Newbie mit neuer Uhr

Diskutiere Newbie mit neuer Uhr im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, seit einiger Zeit besuche ich dieses Forum und habe einige wertvolle Tipps gefunden, die mir bei meinem kürzlichen Uhrenkauf sehr geholfen...

schnch

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Hallo,
seit einiger Zeit besuche ich dieses Forum und habe einige wertvolle Tipps gefunden, die mir bei meinem kürzlichen Uhrenkauf sehr geholfen haben. Hierfür erst einmal meinen herzlichen Dank.
Vielleicht sollte ich mich erst vorstellen. Ich bin ein Spätentwickler. Meine erste "richtige" Uhr habe ich vor rund 30 Jahren gekauft: Eine Rado Diastar. Damaliger Preis ca. DM 1.500. Sie gefällt mir immer noch und ich trage sie täglich.
Uhr 1.JPG
Allerdings wünsche ich mir seit über 15 Jahren eine klassische Automatikuhr in Rotgold, mit Datum, max. 39mm Durchmesser und Lederarmband. Das bezeichnet man hier anscheinend als dress watch. Früher mußte man für so etwas min. € 10.000 ausgeben. Dazu war und bin ich nicht bereit und das Thema war lange für mich erledigt. Vor einigen Wochen habe ich dann doch mal wieder das Internet durchstöbert und siehe da die Preisspanne für eine solche neue Uhr geht nun von rd. 4.300 (Degussa Classic Edition 3M) bis 25.000+. Wie findet man aber nun die Richtige?
1. Fast alle Marken bieten ein entsprechendes Modell an und alle sehen sich sehr ähnlich. Was bringt mir eine "Marke"?
2. Muß es überhaupt Gold sein? Vergoldete Edelstahluhren sehen genauso gut aus und sind unempfindlicher und preiswerter.
3. Viele verwenden ähnliche Uhrwerke, oft ETA 2892/SW 300. Bei den anderen konnte ich in den Beschreibungen beim besten Willen keinen besonderen Qualitätsunterschied feststellen außer vielleicht eine höhere Gangreserve.
4. Frei nach Shakespeare: Grau oder nicht Grau, das ist hier die Frage.
Aus Vernunftsgründen hätte ich ja eine günstige Edelstahluhr im "Gold-look" nehmen sollen, aber was hat schon ein Uhrenkauf mit Vernunft zu tun. In echt Gold und über "nicht-graue" Kanäle müßte ich die Degussa nehmen, aber die kann man halt nicht anprobieren, da es sie nur über den Versand gibt. Außerdem ist das ja keine "Marke" obwohl das kein triftiger Grund ist (A propos, weiß zufällig jemand von wem die gebaut wird? Es steht nur Made in Germany drauf?).
Um es kurz zu machen: Ich habe mir eine Baume & Mercier Clifton 10058 bei einem Konzi gekauft, bei dem ich die Uhr auch anprobieren konnte. Nach dem Motto: Leben und Leben lassen haben wir uns auf einen Preis zwischen dem UVP und dem Preis bei den "Grauen" geeinigt. Der Konzi war zufrieden und ich bin es auch obwohl ich mich natürlich selbst für bescheuert halte soviel Geld ausgegeben zu haben (s.o.).
Uhr 2.JPG

Das Fazit meiner Recherchen ist: Der Uhrenmarkt ist total bekloppt. Von fast jedem Hersteller bekommt man fast jede erdenkliche Uhr. Die riesigen Preisunterschiede kommen zu mindestens 90% von der jeweilige Markenreputation.
Überall ist mehr oder weniger das Gleiche drin. Bestenfalls ist irgendwas tolles eingebaut, das man aber nicht sieht oder man sieht was tolles (Toubillon) und es hat eigentlich keine nützliche Funktion.
Jede Uhr zeigt die Uhrzeit ausreichend genau an wenn man nicht Äpfel (Quarz) mit Birnen (Automatik) vergleicht.
Richtig abenteuerlich wird es bei den hochpreisigen Geschichten wie z.B. ewigem Kalender, die man teilweise neu zum halben UVP angeboten sieht. Soviel dann auch zum Thema Wertentwicklung.
Also eine Billiguhr kaufen und gut is?

Und trotzdem: Die Rado True Open heart gefällt mir und hier am Ort gibt es einen Uhrmacher, der baut selbst noch seine eigenen Uhren. Da liegt eine Skelletierte mit Handaufzug, die mir saumäßig gut gefällt, aber auch nicht ganz billig ist.... Ich glaube ich werde nochmal schwach => der Markt ist nicht bekoppt, aber ich bin es.
PS: Was mir hier auch super gefällt ist, daß preiswerte Uhren hier genauso unvoreingenommen behandelt werden wie die Teuren.
 

corsafreak2001

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eine richtige Gold-Uhr würde ich mir nicht kaufen..... Abgesehen vom hohen Preis ist die Wertstabilität auch nicht so gegeben..........die Meisten Uhrenmarken (auch die bekannten) werden mit hohen Abschlägen bei Grauhändlern gehandelt.

Preisstabilität gibt es nur bei Rolex und Patek Philippe. Logischerweise ist Rabattmässig nichts oder nicht viel drin....

Bei den meisten Uhren ist das "gleiche" drin, weil nur die wenigsten Hersteller ihre Werke selber bauen wie Z.b. Rolex, JLC, GO, Zenith
 
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Tapestry

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Hi, @schnch! Zwei ebenso reizvolle wie unterschiedliche Uhren zeigst Du hier. Mir gefallen die gut.

Uhren sind ein Interesse oder ein Hobby oder eine Leidenschaft. Oder eine Liebe. Hat mehr mit Bauch als mit Kopf zu tun, scheint mir. Wenn man Gefühl und Verstand einigermassen zusammengespannt bekommt, kann das bestimmt sehr entspannend sein. Aber wer will schon entspannt sein?
 

clocktime

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Gratulation zur Uhr, die Dir gefällt!

Zu der Sache mit den Preisen: Du kannst natürlich sehr preisgünstige Uhren mit guten (mehrheitlich Schweizer) Kalibern kaufen. Ob Du nun für 600€ oder 1200€ eine Uhr kaufst, spielt keine so grosse Rolle. Preise sind nicht mehr unbedingt ein Gradmesser, weil die Qualität schon extrem hoch ist. Die Qualität wird teilweise bei höheren Preisen besser, steht aber in keinem Verhältnis mehr zur Preissteigerung. Es gilt halt nach wie vor die "80-20-Regel": Bis zu 80% der Qualität bleiben die Preissteigerungen verhalten, aber bei den letzten 20% steigen die Preise exponentiell an. :oops:
Hat man ein oder zwei Uhren und trägt diese regelmässig bis ständig, lohnt sich der höhere Preis durchaus (alternativ auf Chronometer-Zertifikat schauen). Wechselt man hingegen die Uhr spätestens alle paar Tage, sind sogar 15-30s/d Abweichung problemlos... :hmm:
 
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Baumaxe

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zu Post #2 und #4
Hier hat jemand voller Freude eine sehr lang gewünschte Uhr(enart) gekauft und gezeigt. Da kann man jenseits des persönliches Geschmacks wenigstens gratulieren.

@schnch
Ich freue mich für Dich und wünsche Dir lange Freude an Deinem goldenen Neuerwerb.
 

schnch

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zu post #2: Gold muß es tatsächlich nicht sein. Das sieht man der Uhr ja eh nicht an ob sie wirklich aus Gold ist. Für den Besitzer ist es wohl eher eine Kopfsache, da er selber weiß ob seine Uhr aus Gold ist oder nicht. Beim Werterhalt würde ich aber doch vermuten, daß ich in der Pfandleihe für eine echte Golduhr mehr bekomme als für eine andere ;-) (ausgenommen echte Sammlerstücke).

zu allen: Hättet Ihr Anregungen für mich für eine skelletierten Uhr unter 1.000 Euronen mit max. 40mm? Ich stolpere nur immer über Ingersoll und Hamiltn und die gefallen mir nicht so wahnsinnig.
 

clocktime

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zu allen: Hättet Ihr Anregungen für mich für eine skelletierten Uhr unter 1.000 Euronen mit max. 40mm? Ich stolpere nur immer über Ingersoll und Hamiltn und die gefallen mir nicht so wahnsinnig.
Ich habe eine Bulowa Skelett-Uhr, die offiziell 43mm hat, aber sie wirkt nicht so. Soll heissen: Probiere mal die verschiedenen Skelett-Uhren aus unabhängig vom offiziellen Durchmesser. Sei Dir zudem bewusst, dass eine Skelett-Uhr meist schlechter ablesbar ist als eine "normale" Uhr, weil zum einen das durchbrochene Zifferblatt Kontrast frisst, und zum zweiten die Zeiger vor dem skelettierten Hintergrund schlechter erkennbar sind. Bei gutem Licht merkt man es wenig, aber bei dämmerigem Licht fällt sowas auf.
 

TaifunDB

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Zwei Anmerkungen: Du hast eine etwas eindimensional Sicht auf teurere Uhren und zum zweiten sind deine Bilder den Uhren nicht angemessen. Beide völlig unscharf bzw. schlecht belichtet.

Skelletierten Uhren kann ich nichts abgewinnen. Schlechte Ablesbarkeit kauf ich ungern freiwillig.
 

SchlaubiSchlumpf

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Viel Spaß mit der wirklich schönen Uhr! Baume & Mercier finde ich ja immer toll. 😊
 

schnch

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Hallo clocktime: Die Marke Bulova hatte ich gar nicht auf dem Schirm, aber die sehen wirklich toll aus bei einem Superpreis. Allerdings ist in der aktuellen Kollektion nur eine skelletierte Uhr (Maquina) mit 46mm. Bei Chrono habe ich eine Bulova "Sutton" gesehen mit 43mm, aber die gibt es wohl aktuell nicht mehr.
Hallo TaifunDB: Was meinst Du mit eindimensional? IMHO ist eine Uhr soviel Wert wie man bereit ist für sie auszugeben. Ich würde niemanden dafür kritisieren, daß er sich eine teure Uhr kauft. Eine rationale Rechtfertigung eines hohen Preises dürfte man aber basierend auf Material gar nicht und auf Produktionsaufwand kaum hinbekommen. Bleibt noch Angebot und Nachfrage => z.B. einige Rolexmodelle, aber bei den meisten Uhren würde man wenn man sie heute zum Listenpreis kauft und morgen wieder verkaufen will noch nicht einmal 50% bekommen (Ausnahme Swatch :-D).
Mit der schlechten Ablesbarkeit bei skelletierten Uhren hast du natürlich recht. Daher würde ich dafür auch nicht zu viel Geld ausgeben wollen. Ich finde es aber schon faszinierend, der Unruh bei der Arbeit zuzuschauen. Da kann man sein eigenes Nichtstun viel mehr geniessen:-D.

Danke an alle, die sich mit mir freuen.
 

clocktime

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Hallo clocktime: Die Marke Bulova hatte ich gar nicht auf dem Schirm, aber die sehen wirklich toll aus bei einem Superpreis. Allerdings ist in der aktuellen Kollektion nur eine skelletierte Uhr (Maquina) mit 46mm. Bei Chrono habe ich eine Bulova "Sutton" gesehen mit 43mm, aber die gibt es wohl aktuell nicht mehr.
[...]
Naja, hier mal ein Bild von meiner Bulova Skelett-Uhr:

2931008

Ich trage diese Uhr wegen der Ablesbarkeit sehr selten.
 

TaifunDB

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Hallo TaifunDB: Was meinst Du mit eindimensional? IMHO ist eine Uhr soviel Wert wie man bereit ist für sie auszugeben. Ich würde niemanden dafür kritisieren, daß er sich eine teure Uhr kauft. Eine rationale Rechtfertigung eines hohen Preises dürfte man aber basierend auf Material gar nicht und auf Produktionsaufwand kaum hinbekommen. Bleibt noch Angebot und Nachfrage => z.B. einige Rolexmodelle, aber bei den meisten Uhren würde man wenn man sie heute zum Listenpreis kauft und morgen wieder verkaufen will noch nicht einmal 50% bekommen (Ausnahme Swatch :-D).

Für dich sehen die Uhren verschiedener Hersteller alle gleich aus, vergoldet oder massiv ist aus deiner Sicht egal. Qualitätsunterschiede bei Uhrwerken siehst du nicht.

a) Schau mal in den Thread "Uhren und Promis". Du wirst erkennen, dass einige hier trotz durschnittlicher Bilder Uhren exakt bestimmen können. Das könnte nicht sein, wenn alle Uhren gleich aussehen.

b) Äußerlich mag das für ein paar Jahre sein. Aber es gibt halt noch mehr als nur das "Aussehen".

c) Ein aktuelles High-End-Kaliber von (Rolex, Omega, GS, ALS usw) kannst du mit einem Eta 28* nicht vergleichen. Ich habe hier zwei Uhren mit derartigen Eta-Werken. Die laufen gut, beide unter 10 Sekunden im Plus im Schnitt. Aber ich kann abends nicht sagen, um wieviel Sekunden die Uhr am nächsten Morgen falsch läuft. Das kann ich bei dem Inhouse-Manufaktur-Kaliber aus meiner Tudor Black Bay fast auf die Sekunde sagen.

Dazu kommt, dass mechanische Uhren nicht rational zu betrachten sind.

Aus meiner Sicht solltest du dich sehr lange mit Uhren beschäftigen, bevor du sagst "Alles der gleiche Brei". Die Aussage mag jetzt eine Überspitzung sein, aber das war bei dir rauszulesen. Tipp: Lese dir mal die ALS-Vorstellungen von Andreas durch und vergleiche die Uhren dann mit deiner, welche tatsächlich sehr gut ist und in meinem Preisbereich liegt.
 
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