Omega Electronic F300 Chronometer Off. Certified

Diskutiere Omega Electronic F300 Chronometer Off. Certified im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Das ist er also: Der Resonanzerzeuger im Ufo Design aus der Vorquartzzeit von der Fa. Omega. Habe nur darüber gehört und gelesen, jetzt aber...

apple1984

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Das ist er also: Der Resonanzerzeuger im Ufo Design aus der Vorquartzzeit von der Fa. Omega. Habe nur darüber gehört und gelesen, jetzt aber selbst erlebt... Aber der Reihe nach: Wie der Zufall es will (Grüße an brommy ein paar Threads vorher) bekomme ich heute eine Omega Eletronic F300 Chronometer (Officially Certified, so viel Zeit muß sein) in die Hand gedrückt zum Batteriewechsel. Oh, große Ehrfurcht, Omega machen wir lieber nicht selbst, da gehen wir lieber zum Hausuhrmacher. Nee, dachte ich heute Nachmittag, die kochen doch auch nur mit Wasser...

Flugs eine Armbandseite gelöst und ähh, zwei Ringe? Na gut, den äußeren gelöst, da hatte ich das Armband samt Außenring als Einheit da liegen. Na, das ist ja pfiffig gemacht und es kommt noch besser: Damit man das Teil beim Zusammenbau nicht schief zusammensetzt (die Krone gehört ja auf zwei Uhr) gibt es da einen kleinen Metallstift am Gehäuse, der natürlich passgenau auf den Ring. Dann den schmucklosen Bodendeckel gelöst und: Öhhh, da steht ja Bulova (unter anderem). Ach so, da haben die die Technik her...

Batterieklemme ab, neue gesucht und gefunden, eingesetzt und läuft. Noch ein wenig umgesehen im Werk: Da kann man noch den Gang verstellen, na wie toll ist das denn? Sieht ganz nett aus in Rotgold, ansonsten ist der Charme der mechanischen Kaliber leider verloren gegangen. Schade, aber der Zeitgeist... Schön: der Sekundenzeiger zieht wie auf Schienen gelegt seine Bahn, ganz im Stile einer guten Mechanikuhr. Kein Haken und kein Stottern.

Kurz nach unten gegangen, um einen Kaffee zu holen, lege die Uhr auf eine Kommode aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts und traue meinen Ohren nicht: Was brummt den hier so laut? Da lausche ich zum ersten Mal an der Uhr und bin baff: Ein Summen wie ein Minikraftwerk, niederfrequent und rasend schnell. Hat den ganzen Holzkorpus in Schwingungen versetzt und hörbar verstärkt, so dass man auf einen Meter Entfernung zum Ohrenzeugen wird. Also für den Nachttisch wohl nicht geeignet.

Mir war es leider verboten, Hand an das Gehäuse und das Armband zu legen (dafür hätte ich ja noch Geld gegeben, um die wieder auf Hochglanz bringen zu dürfen). Tja, man hat nicht immer Glück. Zum Schluß noch zwischen die anderen Schwermetaller gelegt und einige Erinnerungsfotos geschossen.
 

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zeityeti

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Bergloses Exil
Das ist ja ein tolles, klassisches Stück! Verglichen mit späteren Quartzern sieht das Werk doch noch umwerfend luxuriös aus.
 

apple1984

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@zeityeti: Das stimmt allerdings; wenn nur die Hälfte aller Quar(t)zer so aussehen würde, hätte ich mehr davon...

@doerthe: Ist schon eine tolle Uhr, wenn sie denn läuft. Ich denke bei einem Elektronikschaden hat man von der schönsten Omega dann aber auch nichts...

Na, war ja auch irgendwie klar und wäre auch zu einfach gewesen, so ein Batteriewechsel:
Das Teil lief die ersten drei Stunden ganz gut, auf 24 Std. allerdings über 5 Minuten zu schnell.
Da wird es wohl auch nichts mit den +/- Gangverstellern, da muß ein Profi ans (Uhr)werk.
Habe schon im Forum die eindringlichen Warnungen vor Selbstversuchen gesehen.
 
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Stoerzel

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Da sollte auch nicht irgendeine Batterie, die zwar von der dicke und dem Durchmesser her passt rein, sondern schon die bestimmten dafür.

Die richtigen bekommst z.B. hier oder in der Bucht.
 

ajaneb8

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das alte Problem. Setz eine Batterie mit Nennspannung 1,35V rein und das Problem ist vermutlich behoben.
 

Stoerzel

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Ob das Problem damit behoben ist, vermag ich so nicht beurteilen wollen. Aber, ganz sicher ein Schritt in die richtige Richtung und ein Anfang für eine Fehlereingrenzung.
 

apple1984

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Ja, gut, das ist natürlich auch noch ein Ansatzpunkt: Aber ich denke, dass wird mein Uhrmacher wohl eingrenzen können.
Ich werde sie zu bedenken geben, die 1,35 Volt. Ich werde berichten. Danke für die Tips.
 

apple1984

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So, kleines Update: Komme gerade vom Uhrmacher, der kann eine solche Batterie nicht besorgen...
Hat jemand eine definitive Angabe zu einem Batterietyp, der im Omega Cal. 1250 lauffähig ist? Habe jetzt eine AG 10 verbaut, die mit den Maßen 11,45 x 3,06 genau passt, aber mit 1,5 Volt zu einer erhöhten Atemfrequenz des Werkes führt.
Dann soll es noch eine Varta V343 geben, die 1,35 V leistet und auch die Abmessungen hat. Kann das jemand bestätigen?
Vllt. ein Besitzer der Omega F300 Cal. 1250?

Vielen Dank für die Information! Der Marcus
 

Axel66

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Meine ESA9162/4 (und nichts anderes ist das Omega 1250) laufen eigentlich ganz gut mit einer 344er SR1136SW.
Die höhere Spannung kann zu Problemen führen, indem es zum sogenannten "double idexing" kommt.
http://members.iinet.net.au/~fotoplot/accbat.htm

Ich würde es also erst mal mit einer handelsüblichen 344 probieren.

Gruß,

Axel
 

falko

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Meines Wissens beziehen sich die Probleme mit Überspannung ausschliesslich auf die alten Bulovas mit Kal. 214. Schon meine 2181 macht mit Silberoxid keine Probleme. Die ESA Kaliber waren schon auf 1,5 V ausgelegt. Wenn da Probleme auftreten ist eine Revision mit Justierung der Klinken angesagt.
 

blaubär

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Meine ESA9162/4 (und nichts anderes ist das Omega 1250) laufen eigentlich ganz gut mit einer 344er SR1136SW.
So ist es, die ESA-Werke sind, im Gegensatz zu den original Bulovas, bereits so ausgelegt, daß sie 1,5V problemlos verdauen. Ich habe bisher alle 9162 mit einer 344 betrieben, darunter auch zwei Omegas und es gab nie Probleme.

Bei double-indexing würde die Uhr viel schneller laufen als nur 5min plus in 24h. Ein solcher Vorgang liegt aber auch weit außerhalb des Regelbereichs der Gangregler. Ich denke da müssen die Klinken ordentlich justiert werden, um das in den Griff zu kriegen.

Edith sagt: da hat mich falko überholt. ;)
 

apple1984

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Danke Euch allen, finde ich Super! Habe mit Herrn Hanisch von abcd gesprochen, der hat auch keine passende mehr, nun gut. Habe jetzt gerade eine 344er bestellt.
Kann ich irgendwo nachlesen, wie die beiden Steller zu bedienen sind? Habe dem Auftraggeber angesichts der widrigen Umstände keine positiven Aussichten gegeben und eine Revision bei Omega kommt eh' nicht in Frage. Da müssen wir jetzt durch...
 
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apple1984

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So, kleines Update - und selbst ist der Mann: Ja, die kochen auch nur mit Wasser hatte ich eingangs gesagt, allerdings mit elektrisch beheiztem. Die Omega ging mit der neuen Batterie sage und schreibe 45 Minuten zu schnell. Nun gut, ein wenig eingelesen in die o.a. Links und noch ein paar selbst gefunden (meist englischsprachige) und los gehts (mit ein wenig Feuchtigkeit auf der Oberlippe ;-)):
Also den rechten Regler im Uhrzeigersinn, den anderen dagegen von ca. (Einkerbungen waren für mich der Anhaltspunkt) 3 Uhr eine ganze Runde herum. Da waren wir dann schon bei plus 10 Minuten. Dann den rechten noch einmal auf ca. 4 Uhr weiter gedreht, da waren es nur noch 4 Minuten plus. Dann den linken fast auf die gegenüberliegende Position (ca. 8 Uhr) nachgezogen, und siehe da: -10 Sekunden seit heute morgen 11.50 Uhr. Das ganze hat jetzt vier Tage gedauert mangels Zeitwaage (funktioniert die überhaupt mit Stimmgabeluhren?)
Ich denke, ich werde morgen noch mal kontrollieren und dann einen von beiden ein Fitzelchen ins Plus drehen. Das wäre doch gelacht, wenn das Teil nicht wieder Chronometerfähigkeiten an den Tag legt.
Hier noch das vorletzte Foto vor der letzten Einstellung. Sorry für den Verschmutzungen, war zu spannend zum Wienern...

P.S.: Ich bin jetzt ein Jahr und drei Tage bei Euch, und es macht mir immer noch Spaß. Danke! (In diesem Zusammenhang Dank auch an den Chef der Veranstaltung (Lukas), dessen Gast wir ja alle sind...)
 

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apple1984

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Danke JungHans, für den Beistand, aber eine wichtige Komponente bei aller Elektronik habe ich jetzt fast übersehen: Es handelt sich letztendlich nun doch um eine mechanische Uhr mit immerhin 12 Steinchen. Um diese Baustelle hat sich keiner gekümmert (der Uhrmacher hatte dankend abgelehnt; verstehe ich jetzt auch ein wenig ;-)). Und ich denke, solange die Mechanik nicht gereinigt und vernünftig geölt ist, kann man an den Gabeln herumtunen, bis der Onkel Doktor kommt, das wird nie genau werden. Ohne Revision keine Chronometerfähigkeiten. Heute morgen ist sie dann wieder auf plus 65 Sekunden von dannen geeilt. Man muß sich in diesem Zustand damit abfinden, dass sie nicht besser oder schlechter läuft als andere Vintage Uhren auch. Tragen kann man die auf jeden Fall, finde ich.
Nun denn, war mal eine Erfahrung auf dem Sektor, die ganz spannend war. Hier die letzte Einstellung der Omega und das obligatorische Abschlußfoto...
 

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JungHans

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Hallo,
Du wirst wohl (leider) recht haben.
Aber besser so, als wie bei meiner Eterna, die hat vor 8/9 Jahren meine Regulierversuche nicht überlebt.:-(
Seitdem habe ich auch einen heiden Respekt vor den Summsen.
Gruss
 
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