Mein Modalo-Uhrenweger - oder auch: "Hä? Wieso fahren Deine Uhren denn im Kreis?"

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ChrisChris

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Es gibt hier im Uhrforum nur relativ wenige Themen, bei denen man schon von Beginn an weiß, wie sie verlaufen werden, weil sie regelmäßig Glaubenskriege auslösen. Steinhart-Threads (wobei sich das mittlerweile glücklicherweise sogar etwas beruhigt hat), Wasserdichtigkeit (“Die Druckspitzen, Leute! Die DRUCKSPITZEN! Ich wasche nicht mal die Hände, wenn ich keine Uhr trage, die mindestens bis 1000 Meter Wassertiefe verträgt!!!”) - und Uhrenbeweger.
Die Gegner lehnen sie als “Verschleißmaschinen” ab, die Befürworter genießen den Komfort, ihre Uhren nicht immer aufziehen und neu stellen zu müssen.

Zu letzterer Kategorie gehöre ich, seit ich mechanische Uhren für mich entdeckt habe. Aus mehreren Gründen:
  • Ich habe einfach absolut keine Lust, meine Uhren jedes Mal neu zu stellen, wenn ich sie tragen will
  • Ich bin Perfektionist und HASSE es, wenn der Minutenzeiger die Indizes nicht trifft, weswegen ich beim Stellen einer Uhr auch mal 3-4 Anläufe nehme, bis das wirklich passt
  • Ich bin gerne spontan und wähle die Uhr passend zu der Kleidung aus, die ich trage (die ich wiederum ebenfalls normalerweise spontan auswähle)
Und zuletzt: Es will mir beim besten Willen nicht einleuchten, weshalb Uhren, die dafür gemacht sind, 24/7 zu laufen, schneller verschleißen sollen, wenn man dafür sorgt, dass sie tatsächlich 24/7 laufen.

Darauf gestoßen, dass es so etwas wie Uhrenbeweger überhaupt gibt, bin ich 2013, nachdem sich zu meiner Omega auch meine erste Steinhart gesellt hat und ich mich dagegen entschieden habe, es Diego Maradona gleichzutun und zwei Uhren gleichzeitig zu tragen.

Gelandet bin ich bei meiner Suche erst mal - logisch - bei Amazon, wo es besonders im zweistelligen Euro-Bereich eine nahezu unüberschaubare Menge an Bewegern gibt. Also habe ich mir irgendeinen mit halbwegs brauchbaren Bewertungen zugelegt. 70 Euro, Platz für zwei Uhren, feinstes Plastik - aber egal. Er tat, wofür ich ihn gekauft habe. Bis er nach etwa zehn Monaten das Zeitliche segnete. Also nahm ich die Garantie in Anspruch und bekam ein neues Gerät - das diesmal sogar knapp zwei Jahre hielt.

Der nächste - ein anderes Modell, allerdings in der gleichen Preisklasse - war bereits nach einem halben Jahr kaputt. Der Händler bewies bei meiner Reklamation besonderen Humor, indem er mir mitteilte, er könne mir ja einen Austauschmotor schicken, damit ich den Beweger selbst reparieren kann. Dass das Gerät an keiner Stelle zu öffnen war (ein Plastikwürfel eben), schien ihm nicht bewusst zu sein. Also Beschwerde an Amazon, neues Exemplar bekommen - und so ging das Jahr für Jahr.

Und jetzt hatte ich einfach keine Lust mehr. Und so dachte ich mir: Hey, es ist an sich schon völlig irrational, so viel Geld für Uhren auszugeben, dann kommt es darauf auch nicht mehr an. Also begann ich, mich mal in höheren Preisklassen umzusehen - und da stößt man relativ schnell auf die Beweger von Modalo. Schön, hochwertig - und im Gegensatz zu Konkurrenten wie Buben & Zörweg, die natürlich noch einmal in einer ganz anderen Liga spielen, für Normalsterbliche noch erschwinglich und zumindest einigermaßen mit dem Gewissen zu vereinbaren. Also schob ich den kurzen Gedanken “Alter, bist Du eigentlich völlig bescheuert?” zur Seite und entschied mich für ein Exemplar der Baureihe Ambiente. Ausschlaggebend war neben der Optik einfach die Tatsache, dass sich jeder Uhrenplatz separat ansteuern lässt. Am Samstag habe ich den Beweger bestellt, heute kam er an. Und ich freue mich - mit Verlaub - wie Sau.

Ich hatte ein wenig Zweifel, ob ein solches Gerät den Versand unbeschadet überstehen würde, doch durch das Matrjoschka-Prinzip (Karton im Karton, zusammen mit jeder Menge Styropor) waren diese Zweifel glücklicherweise unbegründet.

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Betrieben wird das Gerät mit einem USB-Kabel, für das Modalo gleich mal die gängigsten Adapter mitliefert:

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Der Beweger selbst hat mich direkt beim Auspacken begeistert. Wenn man mal eine Weile mit diesen billigen Plastikdingern hantiert hat, die ich bisher hatte, ist es einfach schon mal etwas ganz anderes, einen so schweren und massiven Würfel (Gewicht: 4,35 Kilo) auszupacken. Doch lassen wir Bilder sprechen:

20200512_120912.jpg

20200512_121024.jpg

Die Tür schließt übrigens nicht ganz. Somit wird es nicht zu vermeiden sein, das Gerät auch innen mal abzustauben:

20200512_110658.jpg

Dazu kommt, dass die Tür magnetisch schließt - und das auch relativ fest. An sich ist das ja gut, gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass sich der Beweger trotz seines Gewichts etwas verschiebt, wenn man zum Öffnen einfach am Griff der Tür zieht, ohne mit der anderen Hand irgendwo am Gerät ein wenig gegenzuhalten. Das heißt, dass auch Fingerabdrücke auf der Hochglanz-Lackierung unvermeidlich sind. Aber irgendwas ist ja immer. ;-)

Gleiches gilt für das Herausziehen der Halter:

20200512_120926.jpg

Die Auflageflächen für die Uhr und die Schließe sind übrigens gepolstert, so dass man sich da auch wirklich nichts verkratzt.

Etwas gestutzt habe ich zunächst beim Versuch, meine Uhren auf die Halter zu setzen, denn Modalo wirbt damit, dass selbst Uhren mit einer Armbandlänge von 15 cm passen. Ich habe einen HGU von etwa 17,5 cm, schaffte es aber beim ersten Versuch nicht, meine Uhren auf die Halter zu setzen - die Bänder waren einfach zu kurz. Doch da konnte die Anleitung Abhilfe schaffen: Die Auflagefläche für die Schließe lässt sich abnehmen, so dass auch meine Uhren problemlos auf die Halter passten. Diese darunter liegende Auflagefläche ist ebenfalls gepolstert:

20200512_120944.jpg

Et voilà (da hatte ich die Uhren allerdings noch nicht gestellt):

20200512_110103.jpg

Und so sieht das alles mit geschlossener Tür aus. Was ich übrigens besonders schön finde: Während der Pausen bleiben die Uhren immer senkrecht ausgerichtet, hängen also nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf halb acht.

20200512_132549.jpg

Der Beweger fühlt sich unglaublich hochwertig an. Schon alleine die Drehregler für die einzelnen Uhrenplätze erinnern an hochwertige Hi-Fi-Utensilien und rasten auf den verschiedenen Positionen satt ein. Derer gibt es fünf:

  • Aus
  • Linksdrehung (900 Umdrehungen am Tag)
  • Rechtsdrehung (900 Umdrehungen am Tag)
  • Alternierend, also mit Wechsel der Drehrichtung (1700 Umdrehungen am Tag)
  • Alternierend, also mit Wechsel der Drehrichtung (900 Umdrehungen am Tag)
Ich lasse den Beweger auf letzterer Einstellung laufen, weil die Umdrehungen pro Tag für meine Uhren vollkommen ausreichen. Das Laufgeräusch ist übrigens kaum wahrnehmbar. Nur bei völliger Stille und wenn man direkt daneben steht, ist der Beweger bei der Arbeit zu hören.

Nun haben wir also ein neues Schmuckstück im Wohnzimmer:

20200512_121007.jpg

Und sobald sich die Corona-Situation wieder normalisiert und wir wieder Leute einladen können, freue ich mich auf die fassungslosen Gesichter. Und Fragen wie die meines Schwagers, der angesichts eines meiner alten Uhrenbeweger mal völlig erstaunt fragte: "Wieso fahren Deine Uhren denn im Kreis? Ist das sowas wie eine Waschmaschine?"
 
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I.v.e

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🏔hinter den 7 Bergen🏔
Glückwunsch zum Modalo 👍
Ich hatte auch viele Jahre einen Modalo Beweger. Als dann eines Tages die Glasscheibe zu Bruch ging und laut Hersteller kein Ersatz beschaffbar ist, haben sich unsere Wege getrennt. Das fand ich sehr schade, da sie super einfach getauscht hätte werden können.
Durch Zufall bin ich dann auf ein gutes Angebot eines Schweizer Herstellers gestoßen und super glücklich damit.

Ich wünsche dir trotzdem viel Freude mit deinem Beweger und pass gut auf die Scheibe auf 😉😊
 

Spitfire73

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Schönes, launiges Plädoyer für den Beweger und Danke fürs Mitnehmen. Ein tolles, stilvolles Schmuckstück und im Detail clever gelöst. Ich wünsche viel Freude damit. Ich habe mir vor über zehn Jahren einen 2er Beco gekauft und einer davon läuft noch. Leider gibt es am Markt unter 200 Euro überwiegend nur optische Blender mit minderwertiger, nicht standfester/nicht langlebiger Technik nach dem Zufallsprinzip. Wenn mein Beco endgültig den Geist aufgibt, werde ich über so einen Modalo nachdenken. Gefällt mir ausgezeichnet und ich hoffe, in der Preisklasse kann man dann auch den Motoren und Schaltern längerfristig statt kurzfrustig trauen.

Gruß
Helmut
 

Schwanni

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Ein sehr schöner Uhrenbeweger, danke fürs Zeigen:super:

Ich bin Perfektionist und HASSE es, wenn der Minutenzeiger die Indizes nicht trifft, weswegen ich beim Stellen einer Uhr auch mal 3-4 Anläufe nehme, bis das wirklich passt
Bei diesem Zitat musste ich schmunzeln, da erkenne ich mich wieder 😁 Allerdings habe ich es inzwischen raus, wie ich jede einzelne meiner Uhren stellen muss, damit der Minutenzeiger die Indizes genau trifft.

Bei mir geht der Perfektionismus leider noch etwas weiter, und das ist auch der Grund, warum mir ein Uhrenbeweger nichts nützen würde: Ich lege auch großen Wert auf die Genauigkeit meiner Uhren. Wenn eine Uhr nun beispielsweise 5 Sekunden am Tag vor geht und 2 Wochen auf dem Beweger war, dann muss ich sie sowieso neu stellen (bzw. bei Vorlauf zumindest die Krone ziehen, bis die Zeit wieder passt), also kann ich mir den Beweger auch gleich sparen.
Zudem sind meine Wechselrhythmen sehr unregelmäßig. Manchmal trage ich eine Uhr 2 oder 3 Wochen und denke gar nicht an meine anderen Uhren. Dann habe ich wieder Zeiten, wo ich mehrmals am Tag die Uhr wechsle. Im erstgenannten Fall wäre es wohl sinnlos, wenn alle anderen Uhren derweil ununterbrochen laufen müssten, die dürfen dann ruhig mal Pause machen. Vor allem wenn man das bedenkt, was ich im Absatz davor schrieb (sowieso neu stellen).
Wenn man grundsätzlich ein Vielwechsler ist, dann macht so ein Uhrenbeweger aber aus den von dir genannten Gründen durchaus Sinn und dann macht es auch Sinn, sich ein besseres Modell als die Billigteile von Amazon zu kaufen. Möge dein schöner neuer Uhrenbeweger sich als zuverlässig und langlebig erweisen, viel Freude damit.
 

bachmanns

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Früher oder später wird auch ein Uhrenbeweger bei mir einziehen (müssen), da ich vorhabe, jeden Tag 2 Uhren zu tragen: eine tagsüber und eine weitere abends. Die Abenduhr wird aber dann nicht mehr als 3-5 Stunden Tragezeit am Tag bekommen und das dürfte nicht ausreichen, um sie am laufen zu halten. Also müßte diese Uhr tagsüber auf den Beweger, damit sie nicht stehenbleibt. Allerdings brauche ich dann keinen 4-fachen Beweger.
 

ETA2824

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Zu letzterer Kategorie gehöre ich, seit ich mechanische Uhren für mich entdeckt habe. Aus mehreren Gründen:
  • Ich habe einfach absolut keine Lust, meine Uhren jedes Mal neu zu stellen, wenn ich sie tragen will
  • Ich bin Perfektionist und HASSE es, wenn der Minutenzeiger die Indizes nicht trifft, weswegen ich beim Stellen einer Uhr auch mal 3-4 Anläufe nehme, bis das wirklich passt
  • Ich bin gerne spontan und wähle die Uhr passend zu der Kleidung aus, die ich trage (die ich wiederum ebenfalls normalerweise spontan auswähle)

Du beschreibst den klassischen Quartz-Träger.
Wer als Besitzer von mechanischen Uhren keine Lust hat, Uhren zu stellen und aufzuziehen, verpasst das Schönste
am Leben mit mechanischen Uhren. 🤔
Das ist fast wie ein Leben ohne Sex ... 😉
 

bachmanns

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Bei mir wird das bunt gemischt sein, denn jede Uhr soll ja pro Jahr auf die gleiche Tragezeit kommen. Also sind auch die Automatiken abends dran und das geht dann nur mit Beweger, denn ich will die Uhren auch nicht permanent per Hand aufziehen.
 

Stefan_Ch

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@ChrisChris Ein sehr schönes Design 👌

Bis letzte Woche hatte ich auch Uhrenbeweger dieses Herstellers und war immer sehr zufrieden. Einmal war ein Motortausch erforderlich - Ersatzteil kam flott und war einfach zu installieren.
 

ChrisChris

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Du beschreibst den klassischen Quartz-Träger.
Wer als Besitzer von mechanischen Uhren keine Lust hat, Uhren zu stellen und aufzuziehen, verpasst das Schönste
am Leben mit mechanischen Uhren. 🤔
Das ist fast wie ein Leben ohne Sex ... 😉

Sicher nicht. ;) Ich habe eine einzige Quarz-Uhr (eine G-Shock) und könnte mir lediglich bei Gelegenheit noch die Longines VHP vorstellen, weil ich sie technisch interessant finde. Ansonsten liebe ich mechanische Uhren wegen ihres Innenlebens. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mir das Leben unbedingt schwerer machen muss als nötig.

Ich liebe es und freue mich jeden Tag darauf, meine Steinhart Military (ETA Unitas) aufzuziehen - aber wenn in der heiligen Bibel der mechanischen Uhren irgendwo steht "Du sollst Deine automatischen Uhren vor dem Tragen stellen und aufziehen!", gilt das nicht für mich. Nein, das Aufziehen und Stellen ist nicht das Schönste. Das Tragen und Wissen um das Innenleben ist es. Zumindest für mich.
 

ChrisChris

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Es ist Zeit für ein Update. Leider.

Bereits zwei Tage nach diesem ersten Testbericht fiel mir auf, dass sich das linke untere Fach nicht mehr rührte. Auch wenn ich den Stecker zog oder den zugehörigen Drehregler auf "aus" und danach wieder auf Position 5 stellte, vollführte der Halter eine ganze Umdrehung und blieb dann wieder auf 12 Uhr stehen. Und das einen Tag vor meinem Geburtstag, zu dem ich mir den Beweger eigentlich selbst geschenkt hatte (ja, ich habe mein Geschenk vor meinem Geburtstag ausgepackt). Hui, war ich genervt. Ich hasse sowas.

Also eine Mail an Modalo geschrieben, innerhalb von knapp 30 Minuten eine Antwort mit einem Rücksende-Etikett bekommen - und noch am gleichen Abend trug ich den Beweger zur Post. Hier im Thread habe ich dazu nichts geschrieben, weil ich aus einer gefühlten Mücke keinen Elefanten machen wollte und der Meinung bin (und kein Problem mit der Tatsache habe), dass es Montagsgeräte halt einfach immer mal gibt.

Ein paar Tage später bekam ich ein Ersatzgerät geliefert. Mein Geburtstag war zwar logischerweise schon vorbei, aber egal. Jetzt ist alles gut. Dachte ich.

Mittlerweile ist allerdings auch das Austauschgerät wieder auf dem Weg nach Hamburg, denn während der Beweger in der Anfangszeit noch so leise war wie in meinem Startposting beschrieben, waren seit einigen Tagen drei der vier Fächer im Betrieb auch von der Couch aus (Entfernung etwa drei Meter) deutlich hörbar - und eines dieser drei Fächer hatte ein derart penetrantes Zwitschern entwickelt, dass ich es abschalten musste, wenn ich einen Film sehen wollte. Einfach weil das Geräusch aufgrund seiner hohen Frequenz tierisch nervte und so laut war, dass ich es sogar aus jedem Raum unserer Wohnung hören konnte, wenn die Türen offen waren und ansonsten Stille herrschte.

Also warte ich nun auf Gerät Nummer 3 und hoffe, dass der Beweger dann wirklich dauerhaft das tut, wofür er gebaut wurde: Verdammt gut aussehen, leise laufen und meine Uhren angemessen in Szene setzen. Denn falls nein, werde ich den Kauf rückabwickeln und meine Uhren weiter in 70-Euro Plastikwürfeln rotieren lassen. Die sehen zwar billig aus, aber wenigstens ärgere ich mich nicht so, wenn sie irgendwann nicht mehr funktionieren.
 

MichaelHermelin

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Ich kann leider nicht trösten. Ich habe jetzt 15 Uhrenbeweger durch. Hier gehen die Diskussionen immer um den möglichen zusätzlichen Verschleiß der Uhren, aber ich hatte immer viel früher einen Defekt am Uhrenbeweger, als die jeweiligen Uhren zur Revision mussten. Als Ingenieur habe ich immer die Laufwerke untersucht und i.d.R. einfache Konstruktions-, Teile- oder Fehler bei der Werkstoffwahl feststellen müssen. Auch bildet der Preis nicht mögliche Qualität ab. Und wenn einer mal läuft und läuft, dann löst sich das Uhrenpolster auf und man bekommt nach 5 Jahren keinen Ersatz mehr (die nicht wiederbeschaffbare Glasplatte passt in dieses Bild).
Mechanische Probleme begründen sich u.a. auf dem weiten axialen Abstand zwischen Antrieb/Lagerung und (schwerer) Uhr und Exzentrizitäten, die den Antrieb im Drehmoment ungleich belasten. Und dann konkurrieren auch noch feines, edles Aussehen, leiser Antrieb und kraftvolle Bewegung (für schwere Uhren)...
 

ChrisChris

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So, das nächste und gleichzeitig letzte Update: Nachdem DHL fast eine Woche gebraucht hat, um den Beweger von Nürnberg nach Hamburg zu transportieren, habe ich heute eine Mail von Modalo erhalten: Man habe den Beweger einem Testlauf unterzogen und konnte dabei keine Laufgeräusche außerhalb der Norm feststellen. Keine Ahnung, wie das möglich ist, aber vielleicht war das ein Resultat der fast einwöchigen Ruhe, die er hatte. Dazu kamen dann vermutlich auf dem Transportweg noch ein paar kleinere Erschütterungen - wer weiß, was die noch für Folgen hatten.

Jedenfalls hatte ich nun zwei Möglichkeiten: Das Gerät wieder zu mir zurückschicken zu lassen - oder die Erstattung des Kaufpreises. Ein Austauschgerät ging nicht mehr, weil das Modell vergriffen ist. Und nachdem mir das Risiko zu groß war, dass er bei mir irgendwann wieder anfängt zu zwitschern, habe ich mich schweren Herzens für die Erstattung entschieden. Einen Tausch gegen ein anderes Modell wollte ich nicht ins Spiel bringen, weil die Mechanik ja die gleiche ist.

Schade. Der Beweger war ein echtes Schmuckstück in unserem Wohnzimmer.

Naja, dann rotieren meine Uhren (oder wenigstens zwei davon) wieder in ihrem Plastikwürfel. Vollkommen stillos, keine Frage. Aber dafür wenigstens leise.

20200623_150326.jpg
 

MichaelHermelin

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Richtige Entscheidung. Schön aussehen, ohne dass man ihn zum Drehen anstellen mag, ist Geld vertan. Ich habe einen Zweier-Schnellaufzieher, auf die ich die Uhren allerdings abends aufspannen muss. Und nach 10 min die nächsten zwei. Macht auch nicht richtig Spaß, aber dann laufen sie 24-37h.
 

ChrisChris

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Richtige Entscheidung. Schön aussehen, ohne dass man ihn zum Drehen anstellen mag, ist Geld vertan.

Ja, absolut. Aber unabhängig davon: Der E-Mail-Support von Modalo sucht seinesgleichen. Antworten sehr freundlich und innerhalb von weniger als 30 Minuten - und die Benachrichtigung der Bank bezüglich der Rückzahlung habe ich ebenfalls schon erhalten. Da können sich ein paar andere mehr als nur eine Scheibe abschneiden. Beeindruckend. Zu schade, dass es nicht sein sollte.
 

MichaelHermelin

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Ja, ist dann nur schade, dass sie bei dem Aufwand und Kundendienst/-betreuung dann günstige Teile beziehen, die dem Anspruch nicht genügen. Ich hätte mir auch ein glücklicheres Ende für Dich (und uns alle) gewünscht.
 
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