Neu im Forum, Vorstellung und Fragen

Diskutiere Neu im Forum, Vorstellung und Fragen im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Guten Abend, seit längerer Zeit lese ich hier schon im Forum mit und habe mich dann endlich auch angemeldet. Zuerst möchte ich mich bei allen für...
007jens

007jens

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Guten Abend,

seit längerer Zeit lese ich hier schon im Forum mit und habe mich dann endlich auch angemeldet. Zuerst möchte ich mich bei allen für die interessanten Beiträge bedanken, ich wußte bisher nicht, dass es soviel wissenswertes über Uhren zu erzählen gibt. Auch finde ich es gut, dass ihr hier Listen und Links veröffentlicht, die einem doch sehr helfen, auf einfache Art, nähere Informationen zu finden (auch wenn diese Listen teilweise sehr kontrovers diskutiert wurden :o) ). Die Arbeit ist nicht umsonst und hilft sehr beim Einstieg in das Thema! DANKE!

Uhren sammle ich schon eine längere Zeit, allerdings steht hier bisher eindeutig das sammeln im Vordergrund. Mit der Zeit bin ich dann auch mal auf die Idee gekommen nachzuschauen, ob meine „Sammlerstücke“ eventuell auch einen Wert haben. Und so kommt dann so nach und nach eins zum anderen. Zwar steht bei mir immer noch die Optik im Vordergrund, aber inzwischen interessiert es mich schon, wo die Unterschiede der einzelnen Werke liegen und warum ein Werk „besser“ als ein anderes ist. Irgendwann kam dann die Taschenuhr dazu, es wurden zwei, drei „Billiguhren“ gekauft, Dann die erste etwas teurere „Fehlinvestition“ und nun bin ich hier im Forum gelandet.

Natürlich bringe ich auch gleich ein paar Fragen mit, die ich hier loswerden möchte:

1. Ich interessiere mich für die amerikanischen Railroad Uhren, hier speziell Hamilton. Ich habe hier auch schon eine ganze Menge Beiträge dazu gelesen und würde mir auch gern ein gut erhaltenes Exemplar zulegen. Besonders gefällt mir an den Uhren , die Art des Gehäuses, die Ganggenauigkeit und die, meiner Meinung nach, sehr schöne und aufwendige Verzierung der Werke.
Nach meinen Recherchen besteht die beste Möglichkeit dazu bei E..ay. Die Uhren kommen meistens direkt aus Amerika, Kanada, oder Australien, die Preise erscheinen mir auch in Ordnung. Nun aber die Crux, kann ich da bedenkenlos kaufen? Wie sind eure Erfahrungen? Gibt es „bekannte“ vertrauenswürdige Verkäufer, oder eben welche von denen man lieber die Finger lässt? Was mich auch etwas stutzig macht, die Uhren sehen zum teil wie neu aus und die Preise schwanken trotzdem zwischen 200 und 2.000 € . Die „Rosa Seiten“ kenne ich übrigens auch schon.
Vielleicht könnt ihr mir ja mit euren Erfahrungen weiterhelfen. Auch bin ich für Alternativen zu der Hamilton offen, solange sie in meinen grob beschriebenen Rahmen passen. Und ja, Geld spielt eine Rolle, meine Frau sieht es absolut nicht ein einen Zweitjob anzunehmen, damit ich mein Hobby finanzieren kann. :-) (Bitte jetzt keine gut gemeinten „Erziehungsratschläge“.)

2. Ich habe mit Interesse die Diskussionen um „Chinaschrott“ und „Billiguhren“ bzw. „Massenware“ verfolgt. Es gab ganz viele Kommentare und kontroverse Diskussionen, satirische Bemerkungen, aber sehr wenig bis keine konkreten Hinweise warum Zum Beispiel eine Uhr vom Hersteller CvZ (nur als Beispiel) nun schlecht ist. Es wird weder ein konkretes Werk und dessen Eigenschaften benannt, noch hat sich jemand geoutet und geschrieben, dass er eine solche Uhr besitzt und aus eigener Erfahrung spricht. Nicht falsch verstehen, ich möchte hier diese Diskussion nicht wieder neu entfachen, aber woher kommen dann die vielen Urteile/Kommentare, dass solche Uhren nichts taugen/schlecht sind? Wenn eine solche mechanische Uhr in der Woche +/- 30 Sekunden falsch geht, ist mir das doch ziemlich egal, ob sie in China, der Schweiz, oder sonst wo gefertigt wurde. Solange sie mir optisch gefällt und ich nicht den Anspruch habe sie über Generationen weiter zu vererben, ist dann nicht alles okay?
Anders ist das aus meiner Sicht, wenn ich z.B. eine Hamilton von 1908 suche, dann habe ich bestimmte Erwartungen und Ansprüche an das Werk, an die Ganggenauigkeit, an die Optik und Verarbeitung. Dann weiß aber auch „jeder“ worüber gesprochen wird, die Parameter einer solchen Uhr sind bekannt.
Also, nicht falsch verstehen, aber ich hätte schon in etwa erwartet, das so Antworten kommen wie:
In der CvZ Uhr steckt das Caliber China1234, welches in ChinaABCD von der Firma XYZ gefertigt wird. Diese Caliber sind soundso aufgebaut und haben folgendes Problem ...., weil ... .
ODER
... bei dieser Uhr handelt es sich um eine maschinell in China gefertigte Taschenuhr, die nur entsprechend gelabelt und vermarktet wird. Die gleiche Uhr bekommst Du unter dem Namen XYZ bei Händler ABC 200 € billiger, was ein realistischer Preis ist, weil das verbaute Werk China1234 „die und die“ Eigenschaften hat. Die Uhr hat deshalb nichts mit einer traditionell gefertigten Taschenuhr gemein. ...

Aber leider finde ich solche Angaben gar nicht und frage mich dann doch, wie unterscheidet man ein „gutes“ von einem „schlechten“ Werk/Caliber? Liegt das nur am Namen, ist dann Rolex pauschal besser als Tissot, obwohl die Werke ggf. sogar aus der gleichen Schmiede kommen und auf dem selben Modell beruhen? Natürlich kann ich jedwede mechanischen, physikalischen und sonstigsten Messungen vornehmen, welche mir die Unterschiede der Uhren aufzeigen. Aber hat das dann noch etwas mit sammeln, Freude an Präzision und handwerklichen Können zu tun? Ich verstehe schon, dass eine handgemachte Schweizer Bauernuhr eine andere „Seele“ als eine industriell in China gefertigte „Massenuhr“ hat und eine andere Wertschätzung erfährt. Aber ob jetzt diese eine Uhr deshalb „besser“ als die andere Uhr ist, darüber sagt das doch so überhaupt gar nichts aus. Es steht dann doch nur die Aussage im Raum, dass für mich als Sammler, die alte Handwerkskunst mehr zählt als die heutige maschinelle Produktion.

Ich hoffe ich konnte meine Anliegen rüber bringen und löse damit keine „bösen“ Diskussionen aus, bin aber gleichzeitig auf eure Antworten gespannt.

Viele Grüße
Jens
 
fantomaz

fantomaz

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Hallo Jens,

willkommen im Uhrforum :-)

Zu Deinem Punkt 2.
Seit vielen Jahren sammele ich Uhren, anfangs ähnlich wie Du, aber irgendwann
kommt der Moment, in dem man einfach mehr als nur Bänder oder Batterien
wechseln will/wollte. Passendes Werkzeug besorgt und los gings, ganz intuitiv,
nach dem Motto was ich auseinander nehmen kann, geht auch wieder zusammen...
Es dauert nicht lange und man will verstehen warum dort ´ne Schraube ist oder
wozu es Decksteine und Lagersteine gibt usw-usf. Spätestens wenn man Uhren
wieder zusammenbaut, stellt man fest, ohne Schmierung geht sie nicht (gut) und
spätestens ab da an braucht man Fachliteratur – oder eine Ausbildung zum Uhrmacher.
Dafür war es bei mir leider zu spät, also beschränke ich mich auf Hobbyuhrmacherei.
Dann bekommen andere mit, dass man sich mit Uhren und ihrem Innenleben auseinandersetzt
und vertrauen Dir ihre Uhren an: schau doch mal nach, bitte.

Ja und wenn es sich um die klassischen Mitbringsel aus Thailand oder dem Strandhändler
handelt, ja, dann hast Du Chinaware in der Hand und auf dem Tisch und unter dem
Mikroskop. Jetzt ist der Moment gekommen, bei dem man feststellt was Qualität
bedeutet und was nicht. Sicherlich ist die chinesische Uhrenbaukunst nicht
pauschal zu ver(be)urteilen, aber was ich teilweise auf dem Tisch hatte, das hat
mit Qualität so gut wie nichts zu tun. Zumindest wenn man auch Uhren/Werke aus
Deutscher und Schweizer Produktion zum Vergleich in den Händen hatte.
Nun fragst Du nach Angaben warum wieso weshalb und nach Listen ala ist dort
billiger, Fehler bei Werk XY etcpp. Das ist schlicht nicht leistbar, wir machen das
hier aus Spaß an der Freude... Aber gelegentlich wird natürlich schon auf das eine
oder andere hingewiesen, man muss eben danach suchen ;-) im Forum hier und im Netz.
Oder man macht Bilder und fragt hier nach :-)
Ich bin froh wenn ich die Dinger nur selten auf dem Tisch habe...

Ansonsten aber ganz viel Spaß hier!

Alexander
 
ANTARES1958

ANTARES1958

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Herzlich Willkommen! Bin auch derjenige der RR sammelt.
 
Ruebennase

Ruebennase

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Um es ein wenig plastischer aus zu drücken würde ich sagen mit den Uhrwerken ist es wie mit Möbeln. Betrachte ich Massivholz so kann ich ein dekoratives Regal aus Orangenkisten bauen, aber sollte es nicht mit einem handgedrechselten sowie geschnitzen Elementen, 7 Schichten Schellack poliertem Sideboard mit Intasien auf den Flächen und verzinkten Verbindungen verwechseln (Bitte nicht schlagen lieber Tischler für den Dummfug- nur zur Verdeutlichung)
Sicherlich sind die Uhren des 20 Jahrhunderts, egal aus welcher Region, auch zum erheblichen Teil maschinell gefertigt und das Standartuhrwerk technisch ausgereift. Gutes Handwerk, eine sorgsame Wahl der Materialien, präziese Technik und eine perfekte Finessierung sind einfach das, was mich an einem "modernen" Uhrwerk fasziniert. Das was ich bisher an Chinawerken gesehen habe hat auf mich und vermutlich viele Andere keinen Reiz "haben will" ausgelöst abgesehen das es keine Historie zu Uhr gibt, was auch den Reiz des Sammeln für mich aus übt. Ich möchte mich von den Uhren in ihre Zeit und ihre Arbeitsumgebung tragen lassen. Da ist das Kopfkino "Chinauhren" eher nicht so schön und die Uhren waren nicht der Schatz ihres Trägers. Mir fehlt da die "Uhrenromantik". Womit sich niemand beschäftigt in seiner Freizeit darüber kann er keine Auskunft geben. Ich bin offensichtlich nicht alleine.

Grüße Rübe
 
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Unruhgeist

Unruhgeist

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@rübe
Hast du ein Bild von dem Sideboard mit den gedrechselten Elementen? Würd ich gern mal sehen 8-)

Grüße
Unruhgeist
 
Zuletzt bearbeitet:
007jens

007jens

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Erst einmal vielen Dank für eure Antworten! Ich denke, dass mit den China-Uhren und dem Holzregal :klatsch:habe ich jetzt verstanden.

Hat jemand vielleicht auch zu meinem ersten Punkt „ ... amerikanischen Railroad Uhren, hier speziell Hamilton.“ einen Tipp für mich. Gibt es hier Erfahrungen mit Händlern oder Portalen, wo man relativ sicher kaufen kann?

Grüße 007
 
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