Planer Sitz des Uhrglases - Unterschiede zwischen Plexi und Saphir-/Mineralglas?

Diskutiere Planer Sitz des Uhrglases - Unterschiede zwischen Plexi und Saphir-/Mineralglas? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Mitglieder, ich bin ein großer Freund von plexiverglasten Uhren. In der Vergangenheit ist mir allerdings häufiger aufgefallen, dass es...

Rotwild_rcc

Themenstarter
Dabei seit
20.10.2016
Beiträge
27
Ort
Gunzenhausen
Liebe Mitglieder,

ich bin ein großer Freund von plexiverglasten Uhren. In der Vergangenheit ist mir allerdings häufiger aufgefallen, dass es bei diesen Modellen wiederkehrende Unregelmäßigkeiten mit dem planen Sitz des Uhrglases zu geben scheint. Konkret habe ich den leicht schiefen Sitz eines Plexis bei einer CWC G10, einer Meistersinger Neo sowie einer Sinn 103ST beobachten können - also quer durch alle Preislagen. Der Versatz ist bei allen drei mir bekannte Beispielen marginal und fällt im Alltagsbetrieb nicht auf, er ist aber im Profil und mit bloßem Auge erkennbar - hier ein Beispiel:

6.JPG

Ähnliches habe ich noch bei keinem Saphir- oder Mineralglas beobachtet, unabhängig von Preisklasse und Hersteller.

Kann jemand meine Beobachtung bestätigen und gibt es hierfür eine Erklärung? Verformt sich das weiche und relativ flexible Plexiglas eventuell beim Einpressen stärker als die härteren/spröderen Alternativen, und könnte dies zu leichten Abweichungen beim Sitz führen?
 

Rainer Nienaber

Uhrenhersteller, Nienaber
Dabei seit
28.10.2010
Beiträge
5.147
Ort
O W L
Normalerweise sitzen auch armierte Kunststoffgläser plan im Gehäuse.
 
G

Gast52069

Gast
Also mir ist noch nie ein schiefes Plexi über den Weg gelaufen.
Außer bei schlampiger Arbeit.
Ich revidiere meine Uhren selbst und habe schon einige neue Gläser aller Materialien eingesetzt.
Schief ist da nix!:hmm:
Und wenn du ein Saphirglas verformst, gibt's einen leisen Knall:shock: und du hast viele kleine Gläser:lol:
 

neset530d

Dabei seit
18.01.2012
Beiträge
16.397
Ort
Wien
Möchte nicht schwarzmalen, aber hatten wir die Tage nicht eine neuwerworbene Junghans wo auch das Plexi schief saß?
 

Rotwild_rcc

Themenstarter
Dabei seit
20.10.2016
Beiträge
27
Ort
Gunzenhausen
Hmm, dass es möglich ist einen Saphir minimal schief einzupressen - beispielsweise dann wenn sich die Dichtung darunter verschiebt - weiß ich (das hat jetzt aber nichts mit einer Verformung zu tun). Und das auch ein Plexi im Idealfall plan im Gehäuse sitzen sollte leuchtet mir ebenfalls ein - eine Bewehrung zur zusätzlichen Versteifung hilft sicher.

Was ich mich aber gefragt habe ist, ob man Aussagen zu Tendenzen machen, und dies mit bestimmten Materialeigenschaften begründen kann, bspw. Plexis sitzen tendenziell schneller schief als Saphirgläser aus den materialbezogenen Gründen a, b, c...

Meine "empirischen" Daten zu dem Thema sind natürlich auch nur stark limitiert, aber ein leicht verschobener Sitz des Glases ist mir bisher tatsächlich nur bei Plexi aufgefallen.
 

JackDaniels83

Dabei seit
07.07.2015
Beiträge
3.047
Ort
Großherzogtum Baden
Ich glaube nicht, dass das Plexi schief sitzt. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um Toleranzen bei der Fertigung, d.h. dass der Fuß des Glases ist nicht auf dem kompletten Umfang gleich hoch ist. Die Gläser werden in Formen hergestellt und anschließend der Fuß mechanisch nachgearbeitet. Das Rohteil hat gewisse Toleranzen, ebenso wie die Positionierung des Rohteils bei der Bearbeitung.
 

Rainer Nienaber

Uhrenhersteller, Nienaber
Dabei seit
28.10.2010
Beiträge
5.147
Ort
O W L
Ich glaube nicht, dass das Plexi schief sitzt. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um Toleranzen bei der Fertigung, d.h. dass der Fuß des Glases ist nicht auf dem kompletten Umfang gleich hoch ist. Die Gläser werden in Formen hergestellt und anschließend der Fuß mechanisch nachgearbeitet. Das Rohteil hat gewisse Toleranzen, ebenso wie die Positionierung des Rohteils bei der Bearbeitung.

Aber der Überstand sieht mir nach fast 1 mm aus. Solche Toleranzen sind in der Branche eigentlich unüblich.
 

JackDaniels83

Dabei seit
07.07.2015
Beiträge
3.047
Ort
Großherzogtum Baden
Ich denke, die Nahaufnahme täuscht. Der Unterschied von links nach rechts dürfte eher im Bereich weniger 10tel liegen. Ich kenne die Dicke der Uhr nicht, aber bei angenommenen 12mm sind das mit Dreisatz links ca. 0.7mm, rechts 0.35mm und das liegt dann völlig im Rahmen.
 

Rotwild_rcc

Themenstarter
Dabei seit
20.10.2016
Beiträge
27
Ort
Gunzenhausen
Ich denke, die Nahaufnahme täuscht. Der Unterschied von links nach rechts dürfte eher im Bereich weniger 10tel liegen. Ich kenne die Dicke der Uhr nicht, aber bei angenommenen 12mm sind das mit Dreisatz links ca. 0.7mm, rechts 0.35mm und das liegt dann völlig im Rahmen.

Das kommt hin - die dargestellte Uhr ist rund 1 cm dick, d.h. der linke Teil des Glases ragt ca. 0,5 mm heraus, rechts sind es ca. 0,2 mm, insgesamt also ein Niveauunterschied von ca. 0,2-0,3 mm. Ich besitze die Uhr schon lange nicht mehr, erinnere mich aber daran das der Versatz bei der Benutzung optisch nicht aufgefallen ist.

Die Frage bleibt: ist der Plexi tendenziell anfällig für Schieflagen, bzw. Toleranzen in der Fertigung die es beim Saphir- und Mineralglas nicht gibt?
 

JackDaniels83

Dabei seit
07.07.2015
Beiträge
3.047
Ort
Großherzogtum Baden
Die besagten Toleranzen gibt es eigentlich nur bei Plexigläsern. Mineralische sind meist flach und deshalb nicht betroffen, die kann man auf 1-2 Hundertstel genau herstellen. Immer wenn aus gegossenen Rohteilen, durch spanende Bearbeitung (schleifen, drehen, fräsen, usw.) Fertigteile entstehen treten mehr oder weniger großer Toleranzen auf, das liegt in der Natur der Dinge. Wie die Sache bei gewölbten Mineralgläsern aussieht kann ich nicht sagen, könnte mir aber vorstellen, dass es hier ähnle Abweichungen durch die Fertigung gibt.
 

kahlo

Dabei seit
11.02.2015
Beiträge
693
Ort
Rogaland
Ich hatte bisher 2 Plexies, die so schief waren als sie zu mir kamen. Bei beiden war es keine Toleranz im Material, sondern schief eingesetzt. Einmal raus, einmal rein, schon war das Plexi gerade...

Grüsse,
Kahlo.
 
G

Gast52069

Gast
Möchte nicht schwarzmalen, aber hatten wir die Tage nicht eine neuwerworbene Junghans wo auch das Plexi schief saß?

Nee:hmm:, ich hatte einmal eine teure, limitiert Orient, bei der das Saphirglas bei einer Revision im Fachbetrieb meines Vertrauens schlampig schief eingepresst wurde:motz:
Das daß auch plan geht, hat mir die Orient-Servicewerkstatt bei der nächsten Revision in Tokio gezeigt:super:

--- Nachträglich hinzugefügt ---

...... keine Toleranz im Material, sondern schief eingesetzt. Einmal raus, einmal rein, schon war das Plexi gerade...

Grüsse,
Kahlo.

Die Fertigungstoleranzen sollten eigentlich so genau sein, daß ein sichtbar schiefer Sitz eines Plexis ausgeschlossen sein sollte.
 

nobrett

Dabei seit
08.05.2012
Beiträge
1.566
Ort
Rhein Main
Ich vermute auch, dass das Plex nicht richtig sitzt. Hatte ich auch schon mehrfach, vor allem wenn ein fast zu großes Plexi an in die Fassung gezwängt wurde. Entweder mit zwei Daumen und kontrolliertem Schmackes richtig runter drücken oder noch mal raus und wieder richtig einsetzen.

Gruß
Norbert
 

mausiele

Dabei seit
27.04.2012
Beiträge
1.126
Ort
Nördliches Niedersachsen
Auch die "Billig-Plexigläser" die ich bisher verbaut habe hatten keine so großen Toleranzen.

Wenn ein Glas schief saß, dann war es schlampige Arbeit.

Ein erneuter Versuch mit mehr Sorgfalt klappte dann jedoch problemlos.
 
Thema:

Planer Sitz des Uhrglases - Unterschiede zwischen Plexi und Saphir-/Mineralglas?

Oben