Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3

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HelPol

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Heute will ich auch zum ersten Mal eine Uhr vorstellen (die aber bereits von einem Forenkollegen vorgestellt wurde).
Falls ich irgendwelche Vorgaben nicht erfülle, bitte ich die Moderatoren, mich darauf hinzuweisen, ich werde mein Bestes tun, um dies zu ändern.

Erst einmal: Wie bin ich auf die Uhr aufmerksam geworden?
Schon vor längerer Zeit hatte ich auf dem Smartphone Werbeeinblendungen der Firma Machia.
Normalerweise schließe ich solche nervigen PopUps immer sofort, aber die Form der Uhren hat mich irgendwann doch interessiert.
Also die Homepage besucht und unter den vier verfügbaren Versionen einen Favoriten gefunden, der aber wie alle Varianten ein paar Ausschlusskriterien aufwies:
  • Quarz, ich war zu der Zeit noch auf dem Trip, dass eine echte Armbanduhr mechanisch zu sein hat, möglichst mit Automatikaufzug.
  • 100% China, richtige Uhren kommen aus Deutschland oder der Schweiz oder zur Not noch aus Japan!
  • Bei den Totalisatoren schwarze Zeiger auf schwarzem Hintergrund, wer bitte verbricht denn so einen Designfehler?
Fazit: Schaut gut aus aber braucht kein Mensch, Thema erledigt!

...

Monate später, mittlerweile nenne ich auch ein paar Quarz-Chronographen mein Eigen (man wird ja wohl noch seinen Horizont erweitern dürfen :D ), stolpere ich hier über die Vorstellung von @ChronoBoi und die Uhr kommt mir wieder in den Sinn, sie gefällt mir ja eigentlich immer noch ganz gut.
Den verlinkten Blog gelesen, ein Video zur Uhr gefunden, die Entstehung von @machia hier im Forum nachgelesen und Magnus kontaktiert, ob er mir nicht z. B. weiße Zeiger in die Totalisatoren basteln (lassen) könnte.
Die Sache mit „Uhren aus China“ war mir hier auch sympathischer, weil auf der Box eben auch „Made in China“ steht und nicht irgendwie ein Chinaprodukt zu „Made in woanders“, durch welche legalen Methoden auch immer, „umgelabelt“ wird.
Diese Ehrlichkeit gefällt mir sehr.

Der Schriftverkehr mit Magnus war sehr angenehm und er hat mir ein paar Möglichkeiten aufgezeigt, wie man seitens Machia für „meine“ Uhr dem suboptimalen Zeigerkontrast entgegenwirken könnte.

Da Helmut aber ein äußerst ungeduldiger Mensch sein kann, wenn er etwas will, habe ich mir das Video und alle Verfügbaren Fotos mehrmals angeschaut und festgestellt, dass das mit schwarz auf schwarz vielleicht doch gar nicht so schlimm sein könnte und ich das „in Natura“ sehen muss.
Also einfach mal auf „Bestellen“ geklickt.

Dadurch, dass die Zeiger die weißen Indexe zum größten Teil überdecken, ist die Ablesbarkeit tatsächlich bei Weitem nicht so schlecht wie befürchtet, und auch der pingelige Helmut kann (sehr) gut damit leben.

Folgender Plan also: Einfach an der Uhr erfreuen und Spaß damit haben.
Der Plan wurde aber nach ein paar Tagen dadurch zunichte gemacht, dass der Stoppminutenzeiger immer wieder auf verschiedene Positionen nullte.
Erster Verdacht: Ich bin zu doof, ihn korrekt zu kalibrieren, also Tante Google angeworfen und nach ausführlichen Bedienungsanleitungen zu diesem Werk gesucht.
Leider habe ich nichts zur Kalibrierung des Stoppminutenzeigers gefunden, scheinbar kann man bei diesem Werk nur den Stoppsekunden- und den 1/10-Sekundenzeiger kalibrieren.
Bei der Gelegenheit habe ich auch einige (ältere) Beiträge zu diesem Werk mit dem gleichen Problem gefunden.
Fehler passieren in den besten Familien, scheinbar habe ich ein fehlerhaftes Werk erwischt, also letzten Sonntag nochmal Kontakt mit Magnus aufgenommen und das Problem geschildert.
Bereits am Dienstag war ein Paket mit einer Austauschuhr unterwegs zu mir, welches heute ankam (für den sehr großen und meist schnellen, in diesem Fall aber langsamen arbeitenden Paketdienstleiter, kann man Machia nun wirklich nicht verantwortlich machen).
Da ich Magnus auch gefragt habe, ob ich in dem Zuge gleich noch ein Ersatzband für irgendwann kaufen kann, sagte er, ich solle gleich die Bänder von der defekten Uhr nehmen, weil er momentan keine einzelnen Bänder vorrätig hat.
Dass mal ein defektes Gerät durchrutscht passiert den Besten, für mich ist es dann wichtig, wie der Hersteller damit umgeht.
Besser als Magnus kann man das meiner Meinung nach nicht handhaben.


Gehäuseform und -dimensionen:

Achteck mit einer Höhe und Breite von 40,00mm (ohne Hörner/Kronenschutz), die schrägen Seitenabstände betragen 41,15mm.
Die Krone mit dem schrägen Kronenschutz, in dem sich die rechteckigen Drücker befinden, ragt um 4,30mm nach rechts aus dem Gehäuse.
Die Gesamthöhe (ohne Hörner) beträgt 11,35mm.
Die 8,00mm langen Hörner für das integrierte Band gehen schräg nach unten, so dass sich ein Maß von Hornende zu Hornende (parallel zum Glas gemessen) von 52,00mm ergibt.
Durch die Schrägstellung der Hörner trägt sich das aber wesentlich kleiner als die nackte Zahl vermuten lässt.
Das Maß von Federstegbohrung zu Federstegbohrung beträgt 47,00mm (auch parallel zum Glas gemessen).
Der Bandanstoß beträgt 20,00mm.

Interessehalber habe ich die Uhr auch einmal auf eine taktile/optische 3D-Koordinatenmessmaschine gelegt, um Winkligkeiten, Parallelitäten und Symmetrien der vielen, sehr hochwertig gearbeiteten Kanten zu prüfen und dabei festgestellt, dass sich die Abweichungen alle im µm-Bereich bewegen, was man durchaus als hervorragende Präzision bewerten kann.
Als Ausrichtung habe ich für die Raumausrichtung die Oberfläche des Glases gewählt, zur Ebenenausrichtung verwendete ich die konstruierte Gerade vom Zifferblattmittelpunkt zur Kronenmitte, die Nullpunkte in X und Y legte ich in den Zifferblattmittelpunkt und den Nullpunkt in Z auf die Glasoberfläche.
Als Auswertefilter wählte ich heutigen GPS-Standards entsprechend die Methode nach Tschebyschef.

Wie ich in meinem bisherigen Berufsleben schon oft feststellen durfte, heißt Chinaproduktion nicht automatisch mindere Qualität, die können (mindestens) genauso gute Qualität wie wir in Deutschland, was auch die hier vorgestellte Uhr bestätigt.
In China wird halt die Qualitätsstufe produziert, die man zu bezahlen bereit ist.

Zusätzliche Angaben lt. Hersteller:

In der Uhr, die ein innen entspiegeltes Saphirglas trägt, werkelt ein Miyota 6S20 Quarzwerk.
Die Wasserdichte ist mit 100m angegeben und als Gehäusematerial wurde mattierter (ich vermute glasperlgestrahlter), korrosionsbeständiger Stahl (ich glaube, mal irgendwo AISI316L gelesen zu haben) verwendet.
Bei der hier Vorgestellten Version sind Drücker, Krone und Lünette schwarz PVD-beschichtet, was zum Panda-Design des Zifferblattes meiner Meinung nach hervorragend passt.
Die tagsüber weiße Lume (Swiss Luminova BGW9) auf Stunden-/Minutenzeiger und den Indizes leuchtet im Dunklen in einem gefälligen Blau.
Die schwarzen Totalisatoren haben eine Ringprägung.

Am schwarzen Silikonband findet sich eine dem Gehäuse entsprechende Dornschließe.
Die Zeiger treffen die Indizes bei beiden Uhren, die ich momentan noch hier habe, einwandfrei.

...

Die Vorstellung ist jetzt doch etwas länger geraten als geplant, deshalb wird es jetzt Zeit, für die, die noch nicht eingeschlafen sind oder weggeschaltet haben, ein paar Bilder anzuhängen:

MachiaV5.3_Box1.jpgMachiaV5.3_Box2.jpgMachiaV5.3_Box3.jpgMachiaV5.3_Box4.jpg

MachiaV5.3_06092022b.jpgMachiaV5.3_06092022l2.jpg

MachiaV5.3_Boden.jpgMachiaV5.3_Schließe.jpgMachiaV5.3_Seite.jpg

Auch am Nato macht sie, wie ich finde, eine recht gute Figur:

MachiaV5.3_Nato1.jpgMachiaV5.3_Nato2.jpgMachiaV5.3_Nato3.jpgMachiaV5.3_Nato4.jpg

MachiaV5.3_Duo.jpg

Müsste ich das Gesamtpaket Machia (Produkt, Kundenkontakt, Service) bewerten, würde ich 9/10 Punkten vergeben, was nach IHK-Notenschlüssel die Note 1,6 ergeben würde.
Den einen Punkt ziehe ich für die Farbwahl bei den Totalisatorenzeigern ab.
Als Anregung für künftige Projekte könnte man darüber nachdenken, diesen entweder einen weißen Strich in der Mitte längs, entsprechend den Stunden-/Minutenzeigern, zu geben, oder, um die Zweifarbigkeit zu invertieren, weiße Zeiger mit einem schwarzen Strich in der Mitte zu verbauen.

LG, Helmut
 
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HelPol

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Vielen Dank lieber Bernhard, ich werde sie natürlich nächste Woche auch mitnehmen :-)

LG, Helmut
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #4
Thomas117

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Willkommen lm Club! Schöne Vorstellung, besonders die "Vermessung"...:super: Am Natoband sieht sie auch wirklich richtig gut aus!
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #5
HelPol

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Vielen Dank auch Dir, @Thomas117 :-)
Ich bin ja messtechnisch vom Fach und muss ohnehin noch ein bisschen mit dem optischen Sensor und seinen Lichteinstellungen an der Messmaschine üben, da kommt man schonmal auf so komische Ideen :D

Das mitgelieferte Silikonband trägt sich wirklich hervorragend, hat aber das gleiche "Problem" wie Lederbänder auch bei mir: auf dem einen Loch minimal zu eng, auf dem anderen Loch minimal zu weit für mein seltsames Handgelenk :face:
Hatte mir ursprünglich gedacht, dass bei der speziellen Gehäuseform ausschließlich speziell angepasste Bänder passen.
Da ich von der defekten Uhr eh das Band abnehmen musste dachte ich mir, kannst ja mal mit den beiden Natos spielen und muss sagen: Ja, passt auch gut :-)

LG, Helmut
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #6
machia

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Hallo zusammen, Hallo Helmut!

Sehr coole Idee mit der Vermessung! Da bin ich ja erleichtert, dass auch du die von mir angepriesene Präzision bestätigen kannst! :-)

Am Nato habe ich den ersten Prototypen lange getragen, da das Silikonband noch nicht fertig war. Sieht auch bei dir super aus! Vielleicht könnte ich ja Natos ins Sortiment aufnehmen. Eventuell mit roten Ziernähten? Was denkst du?

Viel Spaß weiterhin mit deiner neuen Uhr! Dein Enthusiasmus schwappt durch das Forum förmlich zu mir herüber :-)

Beste Grüße

Magnus
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #7
HelPol

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Servus Magnus,

messtechnisch habe ich eine Berufskrankheit, ich muss einfach alles messen, was ich messen kann :face:
Und wenn ich etwas nicht messen kann, wird so lange rumgetüftelt, bis ich es messen kann :D

Heute mit langärmeligem Hemd war mir das Silikonband immer auf dem einen Loch ein wenig zu locker, auf dem anderen Loch ein wenig zu eng, also kommt sie für morgen mal ans schwarze Nato :-D

Da der Chronograph-Schriftzug recht zierlich daherkommt wäre natürlich ein schwarzes Nato mit dünnen roten Ziernähten wohl nicht das schlechteste.
Oder ein entsprechendes einfaches Durchzugsband.
Oder...
Oder ... :lol:
Bin schon gespannt was aus Deinem Hause noch so daherkommt :-)

LG, Helmut
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #8
HelPol

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Habe heute mal wieder auf das originale Silikonband gewechselt und wäre fast verzweifelt.
Das Band ist so passgenau auf die Aussparung im Gehäuse gefertigt, dass ich die Federstege fast nicht mehr in die Bohrungen bekommen hätte :face:

MachiaV5.3_24092022l3.jpg

Oder ist das viele Koffein vom neue Kaffeemaschine einstellen schuld an meinen leicht zittrigen Fingern? :hmm:

LG, Helmut
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #9
MartlRS

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Die wär mir am Samstag ja fast durch die Lappen gegangen. Kurz vorm gehen noch gesehen und gleich gefallen an ihr gefunden :super: Die hat was👍
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #10
HelPol

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Ich hatte sie ja anfangs noch am Arm und da teilweise unter dem Ärmel und erst nach dem Essen in die Box zurück getan :D

Aber beim nächsten Mal habe ich sie sicher auch wieder dabei :-)

LG, Helmut
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #11
MartlRS

MartlRS

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Dann werd ich sie auch ganz gewiss nochmal befummeln müssen :D
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #12
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Immer gerne :-)

LG, Helmut
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #13
Prinz-Valium

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Schöne Uhr, sieht wertig aus. :super:
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #14
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Echt eine schöne Uhr!
Noch ganz viel Freude damit!
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #15
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ChronoBoi

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@HelPol richtig cool dass ich dich mit "Schuld" an deiner neuen Uhr habe. Aber sie scheint dir ja genauso zu gefallen wie mir!
 
  • Mein erster "echter Chinaböller": Machia V5.3 Beitrag #16
HelPol

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Mit solcher Schuld kannst Du sicher sehr gut leben :winken:
Auch heute ist sie wieder am Arm:
MachiaV5.3_03102022.jpg

LG, Helmut
 
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