Mythos „Bauhaus-Uhren“

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Eines gleich vorweg: Es freut mich sehr, dass seit dem Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 die Begriffe Bauhaus und Design sprunghaft an Bekanntheit gewonnen haben.
(Die Architektur- und Designhochschule Bauhaus wurde im Jahr 1919 in Weimar gegründet. Siehe auch: Artikel 100 Jahre nach Bauhaus)
Die Architektur und die daraus abgeleitete neue Disziplin Produktdesign haben unseren Alltag seitdem wesentlich mehr geprägt, als es den Meisten bewusst ist. Vor allem das „German Design“, das sich in vielen modernen Industrieprodukten bis hin zu Apple-Geräten wiederfindet, hat die globale Produktkultur maßgeblich geprägt.
An dieser bemerkenswerten Entwicklung ist das Bauhaus ganz ursächlich beteiligt. Es hat mit seiner Gestaltungslehre ganz wesentlich zu einer neuen Formensprache der sich damals schnell entwickelnden industriellen Massenproduktion beigetragen.

https://www.maxpixel.net/Dessau-Building-Church-Bauhaus-Architecture-1027107


Uhren die es niemals gab

Auf der anderen Seite fällt mir auf, dass es in der Uhrenindustrie seither an allen Ecken und Enden einen (neuen) Bezug zu sogenannten „Bauhaus-Uhren“ zu geben scheint.
Doch genau genommen gibt es, soweit mir bekannt ist, keine einzige Uhr, die seinerzeit am Bauhaus gestaltet wurde. Weder eine Armbanduhr noch eine Wanduhr.
Selbst die oft zitierte Max Bill Uhr entstand nicht in der begrenzten Schaffensperiode des Bauhaus von 1919 bis 1934. Max Bill war zwar immerhin von 1927 bis 1928 Schüler am Bauhaus, die besagte Uhr entwarf er allerdings erst im Jahr 1961 für Junghans.
Zumindest stammt damit diese Wanduhr und später die Armbanduhr aus der Feder eines echten Bauhaus-Schülers. Hier gibt es zumindest eine direkte Verbindung.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Junghans_Küchenuhr.jpg


Pseudo-Bauhaus als Pseudo-Wert

Wesentlich künstlicher erscheint mir der Bezug vieler neuer Uhrenlabel. Während man vor 2019 dort oft von „minimalistischem Design“ sprach, heißt es seitdem gerne „Bauhaus-Design“.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass hinter beiden Begriffen die gleiche Motivation steckt. Unter dem Deckmäntelchen der angeblichen „Reduktion auf das Wesentliche“ versteckt sich in Wirklichkeit wohl eher eine „Reduktion des Gestaltungs- und Entwicklungsaufwands“.
Betrachtet man diese sogenannten „Bauhaus-Uhren“ etwas genauer, fällt vor allem die „schlichte“ Herstellungsweise der Komponenten und der geringe Innovationsgrad ins Auge. Traditionelle Wertbegriffe wie „Funktionalität, Klarheit“ werden missbraucht, um einfache, uninspirierte Gehäuse aufzuwerten. Gleiches gilt für die Zifferblätter und Zeigergestaltung.
Hier wird meiner Ansicht nach der Name Bauhaus für Marketingzwecke missbraucht, um billig produzierten Massenartikeln den Anschein von Substanz und Wertigkeit zu geben.

Made in Germany gibt es nicht nicht zum Schnäppchenpreis
Aus eigener 35-jähriger Entwicklungserfahrung weiß ich, wie lange es dauert, bis ein neues Konzept zur Marktreife entwickelt ist und wie vergleichsweise aufwändig und teuer eine Herstellung von nachhaltigen Qualitätsprodukten ist.
Durch Kopie von existierenden Vorbildern lässt sich der Entwicklungsaufwand drastisch reduzieren. Der Einkauf von bestehenden Komponenten und eine Massenproduktion ohne nennenswerte Qualitätskontrolle und Service ermöglichen eine Herstellung zu unglaublich niedrigen Preisen. Wohlgemerkt – wir reden hier nicht von fairen Preisen oder umweltgerechter Produktion. Kurzlebigkeit und oder schädliche Inhaltsstoffe werden hier leider sehr oft in Kauf genommen. Das ist dann der Preis, der für die „sehr günstigen Preise“ gezahlt werden muss.

Die Begriffe „Minimalistisches Design“ oder „Bauhaus-Design“ sind dann die Marketing-Kulissen, die solch geringwertige und austauschbare Produkte mit dem Nimbus des Besonderen versehen sollen.
Der renommierte Uhrenexperte Gisbert Brunner brachte es treffend auf den Punkt: „Wenn einem nichts mehr einfällt, schreibt man heute halt gerne noch Bauhaus dazu.“

Was ist „Bauhaus-Design“ wirklich?

Tatsächlich stehen solche „Mee-too-Bauhaus-Uhren“ im direkten Kontrast zur eigentlichen Bauhaus-Philosophie. Die Gestaltungsschule um Walter Gropius hatte sich damals nämlich auf die Fahnen geschrieben „neuartige, zeitgemäße Produkte für eine neue Zeit zu schaffen.“ Kopien von Bestehendem oder gar Vergangenem waren verpönt.
Die Form und die verwendeten Farben sollten stets einen tieferen Sinn haben und niemals Selbstzweck sein. Generell waren die Gestaltungsmaximen damals stark vom Funktionalismus ("Form follows Function", Beispiel: "Barcelona Chair" von Ludwig Mies van der Rohe) geprägt. Nicht der kurzlebige Konsum, sondern der Mensch stand im Mittelpunkt der Betrachtungen.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mies-Barcelona-Chair-and-Ottoman.jpg


Solche Produkte zu schaffen, die wirklich neu, logisch funktional und sinnvoll sind, ist eine echte Herausforderung und erfordert ein hohes Maß an Kreativität. Gerade dann, wenn diese Produkte auch zeitgemäß und nachhaltig sein sollen.
Kurze Produktzyklen, kurzlebige, schwer oder gar nicht wartbare Komponenten entsprechen ganz und gar nicht den Idealen des Bauhaus.

Die Ideale des Bauhaus waren und sind auch heute noch bedeutsam und aktuell. Um hochwertige, zeitgemäße Produkte zu gestalten und zu entwickeln bedarf es allerdings einer gewissen Mühe und Sachverstand, um die damals entwickelten Werte in die heutige Zeit zu übersetzen. Das ist weitaus schwieriger als die bloße Kopie von Gestaltungsmerkmalen. Zeitgemäßes Produktdesign erfordert umfassende gestalterische und technische Kenntnisse. Hierin liegt jedoch letztendlich der einzige Weg, um wirklich nachhaltig neue und zeitgemäße Produkte zu schaffen.

Soweit zumindest meine Einschätzung. Wie bewertet ihr die Situation? Schreibt mir eure Meinung und Erfahrungen. Ich bin sehr gespannt.


Klaus Botta Uhren Designer BOTTA design

Zum Autor: Klaus Botta wurde 1959 in Bamberg geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Technische Physik an der Universität Bayreuth,. Im Anschluss absolvierte er das Studium Produktgestaltung und Industriedesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, einer Nachfolgeschule der Hochschule für Gestaltung Ulm und des Bauhaus.
Botta ist Gründer und Inhaber von BOTTA design. Das Büro gestaltet und entwickelt seitdem Industrieprodukte für Auftraggeber sowie hochwertige Armbanduhren. Ursprünglich für Auftraggeber wie Bestform, Watch People oder Junghans, seit 1999 ausschließlich für die eigene Marke BOTTA.
Besonders markante Entwicklungen sind die BOTTA Einzeigeruhren.
Die Marke BOTTA gilt als werteorientierter Premiumhersteller mit zeitgemäßem Gestaltungsanspruch.
 
fantomaz

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Als Industriedesigner kann ich nichts weiter hinzufügen -> Nagel auf den Kopf sozusagen.

Eine Komponente ist heute allerdings wesentlich anders als damals, Material/Manpower...
Wenn damals das Material fast unerschwinglich war und erst durch industrielle Fertigung
und Stückzahlen bezahlbar wurde (ein Tisch beim Tischler war immer ein Einzelstück!)
so ist es heute die Manpower die fast unbezahlbar ist.
In meiner Laufbahn sind all die Projekte gescheitert, in denen ich den Auftraggebern
klar gemacht habe, dass ich/man viele Stunden der Auseinandersetzung mit der
Aufgabenstellung widmen müsse – und das kostet eben nunmal Geld.
So gut wie niemand ist heute noch bereit dafür Geld auszugeben. „Sie drücken
doch bestimmt auf einen Knopf und hinten fallen die Renderings/Prototypen/Ideen/etc.
aus dem Computer raus” war nur eines der Argumente welches ich unzählige Male in
variierender Form gehört habe...

Dennoch gibt es Ausnahmen und wir sollten alle froh sein, dass es diese noch gibt
und nicht nur seelenloses nachgemachtes Zeug mit tollem Namen und gewinn-
optimiertem Marketing.

Alexander
 
thehunt

thehunt

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Gleiches kann ich für meinen Bereich des Projektmanagements sagen.

@Botta-Design
Was hat dich zu diesem sehr fundierten Artikel bewogen?
 
Corbit

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Ein schöner und interessanter Artikel. Weniger schön finde ich den letzten Satz. Das ist reine Selbstbeweihräucherung. Vermutlich ist der ganze Absatz einfach nur reinkopiert, aber dann darf man den letzten Satz als Verfasser des Posts gerne löschen.

Zum eigentlichen Thema: Der Begriff "Bauhaus" ist vermutlich nicht geschützt und wird deshalb so häufig verwendet. Er ist andererseits Vielen ein Begriff und wird meistens mit Nüchternheit, klaren Formen und einer gewissen Sterilität in Verbindung gebracht, auch wenn das eine arg gekürzte und sehr unvollständige Assoziation ist. Aber mit diesen Begriffen im Kopf entsteht automatisch eine Verbindung zur "Einfachheit", die sich dann auch auf die Gestaltung überträgt im Sinne von einfach=schnell gemacht.
 
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Oelfeld

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Jedem, der sich für das Thema interessiert, empfehle ich das Bauhaus-Buch von Magdalena Droste. Das liest sich so gut wie ein Roman und enthält so ziemlich alles Wissen über das Bauhaus und seine Lehrer, Schüler und Werke.
 
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@fantomaz Hallo Fantomaz, das ist ein interessanter zusätzlicher Aspekt, den Du hier einbringst: "Früher war das Material teuer und die Arbeitskraft billig – heute ist es genau umgekehrt." Das ist in der Tat zutreffend. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, sich zu spezialisieren und Fachkompetenz aufzubauen. Idealerweise gelingt es sogar, ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen, Dann kann man die besondere Qualität seiner Arbeit recht gut verkaufen. Wenn man dagegen das anbietet, was viele andere auch können, ist man prinzipiell austauschbar und Verhandlungen gehen schnell in Richtung Preis.
Auftraggeber, die denken, intelligente, weitsichtige Konzepte entstehen auf Knopfdruck sind keine attraktiven Geschäftspartner. Man sollte sich besser um diejenigen kümmern, die das immense Potential erkennen, welches professionelles Produktdesign bietet. Die Investition in eine umfassende, systematische Produktentwicklung ist in aller Regel ein wesentlicher Schritt um auch in Zukunft als Hersteller noch am Markt bestehen zu können. Die Kunst für jeden Dienstleister besteht nach meiner Erfahrung darin, zum einen Fachkompetenz und Erfahrung bieten zu können und zum anderen, diese glaubhaft zu vermitteln. Viele Grüße und viele Erfolg Klaus Botta
 
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@Corbit Hallo Orbit. Ja, Deine Kritik am letzten Satz kann ich nachvollziehen. Es ist genau so, wie Du vermutet hast. Der Absatz ist übernommen – und passt natürlich mit dieser Aussage nicht gut zum Thema. Ich würde diesen Satz auch gerne streichen, weiß aber nicht ob das überhaupt geht. Kannst Du mir hier einen Tipp geben? Gruß Klaus.
 
Corbit

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Ich denke mal, editieren kannst du den Text inzwischen nicht mehr. Du müsstest dann vermutlich einen der Mods fragen. Oder du lässt ihn einfach stehen, denn jetzt mit dieser Erklärung wirkt das nicht mehr so "negativ". Fehler passieren, und hier hast du den ja jetzt eingeräumt.
 
-M-

-M-

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Ich grüße dich aus Franken Klaus.

Vielen Dank für diesen Denkanstoß und deine Meinung.

Ich habe mir für mich jetzt die Frage gestellt: Was stelle ich mir unter „Bauhaus“ vor?

Tatsächlich interessant, ich bin ziemlich wenig „vorbelastet“, sprich ich habe mit Kunst und Architektur nichts zu tun, ich komme aus dem KFZ-Bereich und bin Anfang 30, dass um meine Persönliche Meinung besser einschätzen zu können.

Ich beziehe mich jetzt einfach mal auf Uhren.

Bauhaus heißt für mich (und dies gibt meine Meinung ohne Anspruch auf Richtigkeit) als Laie:

Klare, intuitive Ablesbarkeit, keine unnötigen Bilder, usw

Kontrast in den Farben (Zifferblatt weiß/Creme - Indize/Zeiger Schwarz)

Handaufzugswerk - robust, einfach, keine Unnötigen Komplikationen, wartungsärmer als Quarz

kein Edelmetall, jedoch moderne Materialien wie Z.B. Titan mit besonderen Eigenschaften

Fertigung in Deutschland

Wichtig ist mir das Wort „Ernst“ aber nicht im Sinne von Bieder.

Das sind meine kurzen Gedanken, sollte es Nachfragen geben, würde ich das soweit ich es kann gerne Beantworten.

Grüsse

-M-
 
Botta-Design

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@thehunt Hallo thehunt, ich fand es einfach bemerkenswert, dass bis zum Jahr 2019 fast niemand das Bauhaus kannte, aber dann wenn es dank seines 100 jährigen Jubiläums ins Licht der Öffentlichkeit rückt, plötzlich unzählige Hersteller Ihren Bezug zu dieser Design-Institution entdecken. Da ich als Schüler der HfG Offenbach über das Studium einen sehr direkten Bezug zu dieser Schule habe, hatte ich das Bedürfnis hier eine etwas kritischere Sicht einzubringen. Für BOTTA design ist das Bauhaus wesentlich mehr als nur ein Marketinggag den man schnell mal mitnimmt. Entsprechend schreiben wir ja auch auf einem unserer Startseiten-Slider: "101 Jahre Bauhaus Das Jubiläum ist vorbei – die Philosophie bleibt aktuell." Die Intension des Bauhaus ist tatsächlich Teil unserer DNA - Deswegen blieb mir schon fast nichts anderes übrig, als zu diesem Thema eine Statement abzugeben. Ich freue mich über die positive Resonanz. Vielen Dank Klaus Botta
 
HerrvonBooze

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Bauhaus stand eigentlich für viele Aspekte, Kunst, Musik usw.
Viele kennen es halt nur unter dem Begriff welcher für den Baustill und Purismus steht.
 
R

Renegat

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da wo die Sonne aufgeht
Der Startpost hat imho mehr als nur ein Geschmäckle!

Mal abgesehen davon, dass dieser Faden in den Werbebereich verschoben gehört, erhebt sich hier ein selbsternannter "werteorientierter Premiumhersteller" (:hmm:) über unliebsame Marktkonkurrenz um sich selbst zu erhöhen.

Mir ist auch neu, dass das Thema "Bauhaus" erst seit 2019 boomen soll.
Die Uhren von Junghans (Max Bill), Stowa (Antea) und Nomos (Tangente) werden schon seit vielen Jahren mit dem Bauhausbegriff beworben und in Zusammenhang gebracht und erfreuen sich seit langem so großer Beliebtheit, dass es seit etlichen Jahren chinesische Kopien davon gibt.

Der Begriff "Bauhaus" steht mittlerweile als Synonym für auf das Wesentliche reduzierte Industriedesign.

Die Aussage des Ts im Starpost ...
Hier wird meiner Ansicht nach der Name Bauhaus für Marketingzwecke missbraucht, um billig produzierten Massenartikeln den Anschein von Substanz und Wertigkeit zu geben.
wird zur Legitimation mit diesem Zitat eines Herrn Brunner untermauert ...
„Wenn einem nichts mehr einfällt, schreibt man heute halt gerne noch Bauhaus dazu.“
,
aber der TS nutzt diese Marketingstrategie selbst auch für sein Unternehmen ...
....Uhren, als Resultat dieses Prozesses, sind daher konzeptionell und ästhetisch einzigartige Produkte im weiterentwickelten Geist des Bauhauses.
Die .... ist unser .... Modell, welches die ... Design-Philosophie repräsentiert und das Bauhaus als Inspirationsquelle in besonderer Weise würdigt.
Wenn der Begriff "Bauhaus" vom TS selbst in der Produkterzählung seiner Firmenwebsite in Bezug auf das eigene Produkt 20 mal benutzt ("dazugeschrieben") wird, dann ist das hier imho keine tiefgründige, kritische und objektive Auseinandersetzung mit dem inflationären Gebrauch des Begriffes "Bauhaus", sondern bloßes Clickbaiting.
 
thehunt

thehunt

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...ich muss leider erneut feststellen, das Ironie ein Schattendasein führt und in Schriftform kaum erkannt wird.
Ich bin fachlich voll bei Renegat, wollte dem TS allerdings die Gelegenheit geben, seine aus meiner Sicht beliebige These zu untermauern. Leider kommt da wenig, siehe Post 10. Bauhaus war bis in die späten 90er Rahmenplanthema im Kunstunterricht am Gymnasium. Soviel zu 2019...
Aber nun gut, so isses halt.
 
Sturmjäger

Sturmjäger

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Wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen.
Ein interessanter, fachlich fundierter Bericht ! :super: Welches Uhrendesign entspricht nach Deinem Verständnis überhaupt den Bauhausprinzipien (abgesehen von der Junghans Max Bill) ? Wie würdest Du in diesem Zusammenhang eine STOWA Flieger GMT und eine FORTIS B-42 Cosmonaut bewerten ? Typisches Bauhausdesign oder nicht ? Auf Deine Antwort als Designer, also Fachmann für solche Fragen, freue ich mich schon sehr, denn dieses Thema finde ich sehr spannend . :-D
 
Sedi

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Nomos und Stowa läuft zwar unter Bauhaus, ist aber eigentlich Werkbund-Design. Und das Design hatten einige Marken im Angebot (Lange zB schon in den 20er Jahren), weil ja die Uhrenindustrie damals noch viel arbeitsteiliger war. Daher ist das mit dem "wer hats erfunden" da so eine Sache. Aber wie gesagt - eigentlich kein Bauhaus.
 
Sedi

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Nachtrag - mich würde ja durchaus interessieren, welche Marken genau mit "geringwertig" und "Massenware" bezeichnet werden? Einfach nur platt die gesamte Konkurrenz? Oder Nomos und Stowa? Oder doch die chinesischen Kopien?
 
MROH

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Kleine moderative Bemerkung: Kritik muss erlaubt sein und ist erlaubt. Allerdings gehen wir im Uhrforum respektvoll und höflich miteinander um. Markenbashing dulden wir in keiner Weise. Weder gegen Rolex, Steinhart, Seiko, etc. und auch nicht gegen Botta.

@Renegat Du schießt mit Deinen Beiträgen hier weit übers Ziel hinaus, einen Beitrag haben wir bereits gelöscht und dafür gibt es eine Verwarnung. Das hat sofort ein Ende, so oder so.
 
Ruebennase

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Ich oute mich mal als Volllaie. Mein "Kunstunterricht" fand nur im Kindesalter statt und ist wohl bestenfalls unter Werkeln und andere Fingerübungen ab zu heften. Die geringste theoretische Basis über Designelemente oder deren Geschichte ist Fehlanzeige. Ich glaube der erste Designername der mir begegnete war Luigi Colanie der umfänglich in den 1980/90 ern bei zahllosen Produkten des Alltags seine gestalterische Hand im Spiel hatte. Da bekam für mich Design bewußter einen Mehrwert, der sich allerdings ausschließlich nach meinem persönlichen Geschmack richtete.
In meiner theoriefreien Wahrnehmung ist Bauhaus: Die Form folgt der Funktion und auf unnötiges Ablenkendes wird verzichtet und trotzdem eine Hamonie erzeugt. Letzteres ist für mich die Kunst. Das es auch um Optimierung ging habe ich erst später gelernt und ist für mich als Betrachter/Genießer/Kunde sekundär. Ich empfinde die Anthea, Nomos, Max Bill u.s.w viele Uhren der 1940'er und auch stilistisch ähnlich gemachtes aktuelles minderwertiges "Zeit anzeigendes Zeug" als "Bauhausstil". Der Unterschied für mich ist ob es gefällt und ob die Qualität meinen Ansprüchen genügt oder es mich gruselt. Interessant ist, wenn mir eine Uhr sehr gut gefällt @fantomaz mich auf Designfeinheiten und Harmonien aufmerksam macht (Uhrentreffen Hannover). Mir ist nur eine Uhr in Erinnerung die mir ausgesprochen gut gefiel und ihm die Schauer über den Rücken liefen grins. Gutes Design ist also auch ohne theoretischen "Balast" wahrnehmbar. Die Bezeichnung "Bauhaus" ebenso wie "Art Deco" werden zur Vermarktung seit Jahrzehnten inflationär eingesetzt und für den Laien die Schubladen im Kopf mit der Beschriftung unkorrekt erweitert, aber ich glaube das ist nicht schlimm. Man sollte dem Geschmack und dem Gespür der Kunden vertrauen. Zu erwarten das wir Verstehen bei der komplexen Historie und den tatsächlich auch widersprüchlichen Kurztexten die man so ergoogelt, ist unrealistisch trotz grundsätzlichem Interesse. Ein perfektes Design wird unbewußt erkannt und das dahinter harte Arbeit steckt ist klar. Letztere darf natürlich nicht bei "Bauhaus" zu sehen sein grins.

Grüße Rübe
 
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