Neue Uhr: Moritz Grossmann Corner Stone

Diskutiere Neue Uhr: Moritz Grossmann Corner Stone im Uhren News Forum im Bereich Uhren News; Das Feedback weltweit zu dieser Uhr ist grandios. Und auch wohlverdient. MIr gefällt sie auch. Aber ich fange erstmal "klein" an mit Stahl...
#22
rs61

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Puh, 5k Aufpreis für ein ZB (ohne Brillis;-)) sind erstmal schwer zu verdauen.

Die Maße sind toll: 29.5mm wide and 46.6mm long, and just 9.76mm high (sagt SJX).
 
#23
redsubmariner

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5k Aufpreis für ein Emaille Zifferblatt wohlgemerkt. Ich weiss nicht, was die Leute hier über die Herstellung eines Emaille Zifferblatts wissen, aber ich mache mal die kurze Erklärung. Ich war mal bei einer Emailleuse vor paar Jahren, die Blätter für die Luxusuhrenfirmen in der Schweiz hergestellt hat. Das ist ein sehr langwieriger und aufwändiger Prozess, wenn ein Fehler unterläuft, kann sie das Blatt wegschmeissen und von vorne beginnen. Über viele Schritte wird es im Ofen gebacken, alles muss sehr sorgfältig geplant sein. Das grösste Problem ist aber, dass man einen Fehler, z.B. einmal zu lange im Ofen, oder ein Bruch im Emaille, nicht mehr rückgängig machen kann. Die Produktionsmethoden haben sehr antiquiert angemutet, aber ich bin nur Laie. Fand es interessant, mal das ganze live zu sehen, und erklärt zu kriegen. Da sind 5k extra glaube ich noch nahezu günstig.

Puh, 5k Aufpreis für ein ZB (ohne Brillis;-)) sind erstmal schwer zu verdauen.

Die Maße sind toll: 29.5mm wide and 46.6mm long, and just 9.76mm high (sagt SJX).
 
#24
rs61

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Stimmt, das schreibt Tourby dazu:

"Enamel" ist die englische Bezeichnung für Emaille. Emaille ist eine glasharte Schutzschicht, die auf Metalloberflächen aufgebrannt wird. Dieses Verfahren - durchgeführt am Ofen - ist sehr aufwendig und kostspielig. Das Material muss unzählige Arbeitsschritte durchlaufen bis zum fertigen Endprodukt. Emaille ist temperaturbeständig und säureresistent. Die sehr glatte Oberfläche verhindert das Rosten des Zifferblattes und ist zudem sehr unempfindlich gegen Kratzer, Staub oder Dreck. Der Druck auf dem Zifferblatt wird teilweise oder ganz von Hand aufgetragen und dann nachträglich eingebrannt. Man kann diese Zifferblätter sogar mit einem nassen Tuch abwischen, ohne diese zu beschädigen. Emaille Zifferblätter überstehen oft viele Jahrhunderte und lassen sich sehr gut aufarbeiten - ein unverzichtbares Detail für eine hochwertige Uhr, die man über viele Jahrzehnte hinweg tragen und danach weiter vererben möchten. Nur Emaille Zifferblätter eignen sich wirklich als Erbstück. Zwischen 1660 - 1880 wurden die Zifferblätter hochwertiger Taschenuhren ausschließlich aus Emaille hergestellt. Später hat man aus Kostengründen auf Metall- oder Messingzifferblätter zurückgegriffen. Heute werden Zifferblätter fast nur noch aus Messing hergestellt, oder ganz selten aus Silber. Die Oberfläche moderner Zifferblätter wird einfach nur lackiert. Die Lackschicht ist sehr empfindlich, so dass selbst bei der ersten Revision schon unangenehme kleine Kratzer oder Flecken entstehen können. Oft reicht es aus, ein Zifferblatt nur mit dem Finger zu berühren, und es ist schon wertlos. Emaille Blätter hingegen sind so unempfindlich, dass man diese selbst nach Jahrhunderten wieder in "Neuzustand" versetzen kann. Leider werden Emaille Blätter heute nur noch von Spezial-Manufakturen per Hand hergestellt und ein einzelnes Zifferblatt kann auch mal 5.000,- Euro kosten.
Eine weitere Besonderheit der Emaille Blättern ist die milchig-weiße Farbe, die ein wenig an Elfenbein erinnert und daher sehr edel wirkt. Um solch schöne Uhren auch zu bezahlbaren Preisen anbieten zu können greift TOURBY auf Emaille-lackierte Zifferblätter zurück. Das Grundmaterial der Zifferblätter ist aus hochwertigem 925/000 Sterling Silber hergestellt. Darüber wird eine hauchdünne, emaillierte Schicht aufgetragen. Durch dieses Verfahren sehen diese hochglanz-lackierten Zifferblätter dem echten Emaille verblüffend ähnlich, und sind zudem auch fast genau so langlebig. Diese hochwertigen Zifferblätter werden in einer Deutschen Manufaktur speziell für Tourby Watches nach aller strengsten Vorgaben gefertigt. Dieser Zifferblatt-Hersteller arbeitet mit dem Tampon-Druck-Verfahren, was einen perfekten Druck garantiert.
 
#25
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Pommes

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Vor hundert Jahren konnte man Emaille-Ziffernblätter herstellen, und heute ist es Raketentechnik?
 
#27
rs61

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Alles, was nicht Massenproduktion ist, ist unendlich teuer heutzutage.
Früher wurden manche Techniken standardmäßig verwendet, die heute nur noch in ganz seltenen Fällen angewendet werden und die Arbeiter kosteten fast nichts, Zeit spielte nicht die Rolle wie heute.
 
#29
Spitfire73

Spitfire73

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Vor hundert Jahren konnte man Emaille-Ziffernblätter herstellen, und heute ist es Raketentechnik?
Schreiner-, Zimmerer-, Schuster-, Schneiderarbeiten vor 150 Jahren und Schreiner-, Zimmerer-, Schuster-, Schneiderarbeiten heute? Alles Raketentechnik geworden? Mitnichten. Stundenlöhne, Sozialversicherung, Abgaben, Steuern. Um 1895 herum betrug der Durchschnittsmonatslohn 56 Mark. Für 4 x 60 Wochenstunden wohlgemerkt. Arbeitskraft kostete wenig bis nichts. Aber ein bürgerlicher Herrenanzug kostete 75 Mark und ein Bierchen 24 Pfennig. Heute hockt man gelangweilt vor dem PC oder Tablet, ersäuft den eigenen Frust im Billigkonsum, trauert der guten alten Zeit nach, als alles nichts gekostet haben soll...und jammert über die Preise von Uhren, in die Handarbeit zu inländischen Stundensätzen und Lohnnebenkosten einfließt.:face:

Gruß
Helmut
 
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Pommes

Guest
Du hast mich zwar zitiert, aber falsch interpretiert. Ich habe nicht über Preise geschrieben, sondern über Aufwand.
Und der ist heute weit weniger, als damals.
 
#32
redsubmariner

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Der Aufwand ist heute genauso wie früher um ein Emaille Zifferblatt herzustellen. DIe Methoden bei der Herstellung eines Emaille Zifferblattes haben sich nicht geändert. Es ist immer noch die gleiche Herangehensweise. Es gibt keine hypermodernen Öfen, die da helfen, oder irgendwelche Roboter. Die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um ein Emaille Zifferblatt herzustellen, sind selten. Es gibt in der ganzen Schweiz wahrscheinlich keine 10 Leute, die das machen. Deswegen kostet auch die Patek 5131 so viel Geld im Sekundärmarkt. Ein Emaille Zifferblatt kann nur von einer Person gemacht werden, da kann kein Team dran arbeiten. Es ist eine Sisyphus Arbeit. Der Enameler muss sehr aufpassen, dass er alle Schritte genau einhält. Da werden auch nicht Blätter im Dutzend hergestellt. Sondern einzeln. Deswegen ist das ein seltener Job, und kaum einer besitzt die Fähigkeiten dafür. Und nichts kann im Prozess geändert werden, um Zeit zu sparen. Im Gegenteil, die Aufmerksam ist wichtig, damit keine Zeit verlorengeht. Das geschieht schneller, als man denkt. Ich habe zugeschaut, wie es gemacht wird, ich war paar Stunden bei jemandem, der sowas macht. Und das war nur ein Eindruck davon, welche Herausforderung die Herstellung darstellt.

Ich schaue mal ob ich demnächst bei einem Besuch mal einen derjenigen, die für Grossmann soweit ich weiss Emaille Zifferblätter herstellen, besuchen kann und dann mal ausführlicher drüber berichten. Es scheint doch so, dass kaum jemand etwas wirklich über Emaille Zifferblätter und deren kostspielige Herstellung weiss.

@Bodensee_Uhr
Die Nörgler sind immer dieselben, von denen gibt es 1000 oder 2000 ähnlich verlaufende Beiträge und diese Leute sind wahrscheinlich stolz darauf. Tja, kann man nur so lassen und am besten lachen.
 
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#33
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Pommes

Guest
Die Nörgler sind immer dieselben, von denen gibt es 1000 oder 2000 ähnlich verlaufende Beiträge und diese Leute sind wahrscheinlich stolz darauf. Tja, kann man nur so lassen und am besten lachen.
Gäbe es diese "das geschriebene oder gesprochene Wort Hinterfrager" nicht, würden Dir Uhrenhersteller sagen, daß es heute eigentlich gar nicht mehr möglich ist, Armbanduhren herzustellen. Nur mithilfe von Elfen, welche der Weihnachtsmann bei Vollmond ankarrt, können überhaupt solche kleinen Teile angefertigt werden. Und Du würdest es glauben, und unreflektiert weitergeben.
Was man Dir erzählt ist Werbung, und nicht alles davon ist wahr.
 
#34
Bodensee_Uhr

Bodensee_Uhr

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Dann erzähl uns doch bitte die unverblümte Wahrheit, alles nur mit üblichen Floskeln zu hinterfragen, ohne jegliche Fakten
zu liefern macht Dich auch nicht glaubwürdiger.
 
#36
Spitfire73

Spitfire73

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Sich im bloßen Hinterfragen zu gefallen, ist das eine. Die hinterfragten Dinge dann nachvollziehbar zu widerlegen, etwas ganz anderes. Also warum genau ist der Aufwand für die gleichen Techniken "heute" also so weit weniger als "damals", @Pommes?

Gruß
Helmut
 
#37
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Pommes

Guest
Weil heute das Emaille-Pulver in einer besseren Qualität existiert. (Körnung, Zusammensetzung...)
Weil heute die Toleranzen viel kleiner sind. (Zifernblattdicke, usw.)
Weil ich heute viel besser dosieren kann. (gleichmäßiger...)
Weil ich heute viel besser messen kann. (den Verzug des Blattes, wenn ich erst Rückseite, dann Vorderseite emailliere)
Weil ich die Prozesssteuerung des Durchlaufofens besser steuern/regeln/regulieren kann. (Wiederholbarkeit)
Usw.
 
#38
P

Pommes

Guest
Ein Wagner braucht für die Herstellung eines Wagenrades heute vielleicht auch noch vier Tage, wenn er es traditionell macht.
Die Industrie benötigt dafür eine Stunde.

Wenn ich meine Schrauben über einer Spiritusflamme bläue, dann mag das der Tradition verbunden sein, aber dann darf ich nicht behaupten, das ist so immens aufwändig, das kann fast kein Mensch mehr, das verlangt viel Zeiteinsatz, und ist damit teuer.
 
#39
tbickle

tbickle

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Vor hundert Jahren konnte man Emaille-Ziffernblätter herstellen, und heute ist es Raketentechnik?
Ehrlich gesagt, würde ich beinahe behaupten, dass es vor hundert Jahren vermutlich sogar einfacher war, Emaille auf hohem Niveau zu verarbeiten, da die gesamte Infrastruktur dafür besser war als heutzutage. Emaille war ein beinahe schon ein alltäglicher Werkstoff in unseren Breiten; es gab mehr Meister, die sich damit auskannten und sicherlich auch mehr Betriebe, die es verarbeiteten. In der heutigen Zeit hingegen ist Emaille beinahe schon ein exotischer Werkstoff, der von ganz wenigen Menschen in der hier gezeigten Güte verarbeitet werden kann. Und das kostet eben.

Michelangelo hat meines Wissens knapp acht Jahre lang an der Decke der Sixtinischen Kapelle herumgepinselt. Würde man einem Künstler der Gegenwart einen ähnlichen Auftrag erteilen, bräuchte dieser mit Sicherheit doppelt so lange, - einfach deswegen, weil gewisse Techniken, die in der Renaissance alltäglich waren, heutzutage erst mit viel Aufwand neu erarbeitet werden müssten, da das Wissen darüber im Laufe der Jahrhunderte schlichtweg verlorengegangen ist. Mit Emaille verhält es sich nicht anders. Durch die Exklusivität dieses Veredelungsprozesses ist einstmals banales Handwerk zu einer Kunstform avanciert. ;-)

Gruß
 
Thema:

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