Omega Speedmaster Professional 1971

Diskutiere Omega Speedmaster Professional 1971 im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Gerne möchte ich Euch eine Uhr vorstellen, die ich seit wenigen Tagen habe. Es ist eine Speedmaster Professional aus dem Jahr 1971 mit bewegter...

Francis

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Gerne möchte ich Euch eine Uhr vorstellen,
die ich seit wenigen Tagen habe. Es ist eine
Speedmaster Professional aus dem Jahr 1971
mit bewegter Geschichte.

Gekauft wurde sie 1971 und begleitete ihren
Besitzer, einen BW-Militärpiloten, vom ersten Tag
seiner Ausbildung in Deutschland, dann in den USA,
über seine Einsätze in Büchel als A-Pilot über
Einsätze in Sardinien fast 2000 Stunden in der Luft
bis zum Tag seines Todes (mit nur 45 Jahren).
Es ist praktisch alles fotografisch dokumentiert.

Interessant: Im Jahr 1979 hat sie einen Flugzeugabsturz
mit Schleudersitzausschuss überlebt (fotografisch dokumentiert).

Nach dem Tod des Piloten Mitte der 90er Jahre,
verschwand die Uhr im einem Kasten im Schlafzimmer
seiner Frau. Kürzlich habe ich die Uhr, nach 15 Jahren
"Ruhezeit", übernommen. Der Pilot war ein Mitglied unserer Familie.

Sie läuft noch, aber wohl etwas harzig. Glaube ich zumindest.
(Ich habe, seit ich auf der Welt bin, gut 40 Jahre, nie eine Uhr
getragen). Jetzt überlege ich mir, ob ich sie revidieren lassen
soll. Eigentlich möchte ich das nicht tun. Die kleinen, eigentlich
Schmutzspuren an der Uhr, sind eine Erinnerung an einen tollen
Menschen.

Die Druckknöpfe funktionieren, aber der obere geht, so meine
ich, auch etwas harzig. Wenn ich sie aufziehe, läuft sie etwa 2 Tage.

Fragen:
Wenn revidieren, was müsste man machen lassen?
Was kostet es, eine solche Uhr revidieren zu lassen?
Wo kann man eine Bedienungsanleitung bekommen - oder ev. downloaden
(Eine entsprechende Suche in Google brachte kein gescheites Ergebnis)

Witzig: Sie ist vor 2 Tagen um exakt 12 Uhr stehen geblieben. :)

Fotos folgen heute oder morgen.

Danke für Eure Infos!
 
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Jonny

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Minga Oida!
Hallo Francis, erst mal herzlich willkommen im Forum und du bringst ja eine sehr schöne Geschichte mit.
Da freue ich mich schon auf die kommenden Fotos.
Wenn du eh nie eine Uhr trägst, dann lagere die Uhr ein und hol sie nur raus wenn du dich an den Besitzer erinnern willst.
Willst du die Uhr tragen, dann ist eine Revision ein Muss. Du kannst mit dem Uhrmacher deines Vertrauens oder den Jungs von Omega ausmachen, dass lediglich das Werk überholt werden soll, alles Andere (ich würde je nach Zustand auch auf die alten Zeiger bestehen) erhalten bleiben soll. Lass wenn du die Uhr zu Omega bringst selbige unbedingt nach Biel schicken, kostet zwar etwas mehr (richte dich mal auf ca. 500 € ein), aber dort wird erstklassige Arbeit geleistet (das hat die Uhr verdient). Danach hast du eine technisch neuwertige Uhr die nahezu unkaputtbar ist, wie deine Geschichte zeigt.
 

Brasi

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Hi, zunächst ein frohes neues Jahr!

Ein paar Fotos der Uhr würden uns schon sehr gefallen und gehören zu einer Uhrenvorstellung unbedingt dazu!

Zu Deiner Frage: Ich würde der tollen Uhr eine Revision gönnen. Du kannst diese bei einem guten Uhrmacher machen lassen, der die Uhr äußerlich unberührt lässt, damit sie ihre Spuren behält, dann wird nur das Werk gereinigt, geölt und verschlissene Teile ausgetauscht. Ob eine Revision bei Omega direkt ohne Aufarbeitung des Gehäuses möglich ist weiss ich nicht, würde es aber stark vermuten.

Ein Revision des Werkes empfehle ich deshalb, weil sie sonst so lange weiterlaufen könnte, bis nicht-behebbare Schäden vorliegen und die Uhr ganz hin ist. Dieser Gefahr möchtest Du das gute Stück sicher nicht aussetzen.

Edit: Jonny war schneller!
 
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mini

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Tolle Geschichte zu einer tollen Uhr, ich bin sehr auf die Bilder gespannt.
Ich empfehle in jedem Fall und dringend eine Revision (zumindest des Werkes), da der Schaden ungleich grösser wird, wenn Du nichts machen lässt (z.B. eingelaufene Zapfen bei mangelnder Schmierung = teurer Austausch), kommt ohne Ersatzteile ca. auf 250.- €, Komplettrevision in Biel ca. 600.- €.
Ein Handbuch ist nMn nicht erforderlich: Aufziehen, wenn sie gebraucht wird, Start/Stop oben, Rückstellen unten, Fertig!

Ach ja: ob man sich mittels kleiner Schmutzpartikel an ein Familienmitglied erinneren muss, lasse ich mal dahingestellt ;-)

Gruss
Mathias

ups, Brasi war schneller...
 
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Coriolan

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Lieber Francis,

vor ein paar Tagen habe ich zwei Uhren aus dem Besitz meines vor fast 20 Jahren verstorbenen Vaters von meiner Mutter bekommen. Beide sahen genau so aus, wie er sie zuletzt getragen hatte, also - sagen wir's mal freundlich - mit ziemlich viel "Erinnerung" an ihn und seine Arbeitsumgebung behaftet (er war Chemiker). Lange habe ich überlegt, ob ich die Uhren als Andenken an ihn so konservieren soll. Schlussendlich habe ich mich für eine Komplettreinigung entschieden, da Dreck nunmal Dreck bleibt, egal, ob er von einem lieben Menschen stammt oder nicht. So kann ich sie wenigstens gelegentlich tragen und mich dabei dennoch seiner erinnern.

Ich würde Dir also zumindest zu einer äusserlichen Reinigung und einer Werksrevision raten. Die auf dem Gehäuse sicherlich vorhandenen Gebrauchsspuren kannst Du ja so lassen, wie sie sind. Dann hast Du mit der Speedmaster eine robuste, alltagstaugliche Uhr mit bewegter Geschichte, die Dir beim Tragen viel Freude bereiten und dich dabei dennoch an Ihren Vorbesitzer erinnern wird.

Liebe Grüsse und Prosit Neujahr, Michael

PS: Ach ja, auf Fotos sind wir natürlich alle gespannt.
 
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Francis

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Ich muss dazu sagen, dass der Schmutz äusserst marginal ist. Es
sind nur winzigste Spuren. Aber es stimmt. Das hat ja eigentlich
nichts mit dem Vorbesitzer zu tun. Sagt mir noch jemand, wie
man Fotos hochladen kann? Und - sorry - Euch allen auch
ein gutes Neues Jahr.
 
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Francis

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Danke, Coriolan. So, hier die Bilder …
 

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Brasi

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Danke für die Fotos, der Schmutz kann da gut weg, denn die Uhr wird auch ohne Schmutz noch genügend Charakter haben! :super:

Zur Revision wurde ja schon alles geschrieben!
 

Coriolan

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So muss eine "Männeruhr" aussehen. Hab meine Speedy gerade am Handgelenk, ist immer wieder eine Freude, sie zu tragen. Wie Brasi geschrieben hat - Revi machen lassen und gut ist. Glückwunsch und viel Freude damit!
 

jc51

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Lieber Francis,

schöne Uhr, schöne Geschichte.
Die Aufarbeitung bei Omega in Biel wäre für mich ein Muß, denn dann wird aus einer schönen Uhr eine Schönheit!
Sie hat es einfach verdient bei der Vorgeschichte.

Herzliche Grüsse
Jürgen
 

Francis

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Ich werde mich mal in Biel melden. Ist keine grosse
Sache, da ich Schweizer bin und in Zürich lebe.
 

SiggiSchwäbli

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Eine Frage / Anmerkung zur Revi: Wie handhabt Omega eigentlich radioaktive Stoffe?
Das Blatt und die Zeiger enthalten sicher Tritium. Es wäre ein echtes Drama, wenn diese bei einer Revi getauscht und entsorgt würden, weil sie ein bisschen strahlen.

Gefühlsmäßig würde ich sagen, gib die Uhr nicht zu Omega, sondern zu einem Profi, der die Aufarbeitung von solchen geschichtsträchtigen Uhren gewohnt ist. Hier im Werkstattbereich triffst Du auf Revi-Berichte von Usern, die Erstaunliches mit alten Schätzen machen.
Ich würde da mal Kontakt aufnehmen.

Ich gratuliere zu diesem schönen Stück. Tipp: Hebe alle Bilder und Geschichtsfetzen auf und bewahre sie mit der Uhr auf. Es gibt sicher Omega Sammler, die sich ein Bein für so eine Speedy ausreißen würden ;-)
 
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robertr

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Wow, eine Speedy mit einer Geschichte. Unbedingt revidieren lassen, und dann ein paar neue Kapitel der Geschichte hinzufügen. Das hat diese Uhr verdient.
Glückwunsch zum Klassiker.
 

mini

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Werksrevi ja, Reinigung ja, aber von einer Komplettrevision würde ich Abstand nehmen, die ist einfach zu authentisch patiniert.
Und erzähle Deinen Enkeln, wie ihr Ur-irgendwas, der Pilot, bei 250 mph aus dem Cockpit des Jets ausgestiegen ist...

Gruss
Mathias
 

schredder66

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Hallo Francis,

willkommen im Forum!

Eine tolle Uhr mit einer wirklich lebendigen Historie - behalt sie beide (Uhr und Historie).

Eine Komplettrevision würde ich auch nicht machen lassen - obwohl ich eher ein Fan neuer / "ungerockter" Uhren bin. In diesem Fall würde ich es bei einer Werksrevision belassen, sodass die eigentliche Funktion (Zeitanzeige und Chrono) wieder hergestellt wird - ohne die Historie aus der Uhr zu polieren.
 

Francis

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Danke herzlich für Eure Antworten. Der Satz "ohne die History aus
der Uhr zu polieren" trifft es auf den Punkt. Ich habe ein altes Auto
das ich restauriert habe, aber eben auch nicht überrestauriert. Ich
bin überzeugt, dass mit der entfernung einer gewissen Patina auch
die Geschichte verschwindet.

Noch was anderes: ja, die Speedmaster hat Tritium. Ich habe nun
die ganzen Threads durchsucht aber nichts gefunden, ob es nun
"gefährlich" ist für den Träger oder nicht.

Könnte mir wohl jemand, der das alles länger verfolgt hat, sagen,
was da Sache aus Sicht der Kenner ist?
 

Brasi

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Tritium ist harmlos. Trotzdem tauschen viele Hersteller bei einer Revision das Tritium gegen Superluminova aus. Ich glaube gezwungenermaßen aufgrund einer EU Strahlenschutz-Verordnung. Beispielsweise ist es bei Rolex so, dass wenn ein Kunde den Austausch von Tritium ableht, dass dann der Revisionsauftrag gar nicht angenommen Wird.

Das verändert die Uhr natürlich. Daher solltest Du Dir überlegen ob Du den Austausch vornehmen lassen willst und Dich erkundigen, wie Omega das handhabt. Ansprechpartner dafür ist ein offizieller Omega Konzessionär.

Alternativ kannst Du die Revision des Werkes von dem Uhrmacher eines Omega Konzessionärs oder einem guten freien Uhrmacher vornehmen lassen. Dann kann sichergestellt werden, dass nur das Werk gewartet wird.

Einen guten Uhrmacher zu finden ist nicht einfach. Hier im Forum sind einige gute Uhrmacher aktiv, du kannst also eine Anfrage starten bzw. nach Empfehlungen fragen.
 

SiggiSchwäbli

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Wenn ein nettes Mitglied des Forums die Revi machen würde, hätten wir die Chance auf einen bebilderten Revi-Bericht :klatsch:
Bei so einem Schätzchen ist das sicher sehenswert!

Wie Brasi schon sagte: Tritium ist eher harmlos. Beim normalen Tragen musst Du dir keine Sorgen machen. Bei Radium wäre das schon eher anders. Daher sind z.B. ganz alte Rolex oder Panerai nichts für den täglichen Gebrauch :face:

Egal wo und wie du die Revi machen lässt: Du hast da ein ganz besonderes Stück...ein wertvolles Erbstück. Um den Wert für Sammler zu erhalten (falls irgendwer, irgendwann die Uhr verkaufen will / muss) sollte die Speedy möglichst alle Spuren der Jahre behalten. Die Originalteile (Blatt, Zeiger, Krone, Drücker, Boden etc.) zu erhalten ist sehr wichtig.
 

shortgrow

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@francis!

Sehr schöne Uhr mit interessanter Historie!

Habe selbst jede Menge Uhren, aber eine Speedmaster habe ich ( leider noch ) nicht....

Hatte mal eine mit dem Kaliber 321, habe sie ( doof wie ich war ) gegen andere getauscht....

Deshalb auch: Unbedingt behalten einschließlich der Patina! Und dann viel Spaß damit!

Gruß von der Saar
 
Thema:

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