Uhrenbestimmung Moeris – J. Müller & Sons, Cape Town

Diskutiere Moeris – J. Müller & Sons, Cape Town im Taschenuhren Forum im Bereich Taschenuhren; Hallo an alle, an dem folgenden Stück bin ich leider nicht vorbeigekommen, da es auf mich aufgrund der Optik, des sehr schönen...
#1
Arno_Nühm

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Hallo an alle,

an dem folgenden Stück bin ich leider nicht vorbeigekommen, da es auf mich aufgrund der Optik, des sehr schönen Erhaltungszustandes und der Ziffernblattsignatur einen großen Reiz ausstrahlte.

Es handelt sich um eine Taschenuhr im Eisengehäuse. Das Ziffernblatt ist signiert mit:

J.MÜLLER & SONS
127 LONGMARKET St
CAPE TOWN

View album 7075
Die Uhr stammt also aus dem Geschäft des deutschen Auswanderers Joseph Müller, der 1890 im Alter von 22 Jahren aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald nach Kapstadt ging und dort in der Longmarket Street ein Optikergeschäft begründete. Daneben führte er auch einen "watchmaker's store", aus dem meine Uhr stammt. Das Unternehmen existiert heute noch in der Longmarket Street als "Mullers Optometrists" (inzwischen ohne das "ü") und wird auch noch von der Familie geführt. Im Jahr 2015 feierte man das 125-jährige Jubiläum. Das Unternehmen betreibt wohl auch ein kleines Museum, vgl.: Our History - Mullers Optometrists

Der außere Staubdeckel ist mit "ACIER N.F. GARANTI" signiert und auch mit ein paar Gravuren versehen (z. B. "26-2-80 L.D". Im Inneren des Gehäuses schlägt ein Werk aus dem Hause Moeris. Wenn ich das bei ranfft richtig recherchiert habe, sollte es sich um dieses Savonette-Werk um ca. 1925 handeln:

Moeris 19'''D Savonette [2]
bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Moeris 19'''D Savonette

Sehe ich das richtig oder irre ich mich? Die Savonette-Variante in der Lepine-Uhr verwirrt mich zugegebenermaßen ein wenig.
[NACHTRAG: Nein, es ist nicht genau dieses Uhrwerk, jedenfalls nicht in der Savonette-Variante. Obwohl die Ähnlichkeit sehr groß ist.

Das hier sollte es sein:
Moeris 19"'D Lepine
bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Moeris 19'''D Lepine

Zur Taschenuhr gehörte auch das Lederband mit "T-Bar". Weiß jemand von Euch, wie bzw. wo das getragen wurde?

Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare, Hinweise, Kritiken.

Viele Grüße
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
#5
ANTARES1958

ANTARES1958

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Mir gefällt die Geschichte zur Uhr prima. Das ist eine tolle Recherche und Roman hat natrlich recht. Der T-Bar wird durch das Knpfloch der Weste gesteckt. Bei einer Hose kann ich mir das jetzt nicht so recht vor stellen.

Grße Rübe
Ich trage es manchmal so, T-bar durch das Hosenknopfloch
 
#6
Arno_Nühm

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Dankeschön für Eure Hinweise. An einer nicht zu feinen Weste oder der Jeans-Hose kann ich mir den rustikalen Riemen gut vorstellen.

Was mich noch umtreibt, das ist das Herstellungsjahr der Uhr. Denkt Ihr, das kommt mit 1925 hin? Ich hätte die Uhr eigentlich etwas älter eingeschätzt, wenn ich in der Werksbeschreibung bri ranfft nicht auf dieses Jahr gestoßen wäre

Da es das unternehmenseigene Museum gibt, habe ich dorthin Kontakt aufgenommen, um zu fragen, ob zur Uhr irgendwelche Verkaufsunterlagen erhalten sind.

Viele Grüße
Michael
 
#7
Ruebennase

Ruebennase

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DAs wäre richtig spannend wenn eine Antwort kommen würde. Die Uhr sieht älter aus. Es kann aber sein, dass sie für Englander mit eher konservativen Geschmack gestylt wurde und dann ist 1925 möglich. Zwiebelkrone, römische Ziffern und ein großes offenes Blatt findet man auf der Insel recht lange. Ein Style der auch englisch wirkt. Auf dem Kontinent wären das Attribute für eine Uhr bis ca. 1900.

Liebe Grüße
 
#8
Arno_Nühm

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Das würde mich auch freuen, wenn ich da irgendwie weiterkäme. An den englischen Konservatismus dachte ich gar nicht. :super: Aber das ist eine gute Erklärung für die Diskrepanz zwischen Gehäuse und Werk.

Viele Grüße
Michael
 
#9
Arno_Nühm

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Ungemach droht... angeregt durch die Erfahrung mit meiner Locarno-Uhr habe ich dem Unruhzapfen mit meiner neuen 20-fach-China-Lupe und dem Smartphone aufgelauert. Irgendwie sieht das auch hier nicht so gut aus:
Grüße
Michael
 
#10
Ruebennase

Ruebennase

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Ich würde erst einmal auf Dreckpampe tippen . So wie ich das kenne brechen Steine erst einmal quer durch bzw.haben Risse. Dieser sieht heit aus. Zapfen reiben nicht den Stein auf. Das geht umgekehrt herum das der Zapfen vo eben solcher Pampe gestaucht/berieben wird. Also reinigen und dann schauen wie der Zapfen aus schaut. Da wäre ich jetzt nicht zu pessimistisch.

Grüße Rübe
 
#11
Arno_Nühm

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Das beruhigt mich erst einmal wieder etwas. Danke, Silke, fürs Mutmachen! :super:
 
#12
F

FritzP

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Nun etwas Spiel braucht der Zapfen schon im Lochstein sonst würde er ja klemmen. Hier kann man aber durch den Dreck nicht viel erkennen.

@rübe, Zapfen können durchaus auch den Stein aufreiben wenn die Bedingungen dafür vorhanden sind.
Man kann auch mit einem Kupferdorn ein Loch in Glas bohren.
 
#13
Arno_Nühm

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Danke für den Hinweis, Fritz. Wenigstens scheint da erst einmal nur Dreck zu sein. Ich dachte schon, der Stein "blüht" auf. :hmm:
 
#14
F
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Nachdem das Werk nun durch die Reinigung ist, kann zumindest in Richtung Unruhlagersteine Entwarnung gegeben werden.
Und eigentlich sah nach der Reinigung auch alles gut aus.
Moeris g 004.jpg

Aber der Teufel steckt im Detail. Das Sekundenrad steht schief.

Moeris g 003.jpg

Nun die 80 fache Vergrößerung zeigt weshalb dem so ist.

Moeris g 001.jpg

Auf der Innenseite wird es noch deutlicher.
 

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#15
Arno_Nühm

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Hallo Fritz,

Dankeschön für die Info.

Das ist der Horror und eine Grausamkeit dazu! :wand: Wie kann sowas denn passieren? Pfusch am Bau oder Zahn der Zeit?

Und viel wichtiger... war es das oder geht noch was?

Beste Grüße von D nach D
Michael
 
#16
T

tschasovschik

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Bin zwar nicht Fritz, antworte trotzdem.
Wie kann sowas denn passieren?
Diese Uhr wurde eben getragen bis nix mehr geht, ist doch bei älteren Uhren häufig.
Was ist deine Erwartungshaltung bei einer cirka 100 Jahre alten, siebensteinigen Uhr?
Der Kollege wird wohl die eiförmigen Platinenlöcher wieder zentrieren und Lager einpressen.
Was in der Neufertigung preisgünstig ist wird meist bei der Instandhaltung / Reparatur teurer.
Auswaschen oder "Durchölen und Entmagnetisieren" reicht eben nicht immer, auch wenn es von Verkäufern oft behauptet wird.
Gruß
Werner
 
#17
Arno_Nühm

Arno_Nühm

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Danke, Werner für Deine Info. Als Anfänger bin ich immer wieder ein wenig entsetzt, wenn solche Überraschungen in einer Uhr auftauchen, die dem Anschein nach auf mich noch einen sehr ordentlichen Eindruck gemacht hat - ganz unabhängig von Verkäuferaussagen (die es in diesem Fall auch nicht gab). Aber wie Du schriebst, bei diesen alten Uhren sind Abnutzungserscheinungen häufig.

Und weil mich jede Uhr wieder etwas neues lehren kann, bin ich immer ernsthaft daran interessiert, ob das gefundene Problem aufgrund Verschleiß, Unfall oder Bastelei entstanden ist.

Viele Grüße
Michael
 
#18
T

tschasovschik

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Das mit den "Verkäuferaussagen" war nicht auf deine Uhr bezogen, sondern aus allgemeiner Erfahrung. Wenn ich so manches Inserat vom typischen "Ebay-Märchenonkel" so lese, überraschen mich im Forum gezeigte Schäden überhaupt nicht. Bei deinem Werk ist es definitiv Verschleiß durch unterlassene instandhaltung.
Gruß
Werner
 
#19
Arno_Nühm

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Das glaube ich Dir gerne. Das Problem des Laien ist ja, dass er sich mit dem Erkennen solcher Probleme sehr schwer tut - geschweige denn, dass er da selbst irgendetwas reparieren könnte.

Und so hat diese Leidenschaft, die nach erster Euphorie auch gerne Leiden schafft, etwas von einem Glücksspiel.

Dank und Gruß
Michael
 
#20
T

tschasovschik

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Die meisten Schäden oder Verschleißstellen lassen sich von außen kaum erkennen, sie zeigen sich erst nach dem Zerlegen des Werks. Ja, eine gebrauchte Uhr ist ein Glücksspiel, außer der Verkäufer kann eine kürzlich durchgeführte Revision belegen. Dann hat man wenigstens einen Ansprechpartner bei Problemen.
 
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Moeris – J. Müller & Sons, Cape Town

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