Magnetisierung von Uhren - bekannte und bestätigte Ursachen

Diskutiere Magnetisierung von Uhren - bekannte und bestätigte Ursachen im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Ich habe hier einiges zum Thema Magnetisierung, aber noch keine Übersicht, zu bekannten und bestätigten Ursachen. Klar sind (starke)...

TomS2

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Ich habe hier einiges zum Thema Magnetisierung, aber noch keine Übersicht, zu bekannten und bestätigten Ursachen.
  • Klar sind (starke) Permanentmagnete, z.B. bei Lautsprechern
  • Gelesen habe ich von Magnetverschlüssen wie z.B. bei iPad-Hüllen; die sind zwar nur schwach, aber wenn man das iPad immer identisch hält oder trägt, könnte das auf Dauer schon zu Magnetisierung führen
  • Außerdem gelesen habe ich von Metalldetektoren wie z.B. an Flughäfen; aber das wären vereinzelte, nur kurzzeitig wirkende und insbs. wechselnde Magnetfelder - klingt für mich eher unkritisch (*) aber wer weiß
  • Starke Magnetfelder werden auch in Induktionsherden erzeugt, und können neben dem Topf auch aus dem Herd austreten; allerdings handelt es sich dabei um extrem hochfrequente Wechselfelder (*) die keinerlei dauerhafte Magnetisierung erzeugen sollten
  • Elektromotoren: hier gibt es zig verschiedene Varianten; einige dürften wegen (*) unkritisch sein, andere wie der klassische Gleichstrommotor eher nicht - also generell Abstand halten
  • ...
(*) unkritisch dürften alle Geräte mit reinen Wechselfeldern sein


Kennt ihr weitere Geräte, von denen man seine Uhren besser fernhalten sollte?
 
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TomS2

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Nach kurzem googeln: 10 kg Haltekraft findet man schon bei sehr kleinen und preiswerten Neodymium-Magneten; d.h. für eine nicht-magnetisierte Uhr ein Abstand von > 23 cm. Bei größeren Lautsprechern / Subwoofern evtl. mehr (ich weiß nicht, welche Magnete da verbaut werden).

@hermannH

Danke! Kennst du noch konkrete Geräte neben den o.g.?
 
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Der Stromer

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...und nicht zu vergessen: Das Erdmagnetfeld! Sehr störende Wirkung auf die Pünktlichkeit einiger Erden-Bewohner! Andere Störfaktoren, wie Verbreitung von Fake und solchem Mist, nicht ausgeschlossen. Brauchen wir dazu einen Dödel?:ok::lol:
 

TomS2

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30 bis 60 µT Erdmagnetfeld vs. problematische Feldstärke 6 mT gemäß obigen Link ... ;-)
 

TomS2

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Bei Watchtime, Uhrenherstellern und a.a.O. finde ich noch
  • doch das Induktionskochfeld (ohne Begründung)
  • das Smartphone (wegen der Lautsprechermagnete?)
  • die Smartwatch
 

TomS2

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Im o.g. Link wird ein Magnetfeld ab ca 0.05 mT = 50 µT als „schädlich“ bezeichnet; das erscheint mir etwas fragwürdig, da dies ungefähr der Stärke des Erdmagnetfeldes entspricht.

Ich habe nun mittels eines iOS-Apps drei Szenarien (grob) gemessen:
  1. iPhone direkt ans iPad bewegt
  2. iPad an den stromlosen Subwoofer gebracht (konstruktionsbedingt bleibt der Abstand zum Magneten selbst relativ groß, ca. 15 cm)
  3. iPad an kleine Pinnwand-Magneten gebracht
Im Fall (1) sieht das noch eher unkritisch aus. Beim Subwoofer (2) erkennt man eine Magnetfeldkomponente von 650 µT, der Gesamtbetrag liegt nochmal darüber. Beim Pinnwand-Magneten (3) macht der Magnetfeldsensor „dicht“, erkennbar beim plötzlichen Abfall auf Null; der maximale Wert liegt bei über 1000 µT.

Ich habe kein genaueres Messgerät zur Hand, aber die wenigen Daten sollten ausreichen, um die Problematik zu verdeutlichen.

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clocktime

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Wenn man sich mit einer Uhr einem Wechselspannungsmagnetfeld nähert und wieder entfernt, ist es unkritisch. Problematischer sind die Konstantmagnete. Leider ist nicht immer ersichtlich, wo diese verbaut sind.
Zur Suche von Konstantmagneten: Man nehme einen Kompass. Richtet dieser sich an der zu testenden Stelle nicht nach Norden aus, ist da ein störendes Magnetfeld.
 

TomS2

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Ja, Permanentmagnete in LS, an Pinnwänden etc. sind sicher problematisch.

Ich denke, zu Hause oder im Büro kann man „Gefahrenquellen“ mittels Kompass oder der o.g. kostenlosen App *) recht einfach ermitteln. Aber wie verhält es sich beim Einkaufen, an Flughäfen, ... ? Da kann man ja nicht diverse Geräte mit dem Handy abscannen ;-)

*) die App hat m.E. einige Vorteile ggü. dem Kompass; sie ist immer dabei, sie zeigt die Stärke aller drei Komponenten oder wahlweise den Betrag des Magnetfeldes an.
 
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clocktime

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Mit dem Handy wirst Du die Magnete kaum finden. Egal, aber die Magnete der Pinnwand sind harmlos, wenn Du z.B. mit der Uhrenhand die Magnete verschiebst o.ä. Auch die Kontrollgeräte am Flughafen sind unproblematisch. Heikler dürften die Magnetverschlüsse von Taschen sein oder die weiter oben schon erwähnten Elektromotoren.
 

TomS2

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Mit dem Handy wirst Du die Magnete kaum finden.
Warum nicht?

Es geht ja nicht um blindes Suchen, sondern um das gezielte Prüfen eines Gerätes, ob es einen Magneten enthält. In den o.g. Fällen hat‘s einwandfrei funktioniert.

... aber die Magnete der Pinnwand sind harmlos, wenn Du z.B. mit der Uhrenhand die Magnete verschiebst o.ä.
Warum?

Man erreicht extrem hohe Feldstärken, in meinem Fall doppelt so hoch wie beim Subwoofer - insbs. auch weil man näher an den Magneten hinkommt. Oder geht es dir um die recht kurze Zeit, innerhalb der man die Uhr dem Magnetfeld aussetzt?

Auch die Kontrollgeräte am Flughafen sind unproblematisch.
Denke ich auch, ja. M.W.n. liegen da nur Wechselfelder mit vergleichbarer kleiner Feldstärke vor; ich kenne aber keine Herstellerangaben.

Heikler dürften die Magnetverschlüsse von Taschen sein oder die weiter oben schon erwähnten Elektromotoren.
Warum meinst du, dass die Magneten bei Taschen andere Auswirkungen haben als die an der Pinnwand? Wegen der Stärke oder der Dauer?

Bei den Elektromotoren werde ich demnächst mal bei uns in der Werkstatt die - vergleichsweise kleinen - Geräte durchmessen und mir die Datenblätter besorgen.
 
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clocktime

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Es geht ja nicht um blindes Suchen, sondern um das gezielte Prüfen eines Gerätes, ob es einen Magneten enthält. In den o.g. Fällen hat‘s einwandfrei funktioniert.
Das geht nur mit wenigen Handys, weil die meisten die Himmelsrichtung anhand des GPS bestimmen. Du hast demzufolge ein teureres (vermutlich Samsung) Handy.
Warum?

Man erreicht extrem hohe Feldstärken, in meinem Fall doppelt so hoch wie beim Subwoofer - insbs. auch weil man näher an den Magneten hinkommt. Oder geht es dir um die recht kurze Zeit, innerhalb der man die Uhr dem Magnetfeld aussetzt?
Es geht um die kurze Einwirkzeit des Magneten - dürfte deshalb keine Rolle spielen.
Warum meinst du, dass die Magneten bei Taschen andere Auswirkungen haben als die an der Pinnwand? Wegen der Stärke oder der Dauer?
Bei den Taschen geht es um die Einwirkdauer: z.B. trägt die Frau ihre Handtasche über die Schulter, der Magnet (logischerweise) aussen, und da streicht sie beim Gehen immer wieder mit dem Uhrenarm über den Magneten. Das kann (!) problematisch sein, ebenso, wenn eine Automatik - warum auch immer - in einer solchen Tasche deponiert wird.
Es braucht aber entweder eine lange Einwirkdauer oder einen starken Magneten. Ich halte deshalb die Gefahr für vernachlässigbar. Wirklich kritisch dürften die CT-Geräte (MRI) in den Spitälern sein. Da sollte man die Uhr besser erst gar nicht mitnehmen (ablegen muss man die Uhr sowieso).
Sollte sich dann mal herausstellen, dass die Uhr im Vergleich zu der "normalen" Abweichung um 10s voraus ist, lässt man die Uhr halt entmagnetisieren.
 

TomS2

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Das geht nur mit wenigen Handys, weil die meisten die Himmelsrichtung anhand des GPS bestimmen. Du hast demzufolge ein teureres Handy.
Ein iPhone.

Die verwendete App ist nicht schlecht: sie erlaubt das Auslesen der Rohdaten aller Sensoren, u.a. eben auch die Magnetfeldsensoren. Man erkennt z.B. auch den Effekt des Drehens / Schwenkens des Handys. Da die App von Unis gepflegt wird, halte ich die Auswertung für recht verlässlich; über die Qualität der Sensoren selbst sagt das natürlich nichts.

Es geht um die kurze Einwirkzeit des Magneten - dürfte deshalb keine Rolle spielen.

Bei den Taschen geht es um die Einwirkdauer: z.B. trägt die Frau ihre Handtasche über die Schulter, der Magnet (logischerweise) aussen, und da streicht sie beim Gehen immer wieder mit dem Uhrenarm über den Magneten. Das kann (!) problematisch sein, ebenso, wenn eine Automatik - warum auch immer - in einer solchen Tasche deponiert wird.
Klingt absolut nachvollziehbar.

Sollte sich dann mal herausstellen, dass die Uhr im Vergleich zu der "normalen" Abweichung um 10s voraus ist, lässt man die Uhr halt entmagnetisieren.
Wie so viele Problem im UF ist auch dieses nur ein theoretisches :super:
 

Der Stromer

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Bei Watchtime, Uhrenherstellern und a.a.O. finde ich noch
  • doch das Induktionskochfeld (ohne Begründung)
  • das Smartphone (wegen der Lautsprechermagnete?)
  • die Smartwatch

...und bitte dringen mit in die Liste aufnehmen: Mikrowellenfeld! Nach trocknen einer Uhr in einem Gerät, dass eigentlich einem Guckkasten gleicht, ist garantiert die Uhr Funktionslos und der Hersteller übernimmt KEINE Garantie :D.

Nein, im Ernst: Induktionsfeld ist ein Wechselfeld und daher zur Magnetisierung ungeeignet. Das Smartphone benutzt als Speaker einen Piezokristall und der ist bekanntlich unmagnetisch. Smartwatch? Da stört vielleicht die KI den Träger und strahlt auch auf naheliegende Dummköpfe aus, was aber eigentlich nur zum Vorteil der Träger sein kann.

Edith: Das Magnetisieren ist ein Fehlerbild, dass bei älteren, mechanischen Uhren auftreten kann. Aber nur, wenn bei diesen noch immer die Unruh-Spirale aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts verbaut ist.

Die in hochpreisigen Uhren verwendeten legierten Stähle sind durchweg unmagnetisch und die stört in ihrem Atmen naturgemäß noch nicht einmal der Sonnenwind, geschweige denn ein Piezokristall, der Töne von sich gibt.

Aber natürlich ist der Faden hier sehr interessant und aufschlussreich. Denn Gedanken darf sich ein jeder machen. Nur der, der diese aufnimmt, wird in seiner Intelligenz geprüft werden. Denn nur der wird für sich feststellen dürfen, ob die ganze Geschichte Fake ist oder fundiertes Wissen :ok:.

Beweis: Der Beilangzettel bei der Acetylsalicylsäure: Von aufgerollten Fingernägeln bis zu schweren Lebertumoren ist da alles dabei, was sich ein Mediziner an Nebenwirkungen nur denken kann.
 

TomS2

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Induktionsfeld ist ein Wechselfeld und daher zur Magnetisierung ungeeignet.
Soweit auch mein Kenntnisstand - siehe Eingangspost.

Das Smartphone benutzt als Speaker einen Piezokristall und der ist bekanntlich unmagnetisch.
Klingt logisch, dennoch sieht man tatsächlich eine - kleine - Veränderung im Magnetfeld - s.o.

Edith: Das Magnetisieren ist ein Fehlerbild, dass bei älteren, mechanischen Uhren auftreten kann. Aber nur, wenn bei diesen noch immer die Unruh-Spirale aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts verbaut ist.
Hm, ich werde mir das für meine Uhren mal ansehen.

Omega nennt die bekannten 1.5 T für besonders zertifizierte Modelle, ansonsten findet man nur einen generellen Warnhinweis. Für meine Omega Speedmaster - nicht zertifiziert für starke Magnetfelder - gilt dann letzterer.
 

clocktime

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Die in hochpreisigen Uhren verwendeten legierten Stähle sind durchweg unmagnetisch und die stört in ihrem Atmen naturgemäß noch nicht einmal der Sonnenwind, geschweige denn ein Piezokristall, der Töne von sich gibt.
Sorry, das stimmt so nur bei Uhren mit Silizium-Feder oder Federn aus manchen Spezialstählen. Fast alle neueren Uhren kann der Fall sehr wohl treffen - selbst erlebt mit meiner fast neuen Mido Commander.
 

TomS2

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Sorry, das stimmt so nur bei Uhren mit Silizium-Feder oder Federn aus manchen Spezialstählen. Fast alle neueren Uhren kann der Fall sehr wohl treffen - selbst erlebt mit meiner fast neuen Mido Commander.
Dann sind halt unsere Uhren alle nicht hochpreisig ;-)

(Sonnenwind ist übrigens nicht magnetisch, der stört keine Uhr)
 

Der Stromer

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@clocktime & TomS2: nicht so ernst bei dieser Sache. Aber zu den Federn folgendes: NIVAROX ist so ein legierter Stahl und NIVAROX gehört zum größten Uhrenkonzern mit Sitz unter dem weißem Kreuz mit roter Farbe Außenrum. Dann gibt es noch einen Hersteller: HOROLOVAR aus USA, aber der Stahl ist etwas magnetisch. Und die Warnhinweise bei den "Beipackzetteln" haben - wie beim Aspirin oder der Benutzung der Mikrowelle zur Trocknung des frisch gebadeten FiFi - auch ihre Berechtigung. Ich würde einfach mal so aus dem Bauch heraus behaupten wollen, dass ein Uhr mit der Lupe, oder vom Rhein in Schaffhausen oder auch anderen, den Aufenthalt in einer MRT-Röhre nicht überleben wird. Und da warnt man halt eben vorher.

Aber jedes halbwegs normale Magnetfeld, dass konstant in eine Richtung gerichtet ist (nur die können "Magnetisieren") werden mechanischen Uhren nicht viel anhaben können. Und wenn doch: Der Uhrmacher des Vertrauens behebt das meist bei der Abgabe eines Obolus in die Kaffeekasse.
 
Thema:

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