich bislang nicht machen, werde das aber nachholen.

Vielleicht kann ja mal jemand hier ein paar Bilder einer wertig verarbeiteten Kienzle aus den 70gern einstellen. Für mich jedenfalls ist Kienzle eine Billigmarke sondergleichen.
 
B

Benutzer

Dabei seit
19.11.2007
Beiträge
1.052
Wie versprochen nun das Foto:



Das Design ist wirklich interessant. Das wars dann aber auch.
 
Ticker

Ticker

Themenstarter
Dabei seit
21.01.2008
Beiträge
111
Ort
Rhein-Main
"Interessant" ist der richtige Ausdruck. :shock:
Mode(r) der Siebziger, da gab´s bekanntlich noch mehr Geschmacks-GAUs. :roll:
 
uhrenbastler

uhrenbastler

Dabei seit
07.01.2008
Beiträge
1.450
Benutzer schrieb:
Vielleicht kann ja mal jemand hier ein paar Bilder einer wertig verarbeiteten Kienzle aus den 70gern einstellen. Für mich jedenfalls ist Kienzle eine Billigmarke sondergleichen.

Schau' Dir mal das Kienzle 059b25 an:

http://uhrwerk.uhrenbastler.de/kienzle_059b25

Mit 17 Steinen, Palettenankerhemmung und Stoßsicherung ist es für Kienzle-Verhältnisse wirklich nicht schlecht. Und die (Taucher-)Uhr außenrum ebenso...

Ciao
Christoph
 
B

Benutzer

Dabei seit
19.11.2007
Beiträge
1.052
Wirkt aber auch insgesamt alles andere als wertig, oder? Mal verglichen mit den Zeitgenossen aus der Schweiz...
 
G

geraldn

Dabei seit
19.02.2006
Beiträge
269
Ort
Heidelberg
Moin zusammmen

War 2 Tage auf der Inhorgenta und habe mal wieder gekramt. Dabei bin ich auch über Kienzle gestolpert. Nachdem ich heute wieder zu Hause war, habe ich ein wenig gegooglet, und bin über Kienzle auf dieser thread aufmerksam geworden. Würde mich nach langer Abstinez gerne mal hier einmischen.

Ich hatte Kienzle seit 2003 im Programm, und habe die letzten Wirren direkt mitbekommen. Das Thema Kienzle Italy (SIOK), die Übernahme durch die Highway - Holding, die Einstellung des Vertriebes und Aufnahme des Vertriebes über einen Großhändler, dann wieder die Einstellung des Vertriebes und nun der neue Relaunch.

Auf dem Stand ist mir Folgendes zuteil geworden: Kienzle wäre nun wieder in deutscher Hand. Der Vertieb wird wieder über Kienzle selbst gesteuert. Die Uhren der Serie 1822 (steht nun aber nicht mehr auf dem ZB) würden nun wieder in Villingen gefertigt werden. Ich habe hier mehrfach explizit nachgefragt! Und dann hatte ich die Modelle in der Hand. Tadellos verarbeitet, und ein neues Modell, dessen Einstellung von Zeit und Datum über die Lünette erfolgt. Anstelle der Krone ein versenkter Drücker. Gar nicht schlecht. Alles in allem habe ich mich hinreißen lassen, etwa 10 Modelle zu ordern.

Die Preise halte ich für angemessen, wenngleich nicht an der unteren Skala. Mal schauen ob Kienzle wieder hochkommt. Ich halte zum Neueinstieg die Kollektion für zu groß und umfangreich. Da ist noch zu viel Quartz dabei, aber im mittleren Preissegment sind die Uhren schön ziemlich adrett. Die Jakob Kienzle-Collektion hatte ich nicht in der Hand. Aber wie Mecaline schon schrieb: Ziemlich weit oben, und preislich auch etwas ambitioniert.

Übrigens gab es auch bis 2005 noch Kienzle Modelle mit Valjoux oder ETA-Werken. Da war beileibe nicht alles schlecht. In letzter Zeit hat man sich mit dem billigen China-Kram aber ziemlich schlechte Reputation verschafft. Daher finde ich auch, dass so ein Satz wie "war ja alles Mist" so nicht passt. Ich denke jeder Uhrenbauer hat so seine dunklen Kapitel und Sünden in den Analen stehen. Und je älter eine Firma, desto mehr .....

Grüßle
Gerald
 
Tourbi

Tourbi

Dabei seit
06.08.2007
Beiträge
1.962
Ort
85304 Ilmmünster
Ich hab noch was Interressantes zu dieser Kienzle Fliegeruhr mit Aufzug, sowie Datum und Zeigerstellung per Lünette.
Das Werk dieser Uhr ist das Semag & Claro Kaliber CL888 der Claro Watch SA in Biel.
Jetzt kommt's! Das Basiswerk für dieses Kaliber nennt sich TY2806, und stammt von der Tsinlien Sea-Gull Co Ltd, Hong-Kong!
Das Sea-Gull-Werk wird von Claro "swiss made" vollendet, und als Schweizer Werk verkauft.
Findet man auch bei Zodiak und Oceandiver 3H.


Gruß

Tourbi
 
G

geraldn

Dabei seit
19.02.2006
Beiträge
269
Ort
Heidelberg
Servus Tourbi

Genau so hatte ich mir das bei diesem Kaliber auch vorgestellt. Im ersten Moment fällt dann sofort die Klappe, und nix geht mehr. Danach, bei kurzem Nachdenken fiel mir dann z.B. Junkers ein, die aus einem rohen 3133 ein echtes Uhrwerk machen. Zumindest sind die Erfahrungen damit sehr positiv. Also 2. Gedanke: Warum soll bei der Endfertigung des Kalibers in der Schweiz und Einbau in eine Uhr in Deutschland nicht ebenfalls was Positives rauskommen. Ich glaube immer erst an das Gute, wenngleich auch ich recht mißtrauisch bin.

Das sich die Schweizer künftig vor dem fernen Osten in Acht nehmen müssen ist, glaube ich, unbestritten. Wer irgend wann einmal in der Lage war, den gesamten Elektronikmarkt zu übernehmen, wird auch irgend wann einmal in der Lage sein ordentliche Uhren zu bauen. Ggf. ist das hier der nächste Schritt? Herstellung der Einzelteile und Kontrolle / Montage dort wo man sich auskennt. Insgesamt haben wir alle damit natürlich ein riesen Problem. Keiner kann mehr sagen, welchen Ursprungs Waren oder Artikel eigentlich sind. Zumindest nicht bei den Konsumgütern.

Wenn die Uhr kommt, gibt es erst eimal wristtime. Mal schauen wie die Sache dann aussieht.

Grüßle
Gerald
 
Tourbi

Tourbi

Dabei seit
06.08.2007
Beiträge
1.962
Ort
85304 Ilmmünster
Hallo Gerald

Ich kann deine erste Reaktion nachvollziehen, kann dich aber beruhigen.
Dieses TY2806 kenne ich im original von Sea-Gull recht gut. Ich hab 4 Stück davon in meiner Werke-Sammlung. Einmal das Basiswerk, und 3 mit verschiedenen Modulen. Diese Werke sind, was Qualität und Funktionssicherheit betrifft, durchaus in Ordnung. Auch die Module.
Nur ist es hier genauso, wie in der Schweiz mit den Eta's. Kleine Hersteller kaufen Rohwerke, und entwickeln eigene Module. Man muss natürlich günstiger sein als die Großen der Branche, um auf dem Markt bestehen zu können. Durch zu große Toleranzen und teils fehlender Endkontrolle leidet die Qualität. Erwischt man so ein Werk, hat man Pech gehabt. Das sind dann die, bei denen gerne mal Zeiger abfallen.
Kurz gesagt, wenn die Schweizer dieses TY2806 sorgfältig montieren, und vielleicht erkannte Schwachpunkte ausmerzen, entstehen hier wirklich gute Werke.

Du schreibst, dass die Asiaten den gesamten Elektronikmarkt übernommen haben. Das stimmt im Bereich Quarz-Werke keinesfalls. Hier mischen die Schweizer kräftig mit.
Ronda zB produziert schon seit 28 Jahren in Thailand Werke mit Komponenten aus Asien, oder der Schweiz und montiert auch Uhren mit diesen Werken für den Asiatischen Markt.
Drei Viertel der rund 8000 Personen zählenden Belegschaft der Eta sind im Fernen Osten beschäftigt, und montieren dort überwiegend Quarz-Werke für Asien.
Semag und Claro gehören der Familie von Burg. George J. von Burg baut ja auch schöne Chronos mit 7750, aber das ist wohl mehr ein Hobby.
Die Familie von Burg unterhält in China einen Betrieb namens "Swissebauches", in dem fast 3000 Beschäftigte elektronische Werke montieren. Diese werden an der Hongkonger Börse zu Tageskursen abgesetzt, oder eingeschalt. Die Komponenten für diese Werke bezieht man von Indtech, dem Hauptsitz der Firmengruppe SFT in Genf. SFT ist einer der größten Produzenten im Quarzuhrenbereich, und arbeitet eng mit von Burg zusammen. Schrittmotoren liefert zB auch Audemars Piguet.

Warum also sollten sich die Schweizer nicht Asiatischer Mechanik bedienen.
Wenn man bedenkt, dass trotz einer Jahresproduktion von rund 200.000 Stück, der Bedarf am Valjoux 7750 nicht gedeckt werden kann, wäre es nicht verwunderlich, wenn von Burg das Asia Valjoux für sich entdeckt.
Bei Sellita steht zwar schon der Nachbau des 7750, das SW500, in den Startlöchern, aber das wird auch nicht reichen.

Gruß

Tourbi
 
U

uhrenkel

R.I.P.
Dabei seit
08.02.2008
Beiträge
477
Kienzle hatte sogar in den 50er Jahren einen eigenen Hemmungstyp entwickelt, eine Stiftankerhemmung mit besonders geformten Rubinstiften und einem speziell dafür entwickelten Hemmungsrad, also quasi ein Mittelding zwischen Stiftankerwerk und traditionellem Paletten-Ankerwerk.
Zum ersten Mal zum Einsatz kam diese spezielle Hemmung übrigens in der sogenannten "Volksautomatic".

Hallo miteinander,

sehr interessante Diskussion in diesem thread.

Kienzle war tatsächlich ein "Voll-Sortimenter" und kann mit der Rubin-Stiftenhemmung eine eigenständige Entwicklungsarbeit nachweisen. Eigenständige Entwicklungen können nicht viele andere Hersteller nachweisen. Kienzle muss auch zugute gehalten werden, dass man nach dem Krieg aufrichtig bemüht war, Uhren aller Art- bis hin zu den hochwertigen Uhren anzubieten. So hatte Kienzle in den 60er Jahren sogar einen eigenen Chronometer mit Genauigkeits-Zertifikat.

Ab Mitte der 60er kam Kienzle, wie auch alle anderen deutschen Hersteller, zunehmend in die Krise und musste auf Teufel komm raus die Kosten senken. Die DDR hat beim Preisverfall im Uhrenbereich kräftig Schubhilfe geleistet: Um die dringend erforderlichen Devisen zu beschaffen, wurden von der DDR jährlich hunderttausende an losen GUB-Uhrwerken in den Westen zu Dumping-Preisen geliefert und von jedem der wollte eingeschalt und verkauft. Das hat die Preise der Armbanduhrenwerke nachhaltig in den Keller stürzen lassen. Und dann kamen 1969 die ersten japanischen Quarzuhren auf den Markt. Wer von den deutschen Herstellern in den 70er Jahren noch halbwegs die Kraft hatte, hat versucht, ein Quartzwerk zu entwickeln. Auch Kienzle hat noch ein eigenes LED-Werk entwickelt, das heute unter Sammlern hoch begehrt ist. Es hat leider nichts mehr genützt. Kienzle ging in den 90er Jahren nach jahrelangem Kampf gegen den Untergang bankrott. Und seither hat der Name Kienzle mehrfach den Besitzer gewechselt.

Der Name Kienzle hat mit der ursprünglichen Firma Kienzle in Schwenningen nichts, aber auch gar nichts mehr gemeinsam.


uhrenkel
 
G

geraldn

Dabei seit
19.02.2006
Beiträge
269
Ort
Heidelberg
Servus Uhrenkel

Beim letzten Satz würde ich widersprechen. Die Besitzer haben mehrfach gewechselt. Aber trotzdem hatte ich Ansprechpartner auch in V-S noch 2005. Danach war ziemlich Ebbe. Nun erfolgt der Vertrieb aus Hamburg, aber man versichert mir, dass die Uhrenmontage wieder in V-S erfolgt. So ein ganz klein wenig Kienzle scheint nun doch wieder aufzuleben. Wünschenswert wäre das, wenn eine Rückbesinnung auf das wesentliche dabei einher hgehen würde.

@Tourbi

Ich habe mit elektronischem Markt nicht die Quartztechnolgie gemeint, sondern den Markt allgemein (HiFi usw). Ansonsten 100% argree....

Grüßle
Gerald
 
Thema:

Preislagen von "Kienzle"-Uhren

Oben