Lemania 5100 - Revisionsbericht mit großer Bilderstrecke

Diskutiere Lemania 5100 - Revisionsbericht mit großer Bilderstrecke im Anleitungen & Revisionen Forum im Bereich Uhrenwerkstatt; Hallo, ich möchte euch eine Revision von einem Lemania 5100 Automatik Chronographen zeigen. Dieser Bericht soll keine Anleitung darstellen...

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
Hallo,

ich möchte euch eine Revision von einem Lemania 5100 Automatik Chronographen zeigen. Dieser Bericht soll keine Anleitung darstellen. Schmieranweisungen, bis auf ein paar Interessante Stellen, lasse ich komplett weg. Auch die komplexere Fehlersuche und was alles kontrolliert werden muss, vor und nachdem Zusammenbau beziehe ich nicht mit ein. Alle Bauteile benenne ich auch nicht. Das sprengt den Rahmen.

Viel Spaß beim lesen und gucken.

1.jpg
Das Glas ist leicht Milchig, da es innen beschlagen ist. Der Kunde wünscht in diesem Fall auch ein neues Glas.

2.jpg
Man sieht auf der Zeitwaage, dass diese Uhr Revisionsbedürftig ist. Kleine Amplitude, unsauberes Diagramm.

Man hört auch ein klingendes Geräusch. Das kommt von der Spirale und ist nicht normal.

4.jpg
Hier sieht man es in der Oszillographen Darstellung deutlich. Auf dem Bild zusehen bei 50ms. Die Spirale klebt einseitig im Spiralschlüssel. Wenn sie sich von der einen Seite abheben will und sich letztendlich löst, entsteht dieses Geräusch. Das wird nach der Reinigung verschwinden.


6.jpg
Vor dem ausschalen entferne ich den Rotor.

7.jpg
Das Innenleben entnommen aus dem Gehäuse.

8.jpg
Der Zentrumstoppsekundenzeiger, sowie alle anderen kleinen Zeiger auf den Totalisatoren werden mit einem speziellen Presto Zeigerabheber abgehoben, der nur für Sekundenzeiger bestimmt ist. Damit kann man Sekundenzeiger direkt am Futter packen. Eine Beschädigung, auch von sehr festsitzenden Zeigern, wie Zentrumstoppsekundenzeigern ist so ausgeschlossen.

9.jpg
Alle anderen Zeiger werden mit der Hebelform abgehoben.

10.jpg
Das Zifferblatt wird danach abgenommen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
11.jpg
Direkt nach der Entfernung vom Zifferblatt kommt das hier zum Vorschein.

12.jpg
Die Halteplatte für die Tagesanzeige wird entfernt. Die Tagesscheibe kann nun abgenommen werden.

13.jpg
Die Halteplatte für Datumszeiger wird entfernt. Die Datumsscheibe kann jetzt abgenommen werden. Die Feder für die Datum- und Tagessperre wird aber vorher entfernt. Sie springt sonst weg.

14.jpg
Alle losen Bauteile auf der Stütze (die aus transparentem Kunststoff) werden nun entfernt.

15.jpg
Die Stütze wird nun abgenommen.

16.jpg
Der ganze Chronomechanismus, sowie das Minutenrohr wird abgebaut. Das Schaltrad ist vernietet und wird nicht abgenommen. (Zusehen unten links)

17.jpg
Rückseite

18.jpg
Wippenfeder und Reduktionsrad mit dazugehöriger Brücke wird abgenommen.

19.jpg
Die Sperrfeder, die in das Sperrrad greift wird etwas weggedrückt. So wird die Sperre aufgehoben und der Antrieb kann jetzt mithilfe der Krone abgespannt werden.

20.jpg
Die Rotorachse wird gelöst und entfernt.
 

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
21.jpg
Das Federhaus kann nun einfach seitlich rausgenommen werden.

22.jpg
Die Zeigerstellvorrichtung baue ich jetzt auch runter.

23.jpg

24.jpg
Loch- und Deckstein von Vorder- und Rückseite nehme ich ab.

25.jpg
Sie werden gleich getrennt in Sicherheit gebracht.

26.jpg
Das Schwingsystem ebenso.

27.jpg
Weiter gehts.

28.jpg
Der Anker mit Brücke wird abgenommen.

29.jpg
Die Räderwerks- bzw. die Automatikbrücke wird abgebaut.

30.jpg
Das Räderwerk, Sperrrad und dessen Antriebsorgan etc. wird entnommen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
31.jpg
Der Kloben für Aufzugswelle aus Kunststoff wird abgebaut. Die Rotorauflage aus Kunststoff (links) bleibt drauf, da sie nicht mit Schrauben gesichert ist. Der Sekundenherzhebel wird im laufe der Revision auch abgenommen.

32.jpg
Das Federhaus wird jetzt geöffnet. Es muss schließlich auch gewartet werden.

33.jpg
Feder wird rausgenommen.

34.jpg
Das 5100 komplett zerlegt. Glücklicherweise sind Verschleißerscheinungen an keinen der Bauteile und Radzapfen erkennbar. Bis auf die Zugfeder muss nichts im Werk getauscht.

35.jpg
Jetzt wird gereinigt. Empfindliche Teile kommen in ein kleines Kunststoffsieb, das sich verschließen lässt.

36.jpg
Die Werksteile im Reinigungskörbchen.

37.jpg
Diese Teile kommen dann separat und teilweise gar nicht in die Reinigungsmaschine. Dazu später mehr.

38.jpg
Die Körbchen kommen in das Korbgestell.

39.jpg
Reinigungsprogramm auswählen inkl. Ultraschallschritt.

40.jpg
Die Werksteile werden nun im Ultraschall Vorgereinigt. Danach folgt eine Nachreinigung mit anschließendem Spülen und Trocknen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45

42.jpg
Während der Automat selbstständig sein Programm abfährt, widme ich mich dem Gehäuse. Die alte Dichtung hat sich hier am Deckel aufgelöst.

43.jpg
Erstmal grob entfernen.

44.jpg
Gehäuse, Band und Deckel wird nun im Ultraschall gereinigt. Ich verwende Leitungswasser mit einem Schuss Tickopur W77, das Ammoniakhaltig ist. Anschließend wird es im zweiten Gefäß mit Wasser ohne Zusätze gespült. Die Krone wird auf Kundenwunsch nicht getauscht. Diese wird Händisch unter Leitungswasser gereinigt.

45.jpg
Bei dem Gehäuse muss aufgepasst werden. Die Schwarze Beschichtung ist stark beschädigt und fehlt Teilweise schon großflächig. Die Reinigungsdauer ist dementsprechend nur kurz.

46.jpg
Trocknen auf dem Heiztrockner. Auch hier passe ich auf die Beschichtung auf, dass alles nicht zu heiß wird.

47.jpg
Normalerweise läuft eine Reinigung so ab: Alle Werksteile bis auf Unruh und Anker kommen in die Reinigungsmaschine und werden mit Ultraschallschritt gereinigt. Danach kommen Unruh (auf Grundplatine befestigt) und Anker in die Maschine, aber ohne Ultraschallschritt. Mit Putzholz muss bei der ACS 900 nicht mehr gearbeitet werden. Nur noch bei unverhältnismäßigen extremen Verschmutzungen wird noch das Putzholz benutzt.

48.jpg
Bei dem Lemania 5100 ist das leider anders. Hier ist viel Kunststoff enthalten. Diese Teile auf dem Bild kommen gar nicht in die Maschine. Auch wenn es hochwertigen Kunststoffe in der Regel vertagen, möchte ich nichts Riskieren und reinige sie lediglich mit Rodico.



Die Grundplatine und die Räderwerksbrücke kommen normalerweise auch in die Maschine mit Ultraschall. Da hier die Friktionsfeder für die Sekundenwelle festgelackt ist, die Rotorauflage (Kunststoff) sich nicht abnehmen lässt und die Seriennummer unter einem Kunststoffschutz liegt, bleiben die auch draußen. Sie werden aber trotzdem in dem Reinigungsprogramm ohne Beschallung nach einer Vorreinigung mit Putzholz mit reingeben. Bei den beiden Teilen ist das bedenkenlos möglich.



Bei dem Minutenzählerrad mit Herz (nicht aus Kunststoff) habe ich mich dazu entschieden die Originalschmierung aus Graphitfett nicht zu entfernen.

49.jpg
Alle Teile, die im separaten Programm gereinigt werden ohne Beschallung. Die beiden Ringe hatten im ersten Durchlauf nur keinen Platz mehr. Bei denen ist das egal.

50.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
51.jpg

Das erste Programm ist fertig. Das Zweite für die anderen Teile wird nun gestartet.

53.jpg
Alles blitzt und glänzt. Die Triebzähne sind natürlich auch sauber.

54.jpg
Das Federhaus erhält eine neue Zugfeder.

55.jpg
Auf Boden und Deckel wird eine kleine Menge Schmierstoff gegeben und anschließen verteilt. Mittig und innen am Rand der Ausdrehung habe ich auch noch etwas Schmierstoff aufgetragen. Deckel und Trommel haben auch da etwas Kontakt.

56.jpg
Die Selbstschmierende Eigenschaft der Nivaflex-Zugfeder ist nur auf den flachen Seiten gegeben. Der Rand ist nicht poliert und zu Kleinflächig. Es ist besser, wenn Boden und Deckel nicht trocken sind.

57.jpg
Auf die Federhauswandung wird Bremsfett aufgetragen.

58.jpg

59.jpg
Die neue Feder wird in das Federhaus gesetzt.

60.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
61.jpg

Auf der Außenseite - Vorder und Rückseite auf dem Rand der Bohrung, wird auch etwas Schmierstoff aufgetragen. Das Federhaus hat an diesen Stellen Kontakt mit der Platine.



Der Antrieb ist nun fertig gewartet.

62.jpg
Hemmrad, Loch- und Decksteine werden epilamisiert. Der Anker, der grade noch in der Reinigung ist, wird natürlich auch noch epilamisiert.

63.jpg
Schmierstoff auf Deck- und Lochstein.

64.jpg
Mittlerweile sind die anderen Teile auch fertig gereinigt.

65.jpg
Auch hier alles sauber.

66.jpg
Jetzt alles wieder Rückwärts. Beginnend mit dem Sekundenherzhebel.

67.jpg
Unruhstopphebel.

68.jpg
Kloben für Aufzugswelle.

69.jpg
70.jpg
Hier sieht man gut das blaue Fett auf dem Kupplungstrieb.
 
Zuletzt bearbeitet:

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
71.jpg
Zeigerstellvorrichtung.

72.jpg
Räderwerk, Sperrrad mit Antriebsorgan etc.

73.jpg
Kleinbodenrad (Kupplungsrad) mit Kupplungswippe

74.jpg
Räderwerksbrücke.

75.jpg
Anker mit Brücke.

76.jpg
Federhaus.

77.jpg
Federhausachse.

78.jpg
Schwingsystem.

79.jpg
Loch- und Deckstein auf der Rückseite.

80.jpg
 

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
81.jpg
Loch- und Deckstein auf der Vorderseite.

82.jpg
Minuten- und Wechselrad.

83.jpg
Minutenzähler Brücke.

Vorher noch die Ankerpaletten Schmieren. Das Video stammt nicht vom Lemania 5100.

85.jpg
Chronomechanismus, Minutenherz.

86.jpg
Stütze.

87.jpg
Zwischenrad, Tages- und Datumssperre, Datumszeigerstellrad.

88.jpg
Datumsscheibe.

89.jpg
Stundenrad.

90.jpg
Halteplatte für Datumszeiger, Feder für die Datum- und Tagessperre.
 

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
91.jpg
Tagscheibe, Halteplatte für die Tagesanzeige.

92.jpg
Wippenfeder und Reduktionsrad.

93.jpg
Brücke für Reduktionsrad.

94.jpg
Rotor.

95.jpg
Bereit für Zifferblatt und Zeiger.

96.jpg
Alle Zeiger ordentlich und genau gesetzt.

97.jpg
Korrekte Höhenluft.

98.jpg
Rotor. Rotorverriegelung kommt natürlich auch noch drauf.

99.jpg
Drückerdichtungen werden gereinigt und gefettet und wieder zusammengesetzt.

100.jpg
Passende Rückbodendichtung eingesetzt.
 

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
101.jpg
Werk wird eingeschalt. Und Werkhaltering mit Feder eingebaut.

102.jpg
Deckel drauf.

103.jpg
Tachymeterring.

104.jpg
Neues Glas. Leider ist die alte Dichtung kaputt. Standardglasdichtungen passen nicht! Dann bin ich auf die Idee gekommen, ob man vielleicht eine Sanfildichtung nutzen könnte.

105.jpg
Und sie passt sogar.

106.jpg
Glas einpressen. Die Knallrote Dichtung sieht man nicht, weil das Glas am Rand Matt ist.

107.jpg
Das störende klingen ist weg.

108.jpg
Auslösung - Hebung - Fall.

109.jpg
Sauberes Gangbild.

111.jpg
Dichtheitstest bestanden. Die neue Sanfildichtung erfüllt bestens Ihren Job.

112.jpg
Anschießende mehrtägige Kontrolle. Fertig.
 
Zuletzt bearbeitet:

LBeck

Dabei seit
25.10.2017
Beiträge
1.805
Ja, wirklich sehr schön bebildert. Ich bewundere wirklich Menschen, die solch filigrane Arbeiten konzentriert durchführen können.
 

Steven Rogers Capt

Dabei seit
05.04.2019
Beiträge
841
Ort
Diaspora
:klatsch:

Danke fürs Mitnehmen!



3434449

1. Kannst Du erklären wozu dieser Spalt dient / nötig ist!?
2. Macht es einen Unterschied Leitungswasser vs. destiliertes Wasser, bei der Reinigung der Teile?
 

Quecksilber

Themenstarter
Dabei seit
18.12.2020
Beiträge
45
klar doch.

1. Kannst Du erklären wozu dieser Spalt dient / nötig ist!?

Das ist eine Aufsprengung. Das Auge muss federn, dass der Rücker verstellbar wird. Wäre er starr, wäre ein verstellen schwierig.

2. Macht es einen Unterschied Leitungswasser vs. destiliertes Wasser, bei der Reinigung der Teile?

Naja, ich reinige nur das Gehäuse und Band mit Leitungswasser. Destiliertes Wasser wäre auf dauer zu teuer. So lange es richtig getrocknet wird, macht es nicht wirklich einen Unterschied
 
Zuletzt bearbeitet:
Thema:

Lemania 5100 - Revisionsbericht mit großer Bilderstrecke

Oben