Luxuschronograph Zenith

Diskutiere Luxuschronograph Zenith im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Liebe Freunde der gepflegten Taschenuhr Wie angekündigt, möchte ich Euch nach und nach meine kleine Sammlung von Komplikationstaschenuhren...
Durruti

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Liebe Freunde der gepflegten Taschenuhr

Wie angekündigt, möchte ich Euch nach und nach meine kleine Sammlung von Komplikationstaschenuhren vorstellen, wobei ich, angesichts der mindestens semiprofessionellen Vorstellungungen meiner Vorgänger, lieber von "Zeigen" sprechen möchte. Da ich von jeder Komplikation nur eine Ausführung angeschafft habe (naja, Chronographen sind die Ausnahme, die die Regel bestätigen), darf das jeweilige Exemplar auch ein bisschen luxuriöser sein.

Erstanden habe ich die Uhr in Barcelona. Meine Frau und ich spazierten am letzten Tag unseres Städtetrips die Ramblas hinunter, als meine Frau vor einer Pfandleihe und Wechselstube stoppte. Was mir meine Vintage-Uhren sind, ist meiner Frau der Vintage-Schmuck. Ich schlenderte weiter, bis mich die Frau ganz aufgeregt zurück rief. Und da lag sie nun in der Auslage, glänzend, anscheinend ungetragen und schlichtweg schön:

3 a L.jpg

2 b L.jpg

3 e L.jpg

3 h L.jpg

In der Uhr schlägt ein Zenithkaliber 19''' CHR, Rev. 19CH-1, mit einem Werkdurchmesser von knapp 43 mm und einer Höhe von 5 mm, ausgeführt als Lepine. Die ganze Uhr hat einen Gehäusedurchmesser von 52 mm. Das Gehäuse inklusive des Staubdeckels ist in 18 kt Gelbgold gefertigt, rückseitig schön guillochiert und mit freiem Medaillenspiegel. Das Fertigungsjahr liegt um 1912 herum.

Da ich vermeiden will, dass die Guillochierung Schaden leidet, muss die Uhr in der Vitrine bleiben. Steht mir der Sinn nach einem Chronographen in der Westentasche, besitze ich die gleiche Uhr in einem glatten .800er-Silbergehäuse, so muss ich mir um etwaige Tragespuren keine grossen Sorgen machen.

Dass ich die Uhr überhaupt noch habe, grenzt an ein Wunder. Ursprünglich in unserem Rucksack verstaut, konnte ich es doch nicht lassen, die Uhr an einer billigen Kette in meine Westentasche zu stecken. Als ich kurz ins Nationalmuseum rannte, um 2 Ausstellungskataloge zu erwerben, hatte man meiner Frau unterdessen den Rucksack geklaut. Ich fand sie in Tränen aufgelöst und der Uhr nachtrauernd an der Hafenmole wieder, sie hatte gar nicht mitbekommen, dass ich unterdessen die Uhr trug.

Das ist alles, was ich über die Uhr weiss. Weitere Informationen, z. B. wer das Chronomodul geliefert hat, würden dankend entgegen genommen. Wunder nähme mich auch, wer denn früher solche Uhren gekauft hat, als Statussymbol scheint mir ein Chronograph denkbar ungeeignet, da denke ich eher an Repetitionen, Tourbillons usw.? Aber wer kauft denn schon ein Arbeitswerkzeug, das der Chronograph ja ist und trägt es dann nicht?

Ich hoffe, die Uhr gefällt Euch so wie mir und ich wünsche Euch noch ein erholsames Wochenende

Peter
 
kater7

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Hallo Peter,
die Uhr ist ein Schmuckstück, keine frage, danke fürs zeigen.
Tja..ungetragen, glaub ich eher nicht. Wie Du schon sagtest, diese Uhren waren ungeheuer teuer und wertvoll in der damaligen Zeit, entsprechend umsichtig wurde mit dem kostbaren Stück umgegangen, nicht vergleichbar mit dem heutigen Umgang mit Konsumgütern in unserer Wegwerfgesellschaft. Sehr häufig wurden Schutzgehäuse verwendet, so das die eigentliche Uhr geschont wurde. Sehr selten wird so etwas heute noch angeboten. Das ein entsprechender Schutz heute nicht mehr vorhanden ist verwundert wenig, der kann durchaus für die nächste Uhr noch Verwendung gefunden haben oder schlicht völlig verschlissen sein....

LG, Frank

--- Nachträglich hinzugefügt ---

http://www.ebay.de/itm/Alte-Taschenuhr-und-zwei-Schutzhullen-/161590840169?pt=DE_Mode_Accessoires_Uhren_Schmuck_Taschenuhren&hash=item259f908b69

So was wie hier angeboten meine ich....
 
batery_99

batery_99

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Sehr schöner Chrono, zu dem ich herzlich gratuliere:super:.
Die Geschichte mit dem Rucksackklau ist ja echt ein Hammer:shock:.
Aber ich bin mit neuen Dingen auch so eine "Beutelratte" und steck's lieber in die Tasche statt in den Rucksack:D.
Die Tachyscala ist ja mal genial:klatsch:... Messungen von 15 bis 150 km/h... In unterschiedlichen Farben für jede Runde des Sekundenzeigers und farblich passend dazu die Minuten-Indexe des Minutenzählers...:super: Hab ich so noch nicht gesehen.
Der Zustand ist wirklich wunderschön...
Vielen Dank fürs Zeigen und viel Freude mit dem Edelchrono.
Grüße
Marco
 
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Ruebennase

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Da hatte wohl Martel watch & Co seinen Anteil an der Werksentwicklung. Martel ist ja von Mitarbeitern von LePhare gegründet worden ein Jahr bevor LePhare ein paar Jahre zu Zenith gehört hat. Ganz grob : Chrono Martel und Wecker Le Phare ist vermutlich richtig. Fragen kann man leider Niemanden in Locle, der etwas anderes als Zenith antwortet und Dokumente gibt es nicht. Vielleicht ist in dem TU Chrono auch noch eine Priese mehr LePhare drine...wIe dem auch sei Martel wurde letzt endlich auch von Zenith in den 50'ern assimiliert.

Zeige doch auch mal deinen silbernen Tragechrono. Um den beneide ich dich vorab schon mal sehr :-). Diese perfekten Stücke bewundere ich zwar, aber die Anderen sind wesentlich nützlicher und haben Charme.


Hier ein ganz informativer Thread leider in englischer Sprache:
A SHORT HISTORY OF MARTEL WATCH CO and ZENITH CHRONOGRAPHS

Grüße
 
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Durruti

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@ Ruebennase

Meine Probleme mit dem Photographieren sind ja bekannt, ich habe ausser einer kleinen Digi-Kamera auch keine Ausrüstung und wegen gesundheitlicher Probleme wird vorläufig auch nichts angeschafft (ich weiss, der Zusammenhang erschliesst sich Dir jetzt nicht, glaub's einfach). Mein Photograph, also mein Stiefsohn, hat eine eigene Familie und ist auch nicht jeden Tag verfügbar, aber ich werd schauen, was sich machen lässt, versprochen.

Beim Hersteller des Chrono-Moduls liegt Martel Watch auf der Hand, aber auch in diesem Fall? Rössler hat in seinem Buch über Zenith den gleichen Chrono wie meinen auf 1912 datiert, das Werk ist also einen Tick älter und Martel Watch wurde erst 1911 gegründet. Ich weiss jetzt nicht, wie lange die Entwicklung eines Chronographenwerkes dauerte, aber es könnte sein, dass der Zenith die Martel Watch noch nicht zur Verfügung stand. Ob die Leute von Martel schon vor dem offiziellen Gründungstermin für Fremdfirmen tätig waren, wer weiss? Auf alle Fälle ist es so, dass sich Zenith auf dem ganzen Uhrenmarkt bedient hat, wieso also nicht auch bei der Chrono-Kadratur (spontan fällt mir jetzt "Reymond", die Vorgängerin der Valjoux SA ein, bei den Armbanduhren gab's die Beziehung zu Valjoux ja)? Das ist aber alles Kaffeesatzleserei und ich glaube nicht, dass Zenith selber noch Unterlagen zum Thema hat.

Schönen Sonntag noch

Peter
 
Ruebennase

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Deine Gedanken sind grundsätzlich richtig und nachvollziebar, aber ich glaube nicht an Reymond, Lugin o.ä. Da der technische Direktor von LePhare sich mit einigen "seiner" Leute von LePhare abgesetzt hat und Martel Watch & co gegründet hat, war das knowhow vorhanden. Soweit nachvollziebar haben sie gleich durchgestarte mit Chronographen und Repeatern. Die erste von ihnen als "simple" Taschenuhr bezeichnete Uhr wurde erst 1921 aufgelegt und hatte schlicht und einfach wirtschaftliche Gründe. Auf Grund der weltweiten Wirtschaftskriese war der Absatz im Edelbereich eingebrochen und man kämpfte um sein Überleben. Das war vermutlich nchts neues für Martel. Es gibt Hinweise, dass sowohl an Universal als auch an Zenith Nutzungsrechte an Uhrwerkspatenten verkauft wurden, die von Martel selbst nicht verwendet wurden. Wie gesagt, wissen kann man es nicht und Zenith hat bereits vor 1900 dann und wann zu gekauft.

Du meinst sichelich den Chrono auf Seite 71 im Rössler. Hier wird eine Uhr aus einer Privatsammlung geszeigt. Da bin ich bei der Bewertung der Datierung immer ein wenig vorsichtig. Ich trenne da die "privaten" von den Uhren aus der Zenithsammlung. So findest Du z.B. auf Seite 51 eine Billodes mit um 1890 datiert, wo auf dem Staubdeckel bereits der Grand Prix Gewinn notiert ist...upps. Der Rössler ist ein tolles Buch, aber es sind definitiv einige Fehler drine. Ich warte schon gespannt auf das Buch von Jöel Duval ( Zenith (english version) | ), dessen Internetseite ich sehr schätze und der im historischen Bereich eine Bank ist.

Liebe Grüße
 
Durruti

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@ Ruebennase und alle anderen, die lieber über den Silberchrono reden wollen.

Hier das Bild der Zenith in Silber:

001.jpg

Ihr seht, gleiche Uhr nur einfach in Silber statt aus Gold: Die Grösse ist dieselbe, das Zifferblatt identisch, gleiche Werkqualität...Also keine neuen Informationen. Und ich lass es mir nicht nehmen: I C H finde die Goldene schöner.

Grüsse

Peter
 
Ruebennase

Ruebennase

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Yepp, tatsächlich ein identisches Blatt und Gehäuseform auch ein wunderhübscher Chrono. Ich stimme dir zu, der goldene ist schöner, aber dieser vermittelt dir doch mehr, wenn Du sein Gewicht in der Hand spürst und die Zeit ab liest. Ich erfreue mich einfach an jedem Chronobild und kann mich gar nicht satt sehen :-). Die Aufnahme zeigt doch alles :-).

Warum lieber über den silbernen reden...bis auf den Wert (Gold / Zustand) sind diese beiden komplett identisch...ich wollte den auch nur sehen.

Liebe Grüße
 
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