Man versteht Bahnhof: Eterna Kontiki Royal Chronograph, ref. 7755.40.50.0280

Diskutiere Man versteht Bahnhof: Eterna Kontiki Royal Chronograph, ref. 7755.40.50.0280 im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde Ich habe mich ja bereits in meiner Vorstellung einer etwas älteren Uhr hier im uf als Eterna-Fanboy geortet...
Brambilla

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Eterna Laden.jpg

Liebe Freunde

Ich habe mich ja bereits in meiner Vorstellung einer etwas älteren Uhr hier im uf als Eterna-Fanboy geortet.
https://uhrforum.de/abenteuer-mauerbluemchen-etwas-brigitte-bardot-eterna-kontiki-200-m-633-1570-41-a-t345550

In der nun folgenden Vorstellung präsentiere ich ein aktuelles Modell aus der Kontiki-Reihe von Eterna: der Kontiki Royal Chronograph (7755.40.50.0280).

B13.jpg

Regelmässig habe ich bei Uhrenkäufen meine Taler zu den Eterna-Konzis getragen. Letztmals Anfang dieses Jahres, als ich nach einem Chrono mit einer gewissen sportlichen Attitüde Ausschau hielt. Nach einem ersten Ausschlussverfahren (kein allerwelts 7750 und auch keine Omega Moonwatch) befragte ich in trauter Zweisamkeit mein Bankkonto. Dessen unmissverständliche Antwort („A Zenith Defy EP? Forget it!“) liess mir eigentlich nur noch die Wahl zwischen einer Tudor BB, mit dem vom Hörensagen formidablen Breitling-Kaliber, sowie der hier gezeigten Eterna.
Ich gebe zu, die Tudor hatte bei mir dann bei näherer Betrachtung keine echte Chance. Weniger wegen dem Snowflake-Zeiger oder dem lediglich auf 45 Minuten zählenden Toti. Voreingenommen von Eterna wie ich bin, ist für mich die 2016 vorgestellte Royal Kontiki in optischer Hinsicht stimmiger und schlicht die coolere Uhr. Das ist aber natürlich höchstgradig subjektiv und soll die Tudor keinesfalls schlecht reden.

B9.jpg

Bahnhof
Bei jedem Kauf einer neuen Uhr macht man sich – bewusst oder unbewusst - immer auch Gedanken zum Image und der aktuellen Marktpräsenz des betreffenden Herstellers.
Mit dem Image von Eterna ist das ja nun so eine Sache. Die Marke wird heutzutage, wenn überhaupt, vor allem wegen ihrer langen und ehemals sehr erfolgreichen Geschichte ernst- und wahrgenommen und weniger aufgrund ihrer aktuellen Kollektion. Trotz teilweise beachtlicher Qualitäten bezüglich Technik und Design sind die aktuellen Erzeugnisse von Eterna zur Zeit nicht gerade dafür berühmt, als „Hot Shit“ in der Szene reihenweise Verkaufserfolge einzufahren.
Zur Erhellung des heutigen Stellenwerts der Uhren von Eterna passt folgende Anekdote, die mir während einer Physiotherapie wegen meiner Achsel- und Nackenverspannung passierte. Ich liege also auf dem Massagetisch in froher Erwartung einer schmerzmildernden Behandlung, als mich der Physio plötzlich fragte:
„Sie interessieren sich für Uhren?“
Ich: „Ja schon, wie kommen Sie darauf?“
Er: „Sie tragen eine Eterna, die kauft man nur, wenn man Fan der Marke ist.“

Ich musste mir sagen, der junge und geschmackssichere Mann – er spart für seinen 30. Geburtstag auf eine Zenith El Primero - liegt mit seiner Einschätzung nicht ganz falsch. Noch vor 40 Jahren war Eterna, jedenfalls in der Schweiz, eine sehr bekannte und weit verbreitete Uhrenmarke, man sah sie an den Handgelenken junger Konfirmanden, alter Bankdirektoren oder jung gebliebener Fahrlehrer. Heutzutage hingegen hat Eterna wirtschaftlich einen schweren Stand und nicht wenige sehen am Horizont schon das baldige Ende für die über 160 Jahre alte Uhrenfirma. Irgendwie haftet Eterna der Hauch eines verarmten Adligen an, dessen beste Zeiten längst vorbei sind.

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Der nicht ganz problemfreie wirtschaftliche Zustand von Eterna lässt sich übrigens ohne Nackenmassage allein schon visuell in Grenchen, dem Firmenstandort, erfahren, sofern man Zugsreisen nicht gänzlich abgeneigt ist. Dann erkennt man rasch, dass in dieser Stadt (eher: verstädtertes Dorf) ein Süd- und ein Nordbahnhof existieren.

Fährt man nun von Zürich Richtung Biel, sieht man beim Halt am Südbahnhof in der Stadt das geschäftig wirkende Breitling-Verwaltungsgebäude mit einer Spitfire auf dem Dachbalkon. Und man stellt sich dabei gerne vor, wie der Herr Kern nach einem Meeting mit schnellem Schritt das Cockpit des eleganten Fliegers entert und mit heissem Blick auf die Jagd nach neuen Marktanteilen für Breitling gen Himmel steigt. Dynamik pur eben.

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Wer aber im Zug von Basel Richtung Biel herkommt, der hält am beschaulichen Nordbahnhof von Grenchen zwischen der Fortis- und der Eterna-Fabrik. Bei der letzteren wurde der gläserne Hauptzugang mit der Empfangsloge mittlerweile aus Spargründen geschlossen. Heutzutage müssen sich Besucher der Eterna auf der Rückseite des Gebäudes, bei der Anlieferung, mit einem Telefon anmelden.

Eingang Eterna.jpg

Immerhin harrt die nackte Bronze-Dame immer noch, wenn auch etwas einsam, neben dem verwaisten Haupteingang aus. Ihren Blick auf das linke Handgelenk gerichtet, scheint es fast so, als habe sie von den aktuellen Problemen der Firma die Nase voll und erinnere sich statt dessen lieber an die grossen Errungenschaften der Eterna.
Der Film im Kopf-Kino der Dame zur Geschichte von Eterna wäre mehr als abendfüllend. Da hierfür keine Zeit ist, picken wir im Sinne von short cuts nachfolgend einige Highlights in der bewegten Geschichte von Eterna heraus.


Short Cut 1: Eterna und ETA
Oftmals wenn von Eterna die Rede ist, fällt sehr schnell das Stichwort ETA. Dieser Werkhersteller, heute allgegenwärtig und mit Sicherheit ein profitabler Posten innerhalb der Swatch Group, war ja ursprünglich die Rohwerkabteilung von Eterna. Grund dafür, dass Eterna 1932 seine Werkproduktion unter eigenem Firmennamen ins Leben rief, waren die damals schwierigen wirtschaftlichen Zeiten.

Die Weltwirtschaftskrise sowie das Schablonieren, d.h. die massiven Ausfuhren von einfach zusammensetzbaren Uhrenbestandteilen (fix-fertige Kits ohne Gehäuse, ZB und Zeiger) ins Ausland, setzten der eidgenössischen Uhrenindustrie massiv zu. Die Arbeitslosigkeit in der ehemals blühenden Industrie nahm zu, ebenso die Angst vor billigen Swiss-Made-Uhren aus dem Ausland. Also rückte man zusammen. Um die Werkherstellung effektiver zu gestalten und am Schablonieren zu hindern, wurden mit staatlicher Hilfe möglichst viele Werkhersteller in der Superholding ASUAG (Allgemeine Schweizerische Uhrenindustrie AG) zusammengefasst. Auch Eterna hatte massive wirtschaftliche Probleme und musste zu Beginn der 30er Jahre einen Verlust von 3 Mio. CHF ausweisen. Als Hersteller von Fertiguhren und Uhrwerken war Eterna gezwungen, seine Kaliberproduktion rechtlich unter dem Namen ETA zu verselbständigen, damit diese 1932 der Holding beitreten konnte.

Die Fertiguhrensparte von Eterna schloss sich innerhalb der ASUAG mit den Marken Longines, Certina, Rado, Edox, und Oris zusammen. Eterna wurde aber immer noch bevorzugt von ETA, dem stärksten und wichtigsten Rohwerkhersteller innerhalb der ASUAG, bedient. Eterna und ETA durften zudem ihre Gewinne „poolen“ und blieben somit faktisch wirtschaftlich eine Einheit.

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Der Rest ist Geschichte: mit der 1930 gegründeten SSIH (v.a. Omega und Tissot) fusionierte die ASUAG 1983 zum damals grössten Uhrenkonzern der Welt, der ASUAG-SSIH. Da sich die Banken aus dem Konzern verabschieden wollten, übernahm ein gewisser Nicolas G. Hayek 1985 die Mehrheit an der Uhrengruppe. Zunächst wurde unter dem neuen Namen SMH die Produktion von Werken der verschiedenen Marken nach und nach in der ETA in Grenchen zentralisiert. Omega, Certina, Longines und Oris stoppten in der Folge (für längere Zeit!) die Herstellung eigener Kaliber. Schliesslich wurden zahlreiche Uhrenmarken an Dritte verkauft. Neben Edox und Oris eben auch Eterna. Zuerst kaufte die PCW-Gruppe (Zementindustrie, aber auch Möbel wie de Sede) Eterna, 1995 übernahm die F. A. Porsche Beteiligungen GmbH und seit 2011 ist die chinesische Citychamp am Ruder. Mich wundert übrigens heute noch, weshalb Hayek die Eterna verkaufte. Wer von Euch hier im uf eine Ahnung oder spezifisches Wissen hierzu hat, darf das gerne mitteilen.

Short Cut 2: Eterna und Innovationen
Eterna war schon immer ein Pionier in der Entwicklung neuer Ideen zur Verbesserung von Uhrwerken. Beispielsweise war es die Firma Eterna, welche die erste mechanische Armbanduhr mit Wecker in Serie herstellte, Jahrzehnte vor der Vulcain Cricket.

Eterna gehörte auch zu den Pionieren des zentral angeordneten Sekundenzeigers und entwickelte bereits Anfang der 30er Jahre erste Prototypen von Automatikkalibern. Zu einer Zeit, als Rolex bekanntlich gerade als Erster einen umlaufenden automatischen Aufzug („Perpetual“) hat patentieren lassen.

Dank dem Patentschutz war der Zentralrotor damit für längere Zeit (15 Jahre) eine Rolex-Angelegenheit, allerdings eben mit dem Rolex-typischen Gleitlager. Und genau hier kommt die alte Kamelle mit dem Kugellager von Eterna ins Spiel. Wir schreiben das Jahr 1948, der Patentschutz von Rolex für den umlaufenden Zentralrotor ist mittlerweile abgelaufen. Bei Eterna arbeitet ein findiger Ingenieur namens Heinrich Stamm, welcher nun erstmals den Rotor für den automatischen Aufzug um ein kleines Kugellager drehen lässt. Überliefert ist, dass Heinrich Stamm den Auftrag hatte, für Damenuhren respektive für kleine Uhren (welche damals schwer in Mode kamen) einen effektiven automatischen Aufzug zu entwickeln. Er wusste, dass kleine Uhrwerke logischerweise nur leichte Schwungmassen zuliessen und dass mit den damals üblichen Gleitlager die Reibung je nach dem zu gross war, um einen ausreichenden Wirkungsgrad zu erreichen.

Heinrich Stamm (intern bekannt unter dem Spitznamen Daniel Düsentrieb) und sein Team enttäuschten die Chefs nicht und der Kugellager-Rotor wurde zu einem regelrechten Standard in der Industrie. Neben einer reduzierten Lagerreibung und auch eines geringeren Lagerspiels konnte durch den Wegfall einer zusätzlichen Brücke für das Gleitlager die Bauhöhe gesenkt werden. Die Kaliber Eterna 1198 und Eterna 1199 hatten eine Höhe von nur 5,35 mm und besassen ein Wechselgetriebe mit federlosen Klinken (ebenfalls eine Eterna-Entwicklung). Im Übrigen behielt sich Eterna diese Innovation gegenüber der „eigenen“ ETA vor. Deren Automatik-Kaliber 1216 und 1256 von 1950 besassen immer noch das Gleitlager.
Die fünf Kugeln des Lagers mit einem Durchmesser von jeweils nur 0,65 mm wurden von einer Bieler Spezialfirma hergestellt. Deren Produkte, wohl beflügelt durch den fulminanten Erfolg im Uhrensektor, traten später sogar die Reise zum Mond an. Miniaturkügelchen der besagten Firma kamen in den Lebenserhaltungssystemen von Raumanzügen der NASA-Astronauten bei der Apollo 11 Mission zum Einsatz.

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Später ersetzte Eterna das doppelstöckige Klinkenrad durch zwei nebeneinanderliegende Räder, wodurch sich die Bauhöhe nochmals reduzieren liess. In den Centenaire-Modellen von 1956 tat das seinerzeit flachste Automatic-Werk (Kaliber 1428U) seinen Dienst, 1962 wurde ein Rekord mit dem Kaliber 1453 erzielt (3,6 mm inklusive Datumsanzeige).
In den 70er Jahren kamen von Eterna und ETA zudem wichtige Impulse und Erfindungen im Bereich der elektronischen Uhren hinzu. Insbesondere dank einer Verbesserung des Bulova-Patents der Stimmgabeluhr (auch hier war Daniel Düsentrieb und sein Team beteiligt), konnte Eterna mit der Sonic-Reihe nochmals grosse Aufmerksamkeit erregen. (Die Geschichte der Eterna Sonic wäre übrigens Stoff für eine eigene Vorstellung...).

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Short Cut 3: Eterna strikes back: EMC
Genau 150 Jahre nach der Gründung der Eterna (damals noch unter dem Namen Dr. Girard und Schild) fertigte Eterna 2006 erstmals nach der Abtrennung von ETA wieder eigene Kaliber. 2012 gründete Eterna seine eigene Werkproduktions-Firma unter dem Namen EMC (Eterna Movement Company). Neben Spezialitäten fertigt die EMC das Kaliber 39. Diese 4 Hz Kaliberfamilie mit einer Gangreserve von 65 Stunden ist nichts weniger als ein komplettes modularers System. Ausgehend von einem Basis-Grundkaliber lassen sich die verschiedenen Modul-Varianten (Handaufzug, Automatik, Chronograph) an denselben Befestigungspunkten einer Basisplatine anbringen.

Hier ein Bild des Basiskalibers (von: ablogtowatch.com):
Eterna-Caliber-39-movement-aBlogtoWatch-16.jpg

Mit den zusätzlichen Komplikationen (Datum, Day-Date, Datumsanzeige über Zeiger, GMT, zentrale oder dezentrale Sekunde, Gangreserve) lassen sich nach Aussage von EMC insgesamt 88 verschiedene Variationen realisieren, ohne dabei relevant in die Werksarchitektur eingreifen zu müssen. Die Version im hier gezeigten Royal Kontiki Chronograph trägt den Kalibernamen 3916A. Das Chronographenmodul mit Säulenradschaltung wird dabei nicht wie bei anderen modularen Systemen auf der Zifferblattseite angebracht, sondern auf der unteren Werksseite. Was einfach tönt, dürfte in der Entwicklung durchaus Schwierigkeiten geboten haben. Es ist bekanntlich schwieriger, ein gutes Werk bei gleichzeitiger Modularität möglichst einfach zu designen anstatt kompliziert. Interessant ist zudem, dass über 70 % der im Kalber 39 verwendeten Bauteile aus Grenchen kommen (inklusive die Hemmungsgruppe).

Übrigens entsprechen die Abmessungen des 3916A haargenau denjenigen eines Valjoux 7750. Ein solches Kaliber ist daher auch für Drittabnehmer interessant. Wenn man bedenkt, dass nach einem Urteil der Schweizerischen Wettbewerbskommission die Lieferpflicht der Swatch Group an sogenannte Einschaler mit ETA-Werken ab Ende 2019 ausläuft, könnte dem Kaliber 39 durchaus eine grössere Bedeutung im mittleren und gehobenen Bereich zukommen. Man spricht davon, dass ab einer Menge von 500 Werken das Kaliber 39 im Durchschnitt so um die 300 CHF kostet, das Chrono-Werk etwa das Doppelte.

Anhang anzeigen B17.jpg

Mit dem Wiederanknüpfen an die eigenen Manufaktur-Kompetenzen durch die EMC kehren wir thematisch wieder zur hier vorzustellenden Uhr zurück.

Eindruck und Fazit zur Royal Kontiki Chrono
Der Royal Kontiki Chrono ist eine sportliche Uhr, ohne dass eine gewisse Eleganz auf der Strecke bleibt. Schauen wir das Design etwas näher an, so springt die Verwandtschaft zur ersten Royal Kontiki aus dem Jahr 1976 ins Auge. Formal wird der Chrono von der Lunette mit den charakteristischen fünf „Wannen“ geprägt, welche die fünf Kugeln des Eterna-Emblems zitieren. Die Wannen selber werden von fünf Imbusschrauben abgetrennt. Ich denke mal, Gerald Genta hätte mit dem Design der Lunette sicher leben können. Das sich leicht zum Boden hin verjüngende Gehäuse mit den relativ kurzen Bandanstössen sorgt für einen angenehmen Sitz auf dem Handgelenk und macht die 42.5 mm breite Uhr auch für etwas schmalere Arme gut tragbar.

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Das Gehäuse ist satiniert und lediglich an den oberen, umlaufenden Kanten poliert. Das komfortable Stahlband nimmt diese beiden Oberflächenbehandlungen des Gehäuses auf und führt die polierten Kanten an den Ecken der Glieder stilsicher weiter, während die Mittelteile satiniert sind. Das mit einer Faltschliesse ausgestattete Band fühlt sich typisch Eterna sehr wertig an. Die einzelnen Glieder sind verschraubt, ohne lose Hülsen.

Die schwarz beschichteten Drücker und der Kronenschutz sind formal schön dem Gehäuse angepasst. Die verschraubte Krone, welche die fünf Kugeln hinter einer transparenten Abdeckung trägt, ist ausreichend gross und sehr griffig.

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Das anthrazitfarbene und mit einem Sonnenschliff versehene Zifferblatt weist ebenfalls einen grossen Detailreichtum auf und ist in verschiedene Ebenen strukturiert.
Der geniale, weil koaxiale 30-Minuten- respektive 12-Stunden-Toti ergibt zusammen mit der ebenfalls etwas vertieft angesetzten kleinen Sekunde bei 9 Uhr ein aufgeräumtes Bicompax-Gesicht, umrandet von einem erhabenen Kreis.
Stunden- und Minutenzeiger sind von der Länge her perfekt und, wie auch die Indizes, mit Leuchtfarbe belegt. Die Ablesbarkeit bei Tag und Nacht ist sehr gut. Die Zeiger der Sekunden-, Minuten und Stundenzähler kontrastieren das Zifferblatt mit ihren knallroten Spitzen. Das leicht gewölbte Saphirglas ist innen entspiegelt. Ebenfalls durch Saphirglas kann das Kaliber 3916A bei seiner Arbeit betrachtet werden.


Die Gangwerte sind bislang ausgezeichnet. Ungeachtet des Trageverhaltens beobachte ich bei der Uhr einen konstanten Vorlauf um die 2 Sekunden pro Tag. Eine wahre Freude ist auch das Betätigen der Drücker: klarer Druckpunkt, knackig, nicht zu leicht und nicht zu schwer. Schlicht perfekt.

Anhang anzeigen B12.jpg

Insgesamt ist der Eterna Royal Kontiki Chronograph eine sehr gut gemachte Uhr mit einem interessanten Look und einem ebenso interessanten Werk. Die technischen Leckerbissen wie Koaxial-Zähler und Flyback finden sich in der Regel nur bei deutlich teureren Uhren (der Omega AT Chrono ist mehr als 50% teurer).
Eterna hat damit gezeigt, dass man immer noch in den vorderen Reihen der Fertiguhren-Produzenten mit Inhouse-Kalibern mitspielen kann. Wäre jetzt noch das Marketing auf diesem Level, so müsste man sich vielleicht weniger Sorgen um die Firma machen. An der Melancholie der eingangs erwähnten Bronze-Dame trägt diese Uhr jedenfalls keine Schuld.

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B16.jpg

Zum Schluss die technischen Daten:

Eterna Royal Kontiki Chronograph
Ref. 7755.40.50.0280
Werk: Eterna Cal. 3916A Flyback-Chronograph mit koaxialem 30 min und 12 Stunden Zähler, Säulenrad
Gangreserve: 65 h
Gehäuse Edelstahl
Durchmesser ohne Krone: 42.5 mm
Höhe: knapp 15 mm
Saphirglas und Bodendeckel Saphirglas
Krone verschraubt
Wasserdichtigkeit: 100 m
Stahlband verjüngend, Glieder geschraubt
Faltschliesse mit Eterna-Logo
Herstellungsjahr: ab 2016

Gruss Paul
 
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Horologist

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Schön Paul
Uhr schön
Text und Infos der Vorstellung schön
Fotos schön

Herzlichen Dank fürs Mitnehmen auf der Kontiki
 
Mapa

Mapa

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Tolle Vorstellung mit jeder Menge Informationen. Wieder einmal zeigt sich, dass wenn man sich die Mühe macht links und rechts neben den gehypten Brands zu schauen die ein oder andere Perle der Uhrengeschichte zu finden ist.
 
ddee

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Paul, ich danke dir. Wie schon bei deiner letzten Vorstellung der Kontiki 200m, dein Text könnte informativer kaum sein. Ein Genuss zum Lesen, auf den Punkt, und auch an den unangehemen Themen von Eterna nicht vorbei sondern respektvoll ansprechend.

Was die Fotos angeht: sie zeigen die Uhr wie sie in Echt wirkt. Das mag ich sehr. Andere User fiechern sich, meist in Verbindung mit dem Hobby Fotographie, an der Stelle so dermaßen ab, dass zwar die Fotos ein reiner Genuss sind (man möge mich bitte an der Stelle richtig verstehen), aber wie die Uhr real wirkt, so ganz natürlich, bleibt da oft ein wenig auf der Strecke.

Viel Spaß nun weiterhin mit dem Chrono!
 
sasolit

sasolit

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Ein wirklich schön geschriebene, strukturierte Vorstellung einer leider unter dem Radar fliegenden Marke und Uhr. :super:
 
MichelZ

MichelZ

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Hallo Paul,

ein herrliches Plädoyer für Eterna. Und nicht nur für die traditionsreiche Marke aus Grenchen, stellvertretend schreibst Du eine Hymne für viel kleine aber feine, heutzutage leider unterm Radar schwebende Manufakturen mit reichem Erbe. Solche Uhrenvorstellungen lese ich so viel lieber, als die ganzen Gedankengänge, die zu den immer wiederkehrenden Mainstream Tickern führen. Für mich spiegelt sich darin die wahre Bekenntnis zur Uhrenliebhaberei. Auch schon Deine Vorstellung mit dem Mauerblümchen hat mich begeistert. Ich suche seither regelmässig nach einer 633.1570.41

Da Du Dich in Grenchen so gut auskennst (sowie das erste Bild vom Konzi Nähe Neumarktplatz in Biel), gehe ich davon aus, dass Du aus der Region kommst. Deshalb viele Grüsse aus der Nachbarschaft...
 
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legacy1948

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Toller Bericht u tolle Bilder, vielen Dank hierfür!
Ich weine immer noch meiner Eterna hinterher (Stahl, Chronometer, 3-Zeiger, Sichtboden, 37mm), für die es Stand heute leider, leider keinen Ersatz gibt.
Die derzeitige Formen/Größensprache sagt mir nicht sonderlich zu, aber wie heisst es so schön: Hope springs Eternity!
 
Der Motor

Der Motor

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Eine sehr gut geschriebene und informative Vorstellung. Danke dafür.
Und der Kontiki Chrono ist auch richtig klasse! Ich drücke die Daumen für Eterna, aber momentan schaut´s echt nicht gut aus, so wie die Teile bei Ebay verschleudert werden.
 
Virtulo

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Ab und an sieht man hier noch eine Vorstellung wo sich der Autor nicht nur ein wenig, sondern richtig viel Mühe gegeben hat.

Das muss an dieser Stelle mal lobend hervorgehoben werden und dafür meinen Dank und meine Glückwünsche.

Die Uhr sagt mir jetzt nicht so zu, aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache.

Dir lieber Paul Brambilla viel Spass mit der Kontiki und Danke fürs Mitnehmen.
 
berniberlin

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Vielen Dank für diese wirklich sehr informative Vorstellung und natürlich auch Glückwunsch zu Deinem Neuerwerb.

Ich hoffe Eterna bleibt uns noch lange erhalten.
 
Ragnarök

Ragnarök

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Servus Paul,

très chic! Eine sehr schöne Eterna!

Irgendwie haftet Eterna der Hauch eines verarmten Adligen an, dessen beste Zeiten längst vorbei sind.

Trefflich formuliert. Aber Deine kurzweilige, dennoch detaillierte, und mit diversen Hintergrundinformationen "garnierte" Vorstellung hat zumindest bei mir bewirkt, eben dieses "Image" ein wenig zu korrigieren. :D

Vielen Dank für diese grandiose Vorstellung!

Viele Grüße

Boy
 
revvot

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Mein Glückwunsch zu der schönen Eterna und danke für die informative Vorstellung.

Ich schaue schon einige Zeit nach einer IWC 372501, wobei mich das fehlende Datum stört. Die Eterna ist dabei für mich vollkommen und hat zudem noch nach meinem Empfinden das traumhafte Genta-Design.

Gruß,
Stephan
 
Spezimatiko

Spezimatiko

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Eine Vorstellung einer Uhr nach meinem Geschmack. Sehr schön geschrieben.

Die Krone mit den 5 Kugeln sind ein geniales Detail :super:
 
Brambilla

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@Horologist: vielen Dank!

@Mapa: wie recht du hast, die schönsten Blumen findet man am Wegesrand. Danke!

@ddee: sehr schön, dass du dir Zeit genommen hast, hier reinzuschauen. Den Lob freut mich sehr, danke!

@sasolit: auch dir herzlichen Dank. Ich freu mich immer sehr, wenn du eine deiner genialen Uhren hier zeigst!

@redzed: Danke auch dir!

@MichelZ: dein Feedback freut mich ausserordentlich, herzlichen Dank. Ja, ich komme aus der Region, mach ein Dreieck mit den Ecken Bern, Biel und Grenchen, dann bin ich ziemlich in der Mitte:-)

@legacy1948: vielen lieben Dank für deine Worte!

@Der Motor: Danke für dein Lob und ja, Eterna hat es tatsächlich irgendwie verpasst, den Markt richtig zu beackern.

@Virtulo: vielen Dank für deine netten Worte, thanks!

@berniberlin: vielen lieben Dank!

@Ragnarök: merci beaucoup! Und herzlichen Dank zu deinen Ausführungen zum Image. Dann hätte meine Vorstellung schon etwas bewirkt :-D

@junuzart: es freut mich besonders, von dir zu hören. Deine Uhren und deine Kommentare gefallen mir hier sehr. Danke!

@revvot: auch dir herzlichen Dank. Es heisst übrigens, Genta habe ganz früher mal irgendwas für Eterna gemacht. Ob das so ist, weiss ich nicht. Aber du hast schon recht, etwas Gerald Genta schwingt hier mit.

@ Spezimatiko: vielen Dank, ja die Krone gefällt mir auch sehr.

@holler745: herzlichen Dank auch dir!

Gruss Paul
 
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steinhummer

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Vielen Dank von einem eher oberflächlich an Uhren interessierten User mit Eterna-Sweetspot für diese engagierte Geschichtsstunde!

Pitt
 
TeKaS

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Vielen Dank für diese herzliche Vorstellung deiner Eterna !
(mit einer bicolor Eterna Kontiki fing bei mir alles an)
 
G

Gödel

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Paule mein Bademeesta!

So lob ich mir Virstellungen: Geschichte, Geschichte, Geschichte!

Super! Hab ganz viel gelernt. Danke dafür! Und der Chrono ist erste Sahne :super:
 
Thema:

Man versteht Bahnhof: Eterna Kontiki Royal Chronograph, ref. 7755.40.50.0280

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