Kaufberatung Omega - Frankenwatch oder nicht?

Diskutiere Omega - Frankenwatch oder nicht? im Vintage-Uhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen, ich bin gerade auf der Suche nach einer 60er-Jahre Omega und da läuft mir doch prompt diese Anzeige über den Weg: OMEGA...
#1
R

Roundtheclock

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Hallo zusammen,
ich bin gerade auf der Suche nach einer 60er-Jahre Omega und da läuft mir doch prompt diese Anzeige über den Weg:
OMEGA SEAMASTER AUTOMATIK AUTOMATIC alte ARMBANDUHR old mens Wrist watch Vintage | eBay
Jetzt bin ich mir dabei aber nicht sicher - Cal. 565 und Ref. 166.070 sollte eigentlich eine Geneve sein, auf dem Ziffernblatt steht jedoch klar Seamaster..
..ist das eine Frankenwatch?
Vielen Dank für Eure Einschätzung!
 
#2
S

Snaporaz

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Zur Originalität kann ich nichts sagen, aber das Gehäuse ist ziemlich stark überarbeitet (gebürsteter Boden makellos, aber eine deutliche Öffnungsspur) und passt nicht zu dem etwas schmuddeligem Werk. Das Ziffernblatt wird wohl am Rand ziemlich angefressen sein (sieht man z.T. deutlich), es gibt kein einziges Bild, das die Uhr in der Totale zeigt, sondern immer nur aus der Schrägansicht. Eine Revision wurde offensichtlich nicht durchgeführt - der Preis scheint mir sehr ambitioniert.
 
#3
Baumeister

Baumeister

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Die würde mir nicht gefallen. Zusätzlich zu den Punkten von Snaporaz sehe ich noch:
- Leuchtmasse der Zeiger wurde entfernt und nicht ersetzt
- Deutliche Korrosionsspuren am Werk - Wasserschaden?
- Meiner Meinung nach unpassende Krone
 
#4
Uhrbene

Uhrbene

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Die Krone wurde sicher im Zuge irgendeiner Überarbeitung angebracht und passt gar nicht zu der Uhr. Ein 166.070 sollte in der Tat eine Geneve sein - bei den vielen Varianten aus der Zeit kann man aber nicht völlig auschließen, dass auch mal eine Seamaster mit der Nummer hergestellt wurde.

Ich würde die Uhr aber nicht nehmen, da erstens das Werk nicht mehr gut aussieht, zweitens das Gehäuse poliert und am Deckel auch ramponiert aussieht und drittens der Preis viel zu hoch ist.
 
#5
herrschneider

herrschneider

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Hihi: Ein Seamasterblatt auf eine ohnehin schon verbastelte Geneve zu pappen, ist nicht unclever. Aber eben auch unanständig. Und der Preis ist jenseits von Gut und Böse.
 
#6
Brighty

Brighty

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Typische Frankenwatch. Man nehme ein Seamaster-Ziffernblatt und eine Genève. Beide zusammenbringen, und schon ist der mögliche Verkaufspreis deutlich gestiegen. Wenn man die Uhr ehrlich verkaufen würde, und auf alle angesprochenen Mängel deutlich hinweisen würde, käme der Preis wohl nicht über 150 Euro und nicht fast 700 Euro, wie vom Verkäufer verlangt.
 
#7
Mueller27

Mueller27

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Na super.[Ironie!]

die Produktion und der Verkauf von 60'er Jahre Dresser Omegas ist inzwischen eine regelrechte Industrie, ich würde mal wetten dass solche Händler die Uhren für kleines Geld im 100er-Packen direkt aus den Werkstädten in Indien oder Pakistan kaufen.

Der Angebotspreis von 600€ ist natürlich gut gewählt, eben weil ein "Preisvorschlag" erlaubt ist.
Und während wir hier eifrig tippen, dass das alles Müll und Bauernfängerei ist, schickt in diesem Moment jemand der keine Ahnung von Vintage hat, aber weiß dass Omega eben teuer ist, einen Preisvorschlag von 400€ zum Händler. Der dürfte natürlich mit Freunden annehmen, und der arme Käufer denkt noch er hat ein Schnäppchen gemacht.

Ich kenne das aus eigener Anschauung. Ein älterer Kollege hatte sich so ein Ding für unglaubliche 650€ gekauft. Preislich hätte er sich auch eine neue Aqua Terra leisten können, aber er wollte "Vintage", und fand 650 € noch super günstig für eine Seamaster.

Die Nachrage ist also da. Und es findet sich immer jemand der sie bedient.

Das Schöne: Am Ende sind eigentlich alle, Verkäufer und Kunden, super glücklich
- solange der Käufer keine Ahnung hat wie eine echte alte Omega eben aussieht.

Carsten
 
#8
Constellation

Constellation

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Räusper - warum gehst Du, TS, nicht einfach mal den Verkäufewr besuchen?? Ihr wohnt beide in Colonia, das macht es einfacher;-).
 
#9
Zeitwandler

Zeitwandler

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:idea:Weil vllt. der Verkäufer und der Treatsteller die selbe Person sind und sehen will ob´s jemand Blickt!? :???:
Sorry ich kenne mich mit Omega als Marke gesehen nicht aus, aber so schlimm wie hier gleich wieder geschrien wird finde ich das Gehäuse gar nicht. Man sollte einfach mal das Marko der Bilder mit Berücksichtigen. Auch der Bodendeckel ist nicht so schlimm in meinen Augen dieser hätte halt nicht einfach drüber gebürsten gehört sondern außen der Rand poliert und richtig gereinigt, welches sich ja aber noch jeder Zeit machen lässt.

Ehrlich gesagt habe ich da schon schlimmer aufgearbeitetes hier im Vintage Bereich gesehen und die "Fangemeinde" hat dann dazu noch applaudiert.

Aber das tut alles nicht zur Sache den die Uhr ist wohl viel zu teuer vom Werk her auch nicht gut und ob es die Uhr so Original ist mehr als zweifelhaft deshalb Finger weg.
 
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#10
Mueller27

Mueller27

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.... oder auf 1/3 des Kaufpreises runterhandeln.

Am Ende ist dann der Zustand des Werkes hier das einzig Entscheidende. Wenn dieses solide läuft, kann auch eine solche Bastel-Seamaster durchaus eine nette Alltagsuhr abgeben - nur ein Sammlerstück, und eben authentisches "Vintage" ist es eben nicht.

Viele Grüße

Carsten
 
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#11
U

Uhrensammer R

Guest
Hallo "Roundtheclock",

weil es ja bisher noch niemand getan hat und doch bald Weihnachten ist:

"Herzlich willkommen bei den Vinagern im UF".

Ich selbst bin bei Leibe k e i n Spezialist für die Beantwortung Deiner Frage, daher enthalte ich mich auch einer Bewertung.

Wenn es Dir allerdings so wichtig ist, eine 60er Jahre Omega unter dem Weihnachtsbaum liegen zu haben, kauf sie.
Die meisten Menschen werden Dich um sie beneiden, weil sie, so wie ich, keine Ahnung davon haben, ob die Uhr in einem Originalzustand ist.

Nach meiner Erfahrung trifft man außerhalb des UF, oder eindeutig als Fachveranstaltung für Omega- Vinage- Uhren nur sehr, sehr, selten auf Menschen, die diese Uhr als "nicht stimmig" identifizieren können.

Auf eine stolzen Vorstellung hier, würde ich nach dem bisher gelesenen, dann eben einfach verzichten.

Letzlich soll sie aber ja auch nur Dir gefallen und Du musst zahlen, wenn Du sie magst.

Schön, dass Du hier nun dabei bist und frage ruhig, wenn Du mal wieder Hilfe brauchst.

Schöne Weihnachtstage

Roland
 
#12
herrschneider

herrschneider

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Wenn es Dir allerdings so wichtig ist, eine 60er Jahre Omega unter dem Weihnachtsbaum liegen zu haben, kauf sie. Die meisten Menschen werden Dich um sie beneiden, weil sie, so wie ich, keine Ahnung davon haben, ob die Uhr in einem Originalzustand ist.
Das scheint mir aber ein gewagter Rat zu sein. "Okay, sie mag zerbastelt, in fragwürdigem Zustand und überteuert sein, aber kaufe sie ruhig, denn zum Neiderzeugen taugt sie noch immer"?
 
#13
Mueller27

Mueller27

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Hallo Roland,

so gerne ich deine Posts auch sonst lesen, hier würde ich vorsichtig wiedersprechen wollen.
Klar hast Du recht, "Draußen" im echten Leben merkt keiner die zweifelhafte Qualität dieser Uhr, was zählt ist in 99,9% der Fälle nur dass eben der berümte Markenname draufsteht. Die Uhr von James Bond eben :-)

Nur wenn wir das allein als Kaufkriterium nehmen, dann wird es argumentativ eng. Denn dann ist es nur noch ein kleiner Schritt auch Halb- und Vollfakes den Uhren-Neulingen zu empfehlen, denn auch die finden "draußen" 99,9% des Publikums toll.

Ja, es ist gut eine Uhr mit einem klingenden Namen zu haben um die man beneidet wird. Da sind wir alle nicht von frei - aber für den Uhrenfreund, und der der es werden will, muss der Hintergrund der Uhr eben doch stimmen, auch wenn nur er selbst es sieht.

Viele Grüße

Carsten
 
#14
C

Calvi

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Hallo Roundtheclock,

das meiste wurde ja schon gesagt. Die Uhr ist im großen und ganzen ein Ersatzteilspender.

Gehäuseoberteil abpoliert, Gehäuseboden komplett verschliffen und obendrein von einer Geneve.
Zifferblatt neu gemacht, Leuchtmasse wurde gleich ganz weggelasssen, auch bei den Zeigern die nicht zum Zifferblatt passen/gehören(mit Onyx/Lack belegt, sollte dann auch bei den Indexen so sein).
Krone nicht passend
Und last but not least...............viel zu teuer.

Mein Rat: geh zum Uhrenhändler deines vertrauens und hol dir da was schönes.

lg Chris
 
#15
Brighty

Brighty

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Also Ratschläge a la "für 1/3 des Preises kaufen", oder "Kauf sie, dann kannst du damit angeben" finde ich schon mehr als fragwürdig. Bei einer Uhr in dem Zustand, kann man davon ausgehen, daß noch einiges an Geld reingesteckt werden muß. Und am Ende hat man dann trotzdem nur eine verbastelte Frankenwatch.

Lieber die Augen offenhalten und für 1/3 des Kaufpreises eine besser erhaltene und vor allem unverbastelte Uhr kaufen. Angebote dafür gibts wie Sand am Meer.
 
#16
U

Uhrensammer R

Guest
Jetzt bin ich mir dabei aber nicht sicher - Cal. 565 und Ref. 166.070 sollte eigentlich eine Geneve sein, auf dem Ziffernblatt steht jedoch klar Seamaster..
..ist das eine Frankenwatch?
Vielen Dank für Eure Einschätzung!

Ich sehe es so:

jemand, der schon so viel weiß, kann kein wirklich blutiger Anfänger sein.

;-)

Noch einmal:

Frohe Weihnachten für Euch

PS
15 Antworten und keine Rückmeldung vom TS machen mich immer ein wenig stutzig.
 
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#17
walti

walti

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Hallo,

Also : Es fehlen sämtliche Leuchtpunkte auf dem Blatt, dann fehlt die Leuchtmasse auf den Zeigern und sie scheinen auch alle korrodiert zu sein. Das Werk dürfte den Bildern nach schon mal Wasser abbekommen haben. Der Boden gehört nicht zu dieser Uhr, das Blatt ist sicher ein restauriertes Exemplar, denn der Omegaschriftzug ist viel zu fett gedruckt.

Für mich eine aufgebrezelte Uhrenleiche, die für viel zu viel Kohle an einen ahnungslosen Käufer verdickt werden soll. Derjenige tut mir jetzt schon leid.

LG

Walti
 
#19
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Roundtheclock

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Hallo zusammen,
vielen Dank für die vielen Hinweise & sorry für die späte Rückmeldung!
@(vor allem) Uhrensammer R: "Ich sehe es so: jemand, der schon so viel weiß, kann kein wirklich blutiger Anfänger sein."
Doch bin ich, hatte bisher einfach neue Uhren - habe mich aber zugegebenermaßen schon ein wenig eingelesen, bevor ich hier 'was poste ;-)
Habe bisher auf "rundpoliert", Werk ~ Referenz ~ Bezeichnung, Krone und Schließe, Seepferdchen auf dem Boden etc. geachtet, aber von den vielen Hinweisen habe ich gleich viel dazugelernt, was ich noch auf den Photos abhaken könnte, bevor ich mir die Mühe mache, mich mit dem Verkäufer überhaupt in Verbindung zu setzen. Vor allem das Wort "Koorosionsschaden" war natürlich ein absolutes Killersignal.
@Constellation: Der Verkäufer wäre übrigens bereit gewesen, sich mit mir in Köln zu treffen, aber was hätte das für einen Sinn gemacht, wenn ich ihm dann gesagt hätte, dass ich nur ein viertel des Preises bezahlen würde? - wenn doch jeden Tag jemand aufsteht, der nur irgendwas mit dem Markennamen (wie schlecht auch immer auf's Ziffernblatt gepinselt) bezahlt..
Viele Grüße,
Sven
 
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