Mein robuster Daily Rocker: Swiss Military Hanowa Marine Officer Automatic

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Rastignac

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Liebe Uhrenfreunde,

nachdem ich zwar schon seit einiger Zeit im Forum mitlese und auch den ein oder anderen Beitrag geschrieben habe, ist heute meine Premiere in Sachen Uhrenvorstellung. Grund für das lange Warten ist, dass meine Sammlung größtenteils aus Uhren besteht, die hier im Forum sehr gut bekannt sind und vermutlich bereits tausendfach von Menschen, die besser mit einer Kamera umgehen können als ich, vorgestellt wurden. Dazu zählen z.B. eine Tissot Le Locle Automatique, die blaue Orient Deep, die kleine schwarze Seiko Military, eine Invicta 8926OB, die J.Springs New Diver BEB044 mit der poolblauen Lünette, eine Raketa 24-Stundenuhr mit Weltzeitring, eine Poljot Aviator mit Handaufzug und zwei Vostok Amphibias (Black Diver und Radio Room) – also allesamt Uhren, über die man hier ausreichend Informationen und Fotos findet.

Der heimliche „Star“ der Mannschaft jedoch, der mit Abstand am meisten Spielzeit bekommt und der sich auch für „dreckige Aufgaben“ nicht zu schade ist, über den habe ich hier im Forum noch nicht viel gelesen. Also wird es Zeit für die Vorstellung meiner Swiss Military Hanowa Marine Officer Automatic.

Der ein oder andere unter Euch wird sich jetzt fragen „Hanowa und Automatik – wie passt das denn zusammen?“. Kein Wunder, ist doch Swiss Military Hanowa in erster Linie für solide sportliche Quartz-Uhren bekannt. Zwar gibt es meines Wissens nach in der aktuellen Kollektion keine Automatik-Modelle, doch gab es in den vergangenen Jahren pro Kollektion einige wenige Automatik-Uhren mit Werken unterschiedlicher Hersteller. Die Modelle der letzten Kollektion waren mit PWP-Werken von Swiss Technology Products (meines Wissens nach mittlerweile eine Tochterfirma von Fossil in der Schweiz) ausgestattet. In der Kollektion davor waren es Werke von Technosablier und davor waren sie von Claro Semag. Bei allen Werken handelt es sich um sino-helvetische Co-Produktionen, die nachher den Stempel Swiss made tragen dürfen, was dem ein oder anderen hier graue Haare wachsen lässt, andere wiederum nicht sonderlich schockiert. Im Prinzip kommt jeweils das Rohkaliber aus dem Reich der Mitte. Einige Teile werden durch Swiss made-Produkte ersetzt und das Ganze wird in der Schweiz zusammengebaut, finissiert und auch die Qualitätskontrolle findet dort statt.

Durch verwandtschaftliche Beziehungen in die Schweiz war Hanowa für mich ein Begriff und so habe ich die Marine Officer in einem großen Online-Auktionshaus entdeckt. Für die UVP von 449 Euro hätte ich niemals den Button gedrückt, gibt es doch in dieser Preisklasse bereits Uhren namhafterer Hersteller wie z.B. Tissot und Certina. Es begab sich aber, dass ein Händler so frech war, mehr als das Doppelte der UVP zu verlangen. Das schrie nach einem unverschämten Preisvorschlag meinerseits für weniger als 100 Euro und schwups – das gute Stück gehörte mir.

Hier nun die Fotos - ich habe sie leider nicht besser hinbekommen...

DSCF2165.JPG

DSCF2175.jpg

Hier nun der Blick auf das Werk und die massiven Anstöße. Die Perlierung auf dem Rotor ist leider nicht gut zu erkennen.
DSCF2181.jpg

Am Handgelenk...
DSCF2178.jpg

Und nochmal...
DSCF2180.jpg

Die Schließe
DSCF2168.JPG

Und nun zu den technischen Daten:

Edelstahlgehäuse
Saphirglas
Massives Edelstahlarmband mit massiven Anstößen (Glieder teils poliert)
Einseitig drehbare Lünette (120 Klicks), PVD beschichtet
Größe: 44 mm ohne Krone (Krone leider nicht verschraubt)
Leuchtpunkte auf den 5er Indizes sowie Leuchtmasse auf den Zeigern (beides nicht so dolle)
Glasboden verschraubt
10 ATM
Datumsanzeige
„Swiss made“ Automatik-Werk, meines Wissens nach Technosablier SSDD 3, 21 Steine (Rohwerk Seagull ST16: Basis Miyota 8200 mit automatischem Aufzug nach Seiko) mit „unzerbrechlicher Uhrenantriebsfeder“, Perlierung auf dem Rotor und gebläuten Schrauben
Gewicht der Uhr mit Band 192g

Die Uhr macht einen wertigen Eindruck. Die Haptik ist wirklich gut. Da sie relativ flach baut und die Hörner etwas nach unten gezogen sind, kann ich sie trotz meiner schmalen Handgelenke angenehm tragen (bisher waren 43mm mein Maximum). Die Lünette lässt sich einhändig drehen und rastet sauber. Die PVD-Beschichtung ist sehr kratzfest. Die Glieder des Edelstahlarmbandes werden nach innen dicker – es ist dadurch schwerer und massiver, als man zunächst denkt. Obwohl ich die Uhr im vergangenen Jahr fast jeden Tag am Arm hatte, hat sie relativ wenig Kratzer und Desk-Diving-Spuren abbekommen. Ich weiß nicht, ob es da Unterschiede in der Qualität des Edelstahls oder dessen Bearbeitung gibt oder ich es mir nur einbilde, aber ich habe Uhren mit Edelstahlbändern, die nach kurzer Zeit sehr viel schlimmer aussehen. Dazu bietet sie Saphirglas und einen schönen Blick auf das Werk mit perliertem Rotor und gebläuten Schrauben.

Nun zur Gretchen-Frage: Wie halte ich es mit dem sino-helvetischen Werk? Zu allererst: Die Ganggenauigkeit ist mit plus 3 Sekunden/Tag sehr gut. Der Sekundenzeiger ruckelt manchmal ein wenig, was mich an meine Vostok Amphibias erinnert. Aber das tut der Ganggenauigkeit keinen Abbruch - auch nicht beim Sport oder bei der Gartenarbeit etc. Die Gangreserve könnte etwas besser sein. 36 Stunden sollten es sein, aber de facto schafft sie nur rund 30. Wenn ich sie eine Zeit lang nicht getragen habe und dann wieder anlege, ist in den ersten Minuten ein Kontrollblick zur Küchenuhr ratsam. Manchmal stockt sie in den ersten Minuten, aber das kenne ich auch von einer Uhr mit Miyota 8215.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Ich finde, dass die Marine Officer eine sehr eigenständige und gut verarbeitete Uhr ist. Die UVP von 449 Euro würde ich allerdings nicht für sie ausgeben wollen – für unter 100 Euro war sie aber sicherlich ein Schnäppchen.

Einige Infos noch zu Hanowa:

Hanowa steht für Hans Noll Watches. Herr Noll gründete die Firma Anfang der 1960er Jahre in Biel und lenkte die Geschicke bis vor wenigen Jahren. Einst gehörte auch eine Uhrenfabrik dazu (Sheffield Uhrenfabrik AG Biel). Zu Hanowa gehören die Marken Swiss Military Hanowa und Swiss Military Calibre (nur online-Handel). Die Schwestermarke Swiss Eagle wurde vor einigen Jahren an ein indisches Unternehmen verkauft. CEO von Hanowa ist heute Christian Frommherz, der auch CEO von Roamer of Switzerland ist. Roamer und Hanowa haben ihren Sitz unter derselben Anschrift in Solothurn. Hanowa beschäftigt rund 36 Mitarbeiter. Anbei noch ein Link zu einem interessanten Interview mit Herrn Frommherz. Interessant wäre für mich zu erfahren, ob Hanowa die Uhren noch selbst produziert oder extern produzieren lässt? Keine Ahnung, was mit 36 Mitarbeitern in der Uhrenbranche heutzutage machbar ist.

Im Gespräch: «Ich war wild und zeitlos» | Die Weltwoche, Ausgabe 05/2013 | Weltwoche Online

Viele Grüße

Rastignac
 
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uarfaen65

uarfaen65

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Eine coole, toolige Uhr, die Du uns da zeigst...:super:
Die Größe paßt und durch die runtergezogenen Hörner sicher optimal zu tragen.

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Hanova

Grüße
Frank
 
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Rastignac

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Vielen Dank, Frank!

Aber so neu ist sie gar nicht. Ich habe sie seit einem Jahr und fast täglich am Arm...

Gruß Ralf
 
diveros

diveros

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schöne "alte" Uhr!

Ich finde es immer toll wenn Uhren gezeigt werden die schon ein gewisses Leben hinter sich haben.

Ich kenne die Marke aus dem Quarzersegment und war da nicht so angetan.....
 
Uhrenman

Uhrenman

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Wow ….eine tolle Uhr.
Die sieht echt klasse aus. Und dann mit Automatikwerk ( was man ja wie du schreibst nicht unbedingt erwartet ) :super:
Aber dein Vorstellung finde ich auch richtig gut.
Viele Infos – schöne Bilder - :klatsch:

Schmunzeln musste ich bei deiner Kauftaktik: "bist du unverschämt ...bin ich halt unverschämter" ...:lol:

Viel Spaß auch weiterhin mit deinem Star der Mannschaft 
 
exec

exec

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HANOWA ist echt nicht zu unterschätzen. Da bekommt man schon recht viel für sein Geld. Leider habe ich mich für eine Quarz entschieden, kurz bevor mich der Automatik Virus infiziert hat.

Viel Spaß noch mit deiner Marine Officer!
 
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