Uhrenbestimmung „Layka“ – eine Uhrenmarke aus Deutschland?

Diskutiere „Layka“ – eine Uhrenmarke aus Deutschland? im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde alter Uhren, eher zufällig war mir letztens in der Bucht diese Uhr aufgefallen und da sie mir auf Anhieb gefiel, habe ich auf sie...
Faisaval

Faisaval

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Liebe Freunde alter Uhren,

eher zufällig war mir letztens in der Bucht diese Uhr aufgefallen und da sie mir auf Anhieb gefiel, habe ich auf sie geboten und als einziger Bieter der Auktion den Zuschlag erhalten.

2.jpg

Ihr Name „Layka“

Layka Logo.jpg

war mir bis dato noch nicht untergekommen.
Im ersten Moment dachte ich hinsichtlich ihres Namens an eine sowjetische Herkunft, sozusagen in Erinnerung an die Kosmonauten-Hündin Laika.
Die Idee verwarf ich jedoch sofort, nachdem ich die Rückseite der Uhr genauer betrachtete, aber dazu später mehr.

3.jpg

3.1.jpg

Erstaunlich ist in erster Linie ihre Größe. Mit einem Durchmesser von knapp 39 mm und einer Höhe vom 9 mm ist sie wirklich groß geraten.

Das schlicht gehaltene dreiteilige Metall-Gehäuse

4.jpg

mit schmaler Gehäuserandausbildung nebst der einfachen rein auf Funktion ausgelegten Anstößen (mit Anstoßbreite von 20 mm) lassen die Uhr noch größer wirken, ohne jedoch aufdringlich zu sein.

5.jpg

Das gut erhaltene dunkle ZB mit seiner klaren Formensprache, der sauber ausgebildeten Minuterie, die schlicht gestalteten Stundenziffern sowie der feine innere Ring, die separate kleine Sekunde und nicht zuletzt die mit Luminiszenz versehenen gebläuten Stunden- und Minutenzeiger weisen formal in die Mitte bis Ende der Dreißiger Jahre.

GEDC1418.jpg

Leider zeigt bei näherer Betrachtung die Lume der Stundenziffern eine nicht sehr saubere Ausführung und lässt vermuten, dass diese wohl zu späterer Zeit nicht allzu fachmännisch erneuert wurde. Allerdings muss ich einwenden, dass diese Ungenauigkeit in der Ausführung mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist und daher im wahrsten Sinne des Wortes „nicht ins Auge fällt“.

GEDC1409.jpg

Betrachtet man den gepressten Bodendeckel

5.2.jpg

so erkennt man folgende deutlich ausgeführte Punzierung:
„Boden rostfreier Stahl“ und das Logo „RW“ mit einem zwischen den Buchstaben angeordneten Anker, welches für den 1885 gegründeten Gehäuse-Hersteller und Erfinder der Fixoflex-Armbänder Rodi & Wienenberger“ aus Pforzheim steht, welcher nach wie vor im Bereich Uhrengehäuse, Metall- und Lederbänder tätig ist (http://rowi-gmbh.com/de/manufaktur/geschichte.html)
Für mich ein deutliches Indiz, dass die Uhr wohl eher deutscher Herkunft ist.

GEDC1408.jpg

Fast könnte man versucht sein, sie aufgrund Ihrer Größe und ihres Erscheinungsbildes als eine Pilotenuhr der 30er Jahre zu bezeichnen, doch halte ich dies nicht zuletzt angesichts ihrer lediglichen Funktion der Uhrzeitangabe für vermessen.

Öffnet man nun den gepressten Bodendeckel,

6.jpg

so erkennt man ein einfaches, wohl 15-steiniges Uhrwerk mit Ankerhemmung und einem Durchmesser von ca. 22,3 mm (ca. 10-10.5‘‘‘),

7.jpg

welches sich leider einer eindeutigen Erkennung bisher verweigerte.
Ähnlichkeiten konnte ich zwar zu den Kalibern FHF 1. 10.5‘‘‘, AS 340 und Durowe 202 erkennen, jedoch ohne eine eindeutige Übereinstimmung atestieren zu können.

Zur Marke „Layka“ selbst konnte ich rein gar nichts im Netz finden. Lediglich ein paar Uhrenmodelle, welche den gleichen Schriftzug auf dem ZB trugen waren zu finden.

9.jpg

So hoffe ich sehr, dass Ihr vielleicht doch noch ein paar Informationen zu Marke „Layka“ und vor allem zum Uhrwerk in Petto habt.
Auf jeden Fall freue ich mich auf Eurer Feedback und falls Ihr auch über eine Uhr der gleichen Marke verfügen solltet, so seid Ihr natürlich herzlich eingeladen sie hier zu präsentieren.
 
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Uhrenfreak

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Super Uhr Valentin. Ich sehe auch Ähnlichkeiten beim Uhrwerk mir dem Urofa 55.

Gruß Willy
 
Don Jorge

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Pilotenuhr halte ich für zu weit interpretiert, aber die fehlende Stoßsicherung deutet schon in die 30er / frühen 40er-Jahre. Verdullich, die Brückenform habe ich schon mal gesehen, ich komm grad nicht drauf...aber auch da hätte ich eher in in Pforzheim gesucht.

In jedem Falle eine sehr, sehr schöne Uhr! :klatsch:
 
Badener

Badener

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Zum Hersteller kann ich leider nichts beitragen, aber das Werk dürfte ein AM 280 sein:

AM_280_281.jpg

Das Bild stammt aus der Classification Horlogère von 1936.

Gruß

Badener
 
Faisaval

Faisaval

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Hallo Willy und Don Jorge vielen Dank für Euer Feedback. Freut mich, dass Euch die Große gefällt. Und Willy es stimmt, mit dem Urofa 55 gibt es durchaus Übereinstimmungen.:-P

Badener, vielen Dank für die Erkennung des Werks.:klatsch: Somit schlägt in ihr ein schweizer Herz.
 
Rata

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Hallo Valentin,

ein schickes, in diesem Fall nicht mal kleines, aber dennoch feines Ührchen, deine Layka:klatsch:! Und wiederum eine gut gemachte, schön bebilderte Vorstellung, es hat Freude gemacht, sie zu lesen:-). Vom Gehäuse her erinnert sie mich an eine Noname, die ich Anfang Februar 2013 hier präsentiert habe, nur dass diese ein DuRoWe 410 als Antrieb und fast 10 mm Durchmesser weniger "auf den Rippen" hat. Die Lume auf den Ziffern ist zwar nicht perfekt ersetzt worden, doch das fällt wohl tatsächlich erst durch die unerbittlichen Aufnahmen auf, im realen Leben nicht so extrem.

Ich wünsche dir weiterhin viel Freude an der Hübschen und danke fürs Zeigen.

Viele Grüße, Otto
 
Faisaval

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Hallo Otto,

vielen Dank für Dein positives Feedback. :-PFreut mich, dass die alte Große Deinen Anklang findet. Wie gesagt, die nicht so toll gemachte Lume ist fürs bloße Auge nicht wahrnehmbar und damit eine hinnehmbare Größe. Da ich ja meist deutlich kleinere Uhren trage, ist sie eine durchaus ungewohnte Abwechslung.;-)
 
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fantomaz

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Hallo Valentin,

die hatte ich auch auf dem Schirm, aber leider iwi vergessen...
Schön dass sie in gute Hände gekommen ist!!

Positiv war mir aufgefallen, dass sie das klassische STOWA/NOMOS Gehäuse hat,
mit den abgeknickten Hörnern - und das in der Größe.... wunderbar :-)

Halt sie in Ehren!

Alexander
 
bachmanns

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Die Uhr ist wirklich sehr schön und auch in einem guten Erhaltungszustand:super: Noch dazu hat sie eine gut in die heutige Zeit passende Größe, so daß man sie immer noch sehr gut tragen kann. Viel Freude mit dem schönen Stück!
 
Faisaval

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Hallo René,

ich danke Dir vielmals für Dein positives Feedback. :-P Ja die Uhr begeistert mich wirklich, denn sie passt durch ihr zeitloses Design und auch, wie Du es angeführt hast, durch ihre Größe in die heutige Zeit. Nicht desto trotz bleibe ich nach wie vor auch ein Fan der zierlichen Uhren.;-)
 
MaJoLa

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Hallo Valentin,

an anderer Stelle durfte ich sie ja schon bewundern. Hier wird es dann ganz offiziell.

Ein wunderbares und hinsichtlich der Größe außergewöhnliches Stück hast Du da ergattert.
Eine durch und durch toll gemachte Uhr, mit dem attraktiven Blatt und dem wunderbaren Gehäuse.

Ich war anfangs fast sicher, daß es sich um die gleiche Schale wie bei meiner Goldex handelt. Wenn da nicht dieser Größenunterschied wäre.

Zeitlich nehme ich an, zwischen ca 1938 u. 40. Nach meiner Beobachtung, gerieten runde Uhren in der Werbungen in den 30igern, klar ins Hintertreffen. Wenn, dann taucht diese Gehäusevariante erst so gegen die End 30iger auf.

Über die Luma muss man sich keine Gedanken machen. Das ist nicht immer so richtig ordentlich gewesen. Auch die Gmünder haben schon mal in diesem Punkt ne 5 gerade sein lassen.

Auf alle Fälle ein wirklicher Knaller, mit dem ich Dir auch künftig viel Freude wünsche
 
bghdh

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Moin,

es müssen ja nicht immer gleich "Flieger"Uhren sein,
solche sind auch "gesprungen" ;-).




Bernd
 
Faisaval

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@MaJoLa, hallo Markus ich danke Dir vielmals für Dein positives und interessantes Statement zur Layka. :-P Und es stimmt ihre Gehäuseform erinnert stark an Deine Goldex. Deine zeitliche Einschätzung klingt absolut schlüssig. Ja und Freude werde ich an ihr große haben.:-P

@bghdh, Hallo Bernd, danke Dir für das wirklich interessante Foto. :klatsch: Es müssen wirklich nicht immer gleich Fliegeruhren gewesen sein, wobei ich nie ihre Verwendung im Flugwesen (noch ihre grundsätzliche militärische Verwendung) ernstlich in Betracht gezogen habe, sondern dies für vermessen halten würde, wie ich geschrieben habe.:-P
 
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Mowe

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Hallo zusammen,
ich bin zufällig auf die Frage zur Herkunft der Marke Layka gestoßen. Mein Großvater Fritz Ulze hatte in Pforzheim eine Uhrenfabrik mit 20 Mitarbeitern und produzierte Uhren der Marke "Layka". Er wurde 1900 in Sachsen-Anhalt geboren, zog als junger Mann nach Pforzheim und heiratete meine Großmutter, deren Vater dort Goldschmied war. Seine Uhrenfabrik gab es leider nicht lange. Er musste sowohl in den 1. als auch in den 2. Weltkrieg, war 7 Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft und wurde 1966 vor seinem Haus überfahren. Ich habe noch ein paar Uhren der Marke "Layka", auch eine Goldarmbanduhr, allerdings sieht die Schrift auf meinen moderner aus. Meine Mutter hatte die meisten Uhren, die sie noch hatte, verschenkt. Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen :)
 

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Faisaval

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Hallo Mowe,
herzlichen Dank für Deine wunderbaren Informationen, denn sie lüften das Geheimnis um die Herkunft der Marke "Layka".:-P
Ich bin begeistert!:klatsch: Aber es ist auch wirklich tragisch was Deinem Großvater widerfahren ist.
Meinst Du, du könntest ein paar Fotos deines Großvaters und seiner Uhrenfabrik hier zeigen? Das wäre toll! :-P
Und natürlich wäre es auch toll, wenn Du Deine übrigen Layka-Uhren hier präsentieren würdest.
Das Ganze ist wirklich spannend!

Viele Grüße
Valentin
 
Mowe

Mowe

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Hallo Valentin,

sehr gerne. Ich war erstaunt und erfreut, dass die Uhrenmarke meines Großvaters von Interesse ist. Leider habe ich ihn nie kennengelernt, da er 3 Wochen vor meiner Geburt starb. Ich muss ein wenig kramen, suche aber gerne noch einige Infos heraus, bzw. kann auch noch meine Tante fragen. Wenn ich was gefunden habe, melde ich mich.

Viele Grüße
Monika
 
Faisaval

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Hallo Valentin,

sehr gerne. Ich war erstaunt und erfreut, dass die Uhrenmarke meines Großvaters von Interesse ist. Leider habe ich ihn nie kennengelernt, da er 3 Wochen vor meiner Geburt starb. Ich muss ein wenig kramen, suche aber gerne noch einige Infos heraus, bzw. kann auch noch meine Tante fragen. Wenn ich was gefunden habe, melde ich mich.

Viele Grüße
Monika

Hallo Monika,
freut mich echt, dass Du Dir die Mühe machst Infos über Deinen Großvater herauszusuchen und sie hier zu präsentieren. :super:
Ich bin schon sehr gespannt und bin mir sicher nicht der Einzige zu sein. :-P

Hallo Philipp,
klasse, dass Du Deine Layka hier zeigen wirst! :klatsch:
 
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