Neue Uhrwerke im uhrwerksarchiv.de

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Und diesmal wird es auch tatsächlich kleiner :-)

Mitte der 70er Jahre brachten die PUW ihre letzte Serie an Handaufzugswerken für Damenuhren heraus, bevor dann, 1979, entgültig die Produktion mechanischer Werke eingestellt wurde. Das PUW 801 aus dieser Serie ist die Ausführung mit Zentralsekunde und Datumsanzeige, sehr modern konstruiert, aber trotzdem leider chancenlos gegen die aufkommenden Quarz-Schwemme:

 
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Aktuell geht es etwas langsamer voran mit den Neuvorstellungen, dafür hat es die heutige in sich:

Das PUW 663 stammt aus der letzten Serie mechanischer Handaufzugswerke Ende der 70er Jahre und kommt hier in seiner Maximalausstattung daher, mit Zentralsekunde, Tag- und Wochentagsanzeige. Vor allem die Ausführung des Kalender-Korrekturmechanismus hatte es in sich:

 
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Diese Woche wurde ein neuer Hersteller ins Uhrwerksarchiv aufgenommen, Dopas (auch bekannt unter dem Namen "Palmtag") aus Schwenningen.

Das Dopas 131 SC (bei dem im vorliegenden Beispiel die Zentralsekundenwelle gekürzt und nicht verwendet wurde) gehört zur Kategorie der Roskopf-Stiftankerwerke, die von deutschen Herstellern eher selten bedient wurde:

 
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Heute gibt es ein besonderes Schätzchen zu bestaunen:

Das Tudor 342, welches auf dem Peseux 342 basiert, war ein 5 1/4-liniges Handaufzugsformwerk für kleine Damenuhren, das von der Rolex-Tochter auf ein höchstmögliches Qualitätsniveau gebracht wurde, mit einer Glucydur-Schraubenunruh, mit einer KIF Flector-Stoßsicherung und mit jeder Menge Decksteine. Das ins Archiv aufgenommen Werk stammt aus einer geschlachteten Golduhr, und wurde somit bestimmt nicht mit Samthandschuhen angefaßt. Trotzdem bietet es auf der Zeitwaage Ergebnisse, die ich so bisher noch bei keinem anderen 5 1/4-linigen Werk beobachten durfte.

 
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Das Kaliber Duke 402 gab es früher schon unter diesem Namen im Uhrwerksarchiv. Im Gegensatz zu der bereits archivierten Version mit Zentralsekunde wurde heute die Variante mit dezentraler Sekunde auf 6 Uhr aufgenommen, so dass es jetzt im Uhrwerksarchiv ein Duke 402 SCI und das neu hinzugekommene Duke 402 gibt:

 
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"Zwischen Himmel und Hölle", zu könnte man die Werkevielfalt bei Rego (Lapanouse) beschreiben. Zwar wurden nur Stiftankerwerke produziert, aber deren Bandbreite reichte eben von ganz simpel (mit Plastik-Anker) bis zu dem heute vorgestellten Rego 201, einem sehr gut verarbeitetem Stiftankerwerk mit 15 Steinen und Kupplungsaufzug:

 
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Maximalausstattung und doch leider chancenlos - das PUW 803 was mit Tages- und Wochentagsanzeige das am besten ausgestattete Handaufzugskaliber für Damenuhren der PUW, und trotzdem hatte es gegen die Mitte der 70er Jahre aufkommenden Quarzuhren leider keine Chance. Eines der Exemplare ist jetzt Teil des Uhrwerksarchivs:

 
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Heute gibt es ein ganz besonderes Schmankerl zu bestaunen, leider nicht vollständig (die Elektronikplatine mit ihrem großen Quarz fehlt leider), aber man erkennt, worum es sich handelt:

Das Asco 375 war eines der ganz frühen Analog-Quarzwerke aus Deutschland und technisch einem elektromechanischen Werk näher, als einem Quarzwerk, wie man es spätestens seit Mitte der 1970er Jahre kennt.

 
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Heute geht es nach Indien, genauergesagt hat eine japanisch-indische Kooperation erstmalig Einzug ins Uhrwerksarchiv gehalten.

Das Allwyn A6300 ist ein, in Indien remontiertes und verbautes Seiko 63A und dürfte eines der einfachsten Werke sein, die Seiko konstruiert hatte. Nicht unbedingt schön, aber dennoch gut ausgeführt und auf jeden Fall alltagstauglich:

 
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Heute gibt es eine Doppelvorstellung, bestehend aus dem PUW 1661 und dem PUW 1661S.

Mein ursprünglicher Plan war es, die Unterschiede zwischen beiden Werken zu ermitteln und herauszustellen, aber entgegen andersartigen Aussagen, wonach sich die Datumsschnellverstellung beider Werke unterscheiden sollte, kann ich das beim besten Willen nicht nachvollziehen. Einzig die Zahl der verbauten Lagersteine ist nicht identisch, aber diese besagt in aller Regel nichts und kann daher nicht als Kriterium verwendet werden.

Nichtsdestotrotz sind beide Werke interessant, vor allem, mit ihrer sehr eigenwillig konstruierten Datumsschnellverstellung:

 
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Mit 21 Steinen geht es weiter:

Das AHS 70 war eigentlich ein technisch eher einfaches Stiftankerwerk, wenn auch mit gut ausgeführter Zentralsekundenanzeige. Die Besonderheit liegt darin, dass hier sage und schreibe 21 Steine verbaut wurden und dem Käufer oder der Käuferin seinerzeit, Anfang der 60er Jahre, vorgegaukelt wurde, es würde sich hier um ein besonders hochwertiges Werk, und nicht um ein Stiftankerwerk handeln:

 
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Und das letzte Werk dieses Jahr ist eines, das im Prinzip schon im Archiv vorhanden war, nur nicht in der überarbeiteten Version.

Das PUW 663S unterscheidet sich vom PUW 663 nur durch einen minimal geänderte Datumskorrektur-Mechanismus. Der Schaltstern ist beim 663 dreizackig, beim 663S fünfzackig ausgeführt. Nicht weniger interessant ist die sehr hohe Qualität des Werks, auf der Zeitwaage betrug die maximale Lagedifferenz über alle sechs Lagen hinweg nur 8 Sekunden!

 
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Auch 2021 geht es weiter im Uhrwerksarchiv, sowohl in der Breite (mehr Werke, mehr Hersteller), als auch in der Tiefe (mehr Daten und Zusammenhänge).

Den Anfang macht heute das, in der mir vorliegenden Literatur leider so gut wie völlig unbekannte, Gruen 849, ein Formwerk, das vermutlich aus den 1920er oder 1930er Jahren stammt und von recht hoher Qualität ist:

 
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Auch 2021 geht es weiter im Uhrwerksarchiv, sowohl in der Breite (mehr Werke, mehr Hersteller), als auch in der Tiefe (mehr Daten und Zusammenhänge).

Den Anfang macht heute das, in der mir vorliegenden Literatur leider so gut wie völlig unbekannte, Gruen 849, ein Formwerk, das vermutlich aus den 1920er oder 1930er Jahren stammt und von recht hoher Qualität ist:


Freut mich, dass ein Gruen-Werk den Anfang macht dieses Jahr! Das Kaliber 849 ist ein recht frühes Werk, stammt aus der Zeit vor der Gruen-eigenen Precision-Factory in Biel. Die Maße sind widersprüclich dokumentiert, manche Quellen sagen 5 3/4 x 9 Ligne, manchen sagen die Länge betrüge 6 1/2 Ligne (was ich eher glaube). Es stammt von 1919 / 1920 und hat 16 Steine. Dieses wirklich frühe Formwerk wurde in Gruen-Auftrag von Charles Hahn in Landeron gebaut. Diese Fabrik wurde von Gruen als "Factory L" bezeichnet, dieses "Geheimnis" um den wirklichen Hersteller dieses Werkes durfte ich erst 2020 lüften...
Hahn hat sich das Werk 1918 schützen lassen, es ist hier im Musterschutz die Nummer 124:

3460168

Gruen setzte das Werk in ersten frühen "Männer-Cartouche's" ein wie z.B. dieser hier:

3460181

Sozusagen der Vorläufer der Quadron-Serie. Dieses Bild stammt aus dem Buch "Time for Gruen", Band 1, welches über 150 frühe Gruen-Anzeigen der ersten 20 Jahre des 20. Jahrhunderts versammelt hat. Das Buch gibt es derzeit nur als PDF-Ebook, bei Interesse kurze PN an mich :-)
Ein gedrucktes Buch und weitere Bände für die kommenden Jahrzehnte werden 2021 und 2022 erscheinen...

Edit: Nach einem Blick auf die Webseite uhrwerkarchiv.de und die dortige Abbildung des Zifferblatts kann ich sagen, dass die Uhr mit diesem Werk wohl so aussah:

3460789
(Bild aus dem noch nicht veröffentlichten Band 2)

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Vielen Dank für die tollen Ergänzungen zum Gruen 849 :-)

Im Gegensatz zu besagtem Gruen-Werk ist das heute überarbeitet ins Archiv gekommene Werk sehr bekannt, kein Wunder, wurde es doch in millionenfacher Auflage produziert. Das ETA 2390 markierte Mitte der 50er der Jahr den Beginn der modernen ETA-Werke, die allesamt ohne zentrales Minutenrad auskamen, und deren Konstruktion bis heute, bis auf Detailänderungen, unverändert geblieben ist:


Und ganz nebenbei markiert die zugehörige BWC mit ihrem wunderschönen reduzierten, leicht cremefarbigen Zifferblatt und den hauchdünnen Zeigern den Anfang des Uhrwerksarchivs. Dieses Familienerbstück, das ich seinerzeit glücklicherweise zu schätzen wußte, wurde damals, Anfang der 90er Jahre, nicht "erforscht" und zerlegt, sondern sogar getragen und bekam von mir erst letztes Jahr die notwendige Revision samt Dokumentation und neuem Armband spendiert:

3473715
 
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