Meine geliebte Omega ist krank - lohnt sich die Restauration in Biel? (Achtung: Lang, da auch Vorstellungstext)

Diskutiere Meine geliebte Omega ist krank - lohnt sich die Restauration in Biel? (Achtung: Lang, da auch Vorstellungstext) im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo, ich bin neu hier und danke erstmal für das Vertrauen, hier schreiben zu dürfen. Erstmal zu meiner Person (Wer den langen Text nicht...
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Heiliggeist

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Hallo,

ich bin neu hier und danke erstmal für das Vertrauen, hier schreiben zu dürfen. Erstmal zu meiner Person (Wer den langen Text nicht lesen, sondern die Frage wissen will, dem sei nur das Studium der letzten beiden Absätze anempfohlen):

Ich bin 41 Jahre alt, und trage seit zwanzig Jahren (ziemlich genau so lange, wie eBay sinnvoll nutzbar ist) ausschließlich gebrauchte Taschenuhren. Angefangen hat es, als ich als Schüler eine unangenehme Nickelallergie ausgebildet habe. Ich hatte sie wahrscheinlich schon früher, aber sie ist erstmals virulent geworden, nachdem die Plastik-Swatchuhren Weihnachten 1994 zum ersten mal gegen eine für die Verhältnisse eines 16-jährigen "richtige" Armbahnduhr von Tissot getauscht wurde. Quarz, das Stück, und eigentlich auch schön anzusehen. Doch schon an den heiligen drei Königen hatte ich einen Rothautunterarm und das Jucken war unerträglich. Für den Schenker leider ein wenig frustrierend ging es dann erst mal wieder mit Plastik weiter, bis ich irgendwann als Student die Nase davon voll hatte, immer rumzulaufen wie ein Grundschüler und deshalb (man hatte ja nicht viel) eine gebrauchte Kienzle und eine gebrauchte Junghans Taschenuhr aus den 60er / 70ern auf eBay erworben habe. Die haben mir beide gefallen, beide liefen mehr ungenau als recht, aber als Student ist Zeit etwas, das nur in Viertelstundentakten relevant ist. Ich konnte mich nicht entscheiden also habe ich sie beide gekauft und peu a peu bei einem niedergelassenen, freien Uhrmachermeister aus "altem Schrot und Korn", der die Familie schon immer betreut hat (in der Kleinstadt gibt es solche Perlen manchmal noch) warten lassen. Der hat zwar immer den Kopf geschüttelt (und konnte mir glaubhaft versichern, dass sich das bisschen Geld, was ich da reinstecke, nicht lohnt, weil er die schon verkauft hat, als sie neu waren und damals schon davon abgeraten hat), aber er hat die Preise immer meinen finanziellen Möglichkeiten angepasst, und wir waren glücklich miteinander. Im Alltag habe ich am Ende eine Molnija mit Leninkonterfei getragen, die ich Anfang der Zweitausender während eines "Auslandssemesters" als Andenken an diese Zeit bei einem Händler in Berlin gekauft habe - damals gabs die an jeder Ecke für einen Spottpreis, schade, dass die das Handtuch geworfen haben. Die hatten den Charme und die Unverwüstlichkeit eines Kolchosentraktors und für nachkriegsgeborene Kinder der westdeutschen Siebziger wie mich nach dem Fall der Mauer einen ganz eigenen "Spirit". Irgendwo zwischen MickyMaus - Uhr für Erwachsene und im Voraus geschenktem Dank für noch nicht geleistete 25 Jahre treue Dienste im System.

Irgendwann war das Studium ausstudiert, und seien wir ehrlich: wenn man einen seriösen Job ergreifen und sich dem Kapitalismus verschreiben will, dann ist das irgendwie unecht, wenn Lenin in der Hose klappert und quasi als Galeerenmeister den Takt schlägt. Zum Examen hat mir meine damalige Freundin und heutige Frau deshalb eine vergoldete Jean Marcel Savonette mit richtigem ETA 6497 (glaube ich, ich habe sie nie aufgemacht) geschenkt, die ich aber nur selten trage. Ich schätze die Geste - sie hat sie bei "unserem" Uhrmacher gekauft, und ich bin sicher, dass wir sie uns damals eigentlich nicht leisten konnten, auch wenn ich nie gefragt habe, was sie gekostet hat.
Aber sie hat sie ungefragt gekauft, und Savonette mag man, oder man mag es nicht. Ich mag es nicht so. Außerdem war es wie ein Stempel, dass ich also nun doch in der "richtigen" Welt angekommen bin, sie sah - und sieht - edel aus, aber...Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll, was mich an ihr stört. Die Jean Marcel sieht aus wie eine Uhr, die eine Frau ihrem Mann schenkt, wenn sie ihm etwas edles schenken will. Sie will historisieren, kommt aber nicht glaubhaft rüber, in ihrem Glanz - und das gibt ihr und mir etwas affektiertes, wenn ich sie raushole. Die Welt der Affektierten sollte meine Welt sein, sie ist es aber nicht.

So ging das weiter, auch beruflich, der Wechsel zwischen diesen dreien und Jean Marcel, bis ich irgendwann vor ca. 10 Jahren auf eBay meine "Lieblingsuhr", eine Omega - Lepine mit blauen Zeigern in diesem "Art Deco" - Stil, gestoßen bin. Fotos kann ich leider nicht geben, weil sie im Moment in Pforzheim liegt, und ich weiß nicht, ob es erlaubt ist, eBay - links einzusetzen, in denen ähnliche Modelle feilgeboten werden.

Sie hat durchaus einige Macken und Patina (das Zifferblatt etwa hat in Höhe von fünf Uhr einen etwa erbsengroßen Schatten), aber sie trägt diese Narben, wie sich das für stolze Damen gehört, mit Würde und als Zeichen, dass sie die Zeiten nicht überdauert, sondern gemessen hat. Das Werk trägt eine Zahl zwischen 8.000.000 und 9.000.000, also wohl Zwischenkrieg, wenn ich das richtig perzipiert habe. Man kann sagen: sie hat sich mir ausgesucht hat und ich bin ihr ein bisschen verfallen bin. Lepine geht schnell, ist unkompliziert und haltbar und ist als Gebrauchsuhr auch viel praktischer als Savonette. Wenn man, wie ich, sowieso den ganzen Tag mit Anzug rumrennt, dann verliert Savonette auch irgendwo seinen Zweck, der ja historisch wohl im Wesentlichen darin bestand, das Glas zu schützen.

Ich weiß, dass auch die Omegas damals nicht unbedingt Luxus - Unikate waren. Aber genau das machte ihren Reiz aus: die Omega war ehrlich. Alt, aber nicht historisch, ein Arbeitstier, das nie mehr sein wollte. Ein bisschen wie ein /8 in der 200er Diesel - Ausführung. Nicht billig, sondern wertig, rennt nicht, aber kommt an. Die Molnija ohne Lenin - Konterfei und mit etwas ruhigerem Lauf. Ich und mein Uhrmachermeister fanden sie toll; er hat mir anerkennend auf die Schulter geklopft und sie nach Erwerb für knapp 500 Euro komplett überholt, wobei er nach eigenen Angaben nur "Standschäden" beseitigen musste. Mit den 100, die ich bezahlt habe, war ich zwar nicht unbedingt begeistert, aber für 600 Euro eine sinnvolle Taschenuhr, da kann man auch nichts sagen. Seither hat er sie immer in Schuss gehalten. Jetzt ist der gute Mann aber leider verstorben, und gleich als habe sie das gewusst, die alte Tante, hat sie vor drei Monaten ihren Dienst quittiert. Sie ließ sich nicht mehr aufziehen, die Krone drehte durch (Mein Gott, jetzt rede ich schon von beiden in der Vergangenheit, dabei ist ja über die Uhr noch gar keine Entscheidung gefallen).

Jetzt ist der Arzt, der sie bisher betreut hat, nicht mehr da, und zähneknirschend habe ich sie zu einem konzessionierten Betrieb gegeben, um zu fragen, was es kostet, sie reparieren zu lassen. Irgendwas muss ja passieren. Die holten einmal tief Luft und ließen mich sofort einen Vertrag unterschreiben, dass ich 55 Euro Bearbeitungsgebühr für den Kostenvoranschlag zu bezahlen habe, die mit dem Preis verrechnet werden, wenn ich sie reparieren lasse und meinten, sie müsste nach Pforzheim geschickt werden, so was könnten sie nicht. Kann ich in gewissem Maße auch verstehen, so ein Konzessionsbetrieb macht sein Geld mit Laufkundschaft und dem Verkauf neuer Uhren. Das war so edel in diesem Konzessionsladen, dass sie wahrscheinlich allein fürs Franchise mehr ausgeben müssen, als mein kleiner Meisterbetrieb hier in der Stadt an Umsatz macht. Bei dem allerdings auch nicht immer alles Gold war, was glänzt: in der letzten Zeit hatte ich den Eindruck, so ganz machen die Augen nicht mehr mit und auch die Hände waren mal ruhiger, als ich als Student die erste Taschenuhr hingebracht habe. Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich wolle einen Abgesang auf die "gute alte Zeit" singen. Mein alter Meister war nett, aber auch nicht mein Freund, der auch immer darauf geachtet hat, dass er nicht zu kurz kommt - halt genau so, wie es im Handwerk sein soll.

Heute riefen sie an und teilten mit, Omega Deutschland habe die Waffen gestreckt und gesagt, sie müsse nach Biel geschickt werden. Nur die könnten sie reparieren und auch nur die könnten einen Kostenvoranschlag machen, der aber 700 Euro sicherlich nicht unterschreiten werde. Es könne aber auch gut sein, dass man da das zwei- oder dreifache aufruft. Dafür sei sie dann auch "wie neu". Was genau daran gemacht werden müsse, habe man seitens Pforzheim aber nicht mitgeteilt. Eine Kommunikation per Mail sei es gewesen. So isses halt, in der modernen Welt.

Ich habe mir bis Samstag Bedenkzeit ausgebeten, dann will ich da in Ruhe hinfahren und eine Erklärung abgeben - 55 Euro oder einen dreistelligen Betrag plus X. Tja, und nun weiss ich nicht, was ich machen soll. Sie bedeutet mir tatsächlich etwas, hat mich immerhin zehn Jahre durch mein Leben begleitet und war mir eine treue, wenn auch nicht ganz billige Begleiterin. Denn die regelmäßigen Revisionen (die ich so alle zwei, drei Jahre habe durchführen lassen) schlugen jeweils mit knapp 200 Euro zu Buche, dafür durfte ich sie aber bei meinem alten Händler zum Regulieren bringen, wenn das nötig war, und wenn ich nicht allzu oft kam, hat er es bei einem symbolischen Betrag belassen. Wenn ich (ja, okay, ich gebe zu, ich bin Beamter) meine Rechnungen durchforste, sind da in den letzten zehn Jahren mit Anschaffung, Anstoßrestauration und laufendem Betrieb knapp 1.800 Euro durch das Werk gerieselt. Das ist ja auch erstmal ne Hausnummer, und meine Frau fragt mich schon lange, wieso ich bei dem anderen mechanischen Gerät, dessen Funktionsweise wir nur theoretisch erfassen und das so einfach aussieht, aber eine erfahrene Hand bei der Reparatur verlangt - unserem Auto - gerne mal strenger als bei ihr auf den Euro schaue. Das zeige, meint sie, die gesamte Dimension meines Egoismus: denn vom Auto hätten ja schließlich wir alle vier etwas, die Uhr aber wäre nur meine. Man könnte fast von ein wenig Eifersucht sprechen, gerade mit Blick auf die Savonette, die im Moment triumphierend in meinen Westentaschen vor sich hintickert, gleichsam so, als wolle sie einen späten Sieg über meine Liebschaft herausposaunen. Und Lenin lacht in meiner Freizeit.

Als ich ihr nach dem Telefonat mein Leid klagte, hat sie (meine Frau, nicht die Savonette) ernsthaft die Frage gestellt, ob sich das lohnt. Und zwar auf eine Art, die zeigt, dass sie ernsthaft an meinem Verstand zweifele, wenn ich es mache. Ich bin kein Schamane - aber ich glaube, bei den 700 Euro (beim gegenwärtigen Kurs etwa 770 Franken) wird's nicht bleiben, das werden sie mir im Zweifel am Telefon gesagt haben, damit ich mein Ja zum Versand gebe. Sie faselten am Telefon nämlich etwas von "muss umfassend auseinander- und wieder zusammengebaut" werden, Teile müssten ob des Alters "angefertigt" werden, auch das Reizwort von der "Restauration" fiel. Angeblich hatten sie in der Email aber ja gar nicht gesagt, was genau gemacht werden muss. So ganz schlau werde ich also nicht aus dem Telefonat, und meine Nachfragen konnte der Konzi auch nicht überzeugend, sondern eher ausweichend mit "Vertrauen Sie mal ruhig, dass die in Pforzheim wissen, was sie können und was nicht" beantwortet.

Ich weiss, dass die in Biel übernatürliche Fähigkeiten haben und Untote zum Leben erwecken können, und die Ergebnisse, die man im Netz (und auch hier) von dem "Uhren-Voodoo" betrachten kann, sind atemberaubend. Aber wie neu will ich ja eigentlich gar nicht haben, die alte Dame soll zur Heilbehandlung, nicht auf die Schönheitsfarm. Wenn ich jetzt 1.500 Euro reinstecke, dann wäre das ein Betrag, der zwar weh täte, mich aber nicht nachhaltig trifft. Außer dass er die Ehe belastet. Dann bin ich aber auch bei einem Betrag, bei dem ich tatsächlich schon über eine neue in einer Qualität nachdenken kann, die der einer alten Omega aus Massenproduktionszeiten mindestens ebenbürtig, wahrscheinlich aber besser ist. Zumal es sich ja auch so verhält, dass durch den Wegfall meines Stammdealers die laufenden Kosten auch exponentiell steigen, wenn ich sie für jeden Husten, den sie hat, nach Biel schicken lassen muss.

Ich denke also ernsthaft über eine Neuanschaffung nach. Denn jede Liebe hat ihren Preis, und mehr als 1.200 will ich eigentlich nicht mehr reinstecken. Dann wären das 3000 Euro in zehn Jahren, der turning Point ist ein bisschen überschritten, und ich glaube ehrlich auch nicht, dass die Arbeit in Biel soo gut ist, dass sie nochmal neunzig Jahre ohne Standschäden durchläuft. Soo viele Hersteller, die noch Taschenuhren herstellen, gibt es ja leider nicht. Bei Tissot hören sie bei dem Preis aber im Wesentlichen auf, dafür bekomme ich alltagstaugliche highest - class Feinmechanik. Menschen, die Longines tragen, schauen bei diesem Budget andererseits wahrscheinlich immer noch mitleidig auf mich herab, ich will aber auch nicht den Gegenwert eines Kleinwagens jeden Tag durch die Gegend tragen.

Deshalb, nach viel Text, der Euch wahrscheinlich furchtbar gelangweilt hat: lohnen wird es sich nicht, das Geld in die Omega zu stecken, aber ich bin bereit, für die Liebe zu ihr auch unvernünftig zu sein. Wahnsinnig bin ich aber nicht, und ich glaube, ab 1.200 Euro fängt der Wahnsinn für die Omega (die auf eBay immer noch mit nem knappen Hunni gelistet wird) an. Wie gut sind sie in Biel denn nun wirklich? Und welche Lepine - Alternativen in diesem Budget von 1.200 bis 1.500 Euro sind Euch bekannt, die man heute noch kaufen und sich sicher sein kann, dass meine zukünftigen Erben sie in neunzig Jahren (dann bin ich 130, dann ist mir die Zeit, die kommt, so egal, dass ich kein Instrument mehr brauche, mit dem ich sie messen kann) irgendwann an einen verpickelten Berufsanfänger verkaufen können, der daran noch zehn Jahre Spaß hat?

Danke für Eure Geduld und Eure Tips.
 
M

Matthias MUC

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Dazu, was Du mit der Omega machen sollst, kann ich nichts sagen, aber Deine Vorstellung mitsamt Deiner Taschenuhrengeschichte ist sehr schön zu lesen, und nicht im Geringsten langweilig!
Ich bin nur an "Alteisen" aus 2 1/2 Nachlässen gekommen, habe hier zum Glück einen alten Uhrmacher, der sogar die Spindeltaschenuhr noch zu Lebzeiten meiner Eltern mal repariert haben muß.

Auf jeden Fall herzlich willkommen im Club der bekloppten Liebhaber tickenden Altmetalls!
lG Matthias
 
R

RIM

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Sehr schön geschrieben!

Ich kenne nur zu gut Dein Problem, wenn Dinge nicht einfach nur ein Ding oder eine Funktion sind (so wie Dein Auto), sondern einen ideellen Wert entwickeln.
Bei der Omega würde ich allerdings versuchen die Sichtweise anzunehmen, dass es mit ihr so ist wie mit dem Dorfuhrmacher und uns allen irgendwann: eines Tages nicht mehr zurückzuholen.
Denn wenn die 700 Euro erst drinstecken, würdest Du erst recht weiter bei jedem Schnupfen wieder Geld in den Schlitz dieser Spardose stecken.
 
Coriolan

Coriolan

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LA (Lower Austria)
Schriftgewaltig, wahrhaftig. Ein Genuss am Morgen.
Je nun: Willkommen bei den Verhaltensoriginellen. Wobei - resümiere ich Deinen Text... wie meint der Brite? ‚A perfect match!‘

Genug geblödelt. Ich sag‘s ungern, aber da hat Dir Dein verblichener Uhrmacher bereits zu Lebenszeiten für die ‚Standrevision‘ das Weiße aus den Augen geholt, wenn‘s denn tatsächlich nur eine solche Revi war. .
Wenn da nicht sämtliche Wellen abgerissen sind, darf eine Revision (d.h. Werk zerlegen, reinigen, Zapfen polieren, Ölen, zusammenbauen, regulieren, meinetwegen Äußeres aufhübschen) bei einem seriösen Uhrmacher bestenfalls 300-400 Euro kosten.

Mein Uhrmacher hat gerade einen TU-Chrono im Gebet, der wird teurer, weil die Unruhwelle hin ist. Die gleichzeitig abgegebene IWC hat fehlende Zeiger und kein Glas und bekommt eine kleine Revi - KV ca. 250€.

Mein Rat: Lass Dir von den Forumskollegen einen guten Uhrmacher in Deiner Region empfehlen, aber lass um Himmels Willen die Finger von Biel für sowas - dort sendet man bestenfalls große Komplikationen hin ;-)
 
Frank-san

Frank-san

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Guten Morgen @Heiliggeist,

vorab: Chapeau, eine wunderbare Morgenlektüre! Diese Art von Texten findet man leider viel zu selten!

Ich möchte die Arbeit Deines "alten" Uhrmachers gar nicht kommentieren, irgendwo müssen die Einnahmen ja den Betrieb decken.

Ebenfalls kenne ich mich mit Taschenuhren überhaupt nicht aus, kann mir aber nicht vorstellen (speziell wenn der Träger ein, wie Du schreibst, Anzugträger im Staatsdienst ist), dass die Uhr täglich solchen Belastungen ausgesetzt ist, dass sie jährlich / alle Zwei Jahre zur Revision müsste.

Du schreibst,
aber sie trägt diese Narben, wie sich das für stolze Damen gehört, mit Würde und als Zeichen, dass sie die Zeiten nicht überdauert, sondern gemessen hat.
...dabei würde ich es auch belassen und wie @Coriolan schreibt: Suche Dir hier im Forum einen zuverlässigen Uhrmacher, je nach Wohnort kannst Du sie ihm/ihr dann auch persönlich überbringen und lass dem /8 die Patina, Ölwechsel, neue Glühkerzen und gut ist. :super:
 
5231N1324O

5231N1324O

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Hallo Heiliggeist,

ich kann zu den Handwerkern in Biel nichts sagen, aber es gibt hier im Forum ein paar immer wieder empfohlene Uhrmacher, die für "erhaltende" Reparaturen sehr empfohlen werden. Ich hoffe, das gilt jetzt nicht als Werbung, aber mir sind vor ein paar Monaten für die Reparatur einer Speedmaster Pro einige Leute empfohlen worden, Robin Israel ist es dann geworden. Inzwischen ist die Uhr wieder zuhause, läuft anstandslos und sieht – abgesehen von dem neuen Hesalit, welches wegen der Wasserdichtigkeitsprüfung immer erneut werden muss – genauso zerhackt aus wie vorher (das war der explizite Wunsch).
Ich muss aber auch gleich sagen, dass 700 EUR absolut realistisch sind, denn soweit ich weiss, werden nur konzessionierte Betriebe mit den notwendigen Ersatzteilen beliefert.
Zudem ist es ganz beruhigend, zu wissen, dass der Uhrmacher die Uhr im Zweifelsfalle schon x-mal gesehen hat und nicht auf Neuland operiert.

Grüße!
Christoph
 
TS70

TS70

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Der hohe Preis, den Omega verlangt, hat natürlich seinen Grund: Wenn die Uhr wieder perfekt werden soll, müssen da garantiert Teile speziell angefertigt werden. Es wäre ein Wunder, wenn da für alte TU-Werke noch Ersatzteile herumliegen würden.

Es geht also nicht um eine Revision, sondern um eine Restauration, und so etwas lohnt sich nur bei sehr hochwertigen Uhren. Und deine Omega scheint ja nicht in diese Kategorie zu fallen.

Mein Empfehlung: Die TU zurückschicken lassen, und sie mal einem der "Forums-Uhrmacher" vorlegen.

Und für den Alltag würde ich eh etwas anderes empfehlen. Tissot bietet eine ganze Reihe von TUs im mittleren bis hohen dreistelligen Preisbereich an.
 
fidfidfid

fidfidfid

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...also ich hoffe du hat dich richtig entschieden,
denn das was du für mich da sehr schön beschreibst ist Liebe,
... .. und diese Liebe sollte man meines Erachtens nicht mit Botox aufspritzen/frischen..
Werkservice um max. 200.- bei Uhrmachern, die dir schon empfohlen wurden und fertig...
Macken lassen, ihr seid damit schließlich gemeeinsam alt gewordem...
Alles Gute,
ich wünschte ich hätte so eine Uhr, mit der mich derartiges verbindet...:super:
 
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clocktime

clocktime

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500 Euro für die Anschauffung der Uhr und 100 für die kleine Revi - ist eigentlich ok. Die regelmässigen Revisionen waren scheints nicht billig, haben sich aber gelohnt, sonst hätte der Kaliber schon vorher die Grätsche gemacht.
Ist die Uhr es Dir wert, schicke sie nach Biel; damit Du dort keine böse Überraschung bekommst, kannst Du als Bedingung setzen, dass sie Dir vor der eigentlichen Reparatur melden, was diese schlussendlich kosten wird. Damit bist Du auf der sicheren Seite, auch wenn Du evtl. eine Anzahlung von ca. 100€ für die Kontrolle in Biel zahlen müsstest. Ist es Dir dann zu teuer, sind zwar 100€ weg, aber im Fall eines vierstelligen Betrages hättest Du immer noch die Möglichkeit, Dir eine Tissot, Certina, Mido oder sonst was im Mittpreis-Bereich zu holen.
 
H

Heiliggeist

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Ich bin vielleicht noch ein kleines update schuldig.

Jetzt bin ich vier Wochen durch Juwelierläden und das Internet gelaufen und habe keine Taschenuhr gefunden, die mir neu so zusagen würde, dass ich die Omega dagegen tauschen wollte. In vernünftiger Preisregion bietet im Grunde auch nur Tissot etwas an, das annähernd an die Omega rankommt. Und die fand ich alle - nun ja, Taschenuhren sind halt nicht mehr en vogue, und die sehen alle so aus, als wolle man Scarlett o'Hara einen Eintrag ins Tanzbuch schreiben wollen.

Wie auch immer, ich war dann nochmal beim Konzi, wo ich sie hingebracht habe, und habe mich vergewissert, dass es nicht mehr kosten wird, wenn sie nach Biel geschickt wird. Nein, wird es nicht, wurde mir gesagt, und also habe ich gebeten, sie möge erstmal nach Biel zwecks Fertigung eines Kostenvoranschlages geschickt werden. Da auch der nur 55,- Euro kosten wird, verliere ich nichts, weiss dann aber, was gemacht werden muss. Und wenn ich das weiss, kann ich immer noch entscheiden, ob die es machen sollen oder ob ich sie zurückschicken lasse - um dann einen freien Uhrmacher mit dem zu beauftragen, was Biel rausgefunden hat. Die 55 Euro sind dann zwar wech - aber das soll es mir wert sein.

Euch dank für die ermutigenden Worte!
 
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