Orient Star Retro-Future (Ref. WZ0191DA) Ford Fairlane´s "Guitar"

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Spitfire73

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Am Ende meiner Schulzeit befragte ein Lokalreporter die versammelte Abschlußklasse nach ihren Vorbildern für den Eintritt ins Erwachsenenalter. Mein Banknachbar leierte pflichtschuldig die Namen von Albert Schweitzer, Mahatma Gandhi und Boris Becker herunter. Ich nominierte Terry Pratchett, Tom Selleck und Andrew „Dice“ Clay. Mit seiner Auswahl schaffte es mein Mitschüler samt Bild und Vollzitat in die Lokalzeitung. Ich dagegen ins Lehrerzimmer zum Einzelgespräch. Mein ehemaliger Banknachbar übt übrigens heute den Beruf von Schweitzer aus, trägt dazu die Frisur von Gandhi und hat nebenbei Unterhaltsverpflichtungen wie Boris Becker angehäuft. Mir dagegen blieb neben den Büchern von Pratchett und einer „Magnum“-DVD-Box nur das Festhalten an Andrew "Dice" Clay als Avatarfoto - dafür aber wenigstens auch sein heutiges Erscheinungsbild erspart.

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Den kontroversen und stark polarisierenden US-Komiker an dieser Stelle wirklich umfassend abzuhandeln, würde den Rahmen einer Uhrenvorstellung sprengen. Clay wurde 1957 in Brooklyn, New York geboren und wuchs in mehr als bescheidenen Umständen in der Bronx auf. Das entschuldigt ziemlich wenig aber erklärt zugleich ziemlich viel. Clay steht ebenso für bizarre Aussetzer vor Publikum und laufender Kamera wie für einen kometenhaften Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen. Als erstem Comedian überhaupt gelang es ihm, an mehreren ausverkauften Abenden hintereinander den Madison Square Garden zu füllen. Manche sehen in Clays künstlerischem Œuvre eine unerträgliche Zusammenballung vulgärer, zotig sexistischer Provokationen; andere entdecken unter dieser Schale einen vielschichtigeren und interessanteren Charakter mit mehr sozialem Engagement als es der oberflächliche Blick zugegebenermaßen nahelegt. Beide Standpunkte lassen sich vertreten. Unstrittig bleibt dagegen die Tatsache, dass Clay in Privatdetektiv Ford Fairlane die Rolle seines Lebens fand. Hollywood verfilmte ihn 1990 bemerkenswert aufwendig und hinsichtlich der Motive seines Mitwirkens verschanzte sich Clay dankenswerterweise nicht hinter den unter Schauspielern üblichen raumgreifenden Selbstverwirklichungsfloskeln sondern fasste sich erfrischend kurz und ehrlich: "They offered me cash. I took it".



Dabei überschreitet das Humorniveau der Leinwanddarbietung nur selten und dann versehentlich die Gürtellinie. Der Streifen floppte an den Kinokassen und wurde 1991 mit der Goldenen Himbeere für den schlechtesten Hauptdarsteller, den schlechtesten Film und das schlechteste Drehbuch ausgezeichnet. Weitere Nominierungen erhielt er in den Kategorien schlechtester Regisseur und schlechtester Nebendarsteller. Dem Aufstieg des Werks in den Olymp echter Kultstreifen tat das freilich keinen Abbruch. Und soweit es die deutsche Fassung betrifft, hat nicht zuletzt Tommy Pipers großartige Synchronstimme einen bedeutenden Anteil daran.

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Bekanntermaßen wurden viele anerkannte Künstler und ihre Meisterwerke zu Lebzeiten von Kritik und Publikum geschmäht. Und es besteht Grund zur Annahme, dass auch Andrew "Dice" Clay diese himmelschreiende Ungerechtigkeit widerfährt. Bevor in vielen Jahrzehnten die Nachwelt ein gerechteres Urteil sprechen wird und "Ford Fairlane" neben Goethes "Faust" und der "Blechtrommel" von Grass zum vielbearbeiteten Stoff an Universitäten und in Schulaufsätzen verkommt, wird diese uhrenvorstellende Filmrezension seiner späteren Rehabilitierung bereits Vorgriff geleistet haben.

Die Rahmenhandlung des Films erscheint auf den ersten Blick belanglos: Clay, als auf die Musikszene spezialisierter Privatdetektiv Ford Fairlane, klärt in Los Angeles über reichlich schräge Umwege den Mord an einem Rockstar auf, der einem betrügerischen Plattenboss auf die Schliche gekommen war und dafür auf offener Bühne hinweggemeuchelt wird. Auf dem Weg dorthin begegnen dem Zuschauer zahlreiche bedeutende philosophische Metaphern und allegorische Requisiten: ein erhängter Koala-Bär, die Gitarre von Jimmi Hendrix, eine intelligenzreduzierte Hartschalenfrucht aus bildungsferner Schicht mit Menstruationshintergrund namens Zuzu Petals (Ford nennt sie liebevoll: "dumme Nuß"), ein Nachts über den Friedhof rollender und von kreischenden Groupies verfolgter Schneewittchensarg, eine Verfolgungsjagd mit zwei Leichenwagen, eine vollbusige Auferstehung von den Toten, mündlich weitergegebene Odeuvre, ein frisurmordender Sturz vom Capitol Records Gebäude, eine Familie aus Wisconsin, eine explodierende Junggesellenbehausung am Strand und natürlich ein mit dem Hauptprotagonisten namensgleicher fahrbarer Untersatz. Bei der Besetzung der Nebenrollen konnten sich unter anderem Robert Englund, Wayne Newton, Prescilla Presley und ein vorzüglich grimassierender Ed O`Neill gegen die verzweifelten Bewerbungsversuche von Robert DeNiro, Dustin Hoffman, Barbra Streisand und Sean Connery erfolgreich durchsetzen.

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Quellenangabe nach § 63 UrhG: The Adventures of Ford Fairlane (Ford Fairlane – Rock ’n’ Roll Detective), Regisseur: Renny Harlin, USA, 1990, TC: 01:30:56

Glaubhaft unbeabsichtigt gelingt dem cineastischen Meisterwerk dabei ein wilder, großartiger Abgesang auf die 80er Jahre und die Mainstreamfilmkunst dieser Dekade schlechthin. Dem letzten Jahrzehnt, in dem die Welt noch übersichtlich schien, der Feind im Osten stand, der Westen seine Strahlkraft noch nicht eingebüßt hatte, die Frisuren aufwendig und die Kleidung ebenso schrill wie kühn geschnitten war. Und einem der letzten Jahrzehnte, in dem persönliche Bildungsdefizite noch nicht durch das stumme Verlinken auf Wikipedia-Artikel vertuscht werden sollten.

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Mittendrin der kettenrauchende Ford Fairlane im Outfit der 50er Jahre als grelle Karikatur des amerikanischen Selbstverständnisses der testostorongeladenen, prollig weißen Unterschicht einer längst vergangener Epoche mit Tolle, Zippo und Kuhfelljacke. Andrew "Dice" Clay verschmilzt mit Ford Fairlane und es ist kaum zu erkennen, wo der echte Clay endet und die Kunstfigur beginnt. Falls diese Trennung überhaupt existiert. Aus dem Umstand, dass Clay inmitten einiger halbwegs ausgebildeter Schauspieler ähnlich deplaziert und verloren wirkt wie seine Filmfigur am Anbeginn der 90er Jahre, schöpft der Film eine unerwartete, geradezu bemerkenswerte Authentizität. Viel zu beiläufig erfährt der Zuschauer, dass der junge Ford ursprünglich mit großen Hoffnungen auf seinen eigenen musikalischen Durchbruch nach L.A. gekommen war und sich mit Jobs in der Musikbranche durchschlug, bevor er schließlich auf Detektiv umsattelte und nun einsehen muß, dass er sich auf dem Weg zum lebenden Anachronismus befindet. Das trotzige Festhalten an alten Klischees und das Zelebrieren längst überholter Verhaltensmuster wird ihm gegen die anbrechende neue Zeit bestenfalls einen kleinen Aufschub verschaffen. Die Ära zusammengecasteter Mainstreamkünstler hat ihren Siegeslauf begonnen und Fairlane weiß, das er kein Teil davon mehr sein wird. Was ihn freilich nicht daran hindert, einen hochgepushten Retortensänger im Studio erst ordentlich zusammenzufalten ("Junge, willst Du den Rock"n Roll etwa umbringen, der arme Keith Richard würde sich ja im Grabe umdrehen, dabei ist der verrückte Vogel noch nicht einmal tot.") und gleich darauf das Heft des Handelns beziehungsweise das Mikro selbst in die Hand zu nehmen (und es lohnt sich, ihm dabei zuzuhören):



Ebenso als Randnotiz erfährt der Zuschauer, dass Ford (einst PR-Mann einer Plattenfirma) vom im Mordfall offiziell ermittelnden Inspector Amos (Ed O`Neill) persönlich für dessen gescheiterte Sängerkarriere ("Disco Express") verantwortlich gemacht wird und deshalb eine tiefe persönliche Feindschaft zu Ford besteht. Und Ed O`Neill läßt es sich nicht nehmen, seinen einst von Ford verrissenen Song "Booty Time" unmittelbar am Tatort und aller Peinlichkeit zum Trotz anzuträllern.

Die Parallelen zu dessen eigener Paraderolle als Schuhverkäufer "Al Bundy" sind unübersehbar: beide gestrandet im kleinbürgerlichen Leben: Der eine wollte nie Schuhverkäufer sein, der andere nie Ermittler mit Anzug und Krawatte im Police Department. Gescheiterte Träume, flankiert von geschmacklosen Seitenhieben auf das Musikgeschäft, sind der rote Faden, der diese zotenreißende Komödie achtundneunzig irrwitzige Minuten von Tiefpunkt zu Tiefpunkt peitscht. Untermalt von einem schrägen Soundtrack, der einen beachtlichen musikalischen Bogen von Billy Idol und Mötley Crüe über Richie Sambora, Queensrÿche bis Yello schlägt.

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In einer Zeit, in der falsch verstandene "political correctness" bisweilen absurde, die ursprüngliche Zielsetzung konterkarierende Stilblüten treibt, weil sie glaubt, die Bodenhaftung zum gesunden Menschenverstand außer Acht lassen zu können und sich Betroffenheitsrethoriker weniger um Sachgerechtheit als um Selbstgerechtigkeit zu sorgen scheinen, wirkt Ford Fairlanes mit trockenem Sarkasmus garnierter, scheuklappenbefreiter Blick auf seine Welt erfrischend und angesichts absurder Gegenwartsdiskussionen um genderneutrale Formulierungen, zensierte Kinderbücher oder feministische Überdrehtheiten selbst 25 Jahre später seltsam aktuell und befreiend. Und das erschütternderweise nicht erst nach dem dritten Bier.

Auch wenn die Charaktere für den Oscargewinn wohl geringfügig tiefgründiger hätten angelegt werden müssen, durchblitzen dieses cineastische Monument immer wieder geniale Gänsehautmomente von wahrhaft epischer, shakespearehafter Tiefe. Dann etwa, wenn man nicht weiß, ob nun Clay oder Fairlane melancholisch auf den Pazifik hinaus blickt und der Zuschauer ahnt, dass hier jemand begriffen hat, einen Scheidepunkt seines Lebens erreicht zu haben.

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Quellenangabe nach § 63 UrhG: The Adventures of Ford Fairlane (Ford Fairlane – Rock ’n’ Roll Detective), Regisseur: Renny Harlin, USA, 1990, TC: 01:29:52

Er wird die alten Träume begraben, sicher geglaubte Überzeugungen aufgeben und Verantwortung übernehmen müssen. Dabei hat sich Ford inmitten seines grotesken Irrlaufs als aus der Zeit gefallener, dauergenervter Antiheld etwas Aufrichtiges, Gutes und zutiefst Positives bewahrt, das sich in seiner pragmatischen Wahrhaftigkeit jedem gattungstheoretischen Auslegungsversuch verschließt. Und natürlich bekommt er am Schluß sein Mädchen, einen Adoptivsohn und ziemlich viel Bares. Nur leider keine Uhr.

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Und das, obwohl Ford im Film gleich mehrfach nahegelegt wird, endlich eine zu tragen. Womit sich zwangsläufig die Frage aufdrängt, welche das wäre. Gegen eine gängige Nobelmarke spricht bereits sein notorisches Pleitesein und seine Verachtung gegenüber offen zurschaugestelltem Reichtum. Belangloses wie ein Datum interessiert ihn nicht. Seelenloser Quarz wäre im Gesamtkontext seines Lebensentwurfs eine eklatante Themaverfehlung und für das Aufziehen einer Handaufzugsuhr fehlt in seinem hektischen Leben schlicht die Zeit. Da Ford mit seiner Außendarstellung ohnehin alles überstrahlt dürfte auf dem Zifferblatt oder den Zeigern auch keinerlei mit ihm konkurrierendes Leuchtmittel aufgetragen sein. Gesucht ist folglich eine hochwertige, grundehrliche Automatikuhr, langlebig, robust aber wie Ford selbst in idealerweise gewöhnungsbedürftiger Gestaltung und nach Möglichkeit mit ikonischen Anleihen an sein musikalisches Glaubens- und Lebensbekenntnis. Das Lastenheft befiehlt schließlich auch noch den stilistischen Schulterschluß mit Kuhfelljacke und verfügbarem Budget. Es besteht kein Zweifel, dass damit in Summe für Ford Fairlane nur eine einzige Uhr in Frage kommen kann: Orient Star Retrofuture Guitar.

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In der "Retrofuture"-Linie greift Orient verschiedene gestalterische Themen in besonders expressiver Form auf. Weniger vornehm formuliert: die Uhren sehen aus, als hätte sie ein mit LSD vollgepumpter Designer zu Papier gebracht, dem statt einem Beruhigungsmittel versehentlich eine Adrenalinspritze injiziert wurde. Preislich sind die Modelle im unteren Mittelfeld der gehobenen Star-Reihe anzusiedeln. Was nicht bedeuten soll, es wäre qualitatives Mittelmaß geboten. Ganz im Gegenteil: in Relation zum aufgerufenen Preis wurde dem Kunden auch in der Retrofuture-Reihe eine deutlich über das eigentlich Erwartbare hinausgehende Leistung offeriert.

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Das liebevoll gestaltete und sehr gut verarbeitete Sondergehäuse gibt dabei einer Vielzahl schöner Details und Designanspielungen an die E-Gitarrenentwürfe der 50er Jahre Raum und widersteht nebenbei einem sportlichen Druck von bis zu 10bar/100m. In verschiedenen Zifferblattfarben erhältlich, ist das Modell gegen einen überschaubaren Aufpreis auch mit dem hier vorgestellten Echtholzblatt aus lackiertem japanischem Erlenholz erhältlich. Je nach Lichteinfall zeigt sich das Blatt als reizvolle, plastisch wirkende Oberfläche, die die natürliche Struktur des Holzes trotz Lackierung recht eindrucksvoll zur Geltung bringt.

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Weitere Zutaten sind aufgesetzte Indexe, durchbohrte und gebürstete Zeiger sowie ein Zifferblattausschnitt, der einen ausreichend dezenten Blick auf Teile des mechanischen Innenlebens freigibt. Dankenswerterweise jedoch ohne den gefürchteten Eindruck einer Lochuhr chinesischer Fließbandbilligfertigung zu vermitteln. Auch der schöne, schwungvolle und vierfach verschraubte Gehäuseboden bietet einen Sichtausschnitt auf das mit einem dezenten Wölkchenschliff verzierte Werk und den beschrifteten Rotor. Uhr und Rotor tragen den Orient Star Schriftzug selbstverständlich detailverliebt in einer nostalgischen Typographie.

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Das Inhousekaliber 40R52 verfügt über Sekundenstop, Handaufzugsmöglichkeit und die orienttypische, vorliegend besonders schön gestaltete, Gangreserveanzeige. In meinem Fall gibt ein unauffälliger Vorlauf von etwa 5-6 Sekunden ab Werk keinen Grund über eine Nachregulierung nachzudenken. Eine weitere Besonderheit stellt der mittels dem Drücker bei drei Uhr beidseitig frei drehbare Städtering dar. Statt der einschlägigen Städtenamen, die für die Zeitzonen stehen, hat sich Orient bei diesem Modell jedoch für ganz besondere Orte mit Musikbezug bzw. Konzert- oder Festivalstädte von Woodstock über Roskilde bis Sydney entschieden. Eine wirklich originelle Idee, bei der allerdings Kreativität und Praxisnutzen den zueinander weitestmöglichen Abstand eingenommen haben. Aber gerade deshalb stünden Ford Fairlane darüber zweifelsfrei die Tränen der Rührung in den Augen.

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Das alles ist wie von Orient gewohnt sehr sauber und routiniert zusammengebaut. Unsauberkeiten oder Partikel im sichtbaren Bereich sucht man erfreulicherweise vergebens. Ebenso wie ungenau gesetzte Zeiger oder nachlässig ausgerichtete Indexe und Skalen. Deutliche Kritik gibt es aber für die Bandanstöße. Diese sind zwar massiv ausgeführt aber haben am Gehäuse augenfällig zu viel vertikales Spiel, was sich bei Armbewegungen obendrein in einem vernehmbaren Klappergeräusch äußerte. Nach dem Abmontieren der Anstöße stellte ich fest, dass die werkseitig verbauten Federstege deutlich dünner sind als der Durchmesser der Bohrungen in den Anstößen eigentlich nahelegen und erfordern würde. Möglicherweise liegt hier also ein Versehen bei der Montage vor. Ich habe jedenfalls die originalen Federstege durch solche mit 1,8 mm Durchmesser ersetzt und damit das Problem vollständig beheben können. Ansonsten überzeugt das massive, gestiftete Stahlband durchaus. Gestalterisch dem Thema angenähert und entsprechend der Philosophie der Star-Reihe zweckmäßig und mit einer gut feinjustierbaren Schließe samt seitlichen Drückern ausgestattet, ist es ein Muster an Funktionalität und eine optimale Trageposition kann problemlos gefunden werden.

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Das dieses Modell zu einem populären Kassenschlager im Programm von Orient reift, ist freilich ähnlich wahrscheinlich wie ein von Alice Schwarzer moderierter "Ford Fairlane"-Themenabend auf ARTE. Nichtsdestoweniger gilt Orient mein uneingeschränkter Respekt und Dank für den gestalterischen Mut und das unternehmerische Geschick, solche außergewöhnlichen Uhren überhaupt und dann obendrein mit einem überzeugenden Preisleistungsverhältnis anzubieten.

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Zutreffend habe ich in den vorangegangenen Absätzen zwei Dinge vermengt, auf die ich mir einen ganz besonders liebevollen Blick bewahrt habe: Orient und Andrew "Dice" Clay. Sein Ford Fairlane war Held und Vorbild meiner jungen Erwachsenenjahre und das Zueigenmachen seiner mit rotzigem Sarkasmus garnierten Hinnahme von Rückschlägen und Enttäuschungen aller Art war mir auf der zu Beginn holprigen Suche nach meinem Platz in der Welt möglicherweise mehr von Nutzen als alle bis dahin verabreichte Schulbildung zusammen. Wenn dieser Blick die eine oder andere Schattenseite seiner Person ausgeblendet haben sollte, bitte ich insoweit um Nachsicht. Nicht jede meiner Ausführungen ist bierernst zu verstehen sondern vielmehr als nostalgisch augenzwinkernde aber ernsthaft tiefe Verneigung vor meinem Avatar. Betrachtet und erdacht in der beruhigenden Gewißheit, dass Fairlane immer noch irgendwo in einem der südlichen Landkreise meines Herzens wohnt. Zumindest meldet er sich von dort aus zuverlässig in meinem Kopf zu Wort, wenn ein Meeting mit intelligenzreduzierten Hartschalenfrüchten (genderneutral) eskaliert oder eine Alltagssituation ins Surreale kippt. Dann ruft er mir einen seiner gallig bösen Kommentare zu und ich bin schlau genug, ihn nicht laut auszusprechen weil meine Haftpflichtversicherung keine wüsten Beleidigungen deckt. Und erstaunlicherweise benutzt er dabei nach all den Jahren immer noch die Synchronstimme von Tommy Piper.

Vielen Dank fürs Reinschauen. Und schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn der Autor seine Blauderei mit einem Audodidaggden reflektieren wird.

Technische Daten:

Gehäuse und Band: Edelstahl, Lünettenring brüniert
Deck- und Bodenglas: Mineralglas
Zifferblatt: Echtholz, japanische Erle, lackiert
Durchmesser: 44.5 mm
Höhe: 13.3 mm
Bandanstoß: 20mm
Wasserdichte: 10 bar / 100 Meter
Automatik Kaliber 40R52, 24 Jewels, Handaufzug, Sekundenstop, Gangreserveanzeige
Gangreserve: 40 Std.
 
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Phillip_Geist

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:klatsch: Glückwunsch zu dieser Orient Star.
Erfrischend anders und weit ab vom Mainstream.
Tolles Modell, welches ich auch schonmal im Auge hatte....aber irgendwie hatte ich mich nicht getraut.
Jetzt ist diese Uhr wieder höher angesiedelt auf der "Haben wollen" Liste :-)
Danke fürs zeigen und vielen Dank fürs anfixen :lol:
 

J.P.S.

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Lieber Spitfire73,

deinem Satz : "Das dieses Modell zu einem populären Kassenschlager im Programm von Orient reift, ist freilich ähnlich wahrscheinlich wie ein von Alice Schwarzer moderierter "Ford Fairlane"-Themenabend auf ARTE." möchte ich vorbehaltlos zustimmen !

Trotzdem natürlich eine gut gemachte, und überaus interessante Uhr !

Was ich aber sagen muss, deine Vorstellungen (insbesondere auch die Bilder) sind immer wieder von bestechender Qualität !
Es macht großen Spaß deinen Gedanken zu folgen.

Glückwunsch zu dieser eigenwilligen Uhr !

Gruß Jens
 

rs61

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Vielen Dank für die überragende Vorstellung!:klatsch:

Endlich weiß ich, dass das in deinem Avatar doch nicht Alvin Stardust ist .... :oops:
Der trug auch so einen Ring, aber nach Überprüfung sah er doch etwas anders aus.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Alvin_Stardust_-_TopPop_1974_8.png

Interessant auch die Beschreibung des Herrn Clay auf Wikipedia:
Bekannt wurde er vor allem durch seine Auftritte als Comedian, bei denen er durch eine äußerst vulgäre Ausdrucksweise auffiel und damit die US-amerikanische Öffentlichkeit polarisierte.

Damit könnte er heute Präsident werden.

Die Uhr finde ich äusserst cool.:super: So etwas trägt man nicht, aber es zu haben kann sehr schön sein.
 

Spitfire73

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:klatsch: Glückwunsch zu dieser Orient Star.
Erfrischend anders und weit ab vom Mainstream.
Tolles Modell, welches ich auch schonmal im Auge hatte....aber irgendwie hatte ich mich nicht getraut.
Jetzt ist diese Uhr wieder höher angesiedelt auf der "Haben wollen" Liste :-)
Danke fürs zeigen und vielen Dank fürs anfixen :lol:

Vielen Dank, Phillip! Das habe ich doch gern gemacht. Allerdings trauen sich nur die wenigsten an dieses Modell. Ich denke, damit bin ich leider allein hier im Forum.

Lieber Spitfire73,

deinem Satz : "Das dieses Modell zu einem populären Kassenschlager im Programm von Orient reift, ist freilich ähnlich wahrscheinlich wie ein von Alice Schwarzer moderierter "Ford Fairlane"-Themenabend auf ARTE." möchte ich vorbehaltlos zustimmen !

Vielen Dank für Dein Lob, Jens!

Interessant auch die Beschreibung des Herrn Clay auf Wikipedia:
Bekannt wurde er vor allem durch seine Auftritte als Comedian, bei denen er durch eine äußerst vulgäre Ausdrucksweise auffiel und damit die US-amerikanische Öffentlichkeit polarisierte.

Damit könnte er heute Präsident werden.

Richtig. Ist das nicht erschreckend?;-)

Die Uhr finde ich äusserst cool.:super: So etwas trägt man nicht, aber es zu haben kann sehr schön sein.

Oh doch. Sowas trage ich. Und zwar gar nicht so selten und ziemlich stolz. Das Festklammern an und mit 0815-Konsenswasteln der üblichen Verdächtigen überlasse ich ganz gern mal der gepflegten und im Understatement erstarrten Altherrenriege. Da muß ich nicht immer mitmachen.

Gruß
Helmut
 
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tbickle

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Lieber Helmut,

in den letzten Tagen haben mich drei Dinge konsequent von der Arbeit abgehalten:

- ein ausgesprochen renitenter Specht, der sich in meinem Garten niedergelassen hat, und der so arrhythmisch trommelt, dass er problemlos Sid Vicious als Schlagzeuger bei den Sex Pistols hätte ersetzen können,
- ein steifer Nacken aufgrund eines Sturzes,
- und eben Deine Serie phantastischer Vorstellungen.

IdS: Danke für die Vorstellung dieser wirklich nicht alltäglichen Uhr, und herzlichen Glückwunsch zu Deinem phänomenalen Orient-Hattrick.
Genug der Superlative - sonst wirst Du noch eingebildet. ;-)
Je mehr Texte ich von Dir lese, umso mehr überkommt mich das Gefühl, dass Deine Uhrenvorstellungen reine Ersatzhandlungen sind, die es Dir ermöglichen, Deinem wahren Talent zu frönen: dem Schreiben. Angesichts Deiner schriftstellerischen Qualitäten verkommen die Zeitmesser beinahe schon zur Nebensache. Ich hätte diesen Text vermutlich auch gelesen, wenn Du darin die Lebensweise des Buntspechts erörtert hättest. :super:

Danke!

Gruß

PS: Weiß jemand zufällig, wie man einen Specht aus dem Garten vertreiben kann?
 

Spitfire73

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Die hast du aber auch alle.;-)

Richtig. Und genau deshalb darf ich da mit gutem Grund auch über mich selbst lachen.;-) Freilich ist die Guitar im Regelfall keine passende Erst- bzw. Alleinuhr. Aber Hand aufs Herz: wer außer ENZO hat hier nur eine Uhr?

PS: Weiß jemand zufällig, wie man einen Specht aus dem Garten vertreiben kann?

Mini-Muffins...oder wenns schnell gehen soll ein Foto von Claudia Roth aufstellen:D Danke für Deine freundlichen Worte und natürlich gute Besserung!

Gruß
Helmut
 
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Gast001

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Absolut genial, wie üblich. :klatsch: Wieviel kommt denn da noch? :D

Die Uhr liegt in ihrer wunderbaren Selbst-auf-den-Arm-nehmen-Mentalität ganz genau auch auf meiner Wellenlänge. Leider ist sie zu neu für meinen Geschmack, auch optisch. Aber super-interessant, und mit großartigen Bildern vorgestellt.

Und endlich weiß ich auch, wer der Typ auf deinem Avatar ist ;-)

Viele Grüße
Andreas
 

Ianus

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Herrschaftszeiten :klatsch: Meine Fresse, die Uhr ist ja der Wahnsinn. Ich dachte eigentlich, ich bin für mich durch, aber nun muss ich doch nochmal das Netz bemühen.

Ach ja, tolle Vorstellung ;-):super: Aber das ist ja nix Neues :-D
 
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herrschneider

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Rock'n'Roll, Alter! Ich freue mich sehr, dass du wieder Uhrenvorstellungen schreibst. Und dann noch über meine Lieblingsmarke.
 
G

Gast12625

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Wenn diese Uhr jemand tragen kann, dann Al Bundy.
Diese Uhr, der Dodge, im Radio ertönt Psycho Dad.
Aber leider hast du nun die Uhr.
Wieder einmal großes Kino.
 

danielham

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Helmut, Danke für die tollen Vorstellungen - gerade noch die RO und jetzt diese.

Klasse :klatsch: Auch die Detailfotos - Toll, Perfekt :super:

Danke für's zeigen !

Andreas
 

Aeternitas

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Ja super...endlich mal eine Uhr passend zur Vorstellung. Super cooles Teil! :super:

Mir fallen spontan die Zeiger auf...weiß aber nicht, woran die mich jetzt erinnern :hmm:...:D

Fairlane ist in der Tat einer dieser grotesken Juwele und auf einer Stufe mit "Der letzte Lude" zu stellen...

Im Gegensatz zu Dir finde ich allerdings die Stimme von Pipers unpassend- leider...

Die Uhr ist jedenfalls in der Tat ein Gewinn und mir stellt sich erneut die Frage, wie viel unnütze Zeit Du verplemperst, um solche Teile an Land zu ziehen...das hat schon auch was von Pratchett himself ;-)
 

TimeWarp

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Hui, noch eine tolle Orient! :-)

Das Gitarren Thema wird perfekt aufgegriffen. Erstaunlich, wie detailverliebt man hier gearbeitet hat. :klatsch:

Und genau so perfekt hast Du auch diese Vorstellung gemeistert. Glückwunsch erneut zu diesem kontinuierlich hohen Niveau! :super:
 

bombus c

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Hut ab, Helmut! Eine der interessantesten Orients, die ich oft genug bewundert habe. Die Umsetzung ist genial.

Ich habe schon eine Weile hier gar nicht reingeschaut, und jetzt riskiere ich einen Blick und bekomme tatsächlich was zu sehen! Was für ein orientalischer Exzess! :klatsch:

Glückwunsch! :super:
 

tertiavigilia

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Also die Uhr finde ich schaurig-schön. Wirklich bewundern kann ich nur die Verarbeitung. Deine hervorragenden Bilder belegen diese zweifelsohne.

Die Verbindung von Avatar und Uhr: Grandios!

Die Ankündigung jeder weiteren Uhrenvorstellung wirkt auf mich so, als ob das Silvesterfeuerwerk Tag um Tag fortgesetzt würde, so dass die Feiertage nicht enden.

Ich bin morgen wieder dabei und schon jetzt gespannt, was kommt.
 

96AlteLiebe

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Noch eine Uhrenvorstellung von Helmut - Wahnsinn - DANKE!

Für mich holen die drei orientalen Vorstellungen dieser Woche Gold, Silber und Bronze der Uhrenvorstellungen 2017!

Nochmals vielen Dank! Du hast mir die Woche ein wenig versüßt - und das konnte ich wahrlich brauchen!

VG Jan
 

blacksun

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Helmut, tue mir bitte einen Gefallen und lass aus Deinen gesammelten Uhrenvorstellungen einen Hochglanzbildband drucken! Ich nehme dann ein oder zwei Exemplare 8-)

Das einzige was man Dir vorwerfen kann ist, dass du hier innerhalb von drei (oder vier?) Tagen ein Highlight nach dem anderen raushaust. Eine Dosierung („Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ Paracelsus) über die nächsten Monate wäre hier deutlich eher angezeigt gewesen ;-)

Das Du kein Portrait von Dir als Avatar eingebunden hast (und das auch noch offen und voller Stolz zugibst) ist ja echt ein Skandal! Da bin ich Dir echt auf den Leim gegangen.

Zur Uhr: gewohnt klasse Orient Star Qualität! Dazu passend klasse Fotos und unterhaltsame Zeilen. (Mal schauen ob ich mir den Film mal anschaue)

Bin gespannt was Du die nächsten Tage so an Vorstellungen raushaust!
 
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