Machen wir nicht teilweise den Uhrenmarkt kaputt?

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Sollte das Thema nicht genehm sein, sollen die Mods den Thread halt schliessen.

Überlegung: Als die Asiaten mit ihren Autos auf den europäischen und amerikanischen Markt drängten, kauften zunächst nur die Leute diese Fahrzeuge, die sich ein einheimisches Fabrikat nicht leisten konnten. Die anfängliche Qualität war zwar nicht schlecht, konnte aber noch nicht mit den europäischen Marken mithalten. Die asiatischen Fahrzeuge wurden immer besser, und heute ist ihre Qualität teils sogar deutlich besser als die der einheimischen Fahrzeuge.
Selbst Luxusmarken wie Rolls Royce oder Bentley befinden sich heute in der Hand der grossen Autokonzerne, weil sie in der Selbständigkeit nicht überleben konnten.

Nun zu den Uhren: Die Japaner bauen schon länger Uhren mit guter bis sehr guter Qualität, und das zu durchaus günstigen Preisen. Schon die Quarzkrise hat viele einheimische Uhrenmarken wie z.B. Kienzle ruiniert. Seit ca. 20 Jahren findet wieder eine Rückbesinnung (oder Nostalgie?) zu mechanischen Kalibern statt. Das führte u.a. dazu, dass es neben den grossen Schweizer und deutschen Marken durchaus wieder eigenständige Manufakturen gibt, die Uhren herstellen. Bei den Kaliberherstellern hingegen gibt es nur wenige europäische Firmen, die nicht nur China-Ware veredeln, sondern selbst bauen (ETA, Sellita) oder gar Inhouse-Kaliber nutzen (u.a. Rolex, Omega). Die Preise sind allerdings um ein vielfaches höher als für chinesische Ware.
Was machen viele, nicht unbedingt nur im UFO, sondern auch ausserhalb unserer Blase? Sie kaufen billige China-Uhren, auch und gerade via Internet. Die Qualität ist für den Preis teils erstaunlich gut und wird immer besser. Bei einem Auto sieht man schon von weitem, wenn jemand ein teures Fabrikat fährt, aber bei Uhren funktioniert dieses "Imponiergehabe" nur schlecht. Das mag gut für's Understatement sein, aber reicht nur schlecht, um Begehrlichkeiten nach einer Uhr zu wecken/stärken.
Die eingesessenen Uhrengeschäfte (eigentlich ein Problem aller Geschäfte, aber wohl besonders heftig in der Uhren- und Kleiderbranche) kommen gegen das Internet immer schlechter an. Der Verkauf stagniert, bis sie entweder eingehen oder auf Boutique für teure Luxus-Uhren umsatteln. Das mag eine Weile funktionieren. Die jungen Leute tragen allerdings immer seltener eine echte Uhr (Smartwatch & Co. lassen grüssen). Da die Anzahl der hergestellten Uhren irgendwann nicht mehr mit dem Absatz korreliert, dürfte auch die Zeit der Luxus-Uhren-Boutiquen gezählt sein. Viele europäische Hersteller verkaufen heute schon über das Internet, was es für die lokalen Uhrengeschäfte noch schwerer macht.

Kurz gefasst: Langfristig dürfte der Verkauf von Armbanduhren einbrechen. Vorher aber werden Internet und die immer besser werdende chinesische Konkurrenz den europäischen Uhrenmarkt kaputt machen. Oder spricht etwas für die längerfristige Weiterexistenz der europäischen Uhrenbranche?
 
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