Omega Constellation Chronometer / gewartet aber mind. 1 Jahr Schaufenster

Diskutiere Omega Constellation Chronometer / gewartet aber mind. 1 Jahr Schaufenster im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhrenwerkstatt; Hallo liebe Gemeinde, falls ich hier falsch bin oder dieses Thema auch bereits abgehandelt wurde bitte ich um Nachsicht und einen Hinweis...
#1
Wristwatch

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Hallo liebe Gemeinde,

falls ich hier falsch bin oder dieses Thema auch bereits abgehandelt wurde bitte ich um Nachsicht und einen Hinweis.

Folgendes treibt mich um:

Bei einem örtlichen Juwelier, wurde mir genau vor einem Jahr eine Omega Constellation Chronometer 18 k/GG aus 1964 mit Kaufbeleg/Gangschein, O-Box und vorgenommer Werküberholung angeboten. Das dieses Paket authentisch ist, daran gibt es nichts zu zweifeln. Der vor einem Jahr geforderte Preis war nicht günstig, wobei der Juwelier mir natürlich optimistisch prophezeite dass er die Uhr im Laufe des Jahres 2014 sicherlich an einen 50er (Jahrgangsuhr) verkaufen wird...

Fakt ist, die Uhr hab ich immer im Auge und sie wurde bis heute, nicht verkauft, lagerte also zumindest 1 Jahr 24/7 im grell beleuchteten Schaufenster, wobei einige Stunden an diversen Tagen natürlich auch noch Sonneneinstrahlung hinzu kommt.

Sorry ich komme zur Kernfrage:

Wie ist unter Berücksichtigung dieser zumindest 1-jährigen Lagerungsart, die damals bereits vorgenommene Werküberholung insbesondere in Hinsicht auf Austrocknung der Schmierstoffe zu beurteilen - Stichwort Schaufensteruhr?

Grüßle

Ralf
 
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#2
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Nun, ich denke, die Schaufensterbeleuchtung wird wohl nicht 24 Sunden/Tag eingeschaltet sein....
 
#3
Oelfinger

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Was soll die Schaufensterbeleuchtung der Uhr schaden können? Wenn Du den ganzen Tag im Büro mit Kunstlicht arbeitest schadet das einer Uhr doch auch nicht. Durch die Sonneneinstrahlung könnte evtl. das Zifferblatt ausbleichen oder, wenn vorhanden, Leuchtmassen, aber sonst nichts.

Wenn es sich um eine preiswerte Orient oder Seiko5 handeln würde, hättest Du die Frage dann auch gestellt?

Uhren, auch teure, sind keine Hätschelkinder sondern funktionale Gebrauchsgegenstände die man auch als solche nutzen kann.

Grüsse

Günter
 
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#4
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Irgendwie scheint meine Frage zu provozieren...

@ Oelfinger: Ich denke nicht, dass die nach arbeitsmedizinischen Grundsätzen installierte Bürobeleuchtung ein Problem ist, sehr wohl denke ich aber, dass z.B. die extreme Ausleuchtung des Schaufensters eine gewisse Hitze entwickelt die doch über eine bestimmte Dauer physische Auswirkungen haben könnte. Bist Du schon einmal auf einer Bühne im Scheinwerferlicht gestanden...?

Ist die Frage nicht legitim, nur weil ich bei einer sehr presigünstigen Uhr aus verständlichen Gründen, da der Anschaffungswert nicht den Betrag der Werküberholung einer hochwertigen Vintage-Omega erreicht, nicht gefragt hätte?

Nein, die Frage habe ich mir bisher noch nie gestellt, weil mir die Problematik so konkret nie vorgeführt wurde, ich besitze und kaufte Uhren auch aus sicherlich noch höheren Preislagen und wusste im Einzelfall nicht wie diese gelagert waren, was mich auch nicht gekümmert hat, da ich sie sowieso überholen lassen habe.

In diesem Fall kenne ich aber die Art der Lagerung und mich interessiert schon ob hierdurch (Hitze) ggf. die vorzeitige Notwendigkeit einer Werküberholung vorliegen könnte.

Deiner Meinung nach ist dies nicht der Fall, vielen Danke für die Auskunft.

Grüßle

Ralf
 
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#5
Oelfinger

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Ich bin nicht der Meinung dass die durch die Lampen entstehende Wärme der Uhr schadet. Edelstahl und Messing bzw. Bronze sind für deutlich höhere Temperaturen ausgelegt.

Hier wird die Arbeitstemperatur des Öles mit bis zu 80°C angegeben

Druckansicht: Uhrenöl \"Etsyntha\" Nr. 1-3 teilsynthetisch

Ja, ich stand schon auf der Bühne im Scheinwerferlicht. 2 1/2 Stunden. Mit E-Bass am Hals.

Grüsse

Günter
 
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#7
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Peter.B

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@ Wristwatch


Hallo Ralf,

Du stellst hier ganz gelassen die Gretchenfrage aller Freunde mechanischer Uhren: Wie hast Du’s mit der Revision?

Meine, durchaus etwas resignierte Antwort als Uhrenbegeisterter ohne Uhrmacherlehre oder eigene vieljährige Revisionserfahrung ist, dass Du die Antwort alleine finden musst.

Deine Frage als solche finde ich richtig und habe sie mir auch schon gestellt. In meinem Fall geht es um einen Chrono mit 7750, der als Vorführuhr im Musterkoffer zwar viele Jahre, aber wenig Betriebszeit auf dem Buckel hat und weniger kostete als zwei Revisionen.

Die früher gegebene Antwort war: "Wenn sich der Gang verändert, ist eine Revision fällig, sonst laufen lassen."

Die heutige Antwort: "Öl verharzt nicht mehr und daher bleiben Uhren auch nicht mehr stehen. Öl verdunstet aber (gast aus) und muss daher nach 5 ... 7 Jahren ersetzt werden."

Wie schnell das Öl verschwindet hängt von der Art des Lagers ab. In der Stosssicherung mag noch länger ein bisschen Öl sein als im Räderwerk. Es würde mich aber sehr überraschen, wenn das Ausgasen nicht von der Temperatur abhängt. Und die von Dir geschilderten Bedingungen (heißer Scheinwerfer im Sommer) sind sicherlich nicht günstig. ([OT] Habe schon mal überlegt, bei einem Neukauf beim Konzi ausdrücklich um eine frisch vom Importeur beschaffte, noch verklebte Uhr zu bitten, um dieses Problem zu verhindern. Scheidet in Deinem Falle natürlich aus.[/OT])

Genaues wird Dir aber kein Mensch sagen können, da (vermuteterweise) keiner darüber eine aussagekräftige Statistik führt.

Um die Lieblingsanalogie Auto zu bemühen: Moderne Motoren sollen alle 30.000 km oder 2 Jahre neues Öl bekommen. So weit ich das mitbekommen habe, wäre häufigerer Wechsel durchaus lebensdauerverlängernd für kritische Teile wie den Turbolader. Aber die Hersteller wägen ab, ob der Motor länger halten soll als Karosse, Elektronik oder Innenraum und welche Kosten sie den Kunden zumuten wollen. Da (vermuteterweise) die Hersteller über eine sehr aussagefähige Datenbasis verfügen, können sie aus ihrer Sicht sinnvolle Intervalle festlegen - über die Kriterien könnte man natürlich lange streiten, aber die Methodik sollte vertretbar sein. Mein Behauptung ist nun, dass die meisten Uhrenhersteller diese Datenbasis nicht besitzen und auch nicht besitzen können.

Ausnahme könnte/dürfte z. B. Omega sein, denen bewusst gewesen sein dürfte, dass sie mit Einführung einer konzeptionell anderen Hemmung bei den Coaxial-Werken unter verstärkter Beobachtung stehen und in der Lage sein sollten, nachzuweisen, dass sie ihren Kunden einen Premiumprodukt geliefert hatten. Fast alle anderen Uhrenhersteller kaufen Werke zu, von denen sie die äußeren Abmessungen, aber u. U. auch nicht mehr kennen, bauen die ein und nach mehr als 5 Jahren kann einer Uhr so viel passiert sein, dass Rückschlüsse kaum noch sinnvoll sind.

Und wenn z. B. Seiko bei der Grand sowohl beim Quarz-, beim Automatik- als auch bei Spring Drive Modell in der jeweiligen Gebrauchsanweisung eine Wartung nach drei Jahren empfiehlt, kommt der potentielle Kunde ins Grübeln. Drei vollkommen verschiedene Prinzipien und dennoch gleiche Zeit. Martin (marfil) empfiehlt für den Spring Drive Antrieb 10 Jahre, vom Uhrmacher meines Vertrauens habe ich gelernt, dass auch Quarzuhren nach 10 ... 15 Jahren gereinigt und neu geschmiert werden sollten. Und was soll der geneigte Leser dann von den drei gleichen Jahren bei Seiko halten? Übertriebene Vorsicht?

Was passiert nun, wenn die Schmierung nicht mehr richtig funktionier?

Im offensichtlichsten Fall bleibt die Uhr einfach stehen. Diesen Effekt hatte ich wiederholt bei einer Tischuhr mit Schlagwerk. Nach der Revision lief sie wieder wie vorher.

Im weniger offensichtlichen Fall tritt nennenswerter Verschleiß ein. Und zwar nicht an den Verzahnungen der Räder, die nie geölt werden. Und (vermuteterweise, bitte um Widerspruch durch Uhrmacher) auch nicht nennenswert an den Lagerungen der Wellen oder den Lagersteinen, sondern im Bereich der Hemmung. Dort kommt es zu Kontakten zwischen Ankerpaletten und Ankerrad. Mit wurde glaubhaft bei einer Tischuhr von erheblichem Verschleiß an dieser Stelle nach 20 Jahren ohne Wartung berichtet. Weiteres Indiz sind die 10 Jahre Wartungsintervall, die bei der Entwicklung der Coaxialhemmung angestrebt worden sein sollen. Da alles andere (Aufzug, Räderwerk, ...) nicht verändert wurde, kann es nur mit der Hemmung zu tun haben. Diese Begründung gilt auch für die frühen schnellschwingenden ElPrimero-Werke, bei denen sich ja nur die Frequenz wesentlich von anderen Konstruktionen unterschied, und die unter Schmierungsproblemen gelitten haben sollen. Und die in einer rolexisierten Version auch langsamer schwangen.

Eine zweite kritische Stelle ist die Lagerung des Rotors bei Automatikwerken, sofern kein wartungsfreies Kugellager verwendet wird. Im Netz finden sich Beispiele, wie im jahrelangem Gebrauch das Material fast völlig abgetragen wurde.


Meinen 7750 Chrono hole ich nur selten aus der Uhrenkiste und meine (gegenwärtige) Haltung ist daher, dass ich ihn erst dann zum Uhrmacher meines Vertrauens schicken werde, wenn der Gang richtig schlecht ist. Dass dann Verschleißschäden aufgetreten sein können, nehme ich in Kauf und hoffe, dass die Ersatzteile nicht zu teuer sein werden. Alles andere wäre (wirtschaftlicher) Unsinn. Meine Quarzuhren, sofern es sich um Teens oder Twens handelt, werde ich beim nächsten Batteriewechsel reinigen und fetten lassen. Von mechanischen Werken in häufig getragenen Armbanduhren habe ich mich u. a. wegen der Revisionsproblematik und auch den überall lauernden Magneten vorerst verabschiedet.

An Deiner Stelle würde ich .... ??? vielleicht die Uhr zum Uhrmacher meines Vertrauens schicken und ihn um eine Empfehlung bitten.


Gruß,

Peter

PS: Aus viel berufenerem Mund gibt es dazu viel Gescheites: https://uhrforum.de/wieviel-wartung-braucht-meine-mechanische-uhr-t121050-2
https://uhrforum.de/eta-2892-2-chronometer-ganggenauigkeit-t164685
 
#8
Weckerfreund

Weckerfreund

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Hallo,
Schaufenster ohne direkte Sonneneinstrahlung wird wohl nicht schlimm sein. Viel übler sind Vitrinen mit Halogenstrahlern. Dort ist das Licht sehr "UV-haltig", was den Zifferblattlack und die Leuchtmasse altern lässt. Ein Sammlerkollege hatte einmal eine "bunte Uhr" (Zifferblatt mit rot und orange) für eine Ausstellung (1 Monat) ausgeliehen. Danach waren die kräftigen Farben ausgeblichen.
Also ich glaube, dass Du die Uhr beruhigt kaufen kannst. Leg sie beim Händler auf die Zeitwaage und schau ob sie in den Lagen gleichmäßig läuft - fertig. Alles Andere ist bei einer 50 Jahre alten Uhr Kaffeesatzleserei.
Viele Grüße
Andreas
 
#9
Wristwatch

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@ Peter-B:

Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort, die Folgen von Verharzung und ggf. Verdunstung/Ausgasung des Öles sind mir sehr wohl bekannt.

Gerade ob die Verdunstung/Ausgasung des Öles durch die Hitze im Schaufenster beschleunigt wird, war/ist eben mein Bedenken..., ich lass die Uhr dann einfach mal testen bzw. beurteilen.

@ Weckerfreund:

Vielen Dank für den Rat. Das ist genau der Punkt, das Schaufenster ist mit Halogenstrahler ausgeleuchtet, aber das Zifferblatt ist nach meinem Augenschein nicht ausgeblichen. Ich werd dann wohl nach den Feiertagen mal wieder dort auftauchen, einen Zeitwaagentest machen lassen und in Verhandlungen treten...;-)

Sie reizt mich schon sehr die Omi...

Grüßle

Ralf
 
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