Meine Meinung nach längerem "Uhrensammeln"

Diskutiere Meine Meinung nach längerem "Uhrensammeln" im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, habe von der 100 Euro bis zur 10000 Euro Uhr ca. 20 Uhren. Nun stelle ich mehr und mehr fest, dass mir fast alle Uhren über 1000 Euro als...

olderich

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Hallo,

habe von der 100 Euro bis zur 10000 Euro Uhr ca. 20 Uhren.
Nun stelle ich mehr und mehr fest, dass mir fast alle Uhren über 1000 Euro als zu teuer erscheinen.
(Es gibt schon Threads zum wirklichen Wert von Uhren, sind aber älter und die Preise haben sich mittlerweile nochmal deutlich erhöht.)
Obwohl ich es mir leisten könnte, bin ich momentan nicht mehr bereit, viel Geld für eine Uhr aus zu geben, weil ich immer beim Preis überlege, dass das die Uhr nicht wert ist. Eine Tissot mit ETA-Werk für 475 Euro, die man dann für 380 bekommt ist ihren Preis wert (Eine solche war auch die letzte Uhr, die ich gekauft habe).
Eine TH Aquaracer könnte mich noch interessieren, aber auch hier habe ich kein gutes Gefühl mehr, über 2000 Euro für ein eingeschaltes Standardwerk sind einfach zu viel. Am Schlimmsten finde ich hier Breitling.
Alles nur meine private Ansicht, und es geht mir mehr darum, ob es normal ist, dass man nach mehr als 12 Jahren echtem Uhreninteresse zu solchen Ansichten kommt und ob es anderen auch so geht.
ciao olderich
 
B

Brelex

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Ich finde das durchaus normal. Es kommen Zweifel, etwas Hobbymüdigkeit, Wut über die Preisentwicklungen, viel Engagement in Foren....irgendwann braucht es dann mal Abstand in Form einer Pause.
Ich kenne das sehr gut
 

Cosmic

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Es gibt und gab nie einen wirklichen Wert von Uhren. Zumal nicht in einer Zeit, in der 95% aller Erwachsenen ein Smartphone ihr eigenen nennen, welches die Uhrzeit exakter als exakt anzeigt. ;-)

Ansonsten ist jede Uhr das wert, was auf dem Markt für sie zu erzielen ist oder was jemandem ganz persönlich eine Uhr aufgrund Erinnerungen für diese Person an Wert besitzt. Aber ein jedes Hobby kann einem auch irgendwie überdrüssig werden und damit verlieren die Objekte, die das Hobby begleiten, automatisch an Wert. Nicht auf den Preis bezogen, sondern darauf, was einem selbst die Dinge wert sind.
 

ENZO

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Nun stelle ich mehr und mehr fest, dass mir fast alle Uhren über 1000 Euro als zu teuer erscheinen.

Obwohl ich es mir leisten könnte, bin ich momentan nicht mehr bereit, viel Geld für eine Uhr aus zu geben, weil ich immer beim Preis überlege, dass das die Uhr nicht wert ist.

Guten Morgen olderich!

Ich denke, das sind die typischen Erkenntnisse, die mit dem Alter (Lebenserfahrung) kommen.
Das ist mittlerweile auch meine Sicht der Dinge. Von daher kann ich dich sehr gut Verstehen. Die Prioritäten verschieben sich immer mehr vom Materiellen, in richtung Persönlichkeit. Ich will damit sagen, Werte die mich als Persönlichkeit ausmachen, schieben sich immer weiter vor den materiellen Werten.
 
Zuletzt bearbeitet:
M

Marlboro

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Ich denke es lohnt sich noch etwas am Ball zu bleiben.
Ab und an kommt schon noch was tolles im unteren Bereich.
Als Beispiel seien mal die Junghans Meister Pilot und die gerade in den News diskutierte Seiko Marinemaster genannt.
 

olderich

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Guten Morgen ENZO,

ja, das trifft es n.m.M. sehr gut.

ciao olderich
 

Articus

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Ich finde, dass sich die Preisunterschiede über die Jahre "auswachsen". Wenn man die Uhr 10 oder 20 Jahre besitzt und sich an ihr erfreut ist es relativ egal, ob sie mal 1000 oder 5000 Euros gekostet hat.

Auch denke ich schon, dass an Gehäusen, Blättern und Bändern durchaus Qualitätsunterschiede spürbar und erkennbar sind. Ob die den jeweiligen Preis rechtfertigen liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Bei Luxusgütern ist das m.E. aber generell eine müßige Betrachtung...
 

Corbit

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Ich kann Olderich nur zustimmen, auch wenn ich diese "Erkenntnis" schon immer hatte. Mehr als 500.00 EUR habe ich noch nie für eine Uhr ausgegeben. Es war es mir einfach nie Wert. Ich weiß noch, wie ich vor 2 oder 3 Jahren beschlossen habe, mir doch mal eine richtig teure Uhr zuzulegen. Damals bekam ich einen seit X Jahren fertig angesparten Bausparvertrag ausgezahlt. Knapp 12 k€, für die es aktuell keinen wirklichen Bedarf gab. Also kurz mit meiner Frau gesprochen und dann an einem freien Tag los. Was soll ich sagen: Ich bin über die Schaufenster nicht hinaus gekommen. Nach 2 Stunden hatte sich das Thema erledigt. Nicht, dass ich keine schönen Uhren gesehen hätte. Aber die Erkenntnis, dass ich nie so viel Geld nur für eine Uhr ausgeben werde, war noch immer da. Vielleicht kommt eines Tages doch noch der Wandel, aber ich glaube nicht wirklich dran. Wie ENZO schon schrieb, mit zunehmendem Alter verlagern sich auch die Bedürfnisse und vor allem verändert sich die Sichtweise. Andere Dinge werden wichtiger.
 

Articus

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Das ist völlig ok - nur was soll man dazu dann noch diskutieren? Meine Lieblingsfarbe ist blau und die meines Nachbarn rot ;-)
 
D

duffte

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Bei mir ist es nach mehreren Jahren Uhrenhobby inzwischen auch so: Die wenigsten Uhren im Preisbereich 1.000 - 10.000 Euro reizen mich noch (obwohl ich nie eine davon hatte und meine teuerste bisher ca.500 Euro gekostet hat). In diesem Preisbereich ist einfach kaum noch etwas vertreten, was mich wow sagen lässt. In meinen Augen gibt es Ausnahmen, weshalb ich mir demnächst auch eine Nomos kaufe. Eine tolle Uhr von einem tollen Hersteller. Aber ansonsten gibt es richtig richtig besondere Uhren erst wieder zu Preisen, die ich mir nie leisten können werde. Deshalb wird es wohl auch bei einer teuren Uhr bleiben und bei Langeweile gibts mal was für paar hundert..
 

Captain Flam

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Ich habe kürzlich eine Citizen Promaster für unter 200€ erworben.

Die Uhr ist perfekt verarbeitet und ohne Mängel.
Die Gangwerte sind konstant bei + 2.
Der Spaß ist bei mir so groß wie bei einer Daytona.

Habe ich die letzten Jahre alles falsch gemacht...?! :hmm:
 

thp001

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So geht es mir auch. Ich habe, weil ich es mir leisten kann, mit den teureren Uhren
angefangen. Meine erste "richtige" Uhr war eine Rolex GMT Master II vor etwa drei Jahren.
Dann habe ich, neben leider auch wieder teureren Uhren, auch ein paar "preiswerte" Uhren
gekauft (75 bis 500 Euro) und heute muss ich feststellen, dass ich an diesen Uhren
die meiste Freude habe. Erklären kann ich mir das nur so, dass ich schon immer ein Fan von
einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis war und ich das bei Uhren jenseits der 2.000
oder 3.000 Euro-Grenze nicht mehr erkennen kann (für Uhren ohne größere Komplikationen).

Ein zweiter Effekt dürfte aber auch sein, dass ich die teureren Uhren auch aus Image-Gründen
gekauft habe. Heute interessiert mich das aber überhaupt nicht mehr.

So habe ich mir vor einigen Wochen bspw. eine Vostok Amphibia 1967 mit einem wunderschönen
blauen Zifferblatt gekauft. Diese Uhr trägt sich unglaublich angenehm und auch das klapprige
Band liegt gut am Arm. Und es ist die erste Uhr, die ich ununterbrochen über mehr als eine Woche
Tag und Nacht getragen habe ... Gekauft habe ich sie von einem russischen Händler über eBay
für ca. 65 USD.

Gruß, thp001.
 

joe4679

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Ein interessanter Thread, der mich zum Nachdenken anregt.
Ich bekam zum 5. Geburtstag vom Großvater eine Omega mit Automatikwerk. Ab diesem Zeitpunkt (über 35 Jahre her) war die Faszination da.
Die Geschmäcker und Prioritäten verändern sich im Laufe der Zeit. So war es mit 18 die erste Breitling und mit 24 die erste Krone.
Uhren kamen und gingen. Die Faszination bleibt, allerdings nur mehr für Manufakturwerke.
Brauchen ist was Anderes, aber ich hätte keine Freude mit einem billigen Batteriewecker am Handgelenk.
Die alte Omega vom Opa ist natürlich noch da, serviciert und wird von meiner Frau getragen, damit ich sie sehen kann.
Jeder hat seinen Vogel:shock:
 

Devilfish

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Ich glaube, Du brauchst mal ne Pause von neuen Uhren oder bist generell davon weg, weil Du mehr als genug in allen Variationen hast.

Letztlich wird das Rad bei den Uhren nicht ständig neu erfunden und irgendwann hat/hatte man schon mal alles. Bei preisgünstigen Uhren greift man dann trotzdem schneller doch noch mal zu, hat aber für teure Uhren zu wenig Motivation.
 

olderich

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Hallo,

Danke an Alle für die interessanten Ansichten, das baut doch wieder den Uhrensinn auf.
ciao olderich
 

chriwi2207

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Nunja, ist mMn so ein Luxusproblem, wie es im Bilderbuche steht. Im Grunde genommen sind Markenklamotten auch überflüssig hoch zehn, die Qualität einer 179,- € Jeans ist unter aller Sau, wenn man bedenkt, wie viele Jeans u.U. höherer Güte man bei der bekannten schwedischen Modekette erhält. Das selbe gilt für viele viele andere Güter. Aber lieber TS, mal Hand auf's Herz: Ist es denn nicht angenehm gewesen, jede einzelne Deiner Uhren zum ersten Mal umzuschnallen und Dein Eigen nennen zu dürfen? ... eben ;-).
 

johro

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Ich sehe das anders,
die Faszination nach Technik, Uhrmacherkunst und Design lassen meine persönliche Schmerz- und Preisgrenze nach oben wandern.


Ich habe kein Problem auch günstige uhren um ein paar hundert Euro zu kaufen, was ich auch tue. Da ich keine Uhren verkaufe, kann ich auch oft auf die günstigeren zurückgreifen und freue mich dann auch wieder diese zu tragen.
 
Zuletzt bearbeitet:

A. Lange

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Hallo

Bei mir ist es auch genau andersrum.
Hab mit eher "günstigen" Uhren angefangen und mich
langsam hochgearbeitet.
Würde mir heute keine Uhr mehr ohne Manufakturwerk kaufen.
Lieber spare ich etwas länger.

Gruß
Andreas
 

Spitfire73

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Eine Tissot mit ETA-Werk für 475 Euro, die man dann für 380 bekommt ist ihren Preis wert (Eine solche war auch die letzte Uhr, die ich gekauft habe).

Das habe ich auch mal gedacht bis ich einige Microbranduhren in Händen hielt...die keinen Vergleich zu scheuen brauchten...nur eben günstiger waren als die oft in meinen Augen überteuerten Einsteigerlabel der SG. Was seinen Preis "wert" ist, bleibt halt immer eine subjektive Wertung. Ich denke, es ist völlig normal, regelmäßig aus der Summe gemachter Erfahrungen die alten Überzeugungen über Bord zu werfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, diese umzusetzen und den Fokus eben anders, neu zu legen. Geht mir auch so. Es gab z.B. eine Zeit, da dachte ich, Manufakturwerke wären das ultimativ Erstrebenswerte und heute sehe ich ein, mich geirrt zu haben und gebe lieber das gleiche Geld für hochwertigst verarbeitete Einschalungen von ETA-Werken aus. Früher fand ich auch Vintage-Uhren reizvoll, kaufte selbst einige aber war im Grunde immer nur enttäuscht von dem gebrechlichen alten Zeug. Mir ist aufgefallen, dass meine Neuuhren von ganz allein über die Jahre Vintage werden. Wozu also extra alte Uhren kaufen? Vielleicht sehe ich das in einigen Jahren wieder ganz anders. Es wäre ja auch schlimm, wenn man immer mehr Erfahrungen ansammelt aber die eigene Sichtweise davon völlig unbeirrt bliebe.

Gruß
Helmut
 
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guidob

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Schönste Stadt in Deutschland
Schöne Erkenntnis, olderich. Und sehr passender Kommentar vom Enzo, den ich volle Pulle unterstütze! Es sind Überlegungen, die zu 100% gegensätzlich sind zum Verhalten eines Freundes von mir, der unwissentlich in der Midlife-Krise ist. Er hat sich ein Motorrad gekauft (Harley), eine übergroße Schweizer Taucheruhr mit Italienischen Namen und so weiter. Er hatte bis vor kurzem mit diesen materiellen Dingen nichts am Hut; es war im egal. Und jetzt erkenne ich ihn nicht wieder. Sein Kommentar dazu: Muss auch mal sein, lass mich doch.

Insofern gefällt mir Deine Attitüde viel besser. Günstige Käse können auch gut stinken! Und: Es gibt wichtigeres im Leben, als materielle Dinge.

Beste Grüße
Guido
 
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