Omega Seamaster Cosmic Automatic mit interessantem Defekt

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tourdion

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Hallo zusammen,

nach einem Familientreffen konnte ich eine neu alte Uhr mit nach Hause nehmen, eine Seamaster Cosmic Automatic mit Monoblock-Gehäuse ohne Datum.
Die Uhr ließ sich etwas aufziehen und lief dann auch eine Zeitlang, blieb aber schnell wieder stehen.

IMG_20210805_223813_1_BURST001_COVER.jpg


Nach dem öffnen (kurzer Kompressorstoß in das Kronenwellenrohr nach Entfernen der Reißkrone) habe ich das Zifferblattt entfernt und mich schon leicht über eine sanfte Beule am 10 Uhr Strich gewundert, das Blatt ist ansonsten fast makellos.
Auch schien es nicht richtig auf dem Werk zu sitzen, aber zu dem Zeitpunkt hat mich das noch nicht weiter gewundert. Ich habe dann festgestellt, das der Rotor sich nur wenig bewegen ließ und eine Schraube von der Automatikbrücke fehlte. Nach kurzem Suchen fand ich die Schraube in einem Zahnrad festgeklemmt.
(Ich frage mich gerade, warum ich ein tolles elektronisches Mikroskop habe, wenn ich dann hier nur ein doofes Handyfoto zeige, auf dem man fast nix erkennt ...)

Schraube.jpg

Ich konnte den Rotor soweit zurückbekommen, das ich an die andere Schraube kam, und nachdem ich diese raus hatte, konnte ich die eingeklemmte Schraube entnehmen. Das Werk lief danach ganz normal und ich habe die Automatic-Brücke wieder montiert. Dabei fiel mir auf, das die zwei Schrauben unterschiedlich waren, eine war länger als die eingeklemmte und als ich dann versucht habe, das Ziffernblatt wieder anzubringen, wurde mir klar, warum es sich nicht plan anbringen ließ. Eine Schraube guckte auf der Ziffernblattseite aus dem Werk raus, die der Unruhbrücke. Die langen Schrauben waren also für die Automaticbrücke und damit war auch klar, was passiert ist. Bei einer Revision müssen wohl die Schrauben vertauscht worden sein und die kurze an ihrem falschen Platz hatte sich losgerappelt und in das Zahnrad geklemmt.
Nach dem Zusammenbau ist mir aber leider das Glas von dem Bergeon-Krallentool zerdrückt worden (ja, es wurde hier schon davor gewarnt, aber eigene Fehler usw ... :roll: )

Für den Einbau dieser speziellen armierten Plexys gibt es ja eigendlich ein genuines Tool von Omega, was ich natürlich nicht habe. Hat jemand eine Idee, was ich jetzt sinnvoll machen kann, um die Uhr wieder zu richten? Auf die Wasserdichtigkeit verlasse ich mich bei Vintage-Uhren ohnehin nicht, die kann man also vernachlässigen.

Ich würde die Uhr auch gerne selbst revisionieren, das Werk ist ja wirklich fantastisch und nochmal eine andere Hausnummer als meine Junghans Meister, aber wenn ich hinterher das Glas nicht wieder draufbekomme hätte ich vermutlich richtig Frust ...
 
hermannH

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Für den Einbau dieser speziellen armierten Plexys gibt es ja eigendlich ein genuines Tool von Omega, was ich natürlich nicht habe.

Die verschiedenen Tools die es dafür gibt, sind zum Ausbauen.
Eingebaut wird dieses Glas wie alle anderen armierten Gläser mittels Pressstock.
Die verschiedenen Schrauben sind ein Merkmal dieses Werkes. Darum sollte man beim Reinigen die Schrauben nicht von ihren Brücken/Kloben im Reinigungskorb trennen. Oder einfach Fotos machen.

Gruß hermann
 
tourdion

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Hallo Hermann,

danke für den Hinweis. Jetzt ärgere ich mich natürlich, das ich es nicht einfach mal mit meinem Pressstock versucht habe. Das kaputte Plexy nehm ich dann mal als Lehrgeld und hoffe, das ich ein passendes neues bekomme. Das alte hatte ohnehin einen Abplatzer am Rand und diverse Kratzer.

Das mit den Schrauben hat mich wirklich überrascht zu sehen. Ich gehe davon aus, das mein Verwandter dem diese Uhr gehörte, bei einem professionellen Uhrmacher war für die Revision, wobei ich auch die Revisionsmarke interessant finde:

Revisionsmarke.JPG

Stammt die womöglich von Omega selber? Bisher habe ich meist Monat/Jahr und ein Kürzel gesehen, das scheint hier aber was anderes zu sein.

Ich selbst schwinge ja erst seit ca. April den Schraubenzieher und mache viele Fotos, schon aus Unsicherheit. :)

Gruß

Martin
 
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hermannH

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Hallo

Das sieht mir aus wie Stenographie oder Kurrenttschrift.
Auf jeden Fall ein älterer Kollege. ;-)

Gruß hermann
 
Schraubendreher

Schraubendreher

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Hallo Martin,

das erste könnte ein Firmensymbol oder ein Kürzel aus dem Namen des Uhrmachers oder des Geschäftes sein. Danach dann eine laufende Nummer, die zu einem Eintrag im Reparaturbuch der Werkstatt führt. Da steht dann genau, wann sie da war und was bei der Reparatur gemacht wurde.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
steinhummer

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Für meine Cosmic (vermutlich gleiches Gehäuse) gab es das Glas vor 12 Monaten noch. Kostete aber um die 100 Euro.

Viel Erfolg!

Pitt
 
tourdion

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Danke für die guten Tips, die ich hier bekommen habe.
Heute ist das neue armierte Plexy angekommen, hat 7,30€ gekostet ...
Ich habe den mitgelieferten (geschlossenen) Ring entfernt und den originalen (mit Spalt) eingesetzt um keine neue Horrorstory wie die von sirtaifun oben zitierte zu schaffen. Es ließ sich mit dem Bergeon-Greifer nun einwandfrei einsetzen. Ich hatte es vorher mit der Presse erfolglos versucht. Bei Gelegenheit werde ich das Werk wohl auch revisionieren, aber im Moment läuft sie einwandfrei.
Und das NATO-Band sieht auch nicht schlecht aus daran, wie ich finde.

IMG_20210818_174806.jpg
 
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