Revision Labradors Werkstatt: Überholung Rolex Ref. 1601 mit Kaliber 1570

Diskutiere Labradors Werkstatt: Überholung Rolex Ref. 1601 mit Kaliber 1570 im Anleitungen & Revisionen Forum im Bereich Anleitungen & Revisionen; Klasse:super: danke fürs Zeigen:klatsch:
#62
estepam

estepam

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@Midnightowl ;-) Das habe ich bei seiner JLC Doku schon gemacht. :super::ok:

Ich warte schon gespannt auf das Endergebnis. :klatsch:
 
#63
hiltibrant

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Was bleibt noch zu sagen, was nicht schon gesagt ist? Deshalb schlicht...


...und DANKE für das große Kino, Jörn.
 
#64
falko

falko

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Hallo Jörn, wieder habe ich Deine phänomenalen Bilder goutiert!:super:
Ergänzend zur Automatikbaugruppe möchte ich auf die, heute seltene, Lagerung des Rotors mit Rubinlager hinweisen. Diese, in Verbindung mit den roten, harteloxierten Aufzugsrädern führt zu einem praktisch geräuschlosen Aufzug. Die meisten Rolex-Kaliber sind übrigens auch heute noch mit einem rubingelagerten Rotor ausgestattet, Ausnahme macht meines Wissens nur das Kaliber 4130 der Daytona.
Vielleicht könntest Du den Ausbau des Rotor noch erläutern, ich sehe da einen interessant geformten Sprengring.
 
#65
Labrador

Labrador

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@Mergenhaler: Danke, wenn ich helfen kann, gerne.

@Dörthe: Liebe Dörthe, gern geschehen. Wenn ich mich recht erinnere bist du ja auch stolze Rolexträgerin.

@Philipp: Danke dir. Zapfen, die nicht einwandfrei sind machen irgendwann Probleme. Da muss bei einer gewissenhaften Revision darauf geachtet werden.

@Eros: Danke, es geht weiter - gleich...

@Joachim S.: Hallo Joachim, freut mich, wenn dir das gefällt - mir macht es ja auch Riesenspaß.

@Lexi: Ja, das alles zu fotografieren und zu kommentieren, dass es sich auch einigermaßen verständlich liest, macht schon einen gewissen Aufwand aus. Normalerweise gehen die Revisionen bei mir schneller...
Rolex wird oft auf sein Immage und sein Design reduziert. Das ist oberflächlich und falsch, da schon seit je her eine hervorragende Qualität und besondere konstruktive Merkmale den Ausschlag geben. Mit diesem Beitrag will ich auch versuchen, mit diesen dummen Vorurteilen gegenüber Rolex aufzuräumen.

Ich fürchte aus den Microstellaschräubchen wird diesmal nichts, da die Uhr nach erfolgter Revision in allen Lagen einen einwandfreies Gangbild auf der Zeitwaage hinterlässt. (So soll es ein.) Für eine rd. 40 Jahre alte Uhr ein Traumergebnis! Vielleicht zeige ich zum Schluss aber noch den speziellen Regulierschlüssel.

@estepam: Danke dir. Ich finde meine Werkstatt ist zunklein und eine chaotische Ansammlung von Werkzeugen und Ersatzteilen - zum Glück finde ich mich einigermaßen zurecht. Das Rote auf den Wechslerädern ist eine Eloxydschicht, die einerseits abnutzungsresistent sein soll und zum anderen den extrem leisen Aufzug fördern soll. Soweit ich weiß, haben Rolexwerke den leisesten Aufzug.

@reiners: Halle Rainer, danke dir - und das Kino ist frei von Eintritt.

@atSmeil: Hallo Dominik, danke dir, deinen Stoff sollst du gleich bekommen.

@Rocketman: Hallo Volker, bombierte Lagersteine sind schon recht selten zu finden und immer ein Zeichen für höchste Qualität. Ich freuen mich, dass ich euch das jetzt auch einmal zeigen kann. Die Brücken haben bei diesem Kaliber immer zwei Schrauben (Räderwerksbrücke und Federhausbrücke). Wenn die Automatik aufgesetzt wird, hält sie zusätzlich die beiden Brücken. Die Brückenschrauben schauen dabei durch den Rand der Automatikbrücke durch. Der Unruhkloben hat nur eine Schraube - aber das ist normal so. Die Schrauben der Automatikbrücke sind übrigens gebläut (wie bei ETA).

@RiGa: Lieber Richard, es feut mich sehr, wenn dir das alles so gut gefällt. Markenfixiertheit ist unerträglich einengend - da fühle ich mich nicht wohl. Im Wissen, dass es sowieso nicht die optimale Uhr für alle Fälle gibt, kann ich mich voll diesen verschiedenen Reizen hingeben, ohne an einen Hersteller gebunden zu sein. Und ist es nicht genau das, was uns hier zusammentreibt? Ich genieße den offenen Umgang mit Uhren jedweder Herkunft (egal wie teuer) hier im Uhrforum sehr und hoffe, dass uns allen diese Tugend erhalten bleibt. Ich danke dir für deine anerkennenden und netten Worte!

@Midnightowl: Hallo Udo, ich danke dir. Das mit deinem Fotobuch ist ok, solange es bei dir bleibt. Ich mache diese Dokumentationen exklusiv nur im Uhrforum und für deren Mitglieder, da ich mich hier sehr wohl fühle. Ich möchte dich bitten, keine Veröffentlichungen mit meinen Beiträgen zu starten.

@1980bari: Danke dir!

@estepam: Aber bitte nur für den eigenen Gebrauch. Das Endergebnis ist nah...

@hiltibrant: Danke dir. Du bist ja auch eine engagierter Uhrenschrauber und hast uns schon an vielen Erlebnissen Teil haben lassen. So kann ich hier doch auch mal etwas zurückgeben.

@falko: Hallo Gerd, danke dir. Du hast vollkommen Recht, der Lagerstein der Schwungmasse ist bombastisch. Auch meine ich, dass Rolex den leisten Aufzug der Welt baut. Die roten Wechsleräder tragen ihren Teil dazu bei und die Tatsache, dass die Schwungmasse nicht kugelgelagert ist. Auf die kleine Sprengfeder komme ich jetzt gleich zurück.

Und da habe wir auch schon den Einstieg. Die Teile der Automatik sind gereinigt. Die Räder sind noch ok und lassen einen weiteren Betrieb zu. Die Schwungmassenachse habe ich mit Fett versorgt und in ihren Lagerstein gesetzt. Hier ein Foto von der gelösten Sprengfeder, die zum Ausbau einfach herausgezogen und zum Einbau wieder in die Nut in der Schwungmassenwelle heringedrückt wird. Sie verhindert, dass sich die Schwungmasse aus dem Lager löst.



Und hier im eingesetzten Zustand:



Auf dem folgenden Foto ist eines der rot eloxierten Wechselräder zu sehen. Die zwei herausragenden Zähne gehören zum Sperrmechanismus, der den Rädern erlaubt nur in eine Richtung zu drehen.



Nach erfolgter Montage der Automatik, sieht das Werk wieder komplertt aus. Es läuft ganz hervorragend und schwingt seit gestern munter vor sich hin.



Auf diesem Foto ist gut zu erkennen, dass das Schwungmassenlager noch gut beieinander ist. Die schwere Masse am äußeren Rand des Gewichtes schwebt mit solidem Abstand über dem Uhrwerk. Bei stark verschlissenen Lagern setzt sie auch schon mal auf...



Zu guter letzt habe ich noch ein passendes Zifferblatt in grau montiert. Es lässt die Uhr etwas edler erschienen - finde ich.



Nun müssen wir uns noch um das Gehäuse kümmern. Es ist in einem recht guten Zustand und von groben Kratzern verschont geblieben. Das etwas rund geschliffene Glas soll ersetzt werden. Dazu habe ich das alte Glas mitsamt der Lunette entfernt. Am Gehäuseansatz findet sich der übliche Gammel...



Die heutigen und damaligen Gehäuse-Glas-Konstruktionen von Rolex arbeiten mit sogenannten Stülpgläsern (damals aus Kunststoff, heute mit Kunststoffdichtung und eingelegtem Saphirglas). Das Prinzip ist einfach aber auch genial: Das Kunststoffglas hat einen zylindrischen Rand, der genau auf den Ansatz am Gehäuse passt. Die Lunette (keineswegs Zierrat, wie oft angenommen) hat die Aufgabe, von außen den Glasrand fest an den Ansatz des Gehäuses zu pressen und somit eine zuverlässige Wasserdichtigkeit herzustellen.

Nun soll das Gehäuse aber auch wieder möglichst schön aussehen. Daher habe ich es ein wenig poliert. Ich hoffe, der Unterschied (links poliert, rechts Ursprungszustand) ist zu erkennen.



Auch der Gehäuseboden braucht eine kleine Auffrischung an der Drehbank. Hier noch mit dem Politurmittel für den schrägen Rand.



Weitere Beachtung sollten auch die Dichtungen bekommen. Auf diesem Foto habe ich die Bodendichtung in eine spezielle Box gelegt, in der die Dichtung mit Pflegesubstanzen versorgt wird. man verschließt sie und dreht die beiden Teile übereinander, so dass der Dichtungsring gleichmäßig benetzt wird.



Übrigens keine Rolextool, sondern von Citizen...

Dann habe ich das Werk wieder eingebaut und mit den Werkhalteschrauben - die zu diesen Zweck herausgedreht werden - fixiert.



Von vorne sieht sie jetzt so aus. Ich finde durch das graue Blatt hat sie sehr an Attraktivität gewonnen.



Hier noch ein Foto von der Seite - für meine Geschmack durch die wunderschönen Rundungen eine der reizvollsten Perspektiven.



Und hier von dem Bandanstoß her. Übrigens hat Rolex hier immer auf der einen Seite die Referenznummer und auf der anderen Seite die Individualnummer eingraviert. Ich habe schon Fälschungen gesehen, die auch dieses Merkmal hatten - also Vorsicht!



Das ist nun noch nicht das Ende dieser Dokumentation. Es fehlt noch die Montage des neuen Jubileebandes. Später mehr dazu.

Viele Grüße

Jörn (Labrador)
 
#66
mini

mini

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Ganz tiefe Verbeugung, Jörn.

Die DJ erstrahlt wieder in neuem Glanz, ohne "überrestauriert" zu sein (da darf auch noch ein kleiner Cut an den Hörnern oder eine Oxidation an den Zeigern übrig bleiben, das Gesamtbild gewinnt so eher noch an Charme).
Und das Motörchen kann sowieso wieder für das nächste Jahrzeht schnurren. Das graue ZB mit weisser Schrift gefällt mir übrigens sehr gut. Vielen Dank für den Blick durch Deine Brille (wenn Du überhaupt eine trägst, aber ich kenne keinen Uhrmacher, der keine hat.)

Gruss
Mathias
 
#67
Labrador

Labrador

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Sorry, mit einer Brille kann ich nicht dienen. Die Uhrmacherei ist aber auch nur so ein Hobby von mir.

Danke dir für deine Anerkennung. Ich finde das Gesamtbild der Uhr auch stimmig. Mal sehen, wie die Anderen das finden - bin da für Kritik offen...

Viele Grüße


Jörn (Labrador)
 
Zuletzt bearbeitet:
#68
k.azz`

k.azz`

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Klasse Endspurt! Das neue Blatt macht wirklich einen ordentlichen Eidruck - danke für deine Mühen!
 
#69
D

doovele

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Hallo Labrador,

Deine, reich bebilderten, Werkstattberichte sind wirklich Spitze. Vielen herzlichen Dank, daß Du uns immer wieder auf die Reise ins innere der Uhren mitnimmst, und Deine Arbeit auch noch so erklärst, das selbst Dummies begreifen.

Es grüßt Dich ein wenig schreibendes, aber viel lesendes

Doovele
 
#70
atSmeil

atSmeil

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Mit dem grauen ZB schaut sie wirklich deutlich frischer aus. In Verbindung mit der sanften Gehäusepolitur und dem tollen Plexi, ist die DJ wieder eine richtige Augeweide geworden, sehr lecker! :klatsch: :super:
 
#71
Midnightowl

Midnightowl

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... was soll ich noch sagen - wow!!!!:super:
Wieder einmal sagenhafte Bilder, verständliche und detaillierte Beschreibungen und Erklärungen. Nochmals danke, danke, danke.:klatsch: Ich freue mich schon auf den "gemeinsamen Endspurt" mit den anderen "Fan´s".;-)

Gruß

Udo

P.S.: Das Fotobuch ist nur für mich - zum gemütlichen Schmökern an kalten Wintertagen auf der Couch.
 
#72
FK65

FK65

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Hallo Jörn,

ich bin wirklich schwer beeindruckt von Deinen detaillierten Beschreibungen und das Mitnehmen in eine ganz phantastische Welt!
Ganz, ganz herzlichen Dank dafür.

Was ich gar nicht glauben kann:
Die Uhrmacherei ist aber auch nur so ein Hobby von mir.
Du machst das nicht beruflich??
Ich bin noch schwerer beeindruckt...

Und ich freue mich schon auf weitere wunderbare Revisions-Geschichten oder ähnliches!

Viele Grüße

Frank
 
#73
Joachim S.

Joachim S.

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Ratekau an der Ostsee in der Nähe von Lübeck.
Hallo Jörn,

bei deinen professionellen Beiträgen sollten wir uns doch mal überlegen, deine workshops einmal live für alle user in einem Fußballstadion zu präsentieren.
Wenn ich nicht irre, sind es hier über 13000 user.
Wenn nur ein Drittel käme, müßtest du aber wahrscheinlich nach den Autogrammstunden zum Orthopäden. ;-)

Ich hoffe noch viele weitere, derart anschauliche tutorials von dir lesen zu dürfen. :super::super::super:

Herzlichen Gruß von der Ostsee

Joachim
 
#74
Philipp

Philipp

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Moin Jörn,

Die Uhr sieht echt toll aus und (wie Mathias schon geschrieben hat) hat durch die Restaurierung einen tollen Charme bekommen.
Sehr deutlich wird das, wenn man die ersten und letzen Bilder vergleicht - welch ein Unterschied.
Super Arbeit - schöne Uhr...
 
#76
Labrador

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@mini: Hallo Mathias, das sehe ich genauso - Überrestaurierungen sind schlimm, da dann immer ganz viel von der Originalität verloren geht. Das geht z.T. so weit, dass ich mich manchmal frage, warum hier nicht gleich eine neue Uhr erworben wurde... Ich finde alte Uhren sollten gepflegt aussehen, dürfen und sollen aber den unnachahmlichen Charme der Jahrzehnte mit Würde zeigen.

@k.azz': Hallo Thomas, der Endspurt kommt jetzt, wo die Uhr eigentlich schon fertig ist...

@doovele:Es freut mich, wenn das allgemein verständlich ist. Danke dir!

@atSmeil: Hallo Dominik, das graue Blatt gibt der Uhr erst so die richtige Farbe. Ich finde auch, dass sich der Umbau sehr gelohnt hat!

@Midnightowl: Hallo Udo, ich freue mich sehr, dass du dir immer wieder die Mühe machst und deine Freude hier zum Ausdruck bringst. Vielen Dank dafür! Der Endspurt kommt gleich...

@FK65: Hallo Frank, ich habe vor viele Jehren eine Lehre zum Uhrmacher absolviert und bin daher Uhrmachergeselle. Hauptberuflich mache ich das aber nicht - es ist eher ein professionalisiertes Hobby von mir. Die Lehre habe ich damals übrigens mehr aus der Motivation, Uhren reparieren können zu wollen, gemacht. Berufliche Interessen habe ich bislang damit nicht verbunden.

@Joachim S.: Hallo Joachim, ich habe schon einmal mit einem netten Uhrenliebhaber aus diesem Forum einen Wochenendworkshop abgehalten. Er hat da unter meiner Anleitung eine seiner Uhren überholt - mit Erfolg, die Uhr lief danach fantastisch. Hier ein Link zu seiner Vorstellung: https://uhrforum.de/glashuette-gub-vintage-t50837
Uns hat das sehr viel Spaß gemacht, so dass ich mir eine Wiederholung gut vorstellen kann. Wer also Lust hat...

@Philipp: Hallo Philipp, danke dir. Ich bin mit dem Ergebnis auch zufrieden. Die Uhr sieht wieder anständig aus und ist technisch einwandfrei.

@tomzack68: Hallo Thomas, doch das ist nur Hobby von mir. Es macht mir aber auch Riesenspaß...

So, nun aber zum Endspurt. Die Rolex ist ja wieder komplett zusammengesetzt und in ihr aufgearbeitetes Gehäuse eingezogen. Sie läuft bisher ohne besondere Abweichung und geht im Schnitt eine handvoll Sekunden pro Tag vor. Das sind natürlich nur statische Ergebnisse - getragen am Arm gibt es da erfahrungsgemäß immer leichte Abweichungen.

Da es hier aber gewünscht wurde, möchte ich noch den speziellen Regulierschlüssel von Rolex vorstellen. Da es an diesem Uhrwerk momentan nichts zu stellen gibt, habe ich eine alte Unruh aus meinem Bestand gesucht und zeige euch an diesem Exemplar (das baugleich ist) worum es da geht. Ich hatte anfangs gezeigt, dass das 1570/75 keinen Rückerzeiger besitzt und erklärt, warum das so ist. Reguliert werden diese Uhren über kleine Microstellaschrauben außen am Unruhreif. Beim Hereindrehen der Schrauben wird die Uhr schneller, andersherum langsamer. Hier eine Bild durch die Lupe von einem der Schräubchen.



Die beiden Regulierschrauben sitzen gegenüber und dürfen beide immer nur um exakt den gleichen Wert verstellt werden, da sonst eine Unwucht entstehen würde. Das hätte zur Folge, dass die Uhr einen Lagenfehler bekommt. Auf dem folgenden Foto seht ihr den originalen Regulierschlüssel, ohne den eine Regulieren nicht möglich ist.



Vorne sitzt der Schlüssel, der exakt auf die Verzahnung der Schraube passt. Hier eine stark vergrößerte Aufnahme.



In der durchsichtigen Trommel läuft ein Zeiger, der per Gradeinteilung anzeigt, um wieviel die Schraube gedreht wurde.



Der Schlüssel wird wie auf dem folgenden Bild (am besten bei ausgebauter Unruh) vorsichtig auf den Schraubenkopf aufgesetzt. Hierbei ist darauf zu achten, dass sich nichts verkantet, da die Schrauben sehr empfindlich sind.



Da ich beim Fotografieren die Hände nicht frei habe (und meine Fotoassistentin (Tochter) im Urlaub ist), habe ich eine Regulierszene mal nachgestellt. Ich hoffe, die Funktionsweise wird ersichtlich.



Es hat mir großen Spaß gemacht dieses schöne Erlebnis einer gelungenen Rolexrevision mit euch teilen zu dürfen. Ich danke ganz herzlich für die netten Beiträge und euer ungebrochenes Interesse.

Viele Grüße

Jörn (Labrador)
 
#77
Midnightowl

Midnightowl

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Man, man, man - was soll ich jetzt noch sagen????
Nicht nur das Du uns hier ein Fachwissen kompetent und verständlich vermittelst, uns mit sagenhaften Bildern und Texten zeigst warum wir so "narrisch" auf Uhren sind,
nein zum krönenden Abschluss auch noch ein "Schmanckerl" der Feinmechanik.
Nochmals Danke für diesen und alle vorhergegangenen Werkstattberichte.
Ich freue mich schon auf den Nächsten!!!!

Viele Grüße

Udo
 
#78
Doerthe

Doerthe

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:klatsch::klatsch::klatsch:sie ist toll geworden:super:
Auch das neue ZB paßt wunderbar. Ein großes Lob für diese gelungene Arbeit und ein dickes dankeschön für die eindrucksvolle Art der Demonstation deines Werkes:super:
 
#79
dschaen81

dschaen81

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Hallo Jörn,

vielen Dank für einen weiteren tollen Beitrag, in dem du Deine Arbeiten so anschaulich und
verständlich gemacht hast, dass selbst ich die Schritte nachvollziehen kann.
So lehrreich und spannend wie Labradors Werkstatt ist das Uhrforum nicht noch einmal.
Ein riesen Lob auch von mir für deine Mühen.:super:
 
#80
SpeedCat

SpeedCat

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Düsseldorfer Umland
Sehr schön, tolle Einblicke in die Märchenwelt... :D

Und wieder ein paar (technische) Details, die mir Rolex noch sympathischer machen. Vielen Dank, daß Du an dieser Stelle auch mal mit Vorurteilen aufgeräumt hast. Und für den Rest des berichtes natürlich. ;-)
 
Thema:

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