Niedrige Amplitude bei Seiko Kalibern

Diskutiere Niedrige Amplitude bei Seiko Kalibern im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhrenwerkstatt; Hallo Leute, habe eine komische Frage: Mittlerweile im Besitz eines Timegraphers ist mir beim anfänglichen Alles-mal-durchmessen...
#1
Bienenreiter

Bienenreiter

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Hallo Leute,

habe eine komische Frage:

Mittlerweile im Besitz eines Timegraphers ist mir beim anfänglichen Alles-mal-durchmessen aufgefallen, dass meine Seiko Uhren (7S26, 7S36; 6R15) ab Werk bereits eine erstaunlich niedrige Amplitude aufweisen, etwa im Bereich von 200 Grad.

Gibt es da einen plausiblen Grund für? Die Uhr stammen von verschiedenen Händlern und sind mutmaßlich keine "Ladenhüter" gewesen. Vielleicht kann ja einer von Euch Licht ins Amplitudendunkel bringen.

Vielen Dank vorab,
der leicht verwirrte Reiter
 
#2
nobrett

nobrett

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Hast Du den Hebewinkel auf Default stehen? Dann sollten die Ergebnisse ungefähr passen. Wenn Du den Hebewinkel runtergestellt hast kann das die Ursache sein dass Du Mist misst.

Waren die Uhren voll aufgezogen?

Falls ja hast Du eben messtechnisch festgestellt, dass sie dringend wartungsbedürftig sind.
Falls nein, dann zieh sie erst mal voll auf, bzw. lass sie erst mal einen Tag auf dem Beweger dauerkreisen bevor Du misst.

Gruß
Norbert
 
#3
Bienenreiter

Bienenreiter

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Hi Norbert,
der Hebewinkel steht auf 52°, müsste ich den manuell ändern? Wenn ja auf welchen Wert bei den Seikos?
Danke, Volker
 
#5
campenr.1

campenr.1

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Seikos haben "traditionell" keine solche großen Schwingungsweiten. Eine Erklärung dafür habe ich aber auch nicht.

Es liegt also sicher nicht nur an einer etwa fehlerhaften Messung deinerseits, zumal der Hebewinkel soweit ich weiß keinen so großen Unterschied macht.
 
#6
peter.mone

peter.mone

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Der Hebewinkel der 7Sxx und 6R15 liegt bei 53°.
Eine Amplitude von 200-220° sollte schon vorliegen, bei Werten unterhalb von 200° ist das Werk revisionsbedürftig. Insbesondere die Zugfeder sollte man sich dabei ansehen.
Gruss Peter
 
#7
Bienenreiter

Bienenreiter

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Vielen Dank Euch Allen.

Eine Revi-Bedürftigkeit möchte ich ausschließen, da ich 6 Werke durchgemessen habe, die entsprechenden Uhren auch von diversen Händlern bekam. Scheinbar sind die Seiko-Kaliber da nicht sonderlich auf hohe Amplitudenwerte aus. Vom Gangbild her scheint eine sogar bei Vollaufzug kurzzeitig zu prellen... hat Seiko da in technischer Hinsicht möglicherweise eine Erklärung? Kann ja eigentlich nicht nur an einer etwaigen Tauchschmierung liegen.
 
#8
Constellation

Constellation

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V . . . Scheinbar sind die Seiko-Kaliber da nicht sonderlich auf hohe Amplitudenwerte aus. Vom Gangbild her scheint eine sogar bei Vollaufzug kurzzeitig zu prellen... . .
Hast Du diesbezüglich Werte? Wo liegen die, also die nicht sonderlich hohen Amplitudenwerte und die "Prellwerte"?
 
#9
Bienenreiter

Bienenreiter

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Ich mache morgen wenn's zeitlich passt gerne mal Fotos. Die Amplituden liegen in etwa bei 195-220. Durchgemessen: SKX011, SARB035, Atlas, SKX009. Die SKX011 hatte ich heute am Arm und nach dem Arbeitstag ist es bei den vorerwähnten Amplitudenwerten geblieben, aber viel "Schnee" auf dem Timegrapher-Display. Dieser lies nach nach 20 Minuten, noch mehr nach 1h und nach 2h war der weg und ich hatte die Werte mit einem 0.0 Abfall-Fehler, der je nach Lage bis 0.3 zu messen war und ne schöne Linie.

Gegengemessen habe ich mit diversen 6498-1 und einem 2824-2.

Revisionsbedarf schließe ich deswegen aus, da ich zumindest die SKX011 vllt. 20 Tage mal am Arm hatte und sie halt auch nicht alt ist. Durch die Werte der schwoizer Werke schließe ich aber auch einen Messfehler aus. Den Hebewinkel bei den Seikos habe ich auf 53° eingestellt.
 
#10
Constellation

Constellation

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Danke Dir. Mir ging es auch um die Prellwerte, wie lauten die?
 
#11
Bienenreiter

Bienenreiter

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Das war eine Schlussfolgerung meinerseits aufgrund des "Schnees" den ich auf dem Display sehen konnte. Der wie erwähnt aber nach kurzer Zeit nachließ und schlussendlich gänzlich verschwand, so dass die normale Linie zu sehen war. Ich weiss nicht, ob bei den Seikos aus technischen Gründen die Möglichkeit vorhanden ist, dass eine Prellung durch irgendeine Begrenzung im Unruh-Bereich durch das Werkdesign schon bei diesen Amplitudenwerten auftreten kann.
 
#12
Baumeister

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Wie Peter schon schrieb haben Seiko (und auch andere Japaner) immer eine etwas niedrigere Amplitude. 220 Grad sind da auch nach einer Revi für mich ok.
Wird auch an einigen Stellen im Netz beschrieben.

Anscheinen legen die ihre Werke einfach anders aus.
Evtl. steht dahinter ein Trade Präzision vs. Verschleis?

Viele Grüsse, Philipp
 
#13
Rostfrei

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Mach Dich mal schlau was prellen ist - niedrige Amplitude und Prellen schließt sich aus;

Ja, viele Seiko-Werke sind für einen anderen Amplitudenbereich ausgelegt; Die meisten Schnellschwinger arbeiten mit einer Amplitude von ca. 280° bis 310°; eben diese Seikowerke jedoch im Bereich von ca. 230° (es nicht nur bei Seiko so, sondern auch einige von den Vintageomegauhren, aber auch die Coaxialhemmung liegt in diesem Amplitudenbereich)
Das hat etwas mit der Schwerpunktverteilung innerhalb der Unruh zu tun.
 
#14
Bienenreiter

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Vielen Dank!

@Theo: ist mir schon klar, ich hab mich aber schlichtweg über die Masse an Ausreissern gewundert, die wie geschrieben nach mehr oder weniger kurzer Zeit völlig verschwanden. Ich bin halt nicht sicher gewesen, ob Seiko manche Kaliber in der Schwingweite durch eine mechanische Lösung einschränkt, so dass des vor den 360° passiert. Daher die blöde Frage... Vielen Dank für die Info zur Amplitude.
 
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