Uhrenbestimmung Omega Taschenuhr von 1897 - wer weiß mehr darüber?

Diskutiere Omega Taschenuhr von 1897 - wer weiß mehr darüber? im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo Uhrenfreunde, ich habe eine Omega Taschenuhr bekommen, auf deren Rückseite „Steyrermühl 1. März 1872 – 1897“ eingeprägt ist. Auf dem...
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Mayr

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Hallo Uhrenfreunde,

ich habe eine Omega Taschenuhr bekommen, auf deren Rückseite „Steyrermühl 1. März 1872 – 1897“ eingeprägt ist.

Auf dem Ziffernblatt ist kein Hersteller angegeben, allerdings ist im Deckel und im Uhrwerk das Omega Symbol zu erkennen.

Im Deckel ist 0.800 eingestanzt, ich nehme an, dies bedeutet den Silberanteil.

Die Taschenuhr wurde zum 25-jährigen Jubiläum einem Mitarbeiter der Papierfabrik Steyrermühl (Oberösterreich) überreicht, ich nehme an dass die Uhr im Jahr 1897 oder kurz davor gebaut wurde.

Die Uhr funktioniert noch tadellos und anbei findet ihr ein paar Fotos.
Taschenuhr Omega 01.jpg

Meine Fragen:
1)Handelt es sich um ein bekanntes Modell bzw. hat jemand mehr Informationen darüber?

2)Ist dies eine wertvolle Uhr und wo/wie kann man den Wert von historischen Taschenuhren bestimmen lassen?

Vielen Dank im Voraus!
Mayr

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hier die versprochenen Fotos:

Taschenuhr Omega 06.jpgTaschenuhr Omega 02.jpgTaschenuhr Omega 04.jpgTaschenuhr Omega 05.jpg
 
Phileas Fogg

Phileas Fogg

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Moin Moin Mayr, in der Tat, handelt es sich bei deiner Taschenuhr um ein Exemplar aus 0,800er Silber. Dies belegt zum einen die "0,800" Punze, zum anderen aber auch der Reichssilberstempel (Halbmond mit Krone), welche auf einen Export der Taschenuhr nach Deutschland schließen lässt. Zudem ist die schweizer Auerhahn Punze für 800er Silberwaren noch schemenhaft zu erkennen. In dieser Form gab es die Punze ab 1882, folglich dürfte deine Einschätzung mit 1897 plausibel sein. Anhand der Seriennummer kannst du bei Andreas (Mikrolisk - The horological trade mark index) herausfinden, dass die Taschenuhr zwischen 1895 und 1902 produziert wurde. Der Zustand der Taschenuhr ist nicht mehr perfekt, das Emaille-Zifferblatt hat einen Abplatzer und das Gehäuse an sich ist ziemlich abgenutzt, weswegen die Gravur schon stark abgetragen ist. Das Glas wurde vermutlich getauscht, es wirkt zu neuwertig. Alles in allem handelt es sich um ein robustes Uhrwerk, welches vielleicht sogar noch tadellos funktioniert? Über den Wert wird hier nicht gerne spekuliert, dürfte in diesem Fall aber keine große Summe x sein, maximal zweistellig. Wenn es nicht zwingend notwendig ist, rate ich zum Behalten.

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Mayr

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Hallo Phileas Fogg und Manur!

Erst mal vielen herzlichen Dank für eure Antworten! Eure Informationen waren für mich sehr interessant, da ich mich bisher noch nicht mit Taschenuhren beschäftigt habe.

Es freut mich, dass es sich bei dem Modell offensichtlich um das erste Omega-Kaliber von Louis Brandt & Frère handelt.

Zitat aus mateuroiswatchesplace: „...wurde es in den Qualitäten A bis D hergestellt, wobei C und D Chronometergenauigkeit boten...“

Frage dazu: auf dem Gehäusedeckel auf meinem 3. Foto sieht man die Seriennummer und darüber ein eingestanztes „C“ – könnte dies somit Chronometergenauigkeit bedeuten, oder hat dieser Buchstabe damit nichts zu tun?


Lt. Seriennummer wurde die Uhr ab 1895 produziert, somit kann ich das Baujahr auf 1895 – 1896 einschränken, wenn die Uhr im März 1897 zum Jubiläum verschenkt wurde.

Ich habe mir vor kurzen eine neue Omega Speedmaster gekauft – der Listenpreis war im vierstelligen Bereich, daher war ich irgendwie verwundert, dass eine derart historische Omega Taschenuhr nur einen zweistelligen Wert hat.

Ehrlich gesagt, hätte ich mir erwartet, dass der Wert einer 117 Jahre alten mechanischen Marken-Uhr viel höher wäre. Lag ich da völlig falsch?

Ich würde die Taschenuhr sowieso nicht verkaufen, aber ungefähr möchte man doch wissen, was man da für einen Schatz hütet...

Freue mich schon auf weitere Infos von euch!!

LG, Mayr
 
Manur

Manur

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Hallo,
leider ist auch Ihre TU nicht kein Chronometer. Beide Ihre und meine nicht sehr wertvoll weil sie keine Besonderskeit sind. Viele sind jetzt im Markt. Für Chronometer, das Kaliber ist ein Omega 19´´´ HN genannt, sie können im folgendem Link mehr Info haben:
bidfun-db Archive: Watch Movements: Omega 19'''HN
Schöne Grüße,
Manur.
 
Phileas Fogg

Phileas Fogg

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@Mayr: Du vergleichst gerade Äpfel mir Birnen. Du kannst eine heute neugekaufte Omega Speedmaster nicht mit denselben Maßstäben messen wie damals eine Omega Taschenuhr. Für damalige Verhältnisse wird sie nicht günstig gewesen sein, aber auch nicht die wertvollste. Eher einzuordnen bei guter Massenware. Damals konnte sich nicht jeder eine Taschenuhr leisten, geschweige denn von Omega und doch wurden, wenn ich mich weit aus dem Fenster lege ohne genaue Zahlen zu kennen, tausende produziert. Silber wurde damals sehr oft für Taschenuhren verwendet, da es relativ günstig war. Eine solche Taschenuhr wie du sie hast, dürfte einem guten Angestellten gehört haben. Keinem Tagelöhner. Noch günstiger waren Taschenuhren aus Nickel o.Ä., aber das ist ein Fall für sich. Eine Taschenuhr aus Gold ist natürlich wertvoller, damals wie heute. Heute größtenteils wegen dem steigenden Goldpreis, weniger wegen der Qualität der Uhr an sich. Es gibt natürlich auch Ausnahmefälle für besonders aufwändige Taschenuhren, welche beispielsweise über eine Komplikation o.Ä. verfügen. Diese sind recht selten und erzielen durchaus hohe Preise, die weit über dem deiner Speedy liegen können. Von Omega gibt es teilweise auch Taschenuhren, welche heute ein vielfaches an Wert zugelegt haben, deine gehört leider nicht dazu. Nichtsdestotrotz hast du ein sehr schönes Stück, welches du in Ehren halten solltest. Apropos: der Gegenwert würde nicht ausreichen, um gut Essen zu gehen. Zwischen 50 und 75 Euro ist realistisch. Ich hoffe, ich habe dir nicht zu sehr den Wind aus den Segeln genommen. Den ideellen Wert bestimmst du selbst.

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Mayr

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Danke für den Link!

Ich habe mir das Kaliber Omega 19'''HN auf ranfft.de angesehen, doch leider bin ich kein Experte – beim ersten Hinsehen hätte ich gesagt dass das Uhrwerk genauso wie bei meiner aussieht.

Wie kann man wissen, ob es sich um ein Chronometer handelt??

Könntest du mir verraten, wie du das erkannt hast dass meine Uhr kein Chronometer ist?

LG, Stefan
 
Manur

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Hallo,
Ihre ist
bidfun-db Archive: Watch Movements: Omega 19'''
und Chronometer
bidfun-db Archive: Watch Movements: Omega 19'''HN
Sie können das unterschied bemerken: Fineregulage, Col de Cygne und das Werk ist in den Chronometer Normen gemessert.
Ihre Uhre macht, weil aus Silber ist, +- 100/150 euro. Für Profis, keine Wert nur (50/75 euro) als "spare parts" weil Das ZB beschädigt ist.
Wert geht um:
Name von hersteller
Seltenheit
Werk (technik)
Alte
Material
und Lust von kaufer; ich meine, X kann für Ihre Uhr 1000 euro bezahlen.
Schöne Grüße,
Manur.
 
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@Manur
Danke für die detaillierten Informationen zum Omega 19''' Kaliber !

Nun habe ich den Unterschied zum Chronometer gesehen. Danke auch für die Werteinschätzung!!

@Phileas Fogg
Ebenfalls danke für die Einschätzung. Das mit der Massenware ist interessant. Die neu gekaufte Omega Speedmaster ist ja eigentlich auch Massenware, vom selben Modell werden bestimmt tausende gefertigt. Eine Speedy kann sich auch heute ein guter Angestellter leisten. Als Material wird heute Stahl und nicht einmal Silber verwendet. Da bin ich mal gespannt, was die Speedy in 117 Jahren noch wert sein wird

LG, Stefan
 
Phileas Fogg

Phileas Fogg

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Moin Moin Stefan, damals wie heute war und ist eine Uhr in erster Linie nur ein Gebrauchsgegenstand. In gewisser Weise ist eine Uhr heutzutage sogar überholt, wenn nicht ohne eigentlichen Nutzen, da die Zeit uns überall hinterhergetragen wird (Wer schaut schon noch auf seine Uhr, um die Zeit wirklich abzulesen?) Eine Uhr dient heute mehr als Accessoire, als reines Schmuckstück für Uhrenverrückte wie uns, die sich noch an der filigranen Mechanik und dem Zauber erfreuen können. Ob eine Speedy wie die deine einmal mehr wert sein wird wie heute sei dahingestellt, das kann niemand vorhersagen ohne in die Glaskugel zu schauen. Aber wenn du die Gebrauchtpreise für Speedys einmal beobachtet hast, so behält sie wenigstens immer einen gewissen Restwert, bei entsprechender Pflege und Wartung vorausgesetzt. Damals konnte man für den Gegenwert einer Omega Taschenuhr seine Familie auch eine Zeit lang mit dem Nötigsten versorgen, so wie man heute für den Gegenwert einer neuen Speedy auch so einiges auf die Beine stellen könnte. Hast du deine Speedy eigentlich vorgestellt? Ansonsten wäre der Link zur Vorstellung interessant.

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Mayr

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Hallo Phileas Fogg,

ich sehe die Uhr auch als Schmuckstück – um die exakte Uhrzeit abzulesen würde auch eine billige Quartz vom ALDI reichen.

Ich bin auch gespannt, wie der Gegenwert der Speedy in 100 Jahren sein wird. Der Neupreis betrug ungefähr ein Monatsgehalt – ich hoffe dass meine Erben dafür dann zumindest noch einen Abend im Restaurant bezahlen können...

Die Speedy habe ich noch nicht vorgestellt, werde ich aber noch nachholen!

LG, Stefan

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo Uhrenfreunde,

ich habe soeben auf der offiziellen Omega Website einen interessanten Artikel zu der Omega Taschenuhr gefunden:

http://www.omegawatches.com/de/spirit/hall-of-fame/calibres-movements/calibre-19-1894

Ist schon beeindruckend, dass es sich bei dem Uhrwerk um eines der besten aus der Zeit um 1894 handelte und die Firma Omega nach diesem Uhrwerk benannt wurde.

Die Taschenuhr hatte lt. dem Artikel damals einen „moderaten“ Preis. Kann mir jemand sagen, wie hoch der Preis damals in etwas gewesen sein könnte?

Als Währung gab es in Österreich in der Zeit von 1892 bis 1924 „Österreichische Kronen“ (Gold- und Silbermünzen in der Zeit von Kaiser Franz Joseph I) und Heller (1 Krone = 100 Heller).

Bis 1900 waren aber auch der Gulden neben der Krone gültiges Zahlungsmittel – mit Tauschverhältnis 2 Kronen = 1 Gulden.

Einen „Bic-Mac“ Index gab’s damals ja noch nicht, aber hat jemand eine Vorstellung davon, welchen Gegenwert diese Omega Taschenuhr damals hatte?

LG, Stefan
 
Phileas Fogg

Phileas Fogg

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Moin Moin Stefan, du machst daraus ja ein richtiges Rätsel. Also, ich gebe dir ein Beispiel auf den Weg, damit du eine Vorstellungskraft erhälst, wieviel damals das Geld wert war: Die Titanic kostete 1912 1,5 Mio. Pfund Sterling. Der Umrechnungsfaktor in Euro (2013) entspricht pie mal Daumen x100, womit die Titanic 150 Mio. Euro gekostet hat. Selbst das ist für heutige Verhältnisse sehr günstig, höchstens auf chinesischen Werften realisierbar. Rechnet man so ein wenig herunter, so dürfte eine Taschenuhr aus Silber ungefähr 5 Pfund Sterling gekostet haben. Mein Namensvetter Phileas Fogg besaß übrigens zu dieser Zeit 40.000 Pfund Sterling Vermögen, welches ein arbeitsfreies Leben ermöglichte.

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Mayr

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Hallo Phileas Fogg,

ja, es ist tatsächlich ein Rätsel daraus geworden und ich finde es interessant, mich in die Zeit vor 1900 zurückzuversetzen.

Da der Pfund die wahrscheinlich älteste Währung der Welt ist, eignet sich der Vergleich wohl besser als die wechselnden Währungen von Kronen und Schilling in Österreich...

Ich habe einen interessanten Link gefunden, der die Inflation des Pfund von 1750 bis 2005 zeigt:
- - UK Parliament

Ich habe das mal für meine Taschenuhr aus dem Jahr 1895 versucht:

1895: price index = 8,6
2005: price index = 757,3
average price level = 757,3/8,6 = 88 times the 1850 level
£100 in 1895 = 88 x £100 = £8.800 in 2005

Wenn die Taschenuhr aus Silber damals ungefähr 5 Pfund Sterling gekostet hat, dann würde es Inflationsbereinigt folgenden Gegenwert haben:
£5 in 1895 = 88 x £5 = £440 in 2005

Wenn man dies mit dem heutigen Tageskurs umrechnet (1 Pfund Sterling = 1,15 EUR) hätte der Wert im Jahr 2005 ca. £440 x 1,15 = 506 EUR entsprochen.

Könnte das deinem Gefühl nach passen?

LG, Stefan
 
Phileas Fogg

Phileas Fogg

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Moin Moin Stefan, wie gesagt, es könnte hinkommen, ich würde dafür aber meine Hand nicht ins Feuer legen, da sich dies nur anhand einer alten Preisliste genau sagen lassen würde. Hier im Forum gab es schon einmal eine Wertermittlung von anno dazumal einer Glashütter Uhr, ich denke aber, diese ist in einer gehobeneren Kategorie anzusiedeln als die deine, sowohl damals als auch heute: https://uhrforum.de/was-kostete-anno-1890-glashuette-tu-t100819 Laut einer anderen Quelle betrug der durchschnittliche Stundenlohn eines Fabrikarbeiters zu dieser Zeit 0,43 Reichsmark die Stunde, was einem Arbeitsaufwand von 395 Stunden entsprochen hätte, um sich die Günstigste der Glashütter Taschenuhren leisten zu können. Ein Pfund Sterling entsprach um 1900 einem Gegenwert von cirka 21 Reichsmark. Daraus resultiert, dass deine Taschenuhr bei einem geschätzten Neupreis von 5 Pfund Sterling (= 105 Reichsmark) einem Arbeitsaufwand von 244 Stunden entsprach. Dies würde für mich plausibel klingen.

Einer Doktorarbeit würdige Recherchearbeit :super:

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Mayr

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Hallo Phileas Fogg,

nochmals Danke für deine Unterstützung, alleine hätte ich bei diesem Rätsel wohl schon aufgegeben...

Wenn um 1900 ein Fabrikarbeiter 244 Stunden arbeiten musste um sich die Taschenuhr um 5 Pfund kaufen zu können, würde dies 1,4 Monate und somit 1,4 Monatslöhne entsprechen.

Demnach konnte sich diese Taschenuhr keinesfalls jeder leisten – und der Fabrikarbeiter aus Steyrermühl, der diese Uhr 1897 zum 25-jährigen Jubiläum bekam, hat somit eine schon damals wertvolle Uhr bekommen.

Ich werde die Omega Taschenuhr Kaliber 19''' jedenfalls in Ehren halten – und freue mich, dass ich mit ihr auch ein Stück Geschichte bekommen habe.

Liebe Grüße,
Stefan
 
Phileas Fogg

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Moin Moin Stefan und genau richtig eingeschätzt. Der Fabrikarbeiter aus Steyrmühl wird aber vermutlich einen etwas höheren Stundenlohn erhalten haben, da er ja 25 Jahre dem Unternehmen treue Dienste erwiesen hat. Nichtsdestotrotz hätte er viele Monate, wenn nicht schon eher viele Jahre darauf sparen müssen, sich eine solche Taschenuhr leisten zu können, denn wir dürfen an dieser Stelle nicht ausser Acht lassen, dass er vermutlich Frau und Kind zu versorgen hatte. Die Lebenshaltungskosten dürften damals nicht leicht zu stemmen gewesen sein und so wird alleine dafür ein Großteil seines Lohnes ausgegeben worden sein. Wie du jetzt selbst gemerkt hast, hast du ein Stück Geschichte, welches du in Händen halten kannst und mit ein wenig Mühe und Recherche gelingt es dir eine eigene Geschichte zur Herkunft und zum ehemaligen Besitzer zu knüpfen. Ich selbst hatte mich auch soweit es möglich war mit der Geschichte einer meiner Taschenuhren beschäftigt und hier im Forum auch durch tatkräftige Hilfe viele Informationen sammeln können: https://uhrforum.de/taschenuhr-illinois-central-illinois-watch-co-1919-a-t125704

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Hallo Uhrenfreunde,

ja, ist schon beeindruckend, welche Geschichten die Uhren „erzählen“ können.

Eines ist bei Omega gleichgeblieben – wenn man eine haben möchte, muss man als „Normalbürger“ viele Monate darauf sparen.

Damals waren die Lebenshaltungskosten hoch, heute befinden wir uns in der größten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg – da hat sich auch nicht so viel verändert.

Dass der Gegenwert der Taschenuhr in 117 Jahren auf einen heute zweistelligen Eurobetrag geschrumpft ist, kann ich noch nicht ganz verstehen – ich hätte den „gefühlten“ finanziellen Wert wesentlich höher geschätzt.

Eine Luxusuhr ist demnach nicht immer ein gutes Investment. Meine vor kurzen gekaufte Speedy aus Stahl wird in 100 Jahren wohl ein ähnliches Schicksal wie die Taschenuhr erfahren.

Hätte ich hingegen eine Golduhr oder eine mit Komplikationen gekauft, würde sie zumindest sicher einen höheren Gegenwert halten.

LG, Stefan
 
Phileas Fogg

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Moin Moin Stefan, Uhren als Investment lohnen sich sowieso nicht, da es zumeist ein reines Glücksspiel ist, welche Uhr letztlich ihren Wert behält oder gar steigern kann. Bei großen, namhaften Herstellern ist das durchaus noch häufiger möglich, wie beispielsweise bei Rolex, deren Preise in den letzten Jahren immer weiter angezogen wurden, sodass die Gebrauchtuhren stark an Wert gewonnen haben. Allerdings auch alles abhängig vom Angebot und der Nachfrage. Eine seltene Speedmaster aus der Zeit der Mondlandung oder gar davor kann auch durchaus im Wert stark steigen. Aber es ist eigentlich viel schöner die Uhren auch zu tragen, als dass sie im Safe verschwinden und kein Tageslicht sehen.

Viele Grüße :-)

Phileas Fogg
 
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Hallo Phileas Fogg,
da hast du Recht, ich werde meine Speedy auch tragen, ist ja für mich und nicht für die Erben!

Die Omega Taschenuhr werde ich in Ehren halten. Mich hat schon beeindruckt, dass das Uhrwerk nach 117 Jahren noch tadellos läuft – ich wünsche mir, dass die Speedy ebenso lange funktionieren wird.

Alles Gute und Danke nochmals für deine Kommentare!!

LG, Stefan
 
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