Mimo 40er Jahre A.S. 1130

Diskutiere Mimo 40er Jahre A.S. 1130 im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Mimo, 40er Jahre des letzten Jahrhunderts Leider gibt es zu der Uhr keine Vorgeschichte, da keine Papiere mehr vorhanden sind - das ist schade...
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Mimo, 40er Jahre des letzten Jahrhunderts

Leider gibt es zu der Uhr keine Vorgeschichte, da keine Papiere mehr vorhanden sind - das ist schade. Die Uhr kommt über die USA wieder zurück nach Europa.

Die Uhr ist in bemerkenswertem Zustand, vor allem das Gehäuse. Einzig allein am hinteren Gehäuseteil ist eine hässlich Einkerbung, dürfte von laienhaftem Gehäuseöffnen stammen (siehe 1. Bild unter der Krone). Die Kronenarretierung ist nicht oft, oder vielleicht gar nicht benutzt worden. Die Zeiger werden noch original sein, da diese auch in den Dienstuhren DH verbaut wurden. Das Glas ist aus Kunststoff (wahrscheinlich gewechselt).

Im Forum wurde eine Dienstuhr von Mitglied homan vorgestellt - https://uhrforum.de/ist-das-alles-original-so-t39259 - Gehäuse, Zeiger ähnlich. Daher gehe ich von einer Original Mimo aus den 40ern aus.

Auf der Innenseite des verschrauben Deckels ist was eingraviert, siehe Foto - stammt von einem Uhrmacher? AF2019? Schmitz? Was könnte das bedeuten? Auf dem Werk ist GXM eingestanzt (Bild 1, links unter Regulierung)? Ich hoffe, jmd. von Euch kann mir hierzu was sagen.

Das Werk ist ein A.S. 1130 15 Jewels in Top Zustand und läuft genau. So ganz genau nehm' ich es mit meinen Vintages nicht, da die Uhr bald zum Uhrmachermeister geht zur Revision. Die Abmessungen sind 35 mm ohne Krone, 38 mit Krone. Die 7 mm Krone läßt sich gut bedienen. Ziffernblatt Durchmesser beträgt 28 mm.

Sehr gut gefallen mir zwei Merkmale: die Ziffern sind durch die Sekunde auf der "6" nicht angeschnitten und der lange Sekundenzeiger in zwei Farben (innen weiß, außen metall, gut zu sehen auf Bild #5).

Ich habe lange nach einer Dienstuhr DH gesucht, aber bei dieser Uhr in so gutem Zustand konnte ich nicht nein sagen. Jetzt suche ich noch ein ordentliches Band aus (das dauert bei mir immer ewig) und gleichzeitig gebe ich die Revision durch meinen Uhrmachermeisters in Auftrag.
 

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mike184

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Hi!

Eine wunderschöne Uhr hast du da, Glückwunsch! :super:
Es handelt sich um eine Uhr, die wohl mal als Dienstuhr des Heeres vogesehen war, aber durch das Kriegsende nicht mehr ausgeliefert werden konnte. Man hat ihr dann wohl ein Zifferblatt mit etwas verspielteren Zahlen verpasst und sie in die USA exportiert, erkennbar am US-Importcode(GXM für GP und Mimo), der im Uhrwerk eingeschlagen ist.
MIMO ist eine Marke der Fabrique MIMO Otto GRAEF & Co., La Chaux-de-Fonds, Schweiz.
Bei der Fa. Schmitz dürfte es sich um den Gehäusehersteller handeln, der wohl auch irgendetwas an diesem Gehäuse patentieren ließ, denn "Brevet" mit dem Schweizerkreuz steht für ein in der Schweiz registriertes Patent. Leider ohne Nummer, sonst könnte man nachschauen.
"Rustless" bedeutet zwar auch "rostfrei", habe ich aber noch nie gesehen, da eigentlich immer "Stainless Steel" verwendet wird.
Das AS 1130 sieht wirklich wie neu aus, es handelt sich um die meiner Meinung nach schönere, ältere Version mit den drei Brücken, die bei Roland Ranfft nicht abgebildet ist. Schön auch die zusätzliche Stoßsicherung durch die auf das Werk aufgeschraubte Clipfeder, die durch den aufgeschraubten Gehäuseboden unter Spannung gestzt wird(vielleicht ist das das Patent).
 
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Kaliber 66

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Ein tolles Stück und ein prima Erhaltungszustand. AS 1130 laufen sehr zuverlässig. Viel freude mit der schönen Zeitzeugin.
 
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Hi!
Es handelt sich um eine Uhr, die wohl mal als Dienstuhr des Heeres vogesehen war, aber durch das Kriegsende nicht mehr ausgeliefert werden konnte. Man hat ihr dann wohl ein Zifferblatt mit etwas verspielteren Zahlen verpasst und sie in die USA exportiert, erkennbar am US-Importcode(GXM für GP und Mimo), der im Uhrwerk eingeschlagen ist.
Ich habe mir auch gedacht, dass das eine Export Version ist. Das eingeschlagene GXM beweist es ja nun. Also ist die Uhr nun nach mehr als 60 Jahren ein Re-Import:-).

Wie lange wurden Schweizer Uhren an das "kriegsführende" Deutschland geliefert? Bei den IWC B-Uhren und der Messerschmitt BF-109 weiß ich, daß 1941 Schluß war. Wie war das mit den Dienstuhren?

@mike184: danke für die genaue Erläuterung
 
stepi

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Eine wunderschöne Uhr, Glückwunsch dazu :klatsch:
 
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osterguentermann

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Ich setze jetzt zum dritten Mal an - weil ich einfach nichts Neues beizusteuern habe, aber doch kundtun möchte, dass ich die Uhr Klasse finde und das Werk einfach nur toll und wie neu ist. Ja. Wurde alles schon gesagt, aber die Uhr IST toll!
 
mike184

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Wie lange wurden Schweizer Uhren an das "kriegsführende" Deutschland geliefert? Bei den IWC B-Uhren und der Messerschmitt BF-109 weiß ich, daß 1941 Schluß war. Wie war das mit den Dienstuhren?
Ich bin kein Militäruhrexperte, aber wenn dir diese Frage jemand beantworten kann, ist es wohl Konrad Knirim - einfach mal anmailen.
 
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Die Mimo ist heute zum Uhrmachermeister zur Revision.

Fazit vom Meister: Gehäuse ist poliert worden, die Zeiger wurden nachträglich mit Leuchtmasse belegt, Uhrwerk Top Zustand, Ziffernblatt orginal und wurde nicht restauriert.

Was wird gemacht? Dichtungen erneuern, Uhrwerk zerlegen, reinigen und ölen, regulieren.

Ich glaube, daß ich mit der Uhr einen Glücksgriff gemacht habe. In die Hand genommen und nicht mehr losgelassen:-). In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mehr als 8000 km in die USA und fast 70 Jahre später wieder zurück nach Europa. Das nenn' ich eine lange Reise:super:

Zum Thema Lieferungen von Dienstuhren an Deutschland, werde ich Hr. Knirim kontaktieren.
 
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hiltibrant

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Sehr interessante, schlichte, aber alles aussagende Uhr - Glückwunsch auch von mir, selbst wenn das eine wiederholte Wiederholung ist.

offtopic

Faszinierend in diesem Thread sind jedoch auch die versammelten Signaturen:
der griechisch "Leuchtende" eröffnet den Thread, bemüht in der Signatur ein lateinisches Zitat (in dem Österreich heiraten soll) und wird kommentiert von englischen Signaturen (die bedauern, daß die Zeit so schnell verfliegt) und eingedeutschten französischen Zitaten.

Mannomann - ist das anstrengend hier bei euch. Ich reihe mich da ein mit meinem Avatar aus dem alten Hebräisch. Übrigens: Chinesisch hatten wir noch nicht 8-)
 
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Die Mimo, ausgeschrieben Manufacture internationale de montres or, ist wieder zurück. Zerlegen, entharzen, reinigen, ölen, regulieren, ... das volle Wellnessprogramm.

Die Uhr wurde wahrscheinlich zwischen 1940 und 1941 gebaut und dann später in die USA verschifft. Ich werde wohl mal GP kontaktieren, ob die noch genaueres sagen können. Ein Baujahr bzw. Seriennummer ist auf dem Uhrwerk nicht zu finden - leider.

Trotzdem freue ich mich, so eine geschichtsträchtige HAU mein Eigen zu nennen.
 

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Hat jemand Kontaktdaten zu Girard-Perregaux, außer dem Emailformular auf deren Homepage? Ich will mal nachfragen, ob die dort was zur Uhr sagen können.

Unter der Stoßsicherung ist doch eine Seriennummer oder so was ähnliches. Könnte das eine Seriennummer sein? Die Mimo im anderen Thread hat eine andere Nummer.
 

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Kennt keiner eine Kontakt Email Adresse von Girard-Perregaux oder einer Alternative dazu? :confused::-(
 
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Ich habe GP angeschrieben und schnell Antwort von GIRARD-PERREGAUX

Division of SOWIND SA
Place Girardet 1
CH 2301 La Chaux-de-Fonds

erhalten. Die Antworten auf meine Email kamen schnell und wurden sehr freundlich vom "Conservateur" beantwortet.

Die Archive bei GP über Mimo sind sehr dürftig, Fabrikationsunterlagen sind keine mehr vorhanden. Schmitz ist der Gehäusehersteller, der vermutlich das Patent für die Stoßsicherung aus Weicheisen angemeldet hat. Die Uhr stammt aus der ersten Hälfte der 40er Jahr und wurde nachträglich für den Export in die USA bestimmt, das zeigt das nachträglich gestanzte GXM auf dem Werk.

Unklar ist, woher die unübliche Bezeichnung "rustless" stammt. Gegen eine ursprüngliche Verwendung als Dienstuhr spricht das komplett aus Edelstahl gefertigte Gehäuse. Dienstuhren von Mimo hatten einen nur einen Boden aus Edelstahl.

Die Uhr ist in dieser Konfiguration nicht bekannt und deshalb sehr selten:D
 
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Nachtrag:

Zu meiner in die USA exportierten Mimo hat sich ihre langgesuchte, kriegerische Schwester in Form einer Dienstuhr der Wehrmacht gefunden. Danke an ein Forumsmitglied;-)!

AS 1130, Edelstahlgehäuse, feste Stege, schwarzes Ziffernblatt, Sekunde auf der 6, D H Stempelung, Boden Edelstahl.

Zwei Schwestern, deren Uhrengeschichte nicht unterschiedlicher sein könnte. Die eine verdammt im Krieg unterzugehen und die andere der Vernichtung als Massenware durch Export entkommen zu sein.
 

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MaJoLa

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Hallo zusammen,

ich hab mit Interesse Eure Beiträge zu den Mimo's gelesen.

Seit einer Woche bin ich Besitz folgender MIMO. Von diesen Uhren sind von einem Anbieter einige aufgetaucht. Alle hatten "Militäruhrencharakter", waren vornehmlich von MIMO oder Fides Genevé. Von der Fides gab es nur eine. Die hab ich schon eingestellt.

Einzig abgebildete Mimo ist in dieser Ausführung klar als Ziviluhr erkennbar. Fakt ist, daß keine der Uhren nach 1943 produziert wurde.
Offenbar hat diese Mimo mal Feuchtigkeit abbekommen, da das Gehäuse an einigen stellen "Chromfraß" aufweist.
Auch ersichtlich: Angelaufene Plantinen. Dennoch funktioniert das Werk einwandfrei und zuverlässig und hat auch offenbar noch nie
Bekanntschaft mit einem Uhrmacher gemacht. Der Zustand ist "ungetragen".




 
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holger 57

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Hallo Majola,
wenn man sich die Winkelhebelschraube ansieht erkennt man, daß am Werk schon häufig (z.T. mit falschem Werkzeug) gearbeitet wurde. Interessant ist die Stoßsicherung, die Ähnlichkeit mit Förster oder Eterna hat.
Erkennst Du unter der Unruh irgendwelche Zeichen?
Gruß Holger
 
falko

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Diese Stoßsicherung habe ich bewusst noch nie gesehen. Und ich gebe Dir Recht: diese Uhr hat wohl wirklich noch nie Beknntschaft mit einem Uhrmacher gemacht, es müssen Grobschmiede gewesen sein, die darin gewerkelt haben.;-)
 
MaJoLa

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Hallo Holger,
bislang hab ich nichts erkennen können.

Worauf die deutlich sichtbaren Beschädigungen zurückzuführen sind, kann ich nicht sagen.
Ich habe mir alle - soweit sichtbar - Verschraubungen nach Abnahme des Deckels nochmal angesehen.
Wirklich absolut einwandfrei. Auch die Wink.H.Schraube läßt keine "Bearbeitung" erkennen.

Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, so detaillierte Fotos zu erstellen. Dann könnte man es sehen.

Das da mal jemand dran war......davon bin ich nun auch überzeugt. Komisch, daß ich da vorher nicht
richtig drauf geachtet hab.

Die Beschädigung beschränkt sich aber nur auf diesen Bereich. Nun bin ich kein Uhrmacher, daher mag
mir eine logische Erklärung fehlen.

Auch die obern gezeigt Mimo Militär läßt in diesem Bereich Beschädigungen erkenn, wenn auch offenbar
nicht so stark. (War vielleicht der gleiche dran)

Durch viele Hände sind diese "Horrmann" Uhren jedenfalls nicht gegangen.
 
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