Poljot Armbanduhr Wecker 2612.1

Diskutiere Poljot Armbanduhr Wecker 2612.1 im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Habe hier mal von meinem Freund einen Poljot Wecker entführt, weil der ambitionierte Uhrenforscher auch mal ein Blick in die Uhr werfen möchte...
apple1984

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Habe hier mal von meinem Freund einen Poljot Wecker entführt, weil der ambitionierte Uhrenforscher auch mal ein Blick in die Uhr werfen möchte. War ja klar, oder? Verbaut ist offensichtlich ein 2612.1, das nach Ranfft (bidfun-db Poljot_2612_1: Poljot 2612.1) seit 1990 gebaut wird und dem AS 1475 ähneln soll, allerdings im Metatechnischen Kabinett (Das Metatechnische Kabinett - Poljot 2612.1) seit den 60er in Gebrauch ist/war. Die .1 soll dann sehr gut Gangwerte signalisieren, wobei sehr gut dann doch relativ zu Chronometerwerten zu sehen ist, wie Christoph zu bedenken gibt. Die Maße: 35,5 mm Durchmesser, 12 mm Höhe und 42 mm Länge samt Hörnchen.

Die Gangwerte sind wirklich gut (12 Stunden unter 1 Minute ca.), der Wecker läuft echte 15 Sekunden, ist aber am Arm getragen kaum merkbar und unter einem Pullover o.ä. nicht so doll hörbar. Auf einer Untertasse platziert kann es schon einen Komatösen wecken. Nachweckzeiten gibt es leider nicht. ;-) Die "Vergoldung" wirkt doch ein wenig billig, die Kronen sind gut zu fassen und die Weckeinstellung erschließt sich schnell, die Weckzeit lässt sich allerdings nur vorwärts einstellen über die obere Krone. Die Genauigkeit der Weckzeit ist eher grenzwertig. Minuten- oder gar sekundengenau Einstellung kann man nicht erwarten. Der Wecker besitzt ein eigenes Aufzugswerk und wird unabhängig von der Uhr aufgezogen. Die Gefahr: Weckzeit zwar gestellt, aber nicht aufgezogen - kein Wecken.

18 Steine befinden sich im stossgesicherten Werk (seltsame Zahl irgendwie, vielleicht ist der Extra Stein für die Weckabteilung reserviert), die Werkteile sehen billig gestanzt aus - einen Schönheitspreis gibt's nicht dafür... Angedeuteter Schutz vor den Kronen an einem Gehäuse, dass im Gegensatz zu einigen anderen Modellen, die ich gesehen habe, schöne angesetzte Hörnchen besitzt. Helles, freundliches Zifferblatt mit (wie hieß das noch, Rehaut?) abgesetzt, nur Indexe, ein kleiner gelber Extraring mit groben Minutenzahlen. Schön wäre gewesen, wenn der Weckzeiger wie auch der Minutenzeiger ein wenig länger ausgefallen wären. Alle Zeiger bis auf den Weckzeiger in goldener Anmutung. Irgendwie wirkt die Ablesbarkeit diffus, es sei denn, Licht fällt auf die goldfarbenen Zeiger. Minuteneinteilungen wohin das Auge blickt, schlußendlich im innersten Kreis noch eine im Schienenlook. Leuchtpunkte sind alle noch vorhanden, nur die schon leicht fleckige Leuchtmasse in den Zeigern glimmt noch ein wenig.

Insgesamt sehr guter Zustand, wie ich finde, in einem etwas gewöhnungsbedürften Design aus den 80er/90ern, die Ostblock Fraktion wird es wohl genauer wissen. Ist zwar nicht meine, aber am Handgelenk sieht sieht sie dann doch ganz nett aus. Hier die Fotos dazu:
 

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Mapkyc

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Vielen Dank für deine Mühe, ich habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen. Meiner Einschätzung nach wurde dieser Wecker zwischen 1992 und 1996 gebaut. Anhand der Weckzeit in Sekunden kann man das Werk bestimmen. So habe ich es hier im Forum schon mal gelesen, leider finde ich jetzt den Link nicht. Es gibt welche mit ca. 12 Sekunden und ca. 15 Sekunden, wenn ich mich jetzt recht erinnere.

Man sollte in diesem Zusmmenhang vielleicht darauf hinweisen, daß diese Uhr nicht als Modeartikel sondern als Gebrauchsgegenstand konzipiert ist. Die (mechanische) Weckfunktion ist meiner Meinung nach ein nettes und hilfreiches Extra, das in der Sowjetunion durchaus Sinn machte. Nicht unbedingt für den täglichen Gebrauch bestimmt aber sinnvoll, wenn man z.B. mit der russischen Eisenbahn reist. Die Stecken dort sind ja mit europäischen gar nicht vergleichbar und so hat sich eine eigene Reisekultur entwickelt. In jedem großen Bahnhof gibt es Wartesäle mit hunderten Plätzen, ein Armbandwecker macht hier Sinn ! Da die Reise eh lang genug ist, vergißt der Träger des Weckers auch nicht, den Wecker aufzuziehen. Denn Hektik gibts da nicht und der Poljot Wecker ist als Daily Rocker zu sehen, dessen Bedienung und Funktion dem Träger in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Ich bin selber schon mit der russischen Eisenbahn gereist und es ist ganz gut, wenn man kurz vor Ankunft (also ca. 2 Stunden) aufwacht um alle Sachen zu packen, die Zähne zu putzen, Tee zu trinken usw. Am Ende des Ganges kann man eine Zigarette rauchen, dazu kommt kratzend russische Musik aus dem Lautsprecher. Der Blick geht in die endlose Landschaft. Irgendwann stellt sich die Frage, warum die jungen Leute kaum Übergewicht haben. Aber das ist ein anderes Thema, für das es jedoch logische Erklärungen gibt.
 
purpur73

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Mensch Markus,wie Du dass so beschreibst...achja,da hätt ich glatt auch mal wieder lust drauf.Bin mal ne KLEINE Strecke gefahren:-).Von Moskau nach Leningrad.Weiss nicht mehr,wie lang wir da unterwegs waren.Ich glaub aber, ich hab nur Birkenwälder gesehen.....................
Übrigens mein Wecker hat mich noch nie verschlafen lassen;-)
 

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holger 57

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Hallo apple1984,
das Werk Poljot 2612 ist ein offizieller Nachbau des AS 1475. Die Russen haben Konstruktionsunterlagen und alles Andere was zur Produktion notwendig war von AS gekauft. AS hat das Werk zu dieser Zeit schon nicht mehr gebaut.
Das .1 hinter der Kalibernummer hat nichts mit Qualität oder so zu tun.
Weiterentwicklungen etc. wurden durch Anhängen eines Buchstaben oder einer Zahl gekennzeichnet.
Gruß Holger
 
Rocketman

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Auch ich habe die 2612-er Wecker als zuverlässige Begleiter schätzen und lieben gelernt.
Auf Urlaubsreisen ist immer einer dabei, auch wenn es nicht mit dem Zug quer durch Russland geht. ;-)

Sei es um einen an den nächsten Zug, die nächste Fähre etc. zu erinnern, oder um ganz banal das Frühstück nicht zu verpennen. :D
 
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